Ein Tag voller Schnee und lachen
January 3 in Germany ⋅ ☁️ -1 °C
Was für ein witziger Tag.
Schon am Morgen entscheiden wir, noch eine Nacht zu bleiben. Der Schneefall über Nacht wird das Heimfahren sicher nicht leichter machen, warum also hetzen. Dennis geht noch einmal einkaufen. Das Fleisch von gestern war so köstlich, dass er es einfach noch einmal für uns machen möchte. Manchmal sind es genau diese kleinen Wiederholungen, die sich besonders richtig anfühlen.
Lil und ich gehen mit Brownie spazieren, während Sven sich noch einmal hinlegt. Die Luft ist kalt, klar, frisch. Danach landen Lil und ich zusammen mit Kira auf der Couch. Wir liegen da, alle beisammen, ein bisschen Handyzeit, ein bisschen Nichtstun. Brownie dampelt die ganze Zeit neben mir her, sucht Nähe, sucht seinen Platz, bis er ihn findet und einfach einschläft. So klein. So ruhig. So süß, dass man fast automatisch leiser wird.
Als Dennis zurückkommt und Sven aus seinem Erholungsschlaf auftaucht, machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Zusammen mit den Nachbarsfreunden geht es auf ein Winterfest, ein paar hundert Meter weiter im nächsten Dorf. Kaum sind wir losgelaufen, beginnt es wieder zu schneien. Dicke Flocken, die alles bedecken, als hätte jemand die Welt noch einmal neu überzogen. Nach ein paar Drinks, Pommes und einer Waffel laufen wir wieder zurück.
Eigentlich hatten wir mit Kira geplant, nach dem Essen noch eine Schneeballschlacht zu machen. Aber es dauert nicht lange, bis es schon vorher losgeht.
Jeder wäscht jeden. Immer. Und jedes Mal, wenn Lil versucht, mich zu „retten“, bekommt sie die nächste Ladung zurück und umgekehrt genauso. Irgendwann sage ich ihr lachend, dass sie vielleicht doch ein schlechter Einfluss auf mich ist. 🤣🤣
Am Ende sind wir klitschnass. Schnee im Gesicht, in den Haaren, die Hose tropft noch, irgendwo steckt garantiert noch eine kalte Überraschung. Wir gehen rein, ziehen uns um und bereiten das Essen vor.
Nach dem Essen und ein paar Drinks meint Lil, wir müssten unbedingt noch einmal raus. Obwohl wir gerade wieder trocken und warm sind, sieht das Ende wenig überraschend genauso aus wie zuvor. Komplett durchnässte Kleidung. Zum Glück gibt es in dem Zimmer, in dem wir sitzen, einen Kamin. Das Aufwärmen geht schnell, das Lachen sowieso.
Irgendwann verschwinden die Nachbarn und wir gehen noch einmal den Hang hinunter rodeln. Sie wohnen hier ganz oben, drumherum ist es sonst grün und der Hang zieht sich wunderbar nach unten. Heute weiß bedeckt.
Wir rutschen, lachen, verlieren kurz die Kontrolle und genau darin liegt der Spaß. Es fühlt sich an wie früher. Als gäbe es kein Alter, kein Morgen, keine Verantwortung. Nur kalte Luft, rote Wangen und dieses laute, ehrliche Lachen.
Danach bin ich wirklich platt. Noch einen Moment am Kamin stehen, die Wärme genießen, das Knistern hören und dann ab ins Bett.
Es war ein wundervoller Tag. Einer von denen, an denen man vergisst, wer man sonst so ist, und sich erlaubt, einfach nur Kind zu sein. Albern. Frei. Laut. Nass. Glücklich. Tage, die nicht groß sein müssen, um lange nachzuwirken.
Der Schnee wird am Sonntag sicher noch liegen und wir werden definitiv losfahren müssen aber mal sehen, wie weit wir kommen.Read more













