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Durch die Ägäis und den Dodekanes

Mit Thessaloniki haben wir unseren nördlichsten Punkt erreicht, falls wir es nicht doch nach Thasos schaffen...
Wir werden in den nächsten Wochen mit der "Ostbahn" möglichst viele Inseln der Ägäis und des Dodekanes besuchen!
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    Μεσαγρός

    Tinos Stadt

    October 16 in Greece 🌬 18 °C

    Unsere Fahrt über die Insel neigte sich dem Ende zu und explodierte in einem sagenhaften Sonnenuntergang. Abendrot tut Wetter Not! Und so erwarteten wir ab dem nächsten Tag Schlechtwetter. Es war schon länger prognostiziert und deswegen hatten wir ja Tinos zum Abwettern ausgewählt.
    In der Nacht schon drehte der Wind auf Süd und wurde stark, die Wellen liefen über den Wellenbrecher und verursachten im Hafen ziemlich schweren Schwell. Die Boote an der Mole tanzten grauenhaft aber das hatten wir erwartet und da mussten wir durch! Auf unseren 30kg Anker war wieder mal Verlass und mit langen Achterleinen legten wir uns fünf Meter weg von der Mole. So wurde es dann erträglich und so konnten wir auch halbwegs schlafen. Am nächsten Morgen drehte der Wind endlich auf Nord und nahm auf Sturmstärke mit Böen um die 100km/h zu! Der Schwell beruhigte sich und wir konnten den Sturm gut und ruhig aussitzen.
    36 Stunden lang fuhren keine Fähren, der Flugverkehr zu und von den Inseln war genau so unterbrochen, Schulen und Ämter geschlossen, Buslinien verkehrten nur eingeschränkt.
    Sogar viele der ganz großen Frachter und Tanker unterbrachen ihre Fahrt und versteckten sich in geschützten Buchten oder hinter Inseln.
    Auf vielen Inseln regnete es in Strömen, Autos wurden ins Meer gespült und leider waren auch Verletzte und Tote zu beklagen. Zwischen Kos und dem türkischen Festland zog eine gewaltige Windhose.
    Hier bei uns auf Tinos hielt sich der Regen zwar auch stundenlang, aber in Grenzen!
    So konnten wir recht bald das Städtchen erkunden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tinos
    Tinos rühmt sich neben dem Marmor auch eine griechisch-orthodoxe Pilgerhochburg zu sein. Auf der Insel gibt es angeblich über 800 Klöster, Kirchen und Kapellen, und wir haben wirklich viele dort gesehen!
    In der Hauptstadt findet man neben mindestens sechs anderen Kirchen am Hügel über der Stadt die "Kirche der heiligen Jungfrau Evangelistria", die wichtigste Marienwallfahrtskirche Griechenlands und wird als das Lourdes der Ägäis bezeichnet.
    Zu den Marienfeiertagen strömen 10.000de in die Stadt und kriechen auf allen Vieren über die dauerhaft ausgelegten Teppichen vom Hafen den Hügel hinauf um Buße zu tun. Meist haben sie auch noch etliche oft mannsgroße Kerzen auf den Rücken geschnallt, die dann in der Kirche entzündet werden.
    Wir wurden Zeuge einer einsamen Pilgerin am Teppich der Stufen zur Kirche. Wir wussten echt nicht wie wir uns verhalten sollten, so ambivalent war die Szenerie!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Unsere_Liebe_Frau…
    https://www.panagiatinou.gr/ger/
    Neben der Religion ist die Verehrung der Katzen in Griechenland allgegenwärtig. Teilweise artet es echt zur Landplage aus. Mittlerweile hat man das Problem zumindest halbwegs erkannt, denn die Katzen jagen alles, egal ob Vogel oder Eidechse, ob Schmetterling oder Grashüpfer. Nichts ist vor den Viechern sicher! So werden zwar mittlerweile auf vielen Inseln die Katzen sterilisiert (erkennt man an der abgeschnittenen Ohrspitze) oder nur im Winter gefüttert. Nicht so in Tinos. Dort gibt es richtige Katzenstädte mit dutzenden wetterfesten Häuschen! Mit tonnenweise Futter an jeder Ecke und in jeder Nische. Die Ratten freut es und es wäre höchst an der Zeit dass die Menschen auch aufhören, die "Tierliebe" zu übertreiben, im eigenen Interesse.
    Ansonsten ist Tinos ein pulsierendes Kykladenstädtchen, Restaurants und Kafeneion ohne Ende, abgesehen vom religiösen Ramsch der einen auf Schritt und Tritt verfolgt findet man sonst alles was man zum Leben braucht, mit Ausnahme von Gas zum Kochen! Daran sind wir kläglich gescheitert. Große Flaschen gab es zu Hauf, aber die 3kg Flaschen, die wir ab Bord haben gab es nicht.
    Die Eichen der Insel haben auch ganz andere Früchte als die Bäume in unseren Breiten, fast schon kuschelig sehen die aus.
    Die Ausflüge, das Schlechtwetter und der Sturm hielten uns doch insgesamt neun Tage auf Tinos, wir haben es nicht bereut, und es war ein schöner Aufenthalt! Wir kommen jederzeit gerne wieder...
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  • Insel Tinos

    October 11 in Greece ⛅ 23 °C

    Windstill und spiegelglatte See, soweit das Auge reicht... Man kann es kaum glauben dass in zwei Tagen ein schwerer Herbststurm ganz Griechenland mit Temperatursturz, Sturm, unglaublichen Regenmengen, Verwüstungen und Tornados heimsuchen wird.
    Um diese Unwetter bestehen zu können hatten wir uns den Haupthafen von Tinos ausgesucht. Und damit wir dort sicher einen Liegeplatz bekommen sind wir rechtzeitig dort eingetroffen.
    Bevor der Wahnsinn aber los ging hatten wir noch einen Tag, und den nutzten wir um mit dem Auto die Sehenswürdigkeiten der Insel zu bereisen.
    Unsere erste Station war das kleine Dörfchen Volax. Der Ort ist für seinе ungewöhnlichе Landschаft bekаnnt – riesige Fеlsen sind rund um das Dоrf und auf dem Рlateаu auf dem еs liegt, verstrеut. Einigе dieser Fеlsen sehеn aus wie riеsige Steinkugeln, die јemand еinfach wеggeworfеn hat, andеre habеn interessаnte Formеn. Man kann diesе Steine ​​sоgar im Dorf sеlbst sehen, wо sie als Тeile vоn Gebäuden vеrwendet wеrden.
    Abgеsehen vоn den Felsеn ist Vοlaх ein malеrischer Оrt mit traditionеllen kуkladisсhen Häusеrn, Gassen mit Вlumen und Bäumеn. In einigеn Werkstättеn werden diе Werkе lοkаler Hаndwerkеr ausgestеllt, es gibt ein Heimatmuseum sowie Cаfés und Tаvernen. Auch die Gedichte, welche seit Jahrzehnten die Wände, Fensterläden und Türen des Ortes schmücken, machen den Reiz des Ortes aus.
    https://www.feelgreece.com/de/volax-tinos
    Weiters ist Tinos dafür bekannt, dass über der gesamten Insel hunderte große und kleine reich verzierte und architektonisch interessante Taubenschläge stehen.
    Die Taubenschläge von Tinos wurden hauptsächlich im 18. und 19. Jahrhundert erbaut, als die Taubenzucht von großer wirtschaftlicher Bedeutung war: Die Vögel lieferten Fleisch, Dünger und Federn für Bettzeug und Kleidung. Gleichzeitig wurden sie zu einem Symbol für gesellschaftlichen Status und ästhetischer Fantasie. Die einheimischen Handwerker verwendeten lokalen Schiefer, Marmor und Kalk und schufen Fassaden mit kunstvollen Reliefs, geometrischen Mustern, Sonnen, Monden und Tauben. Viele sind mit Kreuzen und Pflanzenmotiven verziert, wodurch der christliche Glaube mit der bäuerlichen Tradition verbunden wird.
    https://www.graktuell.gr/die-taubenschlaege-der…
    Weiter ging unsere Reise nach Panormos am Nordende von Tinos.
    Dieser Ort war jahrhundertelang einer der wichtigsten Häfen um Marmor, der großflächig auf der Insel abgebaut wird, zu verschiffen. Mittlerweile hat sich Panormos gewandelt und der Tourismus ist das Haupteinkommen. Aber alles im Rahmen und überschaubar. Sanfter Tourismus sozusagen...
    Wir machten Station in einer der familiären Hafentavernen und genossen dort eine ordentliche Portion Gavros - das sind die kleinen frittierten Fischerl - einen Choriatiki (Bauernsalat mit Feta) sowie je ein Bier.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Panormos_(Kykladen)
    Die mehr oder weniger letzte Station unserer Reise war Pyrgos, das griechische Epizentrum der Marmorkunst. Der Ort ist ein einziges Freilichtmuseum, auf Schritt und Tritt findet man monumentale Brunnen, Statuen, Fensterrahmen, Türsturze, Oberlichten und was man sonst noch so aus Marmor gestalten kann. Pyrgos beherbergt eine Kunstakademie, und jedes Jahr werden die drei besten Steinmetze ohne Aufnahmeprüfung an der Universität zu Athen zum weiteren Studium aufgenommen. Der Ort ist Heimat dutzender Steinmetzmeister, die in aller Welt ihre Kunstwerke fertigten.
    Nach den Spaziergang durch den Ort sind wir natürlich in das örtliche Marmormuseum, in dem alles, und zwar wirklich alles, was mit Abbau, Transport, Verarbeitung und Kunst Marmor betreffend von der Antike bis zur Neuzeit hervorragend präsentiert wird.
    https://www.visitgreece.gr/de/experiences/cultu…
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  • Delos

    October 10 in Greece ☀️ 22 °C

    Nach einem kräftigen Frühstück verlegten wir in den Kanal zwischen Rinia und Delos und bereiteten das Dinghi vor, weil man in Delos nicht anlegen darf und auch das Ankern im Umkreis von 500 Meter grundsätzlich verboten ist. Ein paar andere Segler missachteten das zwar, aber wir wollten keine Verwarnung oder Strafe ausfassen.
    Zum Glück war es immer noch windstill und das blieb es auch noch einen weiteren Tag.
    Also setzten wir die paar hundert Meter mit dem Beiboot über und freuten uns schon auf diese unglaubliche Ausgrabungsstätte! Dank meines Invalidenpasses hatten wir sogar Beide freien Eintritt!

    Delos – Der Geburtsort der göttlichen Zwillinge Apollo, dem Gott des Lichts und Artemis, der Göttin der Jagd.
    Das unbewohnte Delos ist eine berühmte archäologische Stätte, ein antiker Ort der Verehrung für die Götter der Musik, des Gesangs und der Poesie.
    Die winzig kleine Insel inmitten der Ägäis ist seit dem 3. Jahrtausend besiedelt, aber erst im 1. Jahrtausend begann hier eine panhellenische Kultstätte zu entstehen.
    Ich möchte hier keine Abschrift der diversen verfügbaren Beschreibungen liefern. Wenn es dich interessiert dann kannst du hier die wichtigsten Zusammenfassungen lesen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Delos
    https://www.visitgreece.gr/de/islands/cyclades/…
    https://www.griechenland.de/delos/

    Wir Beide waren als Liebhaber alter Steine total geflasht von dieser Stätte, von der Pracht der diversen Bauwerke, vom Leben in dieser einzigartigen Stadt und auch vom Niedergang. Wir kamen aus dem Staunen nicht raus wussten manchmal gar nicht wohin wir als Erstes schauen sollen. Völlig beeindruckt waren wir vom Umfang und der Größe der Stätte. Möchte man alle drei Routen machen ist man mehr als fünf Stunden unterwegs. Und dann gibt es noch das Museum, welches all die Originale beherbergt. Dort verweilt man nochmal an die eineinhalb Stunden!
    Letzteres hatten wir ausgelassen und haben uns mit den Repliken an den Fundorten begnügt. Vier Stunden waren dann auch für uns mehr als ausreichend. Wir sattelten wieder unser Dinghi und ritten zurück zur "Ostbahn". Dort nahmen wir ein ziemlich erfrischendes Bad, wahrscheinlich das Letzte für diese Saison, denn in ein paar Tagen sind Wettersturz, Unwetter mit Sturm, Regen und Überflutungen angesagt.
    So machten wir uns auf den Weg in den etwa elf Seemeilen entfernten Haupthafen der Insel Tinos. Dort wollen wir diese Schlechtwetterphase aussitzen.
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  • Über Amorgos und Naxos nach Rinia

    October 9 in Greece ☀️ 22 °C

    Es war an der Zeit dem Dodekanes (Dodeka: zwölf, Nisis: Insel - die zwölf Inseln) Lebewohl zu sagen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dodekanes
    Wir wollten ordentlich Strecke Richtung Westen machen, weil das Ende unserer diesjährigen Reise immer näher rückt. Und auch weil im Westen noch einige Inseln liegen, die wir noch nicht besucht haben.
    Also ging es erstmal an Levitha (siehe hier: https://findpenguins.com/segeljacht-ostbahn/foo…) vorbei wieder nach Amorgos, weil eine andere Route nicht vernünftig segelbar ist. Bis Levitha ging es in Rauschefahrt dahin, doch dann legte der Meltemi wieder einmal richtig zu. Die letzten zwanzig Seemeilen war es dann wieder mehr Kampf als Segeln, aber wir sind mittlerweile gewohnt zu kämpfen. Auf Amorgos angekommen stellten wir fest dass unsere Bugkabine ziemlich durchnässt war. Also erst mal alles ausräumen, zum Trocknen auflegen und versuchen festzustellen, wo das Wasser eindringt. Endgültig gefunden haben wir die lecke Stelle bis heute nicht, es gibt nur Vermutungen, denen wir am Trockendock nachgehen müssen.
    Mein Opa hat aber immer gesagt: "Wasser hat einen kleinen Kopf, das kommt überall durch!"
    Auf jeden Fall müssen wir immer wenn viel Lage und Wellen zu bewältigen sind vorher die Bugkabine ausräumen. Zum Glück ist unsere Gästekabine meistens frei, somit gibt es ausreichend trockenen Platz für unsere Bekleidung.
    Am Abend gab es dann eine wunderbare Goldbrasse, die ich noch in Lakki gekauft hatte.
    Wir verlegten tags drauf nach Katapola in den Haupthafen, ein paar Kleinigkeiten einkaufen, und für das Abendessen fanden wir eine echt urige Hafentaverne, wie damals vor 40 Jahren. Einfaches Essen, aber geschmackvoll, wie von Oma gekocht. Ein echter Genuss! Warum ist uns diese Taverne nicht schon bei unserem letzten Aufenthalt aufgefallen? Keine Ahnung...
    Für die nächsten Tage war Windlosigkeit angesagt, also tuckerten wir weiter in den Süden von Naxos in die Kalantos Bucht. Für uns der einzige schöne Platz auf Naxos. Weitläufige Sandbucht, kleiner rundum geschützter Hafen, zwei Tavernen, auch im Hochsommer wenige Besucher. Dort nächtigten wir bevor wir wieder unseren Karpfenhäcksler bemühten, um auf spiegelglatter See nach Rinia zu gelangen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rinia
    In einer wunderschönen Sandbucht mit glasklarem Wasser vergruben wir unseren Anker im Seegrund und ließen bis zum Sonnenuntergang die Seele baumeln, in Vorfreude auf den nächsten Tag.
    Die kleine Insel Rinia liegt nur wenige hundert Meter westlich von Delos, unserem eigentlichen Ziel!
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  • Über Pserimos und Kalymnos nach Lakki

    October 2 in Greece 🌬 22 °C

    Wir verbrachten noch zwei Tage in Kardamena mit einkaufen, Wäsche waschen, einen Tag Starkwind abwettern...
    Aber dann legten wir ab!
    Ursprünglich wollten wir zur Tankstelle neben der Marina Kos, aber dort waren ein paar Katamarane angestellt und es war schon spät, auch der Seegang war zu viel zum Anlegen. Somit wurde Tanken auf Lakki verschoben.
    Der Wind legte noch weiter zu und wir ankerten in der südlichen Bucht von Pserimos. Das interessante an dieser Bucht: dort dreht der Wind ständig in alle Richtungen. Also zur Sicherheit noch zwanzig Meter Kette raus! Ich ließ den Kartenplotter eingeschaltet und wir wurden des Morgens mit einer schönen Malerei überrascht.
    Der Wind war immer noch kräftig und wir entschieden uns nochmal in die Palionisos Bucht auf Kalymnos zu segeln. Wir wollten keine weiten Strecken mehr kreuzen. Das ist mühsam, anstrengend und ermüdend.
    Nomiki und Christos, die Wirtsleute des Restaurants Ilias hatten uns gleich wieder erkannt und begrüßen uns sichtlich freudig und beglückten uns gleich mit Vorspeise auf Haus! Auch der Tunfisch in Zitronensauce war wieder mal ein Gedicht!
    Die Nacht an der Boje war leider kein Gedicht. Denn die Palionisos Bucht birgt eine versteckte, aber unangenehme Besonderheit: wenn der Meltemi mit einer leicht östlichen Komponente weht reflektieren die Wellen von Ostufer Kalymnos' derart, dass unsäglicher Schwell in die Bucht läuft. Dazu kommt dass der Wind selbst von den steilen Felswänden so abgelenkt wird, dass die Boote exakt quer zum Schwell ausgerichtet werden. Mit dem grauenvollen Ergebnis, die Boote rollen die ganze Zeit in der Welle, was das Schlafen fast unmöglich macht. Eine echte Tortour!
    Eine weitere Nacht wollten wir uns den Wahnsinn nicht geben, also machten wir uns auf den Weg nach Lakki, dem Haupthafen von Leros.
    Drei mal darfst du raten wie viele Liegeplätze dort verfügbar waren... Richtig! Ein Einziger! Und der wartete auf uns!
    Lakki ist eigentlich hässlich ohne Ende. Die Stadt wurde in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts von den italienischen Besatzern gebaut. Mittlerweile verfällt die Bausubstanz zusehends. Trotz zweier Marinas und einer ordentlich dimensionierten Stadtmole bietet die Stadt kaum Gastronomie, die guten Supermärkte sind irgendwo weit außerhalb. Die Dorfjugend veranstaltet jede Nacht Motorrad- und Autorennen im Hafen, einfach grauenhaft. Wirklich kapiert hat man dort den Tourismus offenbar nicht. Wobei das Problem mit den frisierten Motorrädern - ultralaut und Fehlzündungen herbeigeführt durch eingespritzten Wasserstoff - in ganz Griechenland allgegenwärtig ist.
    Wir hatten uns nicht wohl gefühlt. Dazu kam noch dass die griechischen Fischer am 1.10. einen Generalstreik begannen, um gegen die exorbitant hohen Spritpreise zu protestieren. Dazu blockierten sie den ganzen Tag den Fähranleger.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lakki
    Der einzige Lichtblick war, dass wir Manuela und Hans von der "Cina" kennen gelernt hatten. Mit den Beiden verbrachten wir nette Zeit in Lakki.
    Trotzdem waren wir froh dass wir tanken konnten und bald Richtung Amorgos ablegten.
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  • Wieder zurück in Kos

    September 27 in Greece ☁️ 21 °C

    Ursprünglich war ja geplant auf Nisyros ein Auto zu mieten und den Vulkan und das dazugehörige Museum zu besuchen.
    Aber Einerseits fehlte uns ja ein Tag weil wir zu Beginn der Reise am ersten Tag nicht nach Symi kamen. Andererseits war die gesundheitliche Situation auf der Insel nicht gerade einladend. Bei unseren Gästen stand auch die nächste Reise nach China schon in den Startlöchern, da wäre eine Erkrankung kontraproduktiv! Einen Liegeplatz in Kardamena wollten wir auch ergattern!
    Also legten wir bei ziemlich diesigen Himmel ab um nochmal einen Badestopp bei der Bimssteininsel einzulegen.
    Franz und ich spielten nach dem Badegang noch eine schöne Partie Backgammon, dann nahmen wir die letzten acht Seemeilen nach Kos unter den Kiel. Insgesamt hatten wir etwa 113 Seemeilen zurückgelegt, davon gut 85 Seemeilen unter Segel.
    Dort angekommen konnten wir es kaum fassen: drei freie Liegeplätze standen zur Verfügung! Wir konnten uns kaum entscheiden!
    Nachdem wir angelegt hatten begrüßte uns Stefanos - der Wirt vom Restaurant Taratsa - mit vier Gläschen Ouzo. Der Kerl versteht sein Geschäft und selbstverständlich waren wir am Abend bei ihm essen. Wir wären auch ohne dem Ouzo zu ihm gegangen, denn das Essen ist ausgezeichnet und die Portionen ordentlich, und das zu einem vernünftigen Preis!
    Moni hat ihm dann die vier Gläser in denen er den Ouzo kredenzt hatte als Souvenir abgeschwatzt.
    Ein kleines Feuerwerk rundete den Abend dann noch ab, fast wie bestellt!
    Den nächsten Vormittag verbrachten wir in einem Kafenion, danach noch Bummeln in den Einkaufsstraßen und dann war der Moment gekommen, wo unsere lieben Freunde ins Taxi stiegen und zum Flughafen entschwanden. Davor selbstverständlich herzliche Verabschiedung! Wir freuen uns im Winter auf ein Wiedersehen daheim und hoffentlich wieder mal auf der "Ostbahn"!
    Eine unglaublich angenehme Woche nahm somit ihr Ende und wir waren wieder allein auf der "Ostbahn", um neuen Abenteuern entgegen zu segeln...
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  • Nisyros

    September 26 in Greece ☁️ 22 °C

    Trotz recht dicken Kopf hat sich Franz des Vormittags (wie gesagt: alle Vier Langschläfer) auf den Weg zum Bäcker gemacht. Und vormittags gibt es beim Bäcker nicht mehr viel. Deswegen war die Beute auch mickrig und überschaubar. Ein großes gefülltes Croissant und ein zwergenhaftes Babycroissant fand seinen Weg auf unseren Frühstückstisch!
    Wie schon so oft verließen wir erst gegen Mittag den Hafen, doch davor verabschiedeten wir uns noch von Ute und Frank. Deren Plan ist auf Kreta zu überwintern, unser Plan ist wieder in der Almira Shipyard für die kältesten Wochen auf den Lagerbock zu gehen und heimzureisen.
    Unser Ziel war Pali auf Nisyros.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Nisyros
    Außerdem war unsere griechische Gastlandflagge so zerzaust, dass wir höflich wie wir sind, eine Neue gesetzt hatten. Sissi durfte diese Zeremonie durchführen.
    Die ersten Meilen musste unser Karpfenhäcksler ran, aber bald öffnete Äolus seinen Windbeutel und bescherte uns eine schöne Brise die uns mit Vollzeug direkt nach Nisyros brachte.
    Sissi wollte auch mal steuern und übernahm das große Lenkrad. Nach anfänglichen Koordinationsschwierigkeiten steuerte sie doch kurze Zeit halbwegs in die richtige Richtung. Nachdem Franz noch ein bisschen unpässlich war und ein Schläfchen machte übernahm für den Rest der Strecke dann James, unser Autopilot.
    In Pali angekommen schwante uns bei den dutzenden Masten im Hafen, dass wir diesmal glücklos sein werden.
    Eine langgezogene Runde durch den Hafen bestätigte den Eindruck, aber nicht mit uns!
    Denn da gab es eine kleine Lücke zwischen einem großen Motorboot und einem Segelboot, die sollten wir eigentlich mit ein bisschen Ellbogentechnik passend machen können! Also unsere Fender rauf und mit Gefühl rein in die Lücke!
    Wir pressten die Boote sachte auseinander, der Italiener von der Motoryacht war kooperativ, half mit seinen Fendern, der Bayer auf der anderen Seite machte etwas Stress. Es war ihm auch nicht zu blöd nachdem wir festgemacht hatten, uns einen Kratzer an seinem Rumpf unterjubeln zu wollen. Ich habe ihm aber sachlich und trotzdem bestimmt erklärt, dass es unmöglich ist an dieser Stelle mit unserem Boot einen Schaden zu verursachen. Er hat es dann zerknirscht eingesehen und um Entschuldigung gebeten.
    Wieder mal den letzten Platz bekommen, langsam wird es unglaubwürdig!
    Im Gegenzug für seinen Fauxpas hat er uns dann einen Restauranttipp gegeben, der sich als absolute Top Taverne präsentierte. Geführt von einem Damenquartett - Oma, Tochter, Enkeltochter und Cousine - speisten wir dort wie die Götter am Olymp, Foto mit Enkeltochter inklusive!
    https://maps.app.goo.gl/Y5d8mwY9L2gErfqh6
    Später erzählte er uns noch, dass die halbe Insel wegen eines Magen-Darm-Virus schwer kontaminiert ist. Am übernächsten Boot waren Teile der Crew deswegen sogar im Krankenhaus. Die Hälfte der im Hafen liegenden Boote und auch er war ziemlich angeschlagen. Wir versorgten ihn mit ein paar Bretzel und Cola, man ist ja Menschenfreund.
    Eigentlich wollten wir am nächsten Vormittag zum Stefanos Krater - Nisyros ist ja ein aktiver Vulkan - doch Anbetracht des gesundheitlichen Aspektes und der Tatsache, dass wir in Kardamena einen Liegeplatz im Hafen brauchen, hatten wir davon Abstand genommen.
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  • Tilos

    September 25 in Greece 🌬 23 °C

    Nach einem ausgiebigen Frühstück - no na! - fischten wir unseren Parkhaken aus dem Wasser und richteten unseren Bug wieder Richtung Tilos... diesmal nach Livadia, dem Hafen der Insel.
    Sissi war neugierig und wollte alles mögliche über die Seglerei wissen. Sie saß natürlich wie immer in der Rettungsweste (vorbildlich!) im Eckerl und Moni und ich erzählten ihr wie unser Leben auf der "Ostbahn" so abläuft. Währenddessen stand Franz wieder am Steuer, glücklich und stolz wie Oskar!
    Er pilotierte uns bis fast an die Hafeneinfahrt, dort habe ich als Kapitän natürlich übernommen.
    Wie so oft hatten wir wieder mal den letzten Liegeplatz ergattert!
    Im Hafen lag schon länger die "Shiratori" mit Ute und Frank und die Beiden kamen dann auch bald zu uns an Bord.
    Am Abend suchten wir uns eine nette Taverne und hatten wieder mal recht gut gefuttert.
    Am Hauptplatz durften wir dann eine griechische musikalische One-Man-Show genießen. Der junge Mann hatte eine hervorragende Stimme und sein Spiel auf der Gitarre war auch sehr angenehm. Also mussten wir dort ein paar Cocktails schlürfen, was uns nicht traurig gemacht hat...
    Zurück an Bord musste sich Sissi ein paar Lagen anziehen, weil es doch recht kühl war, Zwiebellook... Bunt wie Dragica aus Pristina - eigene Aussage!
    Franz und ich zogen uns in den Salon zurück und mussten ein paar Partien Backgammon ausfechten, und dann noch gut zwei Stunden schnapsen. Nein, nicht Schnaps saufen (a bisserl schon), sondern das österreichische Kartenspiel namens Schnapsen!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schnapsen
    Ich war glücklich endlich so eine Abwechslung genießen zu können. Danke Franz dafür!
    Ich glaube es war 0200 als wir das letzte Bummerl gezockt hatten und in die Kojen gekrochen sind!
    Bisserl Hohlraumsausen am nächsten Tag, aber was soll's! Spaß hat es gemacht!
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  • Symi

    September 24 in Greece ☀️ 25 °C

    Zum Glück sind wir alle Vier eher Langschläfer. Irgendwann ist der Letzte aus der Koje gekrabbelt und dann wurde mal ein ordentliches Frühstück gezaubert. Nach Ebendiesen war es an der Zeit das Dinghy zu besteigen und die Insel zu erkunden.
    Begonnen hatten wir im Kloster Moni Panormitis, welches quasi vor unserem Balkon lag.
    Wesentlich schönere und beeindruckendere Klöster hatten wir schon etliche besucht, trotzdem hat auch dieses seinen Reiz.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Panormitis
    https://panormitisymis.gr
    Das Kloster ist eines der wichtigsten zur Verehrung des Erzengels Michael, wird von tausenden Pilger jedes Jahr besucht, bietet einfache klösterliche Übernachtungsmöglichkeit, eine Bäckerei und einen Laden, in dem die Früchte des Klostergartens verkauft werden.
    Es wird täglich von Rhodos und zwei mal von Gyalos (Hauptort von Symi) per Fähre angelaufen, je nach Jahreszeit mehrmals täglich per Bus und auch Taxis bringen Interessierte und Pilger zum Kloster.
    Das Bauwerk wurde etliche Male von diversen Eroberern zerstört und mindestens einmal mehr wieder aufgebaut.
    Ein Spaziergang zur kleinen Windmühle bei der Einfahrt zur Bucht rundete den Vormittag ab.
    Nach der Besichtigung nahmen wir einen der Busse um in die Hauptstadt Gyalos am anderen Ende der Insel zu besuchen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Symi
    Abenteuerlich schlängelt sich die Straße in vielen Kehren auf den Oros Vigla, den höchsten Berg der Insel, um auf der anderen Seite ähnlich abenteuerlich wieder runter zu fahren. Ein Erlebnis der besonderen Art! Manche Haarnadelkehren sind 15 Meter in den Berg gesprengt und die Steigung ist oft größer als 10%. Die Fahrt geht durch Karstlandschaft und auch durch bewaldete Gebiete, an zwei oder drei weiteren Klöster vorbei und endete genau so spektakulär durch den engen Hafen im Zentrum des malerischen Städtchens Gyalio.
    Die Insel Symi liegt nur ein paar Kilometer vom türkischen Festland entfernt und war wie alle Inseln der Ägäis und des Dodekanes bis zum zweiten Weltkrieg ständig ändernden Besatzern und Eroberern ausgeliefert.
    Historisch war jahrelang die Schwammtaucherei maßgeblich, mittlerweile sind die zum Verkauf angebotenen Schwämme von anderen Inseln oder aus Fernost. Die Wirtschaft stützt sich hauptsächlich durch den Tourismus.
    Wir schlenderten durch den Ort mit den wunderschönen bunten Häuser, ein gänzlich anderer Baustil wie auf all den anderen besuchten Inseln. Neben der Farbenpracht zeichnet sich der Stil durch Giebeldächer aus. Wir genossen mal hier, mal da ein Bierchen oder Kaffee, und am Abend begaben wir uns in eine nette Taverne in zweiter oder dritter Reihe, Familienbetrieb versteht sich.
    Nach dem ausgezeichneten Abendessen mussten wir ja wieder zurück in die Panormitis Bucht, wo die "Ostbahn" auf uns wartete.
    Bus ging leider keiner mehr, also musste ein Taxi her. Der Fahrer war etwas erstaunt dass um diese Uhrzeit jemand zum Kloster will, aber als ich im sagte dass unser Boot dort liegt, war alles klar! Die Fahrt über den Berg war ein weiteres Erlebnis. Der Blick immer wieder über einige Dodekanes Inseln, der fast volle Mond schimmerte am Meer, und auch immer wieder sah man in die fast rundum geschützte Panormitis Bucht und das Kloster.
    Dort angekommen stand uns noch eine nasse Prüfung bevor. Der Meltemi hat ordentlich zugelegt, blies durch die Einfahrt mittig in die Bucht und unser Dinghy tanzte in den aufgeworfenen Wellen ordentlich an der Mole.
    Todesmutig hüpfte ich in das Boot welches sich wie eine wilde Ziege gebärdete, legte ab und fuhr durch die Wellen zu einen kleinen Anleger gleich hinter dem Heck der "Ostbahn". Dort fischte ich auf zwei mal Moni und unsere Gäste ein. Die Fahrten waren zwar auch nicht ganz trocken, aber wesentlich weniger nass als von der Mole vor dem Kloster.
    Aber nicht einmal das konnte uns den tollen Tag auf dieser interessanten Insel vermiesen!
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  • Mit Sissi und Franz nach Symi

    September 23 in Greece ☀️ 26 °C

    Sissi und Franz sind überpünktlich in Kos gelandet. Als mich die Nachricht ereilte stand ich noch in der Dusche. Dieses unterfangen hab ich natürlich sofort abgebrochen und die Fertigstellung auf später verschoben und bin zum Flughafen gefahren. Die Beiden waren schon längst mit dem Gepäckband fertig als ich eintraf. Gute zehn Minuten später waren wir wieder am Boot. Nach der herzlichen Begrüßung, dem dazugehörigen Bierchen und dem Bezug der Kabine gingen wir gleich gegenüber ins Taratsa Restaurant essen.
    Ein paar Absacker später ab in die Federn, denn am nächsten Tag wollten wir einen langen Schlag nach Symi machen um dann in kürzeren Etappen zurück nach Kos zu segeln. Für Sissi war es das erste Mal auf einem Segelschiff, demensprechend aufregend war für sie alles!
    Nach dem Frühstück füllten wir nochmal die Wassertanks, ich holte vom Fleischhauer noch Rindfleisch für ein Stifado (griechisches Gulasch) und ab ging die Post! Dachten wir zumindest...
    Denn der Wind hielt sich wieder mal nicht an die Prognosen und schwächelte gleich nach der Hafenausfahrt. Plan B wurde geschmiedet. Erst mal zur Insel Gyla auf der im großen Stil Bimsstein abgebaut wird. Die Industrieanlagen sind zwar keine Augenweide, aber das Wasser in der Bucht hat karibische Färbung und 26°C.
    Nach dem Badestopp meldete sich Äolus mit seinem Windbeutel wieder zum Dienst. Leider war die Distanz nach Symi mittlerweile zu weit, somit mussten wir umdisponieren und unser neues Ziel war Ormos Megalo auf der Westseite von Tilos. Eine große Bucht, gut geschützt gegen den Meltemi, mit erstklassigen Sandgrund zum Ankern!
    Franz stand lange Zeit glücklich am Steuer, zum Glück hat er Ohren, sonst hätte er im Kreis gegrinst. Und so genoss er das Spiel der Wellen und des Windes. Sissi musste all die neuen Eindrücke erst sortieren. Nicht einfach für jemanden, der noch nie dem Wasser, Wind und Wellen so hautnah ausgeliefert war. Sie hatte sich aber tapfer geschlagen und uns und der "Ostbahn" vertraut, auch wenn sie vorsichtshalber die Rettungsweste fast immer an hatte. War uns natürlich auch lieber so... Sicherheit geht einfach vor!
    Der Sonnenuntergang war genauso erstklassig wie das Stifado, welches sämtliche Geruchs- und Geschmacksknospen verwöhnte!
    Der nächste Morgen bescherte uns einen hervorragend segelbaren Wind, der uns in etwa vier Stunden nach Symi in die rundum geschützte Bucht von Panormitis brachte.
    Schon vom Weiten grüßt die kleine Windmühle an der Einfahrt zur Bucht, und sobald man diese passiert hat öffnet sich die Bucht mit dem beeindruckenden Kloster zum heiligen Michael.
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  • Kos

    September 18 in Greece ☀️ 25 °C

    Nach einem wenig erfolgreichen Versuch beim Minimarkt in Chirokampos, Leros ein paar Sachen einzukaufen segelten wir nur bewaffnet mit dem Vorsegel südwärts Richtung Kos. Unser Ziel war Kefalos, ein Ort in einer weitläufigen Bucht am Westende der Insel. Dort passierte ein schmerzhaftes Missgeschick! Monatelang sind wir ohne gröberen Verletzungen unterwegs gewesen, doch beim Übersteigen vom Seitendeck ins Cockpit rutschte Moni mit den nassen Füßen am Boden aus und knallte mit den bloßen Zehen gegen den Steuerstand, mit dem Ergebnis zweier gebrochener Zehen! Genau wissen wir es bis heute nicht, die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch. Ein Telefonat mit einer ortsansässigen Ärztin half uns wenig weiter. Wegen Wochenende doppelt und für alles Extra zu bezahlen. Kurzfristig kein Leihauto um ins Krankenhaus zu fahren, Ihr Rat: die Zehen im Dachziegelverband zusammenkleben, mehr passiert im Krankenhaus auch nicht, außer allfälliger Gewissheit durch ein teures Röntgenbild.
    Wir trösteten uns mit einem unglaublich hervorragenden Essen im Restaurant Maria's.
    https://maps.app.goo.gl/u9TQThggmXhqVWzV7
    Am nächsten Tag segelten wir bei top Bedingungen nach Kardamena, und lieferten uns wieder ein Wettrennen mit einem Boot, welches 20 Minuten vor uns abgelegt hatte. Bei der Hafeneinfahrt hatten wir es überholt, Segel wieder bei voller Fahrt geborgen, Fender und Leinen vorbereitet und erwischten so den letzten Platz im Hafen. Dürfte langsam zur Normalität werden bei uns...
    Dort angekommen mieteten wir für die nächsten zwei Tage ein Auto.
    Der Sonntag war dann Ausflugstag:
    Erst ging es zu den Ausgrabungen des Asklepieion.
    Ein Asklepieion (altgriechisch Ἀσκληπιεῖον, neugriechisch Ασκληπιείο (n. sg.), nach Asklepios, dem altgriechischen Gott der Heilkunst, lateinisch Aesculapium) ist ein antikes griechisches Heiligtum des Asklepios, meist mit angeschlossenem Sanatorium. Etwa 300 dieser Heilstätten sind bekannt. Besondere Erwähnung verdienen die Anlagen von Epidauros, von Trikka in Thessalien, das Asklepieion von Kos sowie die Asklepieia von Messene und Pergamon.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Asklepieion_von_Kos
    Beeindruckt von dieser Stätte fuhren wir dann weiter in die Altstadt von Kos. Wirklich lange hielten wir uns dort nicht auf, die Hatscherei mit den desolaten Zehen war nicht unbedingt förderlich, aber Moni war echt zäh wie Büffelleder und ließ sich nicht unterkriegen. Wer braucht schon zehn Zehen? Geht mit acht auch...
    Abgerundet wurde der Tag dann noch durch einen Besuch im Bergdorf Zia. Dort vermarktet man wirklich geschickt den Ausblick und den Sonnenuntergang von den diversen Dachterrassen der Restaurants. Schön anzusehen, aber Tourismus pur. Für uns eher enttäuschend, fuhren wir bald zurück zum Boot. Sonnenuntergänge sehen wir in den diversen Buchten sicher weit schönere! Außerdem hatten wir ein Rendezvous mit Ute und Frank von der "Shiratori" zum Abendessen.
    Am Montag bin ich dann zum Großeinkauf gefahren: Lidl, Sklabenitis, AB Markt. Unsere Lebensmittel waren echt fast auf Null.
    Vor dem AB Markt fand ich eine echte Kuriosität! Aus einem offenbar vor mindestens 40 Jahren verunglückter und abgestellten Citroen 2CV Ente wuchs ein richtig mächtiger Gummibaum durch das Fetzendach. Dieser hat das arme Auto mittlerweile gesprengt und völlig überwuchert. Jedem Entenfreund blutet bei dem Anblick sicher das Herz!
    Am Abend holte ich Sissi und Franz vom Flughafen ab. Moni brachte derweilen die "Ostbahn" auf Vordermann, Wäsche einräumen, putzta-bis-glänzta alles, Gästekabine herrichten und vieles mehr!
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  • Über Kalymnos nach Leros

    September 17 in Greece ☀️ 24 °C

    Für die nächsten Tage war eigentlich recht guter Segelwind angesagt.
    Also füllten wir noch unsere Wassertanks an, montierten das Steuerrad - das baue ich immer ab wenn wir sicher in einem Hafen liegen, um mehr Platz zu haben - Instrumente an, Motor an und Leinen los! Kaum als das alles passiert ist setzten wir mal das Vorsegel und eine schöne Backstagbrise trieb uns aus der Bucht. Recht bald konnten wir das Großsegel dazu setzen und ab ging die Post! Unser Ziel ostwärts nach Kos! Die "Ostbahn" war in ihrem Element und im Dunst waren bald Kalymnos, Kos, Nisiros und Tilos zu sehen. Nach Süden sogar schemenhaft Karpathos. Dort wollten wir eigentlich um den 24. September meinen Cousin Mike und seine Frau Charlotte treffen. Wir haben uns aber schweren Herzens entschlossen nicht nach Karpathos zu segeln. Es wären die Distanzen unglaublich weit gewesen. Wir hätten zwei Tagesetappen über neun Stunden gehabt, wären dann nach Norden gegen den Meltemi nicht mehr zurück gekommen und hätten dann nur über Kreta weitersegeln können. Wieder eine mindestens neunstündige Etappe bis zum Ostende Kretas und dann mindestens zwei Tagesetappen an der riesigen Insel entlang, ohne vernünftige Möglichkeiten anzulegen oder zu ankern. Der Meltemi kann für uns Segler Kreta zur Hölle machen. Etliche Kollegen und befreundete Segler erzählten uns ihre Erlebnisse und rieten uns dringend davon ab! Einer saß sogar fünf Wochen auf Kreta fest, weil der Meltemi unsegelbar war.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Meltemi
    Wir also ostwärts mit Vollzeug! Geiles segeln in Rauschefahrt. Unsere Nationale dippte wieder regelmäßig die Wasseroberfläche, und dann überlegten wir was außer Kos noch so gehen würde. Und bald war die Entscheidung gefallen: die Bucht Vlychada an der Südseite von Kalymnos sollte es werden. Dort angekommen die Ernüchterung, die Bucht war richtig voll! Also sind wir weiter in eine Bucht auf Pserimos.
    Tags drauf kreuzten wir wieder bei guten Bedingungen nach Kalymnos, in die Palionisis Bucht. Dort sind etliche Bojen, wie in Kroatien. Und unsere diversen Apps meldeten uns, dass etliche Bojen schon besetzt sind. Unterwegs kreuzte ein Katamaran unseren Kurs, der eine Stunde vor uns aus der letzten Bucht abgelegt hat. Katamarane kreuzen nicht gut, und so packte er das Vorsegel bald weg und fuhr direkt auf die selbe Bucht zu. Wir kreuzten weiter und stellten fest, dass wir am letzten Schlag vielleicht mit ein wenig Motorunterstützung vor dem Kat in der Bucht sind. Ah ja... und gut war das, denn so erwischten wir tatsächlich die letzte freie Boje! Mit einem eingespielten Manöver bargen wir in voller Fahrt die Segel, bereiteten alles vor zum Anlegen und fischten RuckZuck gekonnt die Boje über das Heck, unter Applaus vom Nachbarboot!
    In der wunderschönen Bucht blieben wir drei Tage, probierten fast alle Restaurants aus und lernten dort Ruth und Sepp von der "River Water" kennen, mit Denen wir zwei nette Abende im besseren Restaurant der Bucht verbrachten.
    https://maps.app.goo.gl/nz2vfcE8PyjjEVGK8
    Die Beiden sind passionierte Kletterer und erzählten uns, dass Kalymnos ein Kletterparadies ist. Wussten wir nicht! Mehr als 4.300 Kletterrouten beherbergt die Insel, die meisten Einseillängen (etwa 30 Meter) aber auch viele Mehrseilrouten sind verfügbar, Alleine in der Bucht gab es 30 Routen! Irre!
    https://climbapedia.org/content/kalymnos-kalydna
    Sepp erzählte mir dass auf einer Einseilroute etwa 15 Haken eingeschlagen sind, das macht alleine auf dieser Insel weit über 65.000 Haken! Beeindruckend!
    An einer weiteren Boje lag noch ein Boot mit österreichischer Flagge, die grüßten uns sehr freundlich und wir winkten zurück. Zwei von der Crew hüpften ins Dinghy und sprudelten zu uns rüber. Beim Festmachen sagte die Frau sie haben den Auftrag bekommen, die "Ostbahn" zu suchen! Wir waren etwas verwirrt und irritiert, denn wir konnten wenig damit anfangen. Die Erklärung folgte bei einem Bierchen bei uns an Bord. Sandra und Bernd aus Vorarlberg sind die zukünftigen Schwiegereltern vom Sohn von Christa und Gustl, liebe Freunde aus Niederösterreich, Gustl hatte uns letztes Jahr nach Aquileia gebracht, zum Start unserer Reise. So klein kann die Welt sein! Die Beiden sind grade mal eine Woche in Griechenland segeln und hatten uns echt zufällig getroffen!
    Bei einem Telefonat mit unseren engen Freunden Sissi und Franz fragten wir die Beiden ob sie uns nicht ein paar Tage Gesellschaft leisten wollen. Da die Beiden in Pension sind... gesagt, getan, Flug gebucht! Wir treffen uns in ein paar Tagen in Kos!
    Wir nutzten die verbleibenden Tage und segelten noch eine Insel nordwärts, nach Leros.
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  • Anafi

    September 2 in Greece ☀️ 26 °C

    Wie jeden Morgen und Abend "bewunderten" wir die tägliche Katamaranprozession (die "schwimmenden Affenfelsen"), wenn mehrere Dutzend kleinerer und größerer Katamarane hinter unserem Heck bis auf den letzten Platz vollgefüllt mit Tagestouristen von und zur Marina Vlychada fahren. Manche mit dezenter Musik, andere dröhnten Musik mit voller Lautstärke, die Tote wecken könnte.
    Nirgens auf der Welt habe ich bis jetzt so eine etreme Dichte dieses Geschätfsmodells gesehen. Das ist so schlimm dass du als normalsterblicher Segler in dieser Marina keinen Liegeplatz bekommst, weil alles von den Katamaranen in doppelter und dreifacher Ausführung belegt ist.
    Kurz besuchten uns noch Andrea und Sahin von der "Cara Mia", mit den Beiden waren wir am Vorabend Essen und hatten eine schöne Zeit.
    Für Andrea war der Griechenlandaufenthalt leider zu Ende, Sahin wird uns irgendwann nach Osten folgen.
    Für uns war der Wind perfekt, wir lichteten den Anker und segelten zu unserem nächsten Ziel, nach Anafi.
    Anafi ist wirklich eine winzige Insel, gerade mal 12km lang und 6km breit, sehr steil gebirgig und im Osten der höchste Berg Kalamos mit 582 Meter. Dieser Berg ist aus mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich, denn er besteht zur Gänze aus Marmor und ist nach "The Rock" in Gibraltar der zweitgrößte Monolith Europas.
    Fast am Gipfel thront die Kirche Panagia Kalamiotissa.
    Zwei Klöster, ein paar wunderschöne Strände und eine beeindruckende Chora runden das Ensemble ab.
    Der Hafen ist ein Bollwerk gegen die Naturgewalten, relativ neu, neben den lokalen Fischerbooten Platz für etwa acht Yachten und vor allem gratis!
    Zwei Buslinien - Einer mehrmals am Tag von der Chora zu den diversen Stränden und Klöster, der Andere drei mal am Tag von der Chora in den Hafen und zurück. Auch zu den Ankunftszeiten der Fähren fährt der Bus.
    Von der Chora führt ein gut beleuchteter Weg über den steilen Berg in Sepentinen in den Hafen. Dn kann man auch gut in der Nacht bewältigen, weil der letzte Bus um 18:00 zum Hafen fährt.
    Die Insel ist drei mal in der Woche mittels kleiner Fähre mit Santorini angebunden und vier mal die Woche mittels Autofähre nach Athen, Kreta und Rhodos.
    Anafi ist ein echt entschleunigtes Kleinod! Hier wird der griechische Lebensstil "σιγά σιγά" (siga siga - langsam langsam) in Reinkultur gelebt.
    Die Chora ist ein wunderschön gepflegtes, typisch kykladisches Bergdorf. Weiße Häuser ud Kapellen, so weit das Auge reicht, Bunte Fenster und Türen, Gastfreundschaft und freundliche Menschen wohin man schaut!
    Etliche Restaurants mit hervorragender Küche, Kafeneions mit Blick über die Ägäis, im Westen sieht man Santorini und bei guter Sicht im Süden bis Kreta runden das Ganze ab.
    Hier treffen sich Studenten, Familien mit Kleinkinder, Pensionisten und etliche andere Freigeister. Die Zeit scheint still zu stehen, ausspannen, kein Stress, sich's gut gehen lassen und die Seele baumeln lassen.
    Auch die LGBTQIA+ Community darf hier einfach Mensch sein, ohne Ausgrenzung und Einschränkungen, ohne blöd angemacht zu werden oder sonstiger Diskriminierung!
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  • Die Ausgrabungen von Akrotiri

    September 1 in Greece ☀️ 27 °C

    An der Südseite von Santorini liegt verborgen unter meterdicken vulkanischen Auswurfes die Ausgabungsstätte einer blühenden minoischen Stadt, heute nach dem nahen modernen Ort Akroiri benannt. Der antike Name der bronzezeitlichen Siedlung ist unbekannt. Die Insel selber hieß zu der Zeit Thera, es wurden aber bis Dato keine Aufzeichnungen gefunden, welche der Stadt einen Namen eindeutig zuordnen ließe.
    Die Stadt aus dem 17. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wurde wie so oft in der Archäologie zufällig gefunden, als 1867 ein Bauunternehmen Bimsstein für den Bau des Suezkanals abbaute.
    Der griechische Archäologe Spyridon Marinatos begann 1967 planmäßig nach der Suche untergegangener Siedlungsreste der minoischen Kultur und hatte mehr oder weniger die 100 Jahre davor entdeckte Stätte wiederentdeckt.
    Wenn dich das Thema detaillierter interessiert, dann bitte besuche
    https://de.wikipedia.org/wiki/Akrotiri_(Santorin)
    Wir beide sind ja große Freunde diveser Altertümer, und deswegen war klar dass wir unbedingt Akrotiri besuchen müssen!
    Für uns war natürlich von Vorteil das man wenige hundert Meter von der Ausgrabungsstätte hervorragend und recht gut geschützt von den sommerlichen Nordwinden ankern kann.
    Absolut von Vorteil ist, dass die gesamte Stätte überdacht ist, und auch die üblichen griechischen Öffnungszeiten (bis 15:30) gelten dort nicht, es ist in den Sommermonaten täglich bis 20:00 geöffnet.
    Die gesamte Stätte wird auch gerne mit Pompeji verglichen, welches 79 n.Chr. in der Vulkanasche des Vesuvs weitgehend konserviert blieb.
    Der Unterschied zu Pompeij ist aber, dass in Akrotiri offenbar keine Menschen zu Schaden kamen. denn bist jetzt wurden bei keiner Grabung menschliche Überreste gefunden.
    Anscheinend sind die Menschen rechtzeitig geflüchtet, konnten sogar zurück kommen um Hab und Gut abzutransportieren und die Stadt aufgeben.
    Vermutet wird dass zur Zeit bestenfalls ein Fünftel der Stadt ausgegraben wurde, und auch nicht alle Siedlungshorizonte.
    Ich habe mich gefreut dass ich mit meinem Behindertenausweis die Stätte gratis besuchen durfte. Da sind die Griechen wirklich großzügig! Aber der Normaleintritt von €20,- ist den Besuch durchaus Wert!

    Youtube ist voll mit interessanten Videos, hier nur ein paar, leider englisch:
    https://youtu.be/kv_ZKMHrLFQ?is=Uh2WEUf1s6EsRQEM
    https://youtu.be/t61ciDZpTcE?is=rOq3Z8hnY9ojYPdB
    https://youtu.be/_kmeg8xX7wc?is=Jn-aE6Ek28RluLgt
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  • Santorini/Thira

    August 31 in Greece 🌬 27 °C

    Schon seit Tagen sehen wir regelmäßig, mal mehr im Dunst, mal weniger, Santorini!

    Der Wind hat endlich wieder mal vernünftige Stärke angenommen, also Anker auf und Aufbruch!
    Die Überfahrt war recht gemütlich und diesmal wurden wir auch einige Zeit von einer ansehnlichen Schule großer Tümmler begleitet.
    Das ist jedes mal ein wunderschönes Erlebnis, wenn diese neugierigen Meeressäuger zum Schiff kommen, in der Bugwelle spielen, sich immer wieder zur Seite drehen um zu schauen was die Menschen treiben, die verzückt an der Reling hängen und versuchen das Schauspiel mit der Kamera festzuhalten. Auch ein Kalb war dabei, immer auf der Seite der Mutter surften Beide die Wellen hinter und neben uns ab. Geschätzt begleiteten sie uns etwa eine halbe Stunde, bis sie wieder in den Weiten des Meeres verschwanden.
    Santorini, der Überrest einer gewaltigen Vulkanexplosion etwa vor 3.600 Jahren (die Minoische Erupion https://de.wikipedia.org/wiki/Minoische_Eruption), kam immer näher und wir waren entzückt wie die kleinen Kinder vom Weihnachtsbaum!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Santorin
    Moni war 1986 das erste Mal in Griechenland und auch auf Santorini, mein erster Besuch wird Anfang der 90er gewesen sein.
    Damals war noch keine Rede von Masentourismus, Kreuzfahrer welche 5.000 und mehr Menschen auf einmal ausschütten und das System an seine Grenzen bringt, hunderte Festmacherbojen für Charter- und Eignerboote und eine Flotte von geschätzt 40 Katamarane, die täglich Hundertschaften an Sonnenhungrigen von einem Strand zum Nächsten skippern. Wir nennen diese Boote liebevollsarkastisch "die schwimmenden Affenfelsen".
    Wir sind natürlich duch die Kaldera gesegelt, vorbei an den imposanten Klippen die in allen Farben in deen Himmel ragen, worauf wie Schwalbennester die Orte Oia, Fira, Thira, Fonikia und wie sie alle heißen, kleben.
    Drei dieser Riesenpötte standen in der Kaldera, schwimmende Hochhäuser, wir waren überwältigt und beeindruckt und gleichzeitig war es erschreckend und abstoßend!
    Vorbei an der rauchenden Vulkaninsel Nea Kameni und Palaia Kameni in der Mitte der Kaldera ging es Richtung der Südseite von Santorini, unser Ziel war der weitläufige Ankerplatz vor Akrotiri.
    Denn nachdem wir uns Beide unsere Erinnerungen an das Santorini von damals nicht zerstören wollten, haben wir bewusst keinen Besuch in einem der Orte geplant. Wir wollten nur die Ausgrabungen von Akrotiri besuchen...
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  • Ios

    August 26 in Greece ☀️ 29 °C

    Bei der Einfahrt in die tief einschneidende Bucht zum Stadthafen von Ios (warum der nicht Vathi heißt ist mir ein Rätsel) grüßte auf der einen Seite der mächtige Leuchtturm und von hinten dröhnte eine Catamaranfähre daher, ohne Rücksicht auf Verluste, einen mächtigen Schwell erzeugend. Ein ordentlicher Vorgeschmack auf das was uns im Stadthafen erwarten wird, jedes mal wenn eine Fähre einläuft und anlegt.
    Im Hafen angekommen ergatterten wir einen Platz auf der Ostseite, welche den Fährschwell besser verarbeitet. Die Wellen treffen eher von vorne auf den Bug und seltener von der Seite. Angenehm ist beides nicht, aber man gewöhnt sich dran!
    Ios ist zwar auch ziemlich touristisch, aber nicht so hoffnungslos überlaufen wie Mykonos oder Naxos. Hier bewegt sich alles noch in einem erträglichen Rahmen.
    Wir sind natürlich mit dem Bus in die Chora. Dort besuchten wir das kleine, aber feine archäologische Museum, bestückt mit den Artefakten diverser Ausgrabungsstätten der Insel.
    Aufgrund der Hitze hatten wir den Besuch der Ausgrabungsstätte von Skarkos unterlassen. Von den Kapellen oberhalb der Chora sah man hin und wir stellten fest: Anmarsch und die gesamten Ausgrabungen in der prallen Sonne!
    Interessant wäre es allemal gewesen...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Skarkos
    Wir zogen es vor das halbe Dutzend Kapellen am Berg über der Chora heimzusuchen, mit Blick über den Hafen, die Reste der Windmühlen, Skarkos und den umliegenden ägäischen Inseln und dann in der Chora zu schlendern, Kaffee und Bier zu genießen und dann über die Stiegen in den Hafen abzusteigen.
    Der Meltemi pfefferte wieder mal wie verrückt und so blieb uns nichts anderes übrig als ein paar Tage zu bleiben.
    An den unglaublichen Schwell der Fähren gewöhnt man sich, obwohl man jedes mal glaubt die Wellen reissen die Festmacherklampen aus dem Bootsrumpf! Gelitten haben nicht nur die Leinen, uns hat es im Herzen weh getan, arme geschundene "Ostbahn"...
    In der Chora hatten wir auch ein nettes, etwas verstecktes Restaurant gefunden, authentische griechische Küche, familiäres Ambiente, vernünfige Preise, das wollen wir euch nicht vorenthalten:
    https://maps.app.goo.gl/3eVrs8deM8d9EFh7A?g_st=ac
    Irgendwann hat uns der Schwell der Fähren doch gereicht und wir legten ab.
    Unser Ziel war die Magganari Bucht im Süden von Ios.
    Der Meltemi war immer noch mordsmäßig fett und legte dann in der Bucht noch mächtig zu! Böen weit über 50 Knoten (etwa 100 km/h) donnerten durch die Bucht und zerrten an der Ankerkette, dass einen Angst und Bange wird! Eine dieser Böen konnten wir mit 51 Knoten messen!
    Aber auf unseren 30kg Anker und 55 Meter Kette auf 5 Meter Wassertiefe, perfekt im Sand vergraben, hat das alles nicht beeindruckt! Der hielt bombenfest, die ganze Nacht!
    Ich habe den Ankertanz der Nacht aufgezeichnet, ein beeindruckendes Kipferl haben wir da in die Bucht gemalt...
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  • Über Paros und Sifnos nach Ios

    August 23 in Greece ☀️ 27 °C

    Nachdem wir lansam genug hatten vom völlig überrannten Naxos war es Zeit unserem Anker wieder mal ein paar Stunden Tageslicht und Frischluft zu gönnen! Also rauf mit dem Haken und bei angenehmen Wind ging es um das südliche Kap von Paros in die Paranges Bucht. Eine ruhige Nacht dort, abgesehen vom ständigen Schwell, der aber fast überall in Griechenland herrscht. Schuld daran sind die vielen großen Fähren, Schnell- und Katamaranfähren, die Hundertschaft an Container-, Tanker-, Bulkcarrier-, und sonstiger Großschifffahrt, welche die griechischen Gewässer ständig durchpflügen.
    Am nächsten Tag - wir konnten nicht anders - mussten wir die knapp drei Seemeilen zu den vorgelagerten Inseln Panteronisi, Glaropunta und Tigani fahren. Zwischen den Inseln karibisches Blau in allen Abstufungen und Schattierungen, dementsprechend hoch natürlich das Aufgebot an Tagesgästen, die mit allen möglichen schwimmenden Untersätzen diese paar Steinhaufen stürmten.
    Uns war es wurscht, denn spätestens um 19:00 war der Spuk vorbei und uns gehörte der Ankerplatz ganz alleine. Fast zumindest, denn gegen 21:00 kam noch ein Segelboot und wollte akkurat 15 Meter neben uns ankern. Unverständlich, denn die Bucht wäre wirklich groß genug um vernünftig Abstand zu halten. Nach längerer Diskussion, die zum Schluß durchaus rüde wurde hatten die Gäste den Skipper davon überzeugt, das sowas eine Unart ist und sie wollen selbst nicht so knapp neben einem anderen Boot liegen. Zu deren Glück, denn ich hatte die Akku-Flex schon vorbereitet...
    Bald des nächsten Morgen noch bevor der Tageswahnsinn hier wieder einsetzt zogen wir unseren Anker hoch und perfekter Wind brachte uns nach Sifnos. Auf der Westseite der Insel erwartete uns ein echtes Kleinod!
    Vathi, eine tief einschneidende und beiderseits von hohen Klippen umrahmte Bucht öffnete sich vor uns! Wenn man es nicht weiß dann würde man es von See kommend nicht ahnen, was sich da verbirgt!
    Eine kleine Kirche, ein kleiner Anleger, ein paar Ferienappartements, ein Markt (das Prädikat "Super" verdient er nicht, hat aber trotzdem einiges), fünf oder sechs Restaurants, alle direkt am Wasser, keine Stranddiscos die bis zum Morgengrauen für 5 Hanseln mit 120 Dezibel wummern, Sandstrand im gesamten Rund der Bucht, guter Ankergrund, windgeschützt gegen fast alle Richtungen und vor allem kaum Schwell! Herrlich! Herz was willst du mehr?
    Griechenland wie man es von "früher" kennt, ohne Schickimicki, bodenständige Tavernen mit vernünftigen Portionen und Preisen, das mussten wir ein paar Tage auskosten!
    Doch auch die schönste Zeit im Paradies geht irgendwann zu Ende und so verließen wir Vathi nach vier angenehmen Tagen. Unser neues Ziel war Ios, der Stadthafen, denn unsere Vorräte gingen wieder mal zur Neige.
    Der Wind dort hin sollte eigentlich halbwegs sein, aber wie so oft hat der Wind den Wetterbericht nicht gelesen, denn es war spiegelglatt und Ententeich! Was solls, Motor an und seit endlosen Zeiten tuckerten wir wieder mal dahin. Eigentlich eine willkommene Abwechslung zum ständig verrückt blasenden Meltemi!

    Vathi: In Griechenland gibt es mindestens 25 Orte, die als "Vathi" bezeichnet werden.
    Vathi bedeutet so viel wie "tief, tief einschneidend". Also Orte, meistens Buchten, die tief ins Land einschneiden und im Normalfall auch meist sehr geschützt von fast allen Seiten sind.
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  • Naxos

    August 18 in Greece ☀️ 25 °C

    In dieser abgeschiedenen Bucht im Süden Naxos blieben wir dann noch eine weitere Nacht. Es war notwendig nach dem Horror in Schinoussa!
    Ein paar Tage davor hat mich ein ehemaliger Arbeitskollege, oder vielleicht besser - Jugendfreund? wie auch immer, netter Kerl, ewig nicht gesehen! - kontaktiert und erzählt, er hat kurzfristig mit seiner Frau beschlossen, ein paar Tage nach Naxos zu kommen.
    Natürlich wollten wir uns Beide dieses Treffen nicht entgehen lassen, immerhin hatten wir uns vor 16 Jahren das letzte mal getroffen!
    Vivi und Regina, seine Frau (die ich immer liebevoll Angina nenne, und sie verzeiht es mir seit Jahrzehnten), warteten am Strand in der Nähe ihrer Unterkunft und wir versuchten, diesen Ort zu finden. War nicht so einfach, denn einerseits konnten wir nicht so knapp an das seichte Ufer ran fahren, und andererseits ist der liebe Vivi ein bisserl schasaugert, und konnte uns am Wasser nicht ausmachen. Auch die Ortsangaben waren nicht gerade nautisch umsetzbar, aber zu Guter letzt fanden wir den richtigen Strandabschnitt und die Beiden wachelten mit den Handtüchern, was bei den anderen Strandbesuchern ein bisserl Kopfikratzen ausgelöst hatte.
    Anker runter, Dinghi ins Wasser und dann rüber an den übervölkerten Strand zum großen Wiedersehen! Letzteres mussten wir natürlich mit ein paar Bierchen begiessen und für den Abend war der Entschluss gefasst, dass wir gemeinsam Essen gehen.
    Bald war ein Lokal gefunden und dort verbrachten wir einen gemütlichen, lustigen Abend, schwelgend in alten Geschichten. Und natürlich waren wir die letzten Gäste dort!
    Tags drauf ging es für uns mal nach Naxos Stadt. Einerseits weil wir eine Wäscherei brauchten und andererseits weil wieder größerer Einkauf fällig war.
    Am Abend schlossen wir uns den Tausenden Touristen an, die zum Sonnenuntergang auf den Naxos Portara Hügel - dem Wahrzeichen der Insel - strömten. Unglaublich wieviele Menschen jeden Abend den Hügel stürmen! Wir genossen den Sonnenuntergang inmitten der Wahnsinnigen denen für Instagram keine Pose zu blöd ist und natürlich auch den Blick auf unsere "Ostbahn", die unter dem Hügel im Hafen schaukelte.
    Von unserem Liegeplatz unter dem Hügel hatten wir täglich das Schauspiel der diversen Fähren die jedes Mal dutzende Autos, hunderte Touristen, etliche Mopeds und Motorräder und natürlich auch all die Lastwagen mit den Gütern die diese Insel benötigt, herbringen und auch wegbringen.
    Manchmal zwei Fähren gleichzeitig die sich mit Gehupe den Anlegeplatz ausmachen, und auch am Wellenschlag am Ankerplatz wusste man ob eine große Fähre oder eine Katamaranfähre angelegt hatte. Hafenkino in Großformat, Ultracolor und Breitwand! Und im Hintergrund startete oft gleichzeitig ein kleiner Turboprop Flieger der Aegaean Airlines und brummte über den Hafen.
    Vivi und ich verbrachten einen gemütlichen Nachmittag in einer Kneipe, Angina und Moni machten die Boutiquen der Stadt unsicher!
    Und den Abend verbrachten wir in einer netten Taverne am Hafen mit Fisch und Wein...
    Auf jeden Fall werden wir uns in Österreich auch treffen! Danke für die schöne Zeit mit euch!
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  • Über Schinoussa nach Naxos

    August 12 in Greece ☀️ 28 °C

    Nochmal den Wassertank voll machen, nochmal zum Fleischhacker und Supermarkt, nochmal sonstige Besorgungen und dann raus aus dem Hafen!
    Wir wollen nach Schinoussa, eine klitzekleine Insel südlich von Naxos. Für die nächsten Tage war wieder mal Fetzenwind angesagt, den wollten wir in einer weitläufigen Bucht an der Westküste der Insel abwettern. Was wir zum Zeitpunkt des Ablegens nicht wussten: der Meltemi hat es offenbar auf uns abgesehen!
    Wir waren noch nicht weit aus der Hafenbucht draußen, da wurden aus den angesagten 15 Knoten Wind (knapp 30 km/h) das Dreifache! 40 Knoten Grundwind, Böen über 45 Knoten pfefferten aus Norden und ließen das Meer kochen!
    Beide Segel waren nur mehr Handtuchgröße, die Wellen und Brecher ergossen sich regelmäßig über unsere "Ostbahn". Irgendwann hatte ich zur Stabilisierung den Motor dazu genommen, damit mir der Autopilot zumindest mal für ein paar Minuten die Arbeit am Steuer abnehmen konnte. In erster Linie um mich halbwegs trockenzulegen - ich war ja für 15 Knoten Wind bekleidet, also Sommerzweiteiler: Sonnenbrille und Kapperl! - ordentlich wasserabweisend zu adjustieren, Schuhe und die Rettungsweste anlegen zu können.
    Schinoussa kam langsam näher, die Wellen aufgrund der Windabdeckung weniger und seltsamerweise ging auch die Windstärke zurück. So weit, dass uns am Südende der Insel ein Einmann-Laser - eine winzige Sportjolle - entgegen kam! Vor 10 Minuten hatten wir noch Rotz und Wasser gekämpft, und plötzlich das Spielzeugboot! Da fühlt man sich mehrfach ordentlich verarscht! Vor allem weil beim Blick Richtung Amorgos noch deutlich schweres Wetter auszumachen war...
    https://de.wikipedia.org/wiki/ILCA_4,_6_und_7
    In userer gewählten Bucht fanden wir bald einen geeigneten Ankerplatz, immerhin wollten wir mindestens die nächsten drei Tage hier verbringen und den angedrohten Sturm der nächsten Tage auszusitzen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schinoussa
    Der erste Tag und die Nacht waren friedlich, der Wind seltsam aus allen Richtungen, nichts Aufregendes.
    Der zweite Tag war auch noch friedlich, der Wind auch seltsam und weit entfernt von den Prognosen.
    Die Nacht wurde dann schlimm! Und nein, nicht wegen des Windes, der kam auch auf. Nein, das Restaurant am Hügel startete exakt um Mitternacht ein Open Air Konzert, welches sich bis um sage und schreibe 8:15 Uhr des Morgens wirklich... WIRKLICH! lautstark über die Bucht ergoss! Bis! Zum! Sonnen!Aufgang! Zum verrückt werden, denn die Band hatte ihr Set etwa vier mal komplett durchgespielt, um auf über acht Stunden Beschallung mit griechischer Katzenjammermusik zu kommen!
    In der nächsten Nacht begann um exakt Mitternacht ein griechisches Fräulein ihre Violine oder Geige zu malträtieren und dazu zu "singen", wieder die ganze Nacht, bis Sonnenaufgang! Noch schlimmerer Katzenjammer, diesmal mit Geige! Wieder mindestens 3x das gleiche Set!
    Ich war knapp dran meine Japansäge ins Dinghi zu packen, anzulanden und die Dame zu bitten, mit der Säge auf ihrem Instrument weiterzu"spielen", während ich mit dem Seitenschneider alle Kabel durchzwicke!
    Sämtliche Ankerlieger in der Bucht waren mittlerweile richtig genervt, zwei Nächte kaum ein Auge zugemacht wegen dieser scheixx Musik! Und man konnte wegen des Sturmes kaum weg von dort! Ausgeliefert! Auch am Tag war an Schlaf nicht zu denken. Aufgrund des Sturmes lief immer mehr Schwell in die Bucht und die Boote rollten oft mit über 45° hin und her und die Hitze war auch unerträglich!
    Noch eine weitere Nacht mussten wir diesen Wahnsinn ertragen, denn die Geigendame hatte noch einen weiteren Gig, diesmal zum Glück aber in einer anderen Bar, die wesentlich weiter von unserer Bucht entfernt war. Es war zwar unmögilch im Cockpit zu schlafen, aber unter Deck war es halbwegs erträglich.
    Am nächsten Vormittag hat es dann gereicht. Anker auf und weg da! Der Wind war zwar immer noch unsegelbar, aber wir hatten beschlossen die eineinhalb Stunden bis an die Südküste von Naxos müssen wir einfach schaffen, denn noch eine Nacht mit Zwangsbeschallung geht nicht mehr!
    Eine winzige Insel, 4,5km lang, maximal 3km breit, veranstaltet solch peinliche Open Air? Für vielleicht mal 200 Besucher? What the F*ck!
    Die Überfahrt war hart und hat uns ausgelaugt von den letzten Tagen echt den letzten Nerv gezogen, aber es hat sich schlussendlich gelohnt! Stille, Ruhe, kaum künstliches Licht, perfekter Ankergrund! Schlafen... und beim Lulu die Sternschnuppen der Perseiden beobachten!
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  • Amorgos, weißes Kloster und Chora

    August 10 in Greece 🌬 27 °C

    Ungefähr acht Autovermieter gibt es in Katapola, der größte hat etwa 30 Autos, der Kleinste schätze ich acht Vehikel, also doch einiges an Fahrzeugen. Sollte man glauben dass man für den nächsten Tag einen fahrbaren Untersatz bekommt... sollte man glauben!
    Egal wo wir rein gegangen sind, leider "booked out"!
    Der Platzhirsch erklärte mir, wenn ich morgen früh komme, könnte vielleicht ein Gefährt verfügbar sein!
    Wir wollten einfach zum Kloster und in die Chora, aber nicht mit dem Bus! Steinigt uns, aber seit meiner Zeit als Straßenbahnfahrer bin ich selten in ein Öffi Fahrgeschäft eingestiegen, mit Ausnahme vom Flixbus!
    Kurz nach Acht Uhr bin ich beim Vermieter auf der Matte gestanden, und zum Goldpreis bekam ich einen schmucken Peugeot NeunNullSchlagmichtot in Diesel gehalten! Jetzt stand uns die Insel offen, wurscht wann und wohin!
    Diesmal wollten wir es schaffen, vor der Mittagshitze eines unserer Ziele, nämlich das weiße Kloster, zu besuchen.
    Wie dämlich kann man eigentlich sein am Vormittag ein Kloster unter den südlichen Klippen der Insel aufzusuchen?
    Sehr dämlich!
    Wir sind beim Aufstieg über die Treppen fast dehydriert, obwohl wir nicht wenig Wasser mit hatten!
    Schnaufend und verschwitzt standen wir in unserer Klosterbekleidung - Dame mit verhüllten Schultern und langen Rock, Herr in langer Hose und Hemd - vor der steilen Treppe zum wahrscheinlich spektakulärsten Kloster Griechenlands!
    das Bauwerk schmiegt sich etwa 300 Meter über dem Meer unter die Felsklippen. Es ist gut 40 Meter lang und misst an der breitesten Stelle etwa fünf Meter.
    Un!Vor!Stell!bar! Wie kann man so etwas bauen?
    Acht Stockwerke hoch mit Treppen in den Fels geschlagen, leben zur Zeit gerade mal zwei Mönche hier!
    Zu Zeiten der Piraten und sonstigen ständigen Kriegswirren hier war das Gebäude unscheinbar mit Steinen in Tarnfarbe gebaut, erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde es weiß getüncht. Die Farbe wird einmal im Jahr neu aufgetragen.
    Der Eintritt ist frei, ein Verein kümmert sich um den Erhalt über Spenden. Der Besuch beinhaltet auch ein Gläschen (oder zwei) ausgezeichneten Kaktuslikör und Wasser. Spende bitte ja!
    Und die Geschichte warum und wer es erbaut hat lies bitte hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Panagia_Chozoviot…
    Ach ja... der Besuch am Nachmittag ab 17:00 Uhr ist wesentlich sinnvoller als bei voller Sonneneinstrahlung am Vormittag! Glaub es uns!
    Nach dem Kloster sind wir in die wunderbare Chora, der Hauptstadt von Amorgos! Hoch am Berg, viele Haarnadelkurven mit dem Auto erwartet dich ein wirklich imposantes Bergstädchen.
    Verwinkelte Gassen, kleine Plätze, Kirchen und Kapellen, ein imposanter Felsen mit dem leider baufälligen und gesperrten Kastell, Windmühlen die aus unserer Sicht wesentlich besser renoviert werden könnten und in Szene gesetzt das ganze Ambiente noch mehr aufwerten könnte.
    Hätte, hätte, Ankerkette... es ist trotzdem die Reise wert!
    Alleine die sehr liebevoll gestalteten Tavernen und Kafeneion, die Fetzotheken und Kunstateliers und was es sonst noch in den Gässchen und an den Treppen gibt, es lohnt sich!
    Wir nutzten das Auto dann noch um nach Agiali, der zweitgrößten Ortschaft am östlichen Ende der Insel zu fahren. Vor zwei Tagen hatten wir in der Nähe geankert.
    Das spannende an der Fahrt ist, dass man nicht wie sonst üblich an der Küste entlang fährt, sondern über etliche Serpentinen und einem meist in Nebel verschwundenen Pass. Auf Schritt und Tritt Ziegen, die im Schatten der Leitschienen und der spärlichen Vegetation oder unter Felsvorsprüngen dösen.
    Ein Polizeiauto hat uns auf der Passstraße abenteuerlich überholt, wir waren vielleicht drei Minuten später in Agiali.
    Für den Westen der Insel reichte die Zeit leider nicht mehr...
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  • Amorgos

    August 9 in Greece 🌬 27 °C

    Immer noch beeindruckt von Levitha und den Menschen dort lösten wir unsere Vorleinen von der Boje und machten uns auf den Weg westwärts. Unser Ziel ist Amorgos. Eine relativ große und hohe Insel, quer zu den Hauptwindrichtungen Meltemi und Sirokko gelegen, aber mit ziemlich wenig Bevölkerung. Neben der Hauptstadt Chora und dem dazugehörigen Haupthafen Katapola gibt es noch ein paar kleine Dörfer.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Amorgos
    Der Meltemi machte uns die Passage wieder einmal nicht leicht.
    An der Insel Kinaros vorbei ging es noch halbwegs.
    Kinaros ist insofern interessant, da es dort eine einzige Bewohnerin gibt. Die alte Frau lebt dort seit 2000, anfangs mit ihrem Mann, der 2013 verstorben ist. Sie möchte auch dort sterben und neben ihrem Mann begraben werden. Unglaublich mit welcher Kraft sie die kleine Landwirschaft mit den paar Ziegen und Hühnern schaukelt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kinaros
    Der Wind wurde stärker und bekam immer mehr westliche Komponente. Das machte das segeln immer mühsamer!
    Obwohl wir den östlichen Berg Krikellos mit seiner fast immerwährenden Wolkenhaube von Levitha aus schon sehen konnten, kam die Insel nur zögerlich näher.
    Irgendwann waren wir dann doch an der Nordküste entlang, dort wurden wir von den Reflexionen der Wellen noch zusätzlich gerüttelt und geschüttelt!
    Wir ankerten dann für eine Nacht hinter der Insel Nikoura, angenehm ruhig und ohne Wellen.
    Tags drauf machten wir uns auf den Weg in den Haupthafen Katapola.
    In Katapola hatte ich vor etwa 30 Jahren als frischgebackener Skipper bei schweren Seitenwind ein Anlegemanöver gefahren, wofür mir dann der alte Mann, der damals das Wasser an die Yachties verkaufte, in höchsten Tönen gelobt hatte und mir einen Metaxa und zwei Ouzo spendiert hatte. Ritterschlag eines alten Griechen sozusagen...
    Auch diesmal war das Anlegemanöver kein Honigschlecken, denn genau als wir anlegten drehte der Wind für zehn Minuten auf die Seite und ich fühlte mich fast an das Manöver vor 30 Jahren zurück versetzt. Aber als recht gut eingespieltes Team waren wir bald gut an der Mole vertäut!
    Leider ohne alten Griechen, der applaudiert und einen Drink spendiert...
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  • Levitha

    August 6 in Greece 🌬 25 °C

    Die letzte Nacht in Patmos war etwas ambivalent.
    Einerseits war die Bucht ruhig und finster, schön zum Schlafen im Cockpit, andereseits kroch in der Windstille gut zwei Stunden lang Güllegestank durch die Bucht. Ich vermute, der kleine Kreuzfahrer etwa 300 Meter von uns entfernt hat des Nächtens seine Fäkalientanks abgelassen. Warum man das in einer Bucht macht ist mir rätselhaft! Zum Kotzen im wahrsten Sinne des Wortes!
    Nach einem schnellen Frühstück verabschiedeten wir uns von Ute und Frank - die Beiden werden wir sicher wieder treffen wenn wir in den Dodekanes zurück kommen - und segelten los Richtung Levitha. Das Eiland liegt etwa 35 km südlich von Patmos, 40 km westlich von Kalymnos und 40 km östlich von Amorgos. Es ist etwa 7,5 km in Ost-West lang und 3,5 km in Nord-Süd breit.
    Und der Felsen ist unbewohnt... sollte man glauben!
    In diversen Seefahrer-Apps wird beschrieben, dass hier sehr wohl wer lebt, und das wollten wir wissen.
    Manolis, seine Frau Christophorina mit den Kindern Katharina, Dimitri und das Nesthäkchen Stephanos, sowie Manolis´ Bruder Anastasios und die Mutter der Beiden - die Oma - betreiben hier eine Landwirtschaft, mit etwa 650 Ziegen und Schafen, etlichen Hektar Felder mit Weizen und Hafer, hauptsächlich für das Vieh. Ein paar Hühner, zwei Hunde und KEINE Katzen runden das liebe Vieh ab.
    Oma bewirtschaftet den Obst- und Gemüsegarten mit Paradeiser, Zwiebel, Gurken, Paprika, Spinat, rote Rüben, Erdäpfel, Feigen, Weintrauben, Opuntien und was man sonst noch so braucht wenn man autark sein will.
    Die Insel wird von der Familie urkundlich seit mindestens 1840 bewirtschaftet, wahrscheinlich mindestens 100 Jahre länger.
    Wasser kommt aus einer kleinen Quelle, die der Urururgroßvater gefasst hat, Elektrizität erzeugen hauptsächlich ein paar Paneele, ein Windrad, eine Batteriebank und wenn notwendig ein ordentlicher Dieselgenerator. Letzterer aber hie und da nur im Winter, wenn die Paneele kaum liefern.
    Manolis und Bruder Anastasios leben mit der Oma ganzjährig hier, Mama Christophorina und die Kinder sind nur zu Ferienzeit hier, ansonsten im Haus in Patmos. Alle Transporte werden mit einem kleinen Kaiki - also einem griechischen Fischerboot - gemacht. Einmal die Woche muss einer der Männer nach Patmos, um all das was für den Betrieb der Taverne notwendig ist, einzukaufen. Ein echter logistischer Aufwand! Aber da geht es in erster Linie um Wasser, Bier, Softdrinks, die eine oder andere Flasche Wein, und der Müll muss weg! Fahrzeit in eine Richtung etwa drei Stunden.
    Ja, und neben der Landwirtschaft betreibt man hier wie erwähnt eine kleine, feine, echt urige Taverne, ausschließlich mit eigenen Produkten.
    Also Lamm- oder Ziegenfleisch, frischen Fisch der des morgens gefangen wird, sowie Zutaten aus dem Garten. Speisekarte findest du hier vergeblich, entweder Fisch, oder je nach Verfügbarkeit Lamm oder Ziege, oder auch Keftedes, also Fleischbällchen. Vegetarier können Spinat oder Feta in etlichen Varianten und Erdäpfelsticks essen. Mehr gibt es nicht.
    Schon der Aufstieg zur Taverne beziehungsweise dem gesamten Anwesen ist recht spannend. Nach etwa 100 Meter endet ein gepflasterter Weg in der Wildnis. Man sieht zwar die Gebäude, aber keinen Weg. Weitere 300 Meter später trifft man dann wieder auf sowas ähnliches wie einen Weg, der dann auch zu der schnuckeligen Taverne führt.
    Die Taverne ist dekoriert mit etlichen Amphorenbruchstücken, die hier aus dem umliegenden Meer geborgen wurden. Auch viele Artefakte aus dem 2. Weltkrieg sind zu sehen. Von Granaten über Gewehr- und Maschinengewehrteilen, über Helme und sonstigen Kriegsmaterial. Alles aus dem Meer geborgen und zur Mahnung ausgestellt.
    Anastasios erzählte mir, die Ruine am östlichen Kap war mal das Leuchtturmwärterhaus. Es wurde von der deutschen Marine in Schutt und Asche geschossen. Auf der höchsten Erhebung hatten die Italiener eine Anlage erbaut, den Lost Place kann man heute noch besuchen.
    Bis dort hin bin ich nicht gewandert, dafür war es einfach zu heiß! Aber den zweithöchsten Gipfel habe ich auf anraten von Manolis und Anastasios erklommen. Liebevoll das "Kastell" genannt zeugen ein paar Steine davon, dass hier mal eine antike Befestigungsanlage stand. Der Blick über die Insel hat den schweißtreibenden Aufstieg echt gelohnt! Alleine dass im Schatten von fast jedem Busch oder Bäumchen eine Ziege versteckt war, war die Wanderung schon wert!
    Oben angekommen war die Aussicht über Levitha und den Buchten, das Anwesen und die Ländereien der Familie und im Dunst die entfernt zu ahnenden Nachbarinseln einfach sensationell! Rundherum die Glöckchen der Schafe und Ziegen, Vogelgezwitscher, hie und da hüpft ein Grashüpfer oder schillert eine Libelle, manchmal fliegt ein streng geschütztes Rebhuhn auf, der Wind weht noch sanft kühlend. Und quasi kein störendes Internet! Eigentlich deppert das so im Internet zu schreiben...
    Nach meinem Abstieg vom "Kastell" machte ich noch einen Abstecher in die zweite Bucht unterhalb des Anwesens. Dort war bis auf Mama Christophorina alle versammelt zum schwimmen, baden, chillen. Oma saß bis zum Bauch im Wasser, Manolis spielte mit dem Jüngsten im Wasser, Anastasios kümmerte sich um die Quelle und Dimitri war mit der Harpune auf Jagd. Katharina schwamm auch eine große Runde, und Mama hat wahrscheinlich die Stellung im Haus gehalten.
    Ich habe dann Manolis noch gefragt warum auf der ganzen Insel - oder besser zumindest dem Teil den ich bewandert hatte - überall jede Menge Keramikscherben zu finden sind. Er erzählte mir dass in antiker Zeit auf der Nordseite der Insel offenbar eine große mehr oder weniger industrielle Stätte mit etlichen Brennöfen war. Und deswegen auch auf und rund um die Insel so viele Amphoren und sonstige Töpferware zu finden ist.
    Auch die vielen Säcke mit weißem Inhalt erregten meine Aufmerksamkeit. Manolis nutzt natürliche Felsbecken um dort Salz zu gewinnen. Am ehesten ist es mit Fleur de Sol zu vergleichen. Mussten wir kaufen!
    Zu Guter letzt tauschten wir ein Glas unserer selbst gemachten Apfelmarmelade gegen Feigenmarmelade von der Insel!
    Die beiden Männer erzählten mir noch dass eine Firma über die gesamte Insel verteilt Windräder bauen wollte, über Dreißig an der Zahl.
    Dazu muss man sagen dass Beide Green Energy gegenüber absolut aufgeschlossen sind. Aber in diesem Fall wäre deren jahrhundertealte Lebensgrundlage für immer zerstört gewesen. Sechs Meter breite Straßen über 25 Kilometer, dutzende Gipfel und Bergrücken gesprengt und abgeflacht, hunderte Kilometer Kabel, da bleibt nicht viel übrig von deren Paradies.
    Zum Glück stellte sich bald heraus dass der Bau hier eher unwirtschaftlich ist.
    Ich für meinen Teil wünsche der Familie hier noch viele Jahrhunderte in dem kleinen Paradies, weit abseits der Zivilisation die offenbar auch die Kinder lieben, wenn sie hier sind. Auch wenn der letzte Esel von sechs Jahren verstorben ist, mittlerweile drei Traktoren die Arbeit verrichten, es ist einfach ein Kleinod, welches man unbedingt besuchen sollte. Sei behutsam wenn es dich mal hier her verschlägt! Nimm nichts mit von der Insel außer Eindrücke und was du von der Familie kaufen kannst und lass nichts da außer deine Schuhabdrücke im Staub, und vor allem lass keinen Müll da!
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  • Über Fourni nach Patmos

    August 3 in Greece ☀️ 25 °C

    Der Wind ließ langsam auf segelbare Stärke nach, somit hielt uns nichts mehr auf Samos. Ikaria haben wir ausgelssen, zu wenig sichere und vor allem ruhige Ankerplätze...
    Also Anker auf, Segel raus - gerefft natürlich, denn Wind war immer noch genug - und die etwa drei Stunden nach Fourni. Diese kleine Insel ist nur schütter bewohnt, bietet aber etliche gute Ankerplätze. Nach einer Nacht legten wir dort recht bald wieder ab und segelten weiter nach Patmos.
    Auch nicht groß diese Insel, aber als mutmaßlicher Schöpfungsort der Offenbarung des Johannes ist sie Standort eines der wichtigsten Klöster der griechisch-orthodoxen Kirche und ist über mehrere hochfrequentierte Fährlinien mit dem Rest Griechenlands verbunden. Das macht diese Insel zu einem wichtigen Pilgerziel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Patmos
    Beeindruckend ist die Chora mit dem prominenten Kloster des Johannes.
    Wir haben aufgrund der Tatsache dass vor der Skala zwei riesige Kreuzfahrer ankerten unterlassen, das Kloster zu besuchen. Es wäre nur eine riesen Drängerei geworden.
    Trotzdem mussten wir in den Haupthafen, denn blöderweise ist uns eine Sprosse der Badeleiter gebrochen, und das gehört irgendwie repariert!
    Glücklicherweise fanden wir einen Liegeplatz, zwar im grindigsten Teil des Hafens, aber was solls...
    Neben der Tankstelle des Ortes fand ich einen kleine Werft, wo die kleinen Kaikis repariert werden. Und gleich daneben eine Schiffszimmerei. Dort sollte es doch möglich sein an drei Stück Leisten aus wasserbeständigen Holz wie Teak oder Mahagoni zu kommen. Denn wenn ich schon tauschen muss, dann gleich alle drei Sprossen.
    Der alte Tischler in der Werkstätte schnitzte gerade sehr bedacht an einem Riemen - das sind die Ruder der Fischerboote - ganz nach dem griechischen Motto "σιγά σιγά (siga siga)" was so viel bedeutet wie "langsam langsam".
    Ich versuchte mit meinem radebrechenden griechisch zu erklären, was ich brauche. Mitleidsvoll schaute er mich an und verstand gar nichts! Deswegen zog er einen Mitarbeiter der Werft hinzu, der konnte halbwegs englisch. Nachdem wir zu Dritt einige Zeit in den Restebeständen des Holzlagers gesucht hatten fand ich endlich ein Stück Mahagoni, aus dem mit wenig Aufwand drei Leisten geschnitten wurden. Das Ganze auf höchst abenteuerlichen Maschinen, welche bei uns das Arbeitsinspektorat in hellen Aufruhr gebracht hätte, der wäre schreiend davon gerannt! Frei laufende Bandsäge, Richt- und Dickenhobel ohne Schutz, Ständerbohrmaschine mit frei zugänglichen Keilriemenscheiben und etliche weitere Maschinen aus dem letzten Jahrhundert. Wie auch immer, der Tischler schnitt und hobelte meine drei Teile genau so bedächtig wie er vorhin und nachher am Riemen weiter schnitzte und ich ging glücklich zum Boot.
    Moni ging dann einkaufen während dessen begann ich die Badeleiter zu reparieren.
    Nicht lange, stand ein junges, hübsches Mädchen hinter dem Boot, im Badeanzug und Hot Pants und behauptete, sie sei von der Hafenverwaltung und möchte den Liegeplatz kassieren. Klar... kann Jeder behaupten! Also bat ich sie mir ihren Ausweis zu zeigen. Welch Zufall, den hatte sie im Büro und nur als Foto am Handy. Auch keinen Paragonblock oder sonst eine Möglichkeit, eine getätigte Zahlung plausibel zu bestätigen. Fotos am Handy habe ich auch viele...
    Natürlich verweigerte ich die Bezahlung höflich, aber doch bestimmt. Sie meinte, ich kann ja mitkommen ins Büro, dort klärt sich dann alles. Aber nachdem die Lady ziemlich arrogant und gschnappig war, wollte ich das auch nicht. Sie drohte mit Polizei und ich sagte zu, die Polizei darf gerne kommen.
    Zehn Minuten später fuhr ein Streifenwagen mit vier kantigen Typen vor und ich beobachtete, wie einer der Prinzessin ihren Ausweis aushändigte.
    Drei blieben im Auto, einer amtshandelte. Er war höflich und freundlich, und genau so höflich und freundlich erklärte ich ihm, dass ich keinem Mädchen in Badebekleidung ohne Ausweis irgendetwas bezahle, solange sie sich nicht ausweisen kann, das ist keine Art und kein Auftreten.
    Nachdem das besprochen war bezahlte ich €6,40,-, und weil ich auch eine kleine Kretzn bin mit einem €50,- Schein. Hat dann natürlich gedauert bis Sie das Retourgeld von den vier Polizisten zusammengeschnorrt hat, und ich hatte meine Freude daran, wegen gut €6,- das halbe Polizeiaufgebot der Insel aufgescheucht zu haben. Aber wahrscheinlich waren die eh froh mal wieder an die "frische" (Hafen)Luft zu kommen...
    Moni kam vom Einkauf zurück, sah noch verwundert das Aufgebot. Ich machte die Badeleiter fertig und dann verließen wir den Hafen Richtung Bucht, um die neuen Sprossen der Leiter gleich einzuweihen!
    Dann verabschiedeten wir uns von Ute und Frank von der "Shirartori", für uns geht es morgen weiter nach Levithia!
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  • Abendessen zur Pensionierung

    August 1 in Greece ☀️ 28 °C

    Nachdem wir alle Besichtigungen gemacht hatten sind wir noch nach Pythagorio um uns bei Frappe und eisgekühltem Bier zu erfrischen, dort haben wir das Denkmal des Pythagora... bekannt vom Mathe Unterricht : a² + b² = c² https://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras#
    im Hafen bildlich festgehalten und sind zu guter Letzt auf dem Rückweg noch in Koumeika, einem Bergdorf auf unserer Strecke, zu Kaffee und Kuchen eingekehrt.
    Zurück in der Marina, schnell duschen und stylen... es ist ja ein besonderer Tag, da kann man sich schon ein bisschen in Schale werfen 😁
    Dann ein paar Schnappschüsse einschließlich Blödelfotos gemacht und ab ins Restaurant Tara, wo wir am Vortag schon so köstlich gegessen hatten.
    Diese Mal gabs Lamm aus dem Ofen mit Braterdäpfel in Zitronensauce, dazu griechischen Salat, als Vorspeise gschmackige marinierte Anchovies, eine Geschmacksexplosion, dazu noch Retsina. Danach haben wir es uns auf der "Ostbahn" gemütlich gemacht und bei dem Champagner den ich zum 60iger bekommen habe den Korken knallen🍾 lassen und nochmals ordentlich auf meine Pensionierung angestoßen🥂. Snoo bastelte mir aus dem Verschluss eine entzückende Schildkröte 😍🥰
    Jetzt kann ich endlich wirklich relaxen und entspannen....😎⛵️🥳
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  • Der Tunnel des Eupalinos

    August 1 in Greece ☀️ 29 °C

    Nach der schweißtreibenden Zeit in der Ausgrabungsstätte des Heraions begaben wir uns zum Tunnel des Eupalinos.
    Dieser Baumeister baute im 6. Jahrhundert vor Christus eine Wasserleitung für Samos, der heutigen Stadt Pythagorio.
    Der 1036 Meter lange Tunnel war ein Teil dieser Wasserleitung und wurde im Gegenvortrieb - also von zwei Seiten durch den Berg - getrieben.
    Bei der Begegnung erreichte man einen Versatz von unter einem Meter, unglaublich für ein Bauwerk dieser Zeit!
    Wie überall habe ich auch diese antike Stätte mit meinem Invalidenausweis zum Nulltarif besuchen können.
    Nach einem steilen und echt engen Abstieg und einem etwa 25 Meter langen sehr schmalen Schlurf, den man nur in gebückter Haltung - und ich bin echt nicht groß - durchqueren musste, war man im oberen Tunnel, der etwa 1,80m mal 1,80m misst. Ungefähr neun Meter darunter liegt der Leitungskanal. Auf Gitter über dem Leitungskanal kann man zur Zeit etwa 400 Meter des Tunnels begehen.
    Angenehm kühl, und der Helm, den man zur Verfügung gestellt bekommt, hat mehrmals seinen Job gemacht!
    Bitte lies die gesamte Geschichte hier, es ist wirklich unglaublich interessant!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tunnel_des_Eupalinos
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