• Regenschirme klauen und scharfes Essen

    Yesterday in Japan ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute ein Blick in die japanische Seele. Warum sind Regenschirme klauen und scharfes Essen hier gute Beispiele?

    Japaner essen nicht scharf, die einzige Ausnahme finden sich in Ramen Restaurants. Hier entwickeln sich geradezu höllische Challenges. Gestern haben wir in Takayama Ramen gegessen. Ich esse gerne sehr scharf und habe mir ein Gericht mit der Stufe 3 (von 10 möglichen) bestellt. Es hat mich irritiert, daß ich mehrfach bestätigen musste, dass ich wirklich "drei" wölle und dann auch meinen untadeligen Gesundheitszustand schriftlich bestätigen musste. Der Ramen war an der Grenze zu essbar (und ich esse wirklich gerne sehr scharf).
    Beim Abschied durch den Koch, der sich danach von meinem Überleben überzeugen wollte, habe ich mir kurz überlegt, wie wohl die "zehn" schmeckt.

    Klauen ist in Japan verpönt. Lass mal deinen Geldbeutel irgendwo liegen und du siehst, dass verlorene Gegenstände sehr häufig ihren Weg ins Kōban, die kleinen Polizeistationen, finden.

    Die einzige Ausnahme sind Regenschirme. Dies scheint ein interessanter Sport zu sein, sich neue Regenschirme zu beschaffen, bzw. Den eigenen alten Schirm zu tauschen. Schirme werden grundsätzlich immer außerhalb von Gebäuden abgestellt. Die Wahrscheinlichkeit, den eigenen wiederzufinden ist gering.

    Einen 500-Yen-Plastikschirm vor dem Laden stehen lassen? Möge das Glück mit dir sein. 😄

    Zwei Dinge sollte man in Japan niemals unterschätzen: die Schärfe einer Ramen-Skala und die Halbwertszeit eines unbeaufsichtigten Regenschirms.
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