• Besser als gedacht

    December 30, 2025 in Austria ⋅ ⛅ -5 °C

    Was für ein ereignisreicher Tag.
    Ich wache müde auf, diese besondere Müdigkeit nach einer Nacht voller Träume, die nicht loslassen wollten. Es dauert einen Moment, bis ich ganz da bin und genau in diesem Moment wird mir bewusst, wo wir stehen. Gestern war es nur ein Platz für die Nacht. Heute Morgen ist es ein kleiner Glücksgriff. Eine Pferdekoppel, ruhig umzäunt, dahinter ein Wald, der alles schluckt, was laut sein könnte. Still. Weich. Genau richtig.

    Kaffee, Dusche und dann ein langer Spaziergang mit den Jungs. Die Sonne lässt sich noch Zeit, versteckt sich hinter dem Berg, aber selbst ohne sie ist der Anblick wunderschön. Kühl, klar, ruhig. Als wir zum Auto zurückkommen, schiebt sie sich langsam hervor, gerade genug, um alles zu verändern. Wir packen zusammen und fahren weiter nach Innsbruck.

    Und tatsächlich: Glück. Hinter der Altstadt finden wir schnell einen Parkplatz. Beim Aussteigen fallen mir die blauen und weißen Markierungen auf und sofort ist diese innere Alarmglocke da. Blau ja, weiß nur für Anwohner – ich kenne das von anderen Städten. Ein kurzer Blick, ein kurzer Weg zum Security-Mann ein paar Meter weiter. Er bestätigt es freundlich. Also doch kein Parkplatz. Oder eben nur kurz.

    Ein paar hundert Meter weiter dann der nächste Versuch. Diesmal passt es. Ticket gezogen, 3,30 Euro für 90 Minuten. Gut genug.

    Da wir ohne Frühstück unterwegs sind, ist Essen jetzt Priorität. Als ich Sven frage, worauf er Lust hat, meint er, an der Ecke sei ein Italiener. Also rein da. Die Nonna fehlt zwar immer noch, aber irgendwas scheint dieses Restaurant richtig zu machen – 2021 der beliebteste Italiener Tirols.

    Wir werden zum hintere Teil des Restaurants gesetzt, es ist voll, lebendig. Pizza scheint hier Gesetz zu sein. Ich bestelle trotzdem Trüffelpasta. Normalerweise meine sichere Wahl. Heute leider sehr sahnig. Aber ich bekomme ein Stück von Svens Pizza und die ist wirklich richtig gut. Manchmal reicht das schon.

    Nach dem Essen verlängern wir unseren Parkschein und schlendern durch die Altstadt. Ich mag dieses Bild: Stadt unter den Füßen, Berge im Blick. Während wir durch die Gassen gehen, tauchen immer wieder kleine Läden auf. Einer schöner als der andere. In einem hätte ich problemlos alles kaufen können. Wirklich alles. Am Ende bleiben es zwei Paar Socken. Das fühlt sich genau richtig an. Schauen reicht heute völlig.

    Dann geht es zurück zum Auto und weiter Richtung Ischgl. Nach etwa 45 Minuten landen wir in Landeck, noch ein Stück vom Ziel entfernt. Da wir mit den Jungs unbedingt noch im Hellen raus wollen, suchen wir bereits nach einem Platz. Wir finden einen wunderschönen: direkt an einem glasklaren Fluss, auf der anderen Seite wieder Wald. Ein Ort, der sofort etwas mit einem macht. Gleichzeitig wissen wir beide: Wenn hier jemand vorbeikommt, bleiben wir nicht. Also gehen wir unsere Runde, nehmen den Ort mit und fahren weiter.

    Bei Park4Night stoße ich schließlich auf einen Holzverladeplatz. Ein paar Serpentinen noch, hoch hinauf. Zum Glück auch im Dunkeln gut zu fahren und irgendwann stehen wir. Einfach so.

    Fotos von diesem Platz gibt es morgen 🙈

    Jetzt ist Gemütlichkeit angesagt. Dieses leise Zur Ruhe Kommen nach einem vollen Tag. Mit der Hoffnung, dass wir heute angekommen sind, zumindest für diese Nacht.

    Bis morgen.
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