• Hoch in den Nebel

    November 29, 2025 in Colombia ⋅ 🌧 16 °C

    Wir stehen früh auf und ich laufe durch das Dorf, um Kaffee zu holen. Dabei werde ich interessiert beobachtet - Touristen gibt es hier eher selten. Noch scheint die Sonne und wir fahren bald los. Allerdings fahren wir schon nach kurzer Zeit in die Wolken hinein. Wir frühstücken unterwegs an einem Kiosk mit sehr netten älteren Leuten und fahren dann wieder bergab bis auf 200 m ü. M., wo eine kleine Talebene mit einer wunderschönen Baum-verwunschenen Strasse liegt. Am Ende davon liegen die Reste von Armero, wo wir aussteigen und die Geisterstadt besichtigen - oder das, was von ihr übrig ist, nachdem hier 1985 rund 30.000 Menschen durch eine Schlammlawine des Vulkans ums Leben kamen. Unfassbar das Ausmass dieser Katastrophe.
    Anschliessend geht es wieder bergauf Richtung Murillo. Leider sind wir bald wieder in den Wolken und kehren in dem Örtchen zum Mittag ein. Vor uns liegt die schönste Strasse Kolumbiens, aber bei Wolken sieht man natürlich nichts und eigentlich sind wir schon genug gefahren. Schöne Unterkünfte gibt es in Murillo aber auch nicht. Wir entscheiden uns aber trotzdem zum Bleiben und lassen uns vom Café-Besitzer sein „Hostal“ zeigen. Es ist noch einfacher als die Nacht vorher - eigentlich eher ein Stall als ein Haus. Vier Betten in einem Holzverschlag ohne Fenster. Heizung natürlich auch keine, das auf 3000m Höhe. Aber gut, wir sind ja nicht aus Zucker und die Kids sind begeistert… wir schlendern noch etwas durch den Ort und sind dabei wieder weit und breit die einzigen Europäer. Früh geht’s in unseren Bretterverschlag, wo wir bei Kerzenschein und mit Heizlüfter noch Monopoly spielen und dann schlafen gehen.
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