• Hünfeld nach Fulda

    April 20 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Und es geschah am dritten Tage meiner Wanderung, dass ich auszog von Hünfeld gen Fulda.

    Der Weg war sanft und wohlgefällig, und die Hügel der Rhön lagen friedlich unter dem Himmel. So setzte ich Schritt um Schritt – ihrer waren 32.049 – und durchmaß beinahe fünfundzwanzig Kilometer, ohne große Mühsal.

    Und als ich zurückblickte auf Hünfeld, gedachte ich der gastlichen Herberge, in welcher die Wanderer nicht vereinzelt speisten, sondern gemeinsam an einem Tische saßen. Dort wurden Geschichten ausgetauscht, Erfahrungen geteilt und manche Wegweisheit gewonnen, wie es unter Pilgern seit alters her Brauch ist.

    Auch kam ich zum Hause des großen Rechenmeisters Konrad Zuse. Doch die Tore des Museums waren verschlossen, denn es war der erste Tag der Woche nach menschlicher Ordnung, an welchem die Hüter der Museen ruhen. So nahm ich lediglich ein Bild zum Andenken mit. Und man sprach zu mir: „Auch Goethe weilte einst hier.“ Da lächelte ich und dachte bei mir: Wahrlich, jener Mann war fast überall gewesen.

    So erreichte ich schließlich Fulda, und dort endete für mich dieser Abschnitt des Jakobsweges. Der Pfad war freundlich zu Wanderern und ebenso zu denen, die auf zwei Rädern reisen, denn die meisten Wege waren fest und eben bereitet.

    Und siehe, der Weg war gut.
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