• Belial
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Jakobsweg Eisenach - Fulda

Eisenach → Vacha: ca. 54 km
Vacha → Hünfeld: ca. 55 km
Hünfeld → Fulda: ca. 25 km
👉 Gesamt: ca. 135 km
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  • Trip start
    April 17, 2026

    Von Heusenstamm nach Eisenach

    April 17 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Nein, nicht zu Fuss, es dauert länger, ich fahre mit der Bahn (Sorry DB, das müsste jetzt mal sein).

    Damit ich morgen in Eisenach los laufen kann, muss ich erstmal hinkommen.

    Die meisten kennen Eisenach wegen der nahen Wartburg. Es war im Mittelalter Residenzstadt der Landgrafen von Thüringen und später der Herzöge von Sachsen-Eisenach.

    Eisenach ist auch Lutherstadt – Martin Luthers Mutter stammte aus Eisenach, und Luther ging hier ab 1498 zur Schule. 1685 wurde Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren, dessen Vater hier Stadtpfeifer war (lassen wir mal so stehen).

    1896 wurde die Fahrzeugfabrik Eisenach gegründet, in der zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik der Wartburg gebaut wurde. Opel führt den Automobilbau seit 1990 fort.

    Wow, zuviel Details? Keine Sorge, die nächsten Tage rede ich und wieder mehr über
    - Wälder, Bäume und Bäume in Wäldern
    - Fussschmerzen und Ibuprofen

    Der Weg nach Eisenach startet aus dem schönen Rembrücken, führt mit der (pünktlichen!) S-Bahn und dem nicht pünktlichen ICE bis ins B&B Hotel nach Eisenach.
    Dort gönne ich mir dann eine Pilgerplatte mit Ei, Käse und 🍞.

    Ausgestattet mit einer neuen Mütze (mit Muschel Motiv) und neuen Ibuprofen kann nun kommen was will.
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  • Eisenach nach Vacha

    April 18 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C

    Heute: 66.059 Schritte und 54 km. Warum so viele? Sag ich gleich, erstmal eine kurze Anekdote und etwas zum Lernen.

    Als ich am Samstag 07:28 in den Frühstücksraum des B&B Hotels Eisenach kam, würde ich mit einem freundlichen "Iss' schon halb acht?" begrüsst.
    Anfänglich war ich verwundert. Hat sich die Erfindung des Zeitchronographen nicht bis nach Thüringen durchgesprochen? War natürlich Unsinn, dachte ich dann, wahrscheinlich konnte sich die vitale Frühstückskraft keine Uhr leisten. Auch das war nicht korrekt. Nach einer Weile fand ich heraus, das dies ein lokaler Morgengruß ist. Also grüßte ich die verblüffte Dame ebenfalls mit einem fröhlichen "Iss' schon halb acht!" worauf sie unter Rührungstränen den Raum verließ.

    Danach ging es in den Aufstieg zur Wartburg. Leider habe ich mich dort verlaufen, weil ich nach dem steilen Weg noch eine Runde um die Burg drehen wollte. Es ist ein wenig Ironie, dass ich mich auf dem "Tugendpfad" verlaufen habe (der heißt wirklich so, Beweisbild ist angehängt).
    Durch das verlaufen bin ich ein paar KM mehr gelaufen und musste ein paar Berge hochklettern und ein paar herunterrutschen.

    Eine sehr schöne Strecke, die gleichzeitig der "Lutherpfad", der "ökumenische Pilgerpfad", "Rennsteig" und "Jakobsweg" heißt. Ich habe kurz überlegt, dass ich die 54km also quasi viermal gelaufen bin - nicht schlecht für einen Tag.

    Warum heißt der Weg Rennsteig? Laut Wikipedia bedeutet der Begriff eine rechtselbische Strasse. Also quasi die konservative Gruppe unter den Elben, was wiederum eine Variante der Elfen sind. Tja, das wusste ich nicht. Nach meiner Meinung geht das Wort auf den altgriechischen Begriff "Rejnstgae" zurück, was so viel wie "Weg, der dauernd hoch und runter geht" bedeutet.

    Außerdem ist er der älteste und mit etwa 100.000 Wanderern jährlich der meist gegangene Weitwanderweg Deutschlands.

    Danach gab es eine mehrfachen Wiederholung von Baum, Baum, Busch - und wieder von vorn.

    In Vacha bin ich nun im besten Hotel der Stadt, sie haben sogar Strom, leider kein Internet und nur einen Fernsehsender. Es ist Sat1 Gold, der durchgehend "Mord ist ihr Hobby" zeigt.

    Morgen geht es weiter bis Hünfeld...
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  • Vacha zu Papperts - Weltuntergang

    April 19 in Germany ⋅ 🌧 9 °C

    Bis jetzt 1491 Schritte.

    Der Abschied aus dem Gasthof Oechsetal gestaltet sich schmerzfrei und ruhig. Hier schlafen noch alle.

    Bei 96% Regenwahrscheinlichkeit geht es in die Bäckerei Papperts. Sehr nett dort, allerdings musste ich der freundlichen Bedienung das Konzept von vegetarischen Frühstück erklären. "Auch keine Wurst?", musste ich dann auch verneinen.

    So ging sie von dannen, erleuchtet und erfreut, mir drei Ei-brötchen machen zu dürfen. Die Menschenschlange hinter mir hat es auch sehr gut verstanden.

    Nach dem Genuss des Remouladen-Ei Brötchens goss es in Strömen - gleichzeitig gab es eine offizielle Gewittermeldung.
    Perfektes Wanderwetter für harte Jungs - ich bleibe also noch für einen weiteren Kaffee sitzen.

    Nach diesem Kaffee beginnt das Gewitter. Wanderungen durch Wälder bei Gewitter sind nur von der Chuck Norris Foundation stark empfohlen.

    Ich muss mich mit etwas Klugsch... ablenken:

    Vacha – klein, aber voller Geschichte. Über die alte Werrabrücke gelaufen, einst Grenze, heute Freiheit. Viel Fachwerk, Werra, Rhönblick inklusive, denn hier beginnt die Rhön und das Einflussgebiet des gemeinen Rhönschafs.

    Beim Überqueren der Werrabrücke wird man zur Überlieferung zur „heiligen Sylvia von Vacha aus dem Walde“ informiert. Die Legende verortet ihre Herkunft im Grenzraum der Rhön bei Vacha. Früheste Quellen datieren ihre Wirksamkeit in das 14. Jahrhundert, im Umfeld der Handels- und Pilgerbewegungen.

    Gleichzeitig geht hier der ökumenische Pilgerweg in den klassischen Jakobsweg (Via Regia) über, der alten römischen Handelsstrasse.
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  • Von Papperts nach Hünfeld

    April 19 in Germany ⋅ 🌧 8 °C

    Schritte: 67.703 und 55,4 km

    Um 08:31 habe ich mich dann trotz Starkregen und ständigen Blitzen, Erdbeben und dem Magengrummeln aufgrund zu viel Kaffee und Remouladen-Ei Brötchen auf den Weg gemacht.

    Der Weg führte mich in die Rhön. Zu den Highlights gehörte Point Alpha in der Nähe von Geisa. Daneben gab es noch die Wunschglocke, die jedem einen Wunsch erfüllt, wenn man sie schlägt. Ich habe dreimal dagegen gedöngelt. Wer noch nie von den vierzehn Nothelfern gehört hat, der kann sich die schräge Geschichte auf dem angehängten Bild ansehen.

    Ebenso war ich in Bremen, es handelt sich dabei jedoch um ein 300 Seelen Örtchen in der Rhön. Einen Fußball Club haben sie aber auch.

    Um 19:15 bin ich dann in Hünfeld eingetroffen. Hünfeld ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda. Sie trägt seit dem 11. Juli 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Konrad-Zuse-Stadt, nach dem Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers, dessen Wahlheimat Hünfeld war.
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  • Hünfeld nach Fulda

    April 20 in Germany ⋅ ☁️ 5 °C

    Schritte: 32049 und ca. 25 km

    Ein eher entspannter Spaziergang führte mich heute durch die Röhn nach Fulda.
    Hier endet der erneute Jakobsweg für mich.

    In Hünfeld erinnere ich mich an die nette Pension, in der alle Gäste zusammen an einem Tisch sitzen. So ergaben sich interessante Gespräche mit anderen Wanderern.

    Von Konrad Zuse Museum habe ich nur ein Bild, da Montags alle Museen geschlossen haben. Auch Goethe war in Hünfeld, aber der war ja schließlich überall.

    Ein empfehlenswerter Weg auch für Radfahrer, es gab überwiegend befestigte Wege.
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  • Fulda nach Heusenstamm

    April 20 in Germany ⋅ ☁️ 10 °C

    Die Zivilisation und die Deutsche Bahn haben mich wieder. Der ICE von Fulda nach Frankfurt fährt pünktlich auf die Minute ab. Das kann doch nicht sein!?!

    Okay, was ist in den drei Tage geschehen, in denen ich mich auf Schusters Rappen durch Thüringen bis nach Hessen bewegt habe? Eine Anomalie in der Tachyonen Verschränkung? Eine System Apokalypse und ich habe den Skill Schaffner erhalten?

    Ich hab's, die Aliens haben die Welt erobert und jetzt fahren alle Züge pünktlich. Na, könnte schlimmer kommen.
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    Trip end
    April 20, 2026