• Diaphori, Limnos

    7. juli, Grækenland ⋅ ☀️ 29 °C

    Nachdem wir wieder mal unsere Vorräte aufgefüllt hatten segelten wir mit raumen Wind ganz entspannt in die Diaphori Bucht.
    Vor uns segelten Ute und Frank auf deren "Shiratori". Die Beiden kannten unser Boot vom Vorjahr. Da sind wir offenbar in Agios Marina auf Ägina mit unserem ausgefallenen Schiffsnamen im Gedächtnis geblieben und Ute hat uns jetzt darauf angesprochen.
    Die Bucht schneidet tief in die Insel ein und bietet fast perfekten Rundumschutz, erstklassigen Ankergrund, Platz ohne Ende und faktisch unendliche Ruhe. Kein Motorrad, keine Strandbar, keine lauten oder gefährlichen Wasseraktivitäten, kaum Besucher. Drei weiter Segelboote ankerten weit verstreut. Zwei angeblich gute Tavernen am Strand, wir hatten sie nicht besucht. Die Nächte ohne ernstzunehmender Lichtverschmutzung machten Sternderlschauen zum Vergnügen.
    Einzig die Einflugschneise des Flughafens, aber die fünf Flieger am Tag merkt man kaum.
    Dort mündet direkt vor unserem Ankerplatz ein kleines Flüsschen in die Bucht, und das musste ich mit dem Dinghi unbedingt erkunden!
    Ab der üblichen seichten Mündungsbarriere klappte ich den Motor auf und bewegte mich nur mehr mit Paddel weiter.
    Fische sprangen, Enten quakten, Krähen schimpften von den Bäumen, Graureiher, Rallen, Schwalben im Tiefflug und immer wieder Wellen von den Rückenflossen größerer Fische. Ein toter Baum versperrte fast die Durchfahrt, unter einem riesen Maulbeerbaum stoppte ich und delekierte mich an den Früchten. Immer weiter ruderte ich, die Ufer rückten näher und die Paddel streiften am Grund. Dann war das "schiffbare" Ende erreicht. Eine große Brombeerhecke überspannte den Bach. Von dort ließ ich mich vom leisen Windhauch wieder flussabwärts treiben.
    Ein netter, kleiner Ausflug!
    Und das verwunderlichste: in der ganzen Bucht keine einzige Gelse (Schnake, Mücke, Moskito...)!
    Ich habe noch nie so herrlich und unbelästigt im Cockpit schlafen können!
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