Dann kam der Schnee
January 2 in Germany ⋅ ☁️ 0 °C
Der Tag heute war lange Zeit ähnlich unspektakulär. Ruhig, funktional, unterwegs.
Am Morgen steuern wir als Erstes eine Wassertankstelle an. Ein kleiner, aber entscheidender Luxus: wieder duschen, frühstücken, Wasser haben für all die kleinen Dinge, die man sonst als selbstverständlich hinnimmt. Erst danach fühlt sich alles wieder richtig an.
Gerade gestern Abend beim Zähneputzen ist uns nämlich das Wasser ausgegangen.
Dann geht es auf den Weg zu Lil und Dennis. Das Navi ändert ständig die Ankunftszeit, als könne es sich selbst nicht entscheiden. Regen, Sonne, wieder Regen, alles wechselt sich ab. Die Stimmung auf der Straße passt sich an: Die Menschen fahren hektisch, gestresst, teilweise ziemlich forsch. Jeder scheint irgendwohin zu müssen, möglichst schnell.
Irgendwie kommen wir trotzdem gut durch. Die letzten 30 bis 40 Minuten sind für mich wie so oft die anstrengendsten. Ich habe meine berühmten fünf Minuten, versuche halb unauffällig Videos zu drehen und gebe eine Gesangseinlage in absoluter Bestform. Sven merkt es natürlich sofort. Er spielt trotzdem mit, lässt mir meine Bühne und lacht. 🤣
Dann sind wir endlich da. Die Begrüßung ist herzlich wie immer und wir haben den Schnee mitgebracht. Plötzlich liegt alles weiß da, ruhig, fast märchenhaft. Dennis legt ein Filet in den Ofen, später werfen die Jungs es noch einmal auf den Grill, während Lil und ich drinnen Beilagen vorbereiten. Alles läuft ganz selbstverständlich ineinander.
Nach einem köstlichen, ausgiebigen Essen und ein paar Drinks zieht es uns nach draußen. Der Schnee ruft. Meine Patentochter, zehn Jahre alt und voller Energie, ist natürlich schneller als wir und bereitet schon mal Schneebälle vor.
Dann stehen wir da. Wie kleine Kinder. Auf der Terrasse, lachend, werfend, spielend. Schnee fliegt durch die Luft, wir treffen uns, verfehlen uns, lachen Tränen. Für einen Moment gibt es nichts anderes. Kein Alter, keine Rolle, kein Morgen. Nur dieses Sein. Frei, ungestellt, ganz beieinander.
Am Ende braucht jede Frisur mindestens zehn Zeugen, um zu bestätigen, dass sie mal existiert hat. Pandaaugen inklusive. Wir beenden unser kleines Schneespiel, setzen uns an den Kamin, lachen noch eine Weile, lassen den Abend ausklingen.
Später verabschieden wir uns ins Wohnmobil. Es steht direkt vor der Tür. Heute machen wir uns keine Gedanken darüber, ob wir weiterfahren müssen oder weggeschickt werden. Wir dürfen einfach ankommen.
Dankbar für all diese kleinen und besonderen Momente, in denen wir lachen, leben und das Kind in uns rauslassen dürfen, geht es jetzt ins Bett.
Ich bin wirklich ziemlich müde und Sven schon lange im Schlaraffenland 💤😴Read more








