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  • Day71

    Huayna Potosi

    April 20, 2018 in Bolivia ⋅ ☀️ 11 °C

    Junge junge. Was sind Grenzen? Als Mensch der daran glaubt das Grenzen nur im Kopf bestehen musst mal wieder getestet werden wie weit man gehen kann. 6088 Meter im Umland von La Paz besteigen. Gar kein Problem, man muss nur an sich glauben. Fix Ausrüstung geliehen und ein Guide angeheuert und los geht es für drei Tage ins Hochgebirge.

    Der erste Tag war super entspannt. Es wurde auf einem Gletscher mit Steigeisen trainiert und zum Abschluss Eisklettern probiert. Ansich geht es vor allem um die Aklimatisation an die Höhe.

    Zweiter Tag: Entspannt mit der Ausrüstung in gemütlichen 2 1/2 Stunden Richtung Basecamp laufen. Hierbei wird zum ersten mal Schwindelfreiheit erforderlich. Was manche Kletterpassagen mit 20 kg Gepäck gar nicht so einfach machen. Es gibt früh Abendessen um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang erleben zu können. Problem ist nur an Schlaf ist nicht zu denken auf über 5000 Meter. Das Herz pumpt auf einem ungesund hohem Ruhepuls und die Lunge beginnt sich bemerkbar zu machen.

    Dritter Tag: Es geht los um 1 Uhr in der Nacht. Es ist überraschend Warm wenn auch die Ausrüstung die Körpertemperatur hochtreibt. In Seilschaften zu drei Leuten, immer 2 Touris mit einem Guide geht es langsam den Berg hoch. Das Gredo lautet langsam langsam. Einfach irgend wie den Berg hoch. Es ist für jeden Anstrengend. Probleme kommen erstmals bei 5600 Meter auf als eine Lawine neben uns den Berg abgeht. Unglaubliche Kulisse mit den Sternenhimmel über uns. In der Ferne sind die Lichter von El Alto zu sehen. ( Oberstadt von La Paz) Nach einem doch recht anstrengenden Kletterpart kommt auch noch Wind auf und es wird schnell sehr kalt. Pausen bringen praktisch keinerlei Regeneration mehr mit sich aber was will man machen. Gedanken ans Aufgeben werden verdrängt. Die ersten Umkehrer kommen uns entgegen. Nach 5800 Metern brennt die Lunge nur noch. Muskeln werden kaum beansprucht man kriecht förmlich den Berg hoch. Das Herz schlägt bis zum Hals und die Füße spürt man kaum noch. Aufgeben heißt die ganze Truppe muss wieder runter. Es wird nur noch von Schritt zu Schritt gedacht. Der Gipfel immernoch in weiter ferne. Für die letzten 100 Höhenmeter vor der eigentlichen Kletterei sind gefühlt Tage nötig. Die Zeit dehnt sich ins Unendliche. Die letzten Meter gehen direkt auf dem Kamm des Berges lang. Mal wieder super Training gegen Höhenangst doch dann ist es geschaft. Pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir auf dem Gipfel und genießen den Ausblick vom kleinen Dach der Welt. Für die Einheimischen sind die Berge Götter! Für uns ist es wohl einer der schönsten Ausblicke aller Zeiten.
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