On the road…
December 27, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 1 °C
Heute Morgen öffnen sich unsere Augen um 7:30 Uhr. Es ist spät geworden gestern Abend, unsere Freunde haben uns mit einem Drei-Gänge-Sternemenü verwöhnt, dieser besondere Nachklang hängt noch im Raum. Müde sind wir, ja, aber zufrieden. Während ich noch daliege, freue ich mich leise auf meinen Plan. Dazu später mehr.
Langsam werden auch unsere Freunde wach. Es gibt Kaffee, Matcha Latte, ein paar ruhige Gespräche. Dann verabschieden wir uns, packen die letzten Dinge zusammen. Das Gröbste war schon erledigt, bevor der Besuch gestern kam, ein kleines Geschenk an unser heutiges Ich. Gegen 11 Uhr sitzen wir im Auto. Fast zumindest. Denn natürlich fehlt noch etwas: Ich habe Sven eine andere Jacke eingepackt, Portemonnaie und Geld stecken aber in der anderen. Also ein kurzer Umweg, schnell Milch beim Rewe geholt, noch einmal nach Hause und dann wirklich los.
Der grobe Plan führt uns Richtung Italien. Mehr braucht es im Moment nicht. Wir lassen alles offen, entscheiden von Tag zu Tag. Nur die Richtung ist klar. Der Rückweg soll uns später über Liechtenstein und Köln führen, dort warten Freunde auf ein wiedersehen.
Im Auto haben wir alles dabei, was man brauchen könnte - Skier, Badesachen. Nichts dem Zufall überlassen.
Da Sven gerne Auto fährt und dabei entspannt, er aber auch ein schlechter Beifahrer wäre, fällt das fahren für mich aus. Also ziehe ich nach hinten und mache es mir gemütlich.
Dann kommt mein kleiner Plan ins Spiel, den Sven gestern liebevoll vorbereitet hat. Das Bett kann zu einer Art Couch umgebaut werden und dazu ist der Fernseher so fixiert, dass auch während der Fahrt geschaut werden kann.
Jetzt geht es los. 😊 Grinch schauen.
Einmal im Jahr muss das sein. Vor und um Weihnachten habe ich es nicht geschafft. Also darf ich jetzt. 🙏🏻
Nachdem Film wandere ich wieder nach vorn, versorge ihn mit Mandarinen und schwärme über die „Couch“ hinten. Happy wife, happy life sagt er 🥰
Ich schaue nach draußen. Die Menschen fahren hektisch, schnell, ungeduldig. Das Navi bestätigt den Eindruck, die Verzögerungen werden mehr, Kilometer für Kilometer.
Kurz vor München entscheiden wir uns spontan abzufahren. Plötzlich stehen wir an einem Acker, direkt neben einem stillen, wunderschönen Wald. Die Boden ist vereist, trägt ein feinen weißen Schleier. Das Bild erinnert mich an den Morgen zu Hause, wo die Bäume mit einem weißen Jäckchen bedeckt waren - ruhig, klar, beinahe zeitlos. Es ist einer dieser Momente, in denen alles kurz innehält.
Am Abend hat mein Liebster Lust auf Thunfischnudeln. Also koche ich, wir essen gemeinsam, sprechen wenig und sind einfach da. Danach machen wir es uns gemütlich. Urlaub ist da, wo wir sind. Der Weg ist das Ziel….
Heute fühlen sich diese Sätze nicht wie Floskeln an, sondern wie Wahrheit.
Ich freue mich auf ein paar wunderschöne Tage.Read more
Zwischen Nebel und Sonne ☀️
December 28, 2025 in Austria ⋅ 🌙 0 °C
Was für ein schöner Tag heute. Auch wenn ich nur schlecht geschlafen habe, beginnt der Morgen leicht. Ich bin müde, ja, aber draußen ist es wunderschön. Die Sonne bricht durch den Frühtau und den Bodennebel, alles wirkt weich und klar zugleich. Nach der Dusche und dem Frühstück ziehen wir uns warm an und gehen spazieren. Der Ort, an dem wir die letzte Nacht verbracht haben, zeigt sich heute Morgen noch einmal von einer ganz neuen, stillen Seite.
Der grobe Plan für heute: Richtung Steinplatte. Normalerweise sind wir hier im Februar mit Freunden zum Skifahren. Sie wohnen in der Gegend, sind aber gerade nicht da. Vielleicht sehen wir sie später in Italien. Mal sehen.
Auf dem Weg entscheiden wir uns spontan für einen Zwischenstopp in der Therme. Exakt 1 Stunde und 2 Minuten bleiben wir. Warmes Solebad, Infrarot-Sauna, ein paar Bahnen schwimmen und wieder raus. Genau richtig. Großartig.
Nach weiteren 40 Minuten Fahrt erreichen wir den Parkplatz am Skigebiet. Je näher wir kommen, desto weißer wird der Boden. Sonne und Nebel spielen miteinander, die Landschaft verändert sich langsam. Ich fühle mich jetzt schon erholt. Berge, Sonne, Schnee. Mehr braucht es gerade nicht.
Wir sind angekommen. Auch wenn wir sonst im Februar hier sind, fühlt es sich heute genauso vertraut an.
Auf dem Parkplatz gilt eigentlich Campingverbot, aber schon beim letzten Mal hat der Winterdienst uns netterweise nur ein paar Mal umgesetzt, damit alles geräumt werden konnte. Auch jetzt stehen wir ganz hinten, stören niemanden und hoffen wieder auf einen netten Winterdienst.
Der Hunger meldet sich deutlich. Wir gehen ins Restaurant vorne am Hang. Apres-Ski läuft auf Hochtouren, also setzen wir uns nach draußen. Das Essen ist köstlich. Bei manchen Liedern muss man schmunzeln aber wir wissen beide: Unsere Gemütlichkeit wartet im Womo.
Morgen geht es für ein paar Stunden auf die Piste. Hoffentlich mit Kaiserwetter. 😎Read more
Nonna ruft, aber die Zeit reicht nicht.
December 29, 2025 in Austria ⋅ 🌙 1 °C
Die Nacht war deutlich angenehmer. Wir haben gut geschlafen und sind trotzdem sehr früh wach. Niemand hat uns weggeschickt, der Parkplatz füllt sich langsam, fast unbemerkt. Erst auf dem Weg zur Gondel werden wir von einem Parkplatzwart ermahnt, dass Übernachten hier eigentlich nicht erlaubt sei. Naja, wir fahren ja heute weiter.
Auf dem Weg nach oben liegt noch nicht besonders viel Schnee. Wir kennen das auch anders, vor allem im Februar. Aber die Pisten sind präpariert und als wir gegen zehn Uhr oben ankommen, ist es voll. Sehr voll. Der Blick dafür umso beeindruckender. Die Sonne liegt weich auf den Hängen, küsst die Gipfel und lässt den Schnee glitzern, als hätte jemand feinen Zucker darüber gestreut. Es ist eines dieser Bilder, die man nicht festhalten kann, aber sie prägen sich sowieso ein.
Nach einer Weile gönnen wir uns eine Pause. Heiße Schokolade mit Sahne. Genau richtig. Danach fahren wir noch ein paar Abfahrten, bevor wir im Panorama-Restaurant einen Germknödel essen. Einfach, gut, genug.
Da unsere Jungs nun schon eine ganze Weile ohne uns ausgehalten haben, wollen wir es nicht ausreizen und fahren wieder runter. Ein ausgiebiger Spaziergang, frische Luft, Bewegung und anschließend ein kleines Mittagsschläfchen, bevor wir weiterziehen.
Ursprünglich wollten wir ja nach Italien. Aber so sehr die Vorstellung lockt, einer Nonna zuzuhören während sie liebevoll durch ein traditionelles Restaurant schreit:
„Francescooo! Amore! Vieni subito! La pasta si raffredda! Muovitiii!“
irgendwie fühlt es sich für die Zeit, die uns noch bleibt, doch zu weit an. Also entscheiden wir uns spontan um und fahren Richtung Ischgl.
Rund um Innsbruck versuchen wir noch, einen Platz zu finden, bevor es dunkel wird. Schnell merken wir: so richtig erlaubt ist hier wenig. Park4Night spuckt fast nur Parkplätze aus. Vielleicht sind wir auch einfach verwöhnt von den Orten, an denen wir sonst stehen. Also fahren wir weiter und bleiben schließlich auf einem Parkplatz stehen. Für diese Nacht wird es reichen. Morgen entscheiden wir neu.
Es scheint in Österreich ein striktes Campingverbot zu geben, teils sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen. Wir wollen es nicht darauf ankommen lassen.
Ein wunderschöner Tag geht zu Ende, mit all den Eindrücken von Sonne, Schnee und Bewegung. Gleichzeitig mit Gedanken an Verbote, Regeln, Reglementierungen. Draußen sein wollen, frei stehen, frei entscheiden und doch immer wieder an Grenzen stoßen.
Vielleicht gehört auch das zum Unterwegssein dazu: zu spüren, wie viel Freiheit wir uns wünschen und wie bewusst wir mit ihr umgehen müssen. Nicht alles auszureizen. Nicht alles festzuhalten. Manchmal reicht es, einfach da zu sein. Für diesen einen Tag, an diesem einen Ort.Read more
Besser als gedacht
December 30, 2025 in Austria ⋅ ⛅ -5 °C
Was für ein ereignisreicher Tag.
Ich wache müde auf, diese besondere Müdigkeit nach einer Nacht voller Träume, die nicht loslassen wollten. Es dauert einen Moment, bis ich ganz da bin und genau in diesem Moment wird mir bewusst, wo wir stehen. Gestern war es nur ein Platz für die Nacht. Heute Morgen ist es ein kleiner Glücksgriff. Eine Pferdekoppel, ruhig umzäunt, dahinter ein Wald, der alles schluckt, was laut sein könnte. Still. Weich. Genau richtig.
Kaffee, Dusche und dann ein langer Spaziergang mit den Jungs. Die Sonne lässt sich noch Zeit, versteckt sich hinter dem Berg, aber selbst ohne sie ist der Anblick wunderschön. Kühl, klar, ruhig. Als wir zum Auto zurückkommen, schiebt sie sich langsam hervor, gerade genug, um alles zu verändern. Wir packen zusammen und fahren weiter nach Innsbruck.
Und tatsächlich: Glück. Hinter der Altstadt finden wir schnell einen Parkplatz. Beim Aussteigen fallen mir die blauen und weißen Markierungen auf und sofort ist diese innere Alarmglocke da. Blau ja, weiß nur für Anwohner – ich kenne das von anderen Städten. Ein kurzer Blick, ein kurzer Weg zum Security-Mann ein paar Meter weiter. Er bestätigt es freundlich. Also doch kein Parkplatz. Oder eben nur kurz.
Ein paar hundert Meter weiter dann der nächste Versuch. Diesmal passt es. Ticket gezogen, 3,30 Euro für 90 Minuten. Gut genug.
Da wir ohne Frühstück unterwegs sind, ist Essen jetzt Priorität. Als ich Sven frage, worauf er Lust hat, meint er, an der Ecke sei ein Italiener. Also rein da. Die Nonna fehlt zwar immer noch, aber irgendwas scheint dieses Restaurant richtig zu machen – 2021 der beliebteste Italiener Tirols.
Wir werden zum hintere Teil des Restaurants gesetzt, es ist voll, lebendig. Pizza scheint hier Gesetz zu sein. Ich bestelle trotzdem Trüffelpasta. Normalerweise meine sichere Wahl. Heute leider sehr sahnig. Aber ich bekomme ein Stück von Svens Pizza und die ist wirklich richtig gut. Manchmal reicht das schon.
Nach dem Essen verlängern wir unseren Parkschein und schlendern durch die Altstadt. Ich mag dieses Bild: Stadt unter den Füßen, Berge im Blick. Während wir durch die Gassen gehen, tauchen immer wieder kleine Läden auf. Einer schöner als der andere. In einem hätte ich problemlos alles kaufen können. Wirklich alles. Am Ende bleiben es zwei Paar Socken. Das fühlt sich genau richtig an. Schauen reicht heute völlig.
Dann geht es zurück zum Auto und weiter Richtung Ischgl. Nach etwa 45 Minuten landen wir in Landeck, noch ein Stück vom Ziel entfernt. Da wir mit den Jungs unbedingt noch im Hellen raus wollen, suchen wir bereits nach einem Platz. Wir finden einen wunderschönen: direkt an einem glasklaren Fluss, auf der anderen Seite wieder Wald. Ein Ort, der sofort etwas mit einem macht. Gleichzeitig wissen wir beide: Wenn hier jemand vorbeikommt, bleiben wir nicht. Also gehen wir unsere Runde, nehmen den Ort mit und fahren weiter.
Bei Park4Night stoße ich schließlich auf einen Holzverladeplatz. Ein paar Serpentinen noch, hoch hinauf. Zum Glück auch im Dunkeln gut zu fahren und irgendwann stehen wir. Einfach so.
Fotos von diesem Platz gibt es morgen 🙈
Jetzt ist Gemütlichkeit angesagt. Dieses leise Zur Ruhe Kommen nach einem vollen Tag. Mit der Hoffnung, dass wir heute angekommen sind, zumindest für diese Nacht.
Bis morgen.Read more
Mehr braucht es nicht 🙏🏻
December 31, 2025 in Austria ⋅ 🌙 -7 °C
Ich wache heute mit einer dichten Nase auf. Kaum die Augen offen, meldet sich mein Körper, zuverlässig wie immer. Gestern hatte ich wieder Tomate. Eigentlich versuche ich gerade, darauf zu verzichten. Histamine und ich, wir führen seit einer Weile Gespräche, die ich mir sparen könnte. Schon kleinste Mengen und am nächsten Morgen ist die Nase dicht, dazu diese latenten Kopfschmerzen. Nervig.
Aber ich lasse mir davon heute nichts nehmen. Also greife ich ausnahmsweise zur Tablette, was ich sonst selten tue. Manchmal darf Pragmatismus gewinnen.
Als es hell wird, zeigt sich auch dieser Platz wieder von seiner schönsten Seite. Still. Weit. Klar. Wir wollen eigentlich einen langen Spaziergang mit den Jungs machen, merken aber schnell, viel geht hier nicht. Der Wald zieht steil bergauf und nach ein paar hundert Metern ist klar, dass wird heute nichts. Also entscheiden wir spontan um. Der Fluss von gestern, der Ort, an dem wir beinahe übernachtet hätten, ruft. Für einen Spaziergang ist er perfekt.
Ein kleines Müsli-Frühstück, alles zusammenpacken und los. Nach gut zwölf Minuten stehen wir wieder am Anfang des Flusses und parken diesmal etwas weiter vorne. Es ist kälter als gestern, trotz warmer Kleidung kriecht die Kühle langsam durch. Der Weg entlang des Flusses ist wunderschön. Keine Menschenseele. Nur das Wasser, das gleichmäßig fließt. Auf der anderen Seite Autos, weiter oben zieht die Bahn ihre Spur durch die Landschaft. Es sieht fast unwirklich aus, wie sich all diese Bewegungen kreuzen und wir laufen einfach mittendrin, ganz ruhig.
Nach einer guten Stunde kommen wir zurück ins Wohnmobil. Durchgekühlt, aber zufrieden. Es ist dieses gute Kältegefühl, das bleibt, wenn man draußen war.
Wenig später, nach etwa 25 Minuten Fahrt, erreichen wir Ischgl. Der Parkplatz ist voll, es ist viel los. Also Skisachen an und ab zur Gondel. Da es schon nach 11:30 Uhr ist, bekommen wir die Tageskarte günstiger. 69 Euro statt 79. Ein kleiner Bonus.
Die Gondel fährt lange nach oben. Sehr lange. Als wir oben ankommen, sind wir für einen Moment einfach still. Was für ein Skigebiet. Gigantisch. Obwohl so viele Menschen da sind, verteilt sich alles erstaunlich gut. Die Berge strecken sich in den Himmel, die Sonne liegt warm auf der Haut, während die Kälte an den Händen kribbelt, sobald man die Handschuhe auszieht. Beim Hochfahren hatte ich kurz –16 Grad gesehen. Ganz schön frisch.
Wir fahren gemütlich. Blaue und rote Pisten, alles ohne Eile. Nach einer Weile gibt es einen Germknödel und einen Kakao. Danach geht es sogar noch einmal bis ganz nach oben. Die Abfahrt von dort ist so angenehm, dass wir sie gleich mehrfach fahren. Oben kehren wir noch einmal im Panorama-Restaurant ein und teilen uns Pommes. Die besten, die wir seit Langem gegessen haben. Wirklich.😋
Zwischendurch schauen wir über die Kamera nach den Jungs, die die ganze Zeit geschlafen haben, unglaublich süß. Gegen 15:30 Uhr fahren wir wieder runter. Zurück am Camper ziehen wir normale Schuhe an und mein Gott, was für ein geiles Gefühl 🙈.
Wir laufen noch ein Stück durch die Meile. Der Apres-Ski hier ist erstaunlich gediegen, zumindest jetzt. Wir wollen noch eine Kleinigkeit essen und landen in der Champagnerhütte. Trüffelpizza teilen wir uns, dazu Jagatee. Eigentlich wollten wir beide einen aber am Ende trinke ich ein Viertel, Sven den Rest. Ich hatte ihn gewarnt, dass mir der zu stark ist. 😅
Dann geht es zurück in den Camper und wieder hoch auf den Holzverladeplatz von letzter Nacht. Wir sind ungestört und unser Weg morgen führt ohnehin hier vorbei. Also bleiben wir hier. Kein neues Suchen, kein Weiterziehen.
Jetzt sitzen wir gemütlich im Wohnmobil und ich bin einfach nur glücklich und dankbar. Besser hätte der letzte Tag des Jahres nicht sein können. Vielleicht schaffen wir es nicht bis Mitternacht. Vielleicht stellen wir uns einen Wecker fürs Feuerwerk, sofern man hier überhaupt etwas sieht. Und wenn nicht, ist das auch gut. Dieser Tag war Geschenk genug.
Als ich mich bei meinem Herzallerliebsten für diesen traumhaften Tag bedanke, sagt er wie immer lachend:
Happy wife, happy life.
Damit fährt er, wie ich finde, ganz hervorragend. 🥰
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Möge 2026 uns Freude 😃 , Erfolg 🍀und ganz viel Liebe 🫶🏼 schenken.
Mögen wir uns Zeit für Stille nehmen können, ohne dass sie uns zu laut oder zu langweilig wird.
Mögen wir mit den Menschen, die wir lieben, lachen, leben und Erinnerungen sammeln, die bleiben.
With love & light 🤍Read more
Unspektakulär und doch so schön
January 1 in Liechtenstein ⋅ ⛅ 4 °C
Der Tag heute ist eher unspektakulär. Aber genau das fühlt sich gut an.
Wir werden morgens vom latenten Jaulen von Charly geweckt, der sehr genau weiß, was er will: seine Kuscheleinheit. Nach dem Kuscheln wird er aber zuverlässig arrogant, dreht sich weg und schläft weiter. Na dann kann ich auch aufstehen.
Ich erledige am Morgen noch ein paar Business-Dinge, dann gehe ich duschen und wir fahren wieder zu dem Fluss. Ein vertrauter Weg inzwischen. Wir laufen mit den Jungs, diesmal nicht ganz so lange wie gestern, aber genau richtig. Die Luft ist klar, das Wasser fließt ruhig, alles wirkt geerdet und unaufgeregt.
Danach machen wir uns auf Richtung Liechtenstein. Für 16 Uhr sind wir verabredet, und wir liegen gut in der Zeit. Gegen 13:30 stehen wir auf einem Parkplatz, umgeben von einer weiten Wiese, nicht weit von unserem Ziel entfernt. Wir entscheiden uns, noch ein paar Kleinigkeiten aus dem Kühlschrank zu naschen und uns dann einfach ins Bett zu legen. Ich stelle mir einen Wecker auf 14:40, wir wollen noch einmal mit den Jungs gehen und haben danach noch etwa 30 Minuten Fahrt.
Sven wacht kurz vor dem Wecker auf. Als ich ihn schließlich ausschalte, ist mir allerdings noch gar nicht nach Aufstehen. Sven „stresst“ mich liebevoll, steht schon draußen und wartet. Als ich schließlich etwas müde und leicht bockig aus dem Auto steige, lacht er nur und sagt: Genau diesen Blick habe ich erwartet und allein dafür war es das wert.
Nach einem langen Spaziergang mit den Jungs machen wir uns schnell hübsch. Nicht, dass wir das nicht sowieso sind aber so, dass es auch andere ohne langes Hinschauen erkennen können. 😂
Nach etwa 30 Minuten werden wir von Donald empfangen und gehen hoch in die Wohnung. Der Ausblick ist atemberaubend. Weit. Offen und die Wohnung selbst wirkt, als wäre sie direkt einem Katalog entsprungen. Großartiges Interieur, so stimmig und durchdacht. Ich liebe sowas ja sehr.
Helke, eine Freundin von Sven, begrüßt uns herzlich inklusive eines Gläschens Champagner. Naja. Bei mir bleibt es nicht bei einem. Sven steigt irgendwann auf Kaffee um. Wir sitzen dort gute dreieinhalb Stunden, reden, lachen, lassen die Zeit einfach laufen.
Gegen 19:30 sitzen wir wieder im Auto und fahren weiter Richtung Düren, zu meiner besten Freundin. Wobei „beste Freundin“ eigentlich zu kurz greift für diesen wunderbaren Menschen. Sie liegt mir sehr, sehr am Herzen. Auch wenn das eigentlich eine ganz andere Richtung ist, fährt mein Liebster ohne Zögern los. Selbst als ich mehrmals anbiete, es abzusagen, weiß er genau, wie sehr ich mich freue und fährt. Dafür bin ich unglaublich dankbar. 🙏🏻
Wir werden heute nicht mehr durchfahren. Irgendwo unterwegs werden wir einen Platz für die Nacht finden.
Auch wenn wir erst den sechsten Tag unterwegs sind, fühlt es sich heute an, als wären es schon zwei Wochen. Wir sind angekommen im Unterwegssein. Dankbar, entspannt und einfach happy.Read more
Dann kam der Schnee
January 2 in Germany ⋅ ☁️ 0 °C
Der Tag heute war lange Zeit ähnlich unspektakulär. Ruhig, funktional, unterwegs.
Am Morgen steuern wir als Erstes eine Wassertankstelle an. Ein kleiner, aber entscheidender Luxus: wieder duschen, frühstücken, Wasser haben für all die kleinen Dinge, die man sonst als selbstverständlich hinnimmt. Erst danach fühlt sich alles wieder richtig an.
Gerade gestern Abend beim Zähneputzen ist uns nämlich das Wasser ausgegangen.
Dann geht es auf den Weg zu Lil und Dennis. Das Navi ändert ständig die Ankunftszeit, als könne es sich selbst nicht entscheiden. Regen, Sonne, wieder Regen, alles wechselt sich ab. Die Stimmung auf der Straße passt sich an: Die Menschen fahren hektisch, gestresst, teilweise ziemlich forsch. Jeder scheint irgendwohin zu müssen, möglichst schnell.
Irgendwie kommen wir trotzdem gut durch. Die letzten 30 bis 40 Minuten sind für mich wie so oft die anstrengendsten. Ich habe meine berühmten fünf Minuten, versuche halb unauffällig Videos zu drehen und gebe eine Gesangseinlage in absoluter Bestform. Sven merkt es natürlich sofort. Er spielt trotzdem mit, lässt mir meine Bühne und lacht. 🤣
Dann sind wir endlich da. Die Begrüßung ist herzlich wie immer und wir haben den Schnee mitgebracht. Plötzlich liegt alles weiß da, ruhig, fast märchenhaft. Dennis legt ein Filet in den Ofen, später werfen die Jungs es noch einmal auf den Grill, während Lil und ich drinnen Beilagen vorbereiten. Alles läuft ganz selbstverständlich ineinander.
Nach einem köstlichen, ausgiebigen Essen und ein paar Drinks zieht es uns nach draußen. Der Schnee ruft. Meine Patentochter, zehn Jahre alt und voller Energie, ist natürlich schneller als wir und bereitet schon mal Schneebälle vor.
Dann stehen wir da. Wie kleine Kinder. Auf der Terrasse, lachend, werfend, spielend. Schnee fliegt durch die Luft, wir treffen uns, verfehlen uns, lachen Tränen. Für einen Moment gibt es nichts anderes. Kein Alter, keine Rolle, kein Morgen. Nur dieses Sein. Frei, ungestellt, ganz beieinander.
Am Ende braucht jede Frisur mindestens zehn Zeugen, um zu bestätigen, dass sie mal existiert hat. Pandaaugen inklusive. Wir beenden unser kleines Schneespiel, setzen uns an den Kamin, lachen noch eine Weile, lassen den Abend ausklingen.
Später verabschieden wir uns ins Wohnmobil. Es steht direkt vor der Tür. Heute machen wir uns keine Gedanken darüber, ob wir weiterfahren müssen oder weggeschickt werden. Wir dürfen einfach ankommen.
Dankbar für all diese kleinen und besonderen Momente, in denen wir lachen, leben und das Kind in uns rauslassen dürfen, geht es jetzt ins Bett.
Ich bin wirklich ziemlich müde und Sven schon lange im Schlaraffenland 💤😴Read more
Ein Tag voller Schnee und lachen
January 3 in Germany ⋅ ☁️ -1 °C
Was für ein witziger Tag.
Schon am Morgen entscheiden wir, noch eine Nacht zu bleiben. Der Schneefall über Nacht wird das Heimfahren sicher nicht leichter machen, warum also hetzen. Dennis geht noch einmal einkaufen. Das Fleisch von gestern war so köstlich, dass er es einfach noch einmal für uns machen möchte. Manchmal sind es genau diese kleinen Wiederholungen, die sich besonders richtig anfühlen.
Lil und ich gehen mit Brownie spazieren, während Sven sich noch einmal hinlegt. Die Luft ist kalt, klar, frisch. Danach landen Lil und ich zusammen mit Kira auf der Couch. Wir liegen da, alle beisammen, ein bisschen Handyzeit, ein bisschen Nichtstun. Brownie dampelt die ganze Zeit neben mir her, sucht Nähe, sucht seinen Platz, bis er ihn findet und einfach einschläft. So klein. So ruhig. So süß, dass man fast automatisch leiser wird.
Als Dennis zurückkommt und Sven aus seinem Erholungsschlaf auftaucht, machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Zusammen mit den Nachbarsfreunden geht es auf ein Winterfest, ein paar hundert Meter weiter im nächsten Dorf. Kaum sind wir losgelaufen, beginnt es wieder zu schneien. Dicke Flocken, die alles bedecken, als hätte jemand die Welt noch einmal neu überzogen. Nach ein paar Drinks, Pommes und einer Waffel laufen wir wieder zurück.
Eigentlich hatten wir mit Kira geplant, nach dem Essen noch eine Schneeballschlacht zu machen. Aber es dauert nicht lange, bis es schon vorher losgeht.
Jeder wäscht jeden. Immer. Und jedes Mal, wenn Lil versucht, mich zu „retten“, bekommt sie die nächste Ladung zurück und umgekehrt genauso. Irgendwann sage ich ihr lachend, dass sie vielleicht doch ein schlechter Einfluss auf mich ist. 🤣🤣
Am Ende sind wir klitschnass. Schnee im Gesicht, in den Haaren, die Hose tropft noch, irgendwo steckt garantiert noch eine kalte Überraschung. Wir gehen rein, ziehen uns um und bereiten das Essen vor.
Nach dem Essen und ein paar Drinks meint Lil, wir müssten unbedingt noch einmal raus. Obwohl wir gerade wieder trocken und warm sind, sieht das Ende wenig überraschend genauso aus wie zuvor. Komplett durchnässte Kleidung. Zum Glück gibt es in dem Zimmer, in dem wir sitzen, einen Kamin. Das Aufwärmen geht schnell, das Lachen sowieso.
Irgendwann verschwinden die Nachbarn und wir gehen noch einmal den Hang hinunter rodeln. Sie wohnen hier ganz oben, drumherum ist es sonst grün und der Hang zieht sich wunderbar nach unten. Heute weiß bedeckt.
Wir rutschen, lachen, verlieren kurz die Kontrolle und genau darin liegt der Spaß. Es fühlt sich an wie früher. Als gäbe es kein Alter, kein Morgen, keine Verantwortung. Nur kalte Luft, rote Wangen und dieses laute, ehrliche Lachen.
Danach bin ich wirklich platt. Noch einen Moment am Kamin stehen, die Wärme genießen, das Knistern hören und dann ab ins Bett.
Es war ein wundervoller Tag. Einer von denen, an denen man vergisst, wer man sonst so ist, und sich erlaubt, einfach nur Kind zu sein. Albern. Frei. Laut. Nass. Glücklich. Tage, die nicht groß sein müssen, um lange nachzuwirken.
Der Schnee wird am Sonntag sicher noch liegen und wir werden definitiv losfahren müssen aber mal sehen, wie weit wir kommen.Read more
Home sweet home
January 4 in Germany ⋅ 🌙 -2 °C
Heute gibt es tatsächlich nicht viel zu erzählen.
Nach einem gemeinsamen Frühstück brechen wir gegen 13 Uhr auf. Die Fahrt zieht sich, ruhig und gleichmäßig, bis wir gegen 20 Uhr in einem wunderschön verschneiten Zuhause ankommen. Alles wirkt vertraut und gleichzeitig neu, wie nach einer guten Pause.
Innerhalb einer Stunde ist erstaunlich viel erledigt. Das Wohnmobil ist ausgepackt, die erste Waschmaschine läuft, gegessen haben wir zwischendurch auch schon. Jetzt sitzen wir einfach da, lassen den Abend ausklingen und spüren diese tiefe Zufriedenheit, die sich einstellt, wenn man genau zur richtigen Zeit zurückkommt.
Auch wenn wir „nur“ neun Tage unterwegs waren, fühlt es sich nach so viel mehr an. Diese Auszeit war ergiebig, nährend, erholsam auf eine stille, nachhaltige Art. Ich merke, wie viel Raum entstanden ist. Wie sehr ich mich jetzt auf den Start des Jahres freue.
Bleibt gesund, fröhlich und voller Liebe. 🫶🏼Read more






























































































































