Inousses
20 Julai, Greece ⋅ ☀️ 30 °C
Der Wind ließ sich auch am Tag nach dem WM Finale bitten. Also haben wir erst mal einen Kanister Sprit in den Tank umgefüllt. Sowas erledigt sich in einer ruhigen Bucht allemal einfacher als auf offener See. Und ewig soll der Sprit ja auch nicht im Kanister darben, die Gefahr dass sich Dieselpest bildet ist größer als im Tank.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dieselpest
Nach einiger Zeit kam er dann aber auf, der Wind! Wurde besser und besser! Segel raus und die "Ostbahn" war in ihrem Element!
Chios und die vorgelagerte Insel Inoussa schälten sich langsam aus dem Dunst. Nachdem unser Kurs nahe an die türkische Küste geführt hatte, hatten wir rechtzeitig unsere Handys auf das griechische Netz gestellt, um böse Überraschungen bei der Abrechnung zu vermeiden.
Die Insel selbt ist klein, der einzige Ort ist zwiegespalten. Einerseits die opulenten Villen diverser griechischer Reederfamilien und andererseits etliche dem Verfall preisgegebene Ruinen. Drei Restaurants, zwei Minimarkets, eine Seewasseraufbereitungsanlage, eine kleine Seefahrtsuniversität, ein "Yachtclub" und eine Menge Kirchen und Kapellen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Inousses
Wir waren in einem der Restaurants essen und verholten nach einer ruhigen Nacht in die kleine Bucht rund um's Kap. Ziegen, Möwen und Fische, sonst nix! Noch eine ruhige Nacht am Anker, faulenzen am nächsten Tag und am Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Lagkada auf der Insel Chios. Dort lernten wir Christine und Hannes von der "Insrige" (tirolerisch für "Unsere") kennen. War wieder mal ein Nette-Leut-Nachmittag und -Abend! Danke dafür!
Am nächsten Morgen stellte ich fest dass unser Filtergehäuse des Wasserkreislaufes undicht ist und sukkzessive unser Wasser davon läuft!
Großer Schreck, denn wenn das Teil komplett aufplatzt, rinnt unser gesamter Wasserbestand ins Boot! Dann gehen wir zwar nicht unter, aber wären sicher bis zu den Waden im Wasser gestanden.
Wir haben aber zum Glück noch so ein Filtersystem an Bord. Dieses wird fliegend verwendet wenn wir im Hafen von den Zapfsäulen Wasser nehmen.
Nachdem der Wind auf eine Richtung gedreht hatte der den Hafen in Lagkada ungemütlich gemacht hatte entschieden wir wieder die vier Semeilen nach Inoussa zu fahren um dort den Austausch der Systeme vorzunehmen.
Also Achterleinen los und Anker auf! Nur... der Anker wollte nicht rauf! Ich merkte wie die Ankerwinde immer mehr stöhnte und sich der Bug sehr weit verneigte. Vorne am Bug sah ich die Bescherung. Unser Anker hatte eine alte versunkene Boje mitsamt Bojenstein und/oder alten Anker, Leinen und Stahlseile erwischt! Ich versuchte erst mit dem Bootshaken eine Sicherungsleine unter all den Mist zu platzieren, hat leider nicht funktioniert. Somit blieb uns nichts anderes übrig, Moni musste ins Wasser um die Sicherungsleine einzufädeln. Als sie wieder an Bord war konnte ich endlich unseren Anker befreien! Der ganze Krempel sank wieder zuück auf den Grund und ich war froh dass ich das Zeug bis fast an die Oberfläche gebracht hatte, und niemand tauchen musste. Immerhin hatte es dort 14 Meter bis zum Grund, das hätte keiner von uns Beiden geschafft!
Wieder zurück in Inoussa machte ich unseren Wasserfilter wieder klar und am Abend durften wir an einer Open Air Veranstaltung für die Bewohner des Dorfes teilhaben. Eine Band, ein gemischter Chor, eine Sängerin mit wunderbarer Stimme, ein Sänger der Gänsehaut produzierte, und fast das ganze Dorf anwesend, trotz ziemlichen Temperatursturz um gut 10°C. Es war das erstmal seit Wochen dass wir lange Hose und eine Weste an hatten...
Hier sind wir mal und bleiben, denn heut Nacht soll es gewittern und stürmen, auch noch kälter soll es werden, schaumamal was das wird!Baca lagi
Mytilini, Lesbos
15 Julai, Greece ⋅ ☀️ 30 °C
...als man denkt!
Angekommen in Mytilini haben wir gleich mal am schlechtesten Liegeplatz des Hafens festgemacht. Nämlich direkt vor dem Abwasserrohr, welches die stinkende Brühe der Stadt in die Weiten des Hafens entlässt. Also schnell wieder Leinen los, Anker auf und am anderen Ende des Hafens einen weniger olfaktorisch kontaminierten Platz gefunden!
Der Abend war dann mit Abendessen in einem mittelmäßigen Restaurant und Roof Top Bar, die den Besuch nicht wert war, bald Geschichte.
Tags drauf zogen wir mal mit unserer Wäsche los zur Wäscherei. Da waren wir wieder Fotomotiv mit unserem Trolly, vollgepackt mit Wäschebergen.
Während Moni beim Frisör war ging ich frohen Mutes zum erstbesten Autovermieter im Hafen, von dort kurz darauf mit langen Gesicht wieder raus: kein Auto! Ausgebucht! Beim Nächsten rein, gleich wieder raus: Fully booked! So ging es bei den weiteren etwa 15 Vermietern, alles ausgebucht!
Der Versuch über eine Internetplattform zu buchen scheiterte auch kläglich. Wir hätten einen VW Up um 85€ haben können, für einen Tag! Oida... ich will mieten, nicht kaufen! Ist halt nicht der Flughafen Athen, wo man einen Opel Corsa um 4,50€ am Tag bekommt.
Also nix mit Inselrundfahrt!
Auch fanden wir keine Werkstätte die unseren Dinghimotor servicieren will. Und der Ship Chandler war eher ein Fischereifachgeschäft und weniger nautisch aufgestellt. Das war etwas frustig, denn wir hatten die Wäsche und den Großeinkauf schon vom Mietauto abhängig gemacht.
Also war umdisponieren angesagt! Einkauf mit dem Trolly, der hat zum Glück ein ordentliches Fassungsvermögen. Da ist im Supermarkt immer großes Staunen, wenn wir damit daher kommen.
Am nächsten Tag versuchten wir endlich mal nicht zur Mittagshitze die ottomanische Burg zu besichtigen.
Quizfrage: wann waren wir auf der Burg? Stimmt! Fast Punkt 12:00 Uhr! Ich habe keine Ahnung warum wir es nie früher schaffen...
Die Festung von Mytilini ist wahrscheinlich eine der größten Burgen im Mittelmeer.
https://de.wikipedia.org/wiki/Festung_von_Mytilini
Die Geschichte der Insel, der Stadt Mytilini und der dazugehörigen Festung ist eine der bewegtesten im ganzen Mittelmeerraum.
Hier haben sich Alle und Jeder von Rang und Namen gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Byzantiner, Osmanen, Römer, Griechen, Perser, Makedonier und Venezier...
Leider konnten wir mangels Mietauto etliche andere Bauwerke wie z.B. die römischen Aquädukte oder die Kremasti Brücke nicht besuchen, auch die Ouzo Destillerie in Ploumari fiel aus. Aber was weiß man, vielleicht kommen wir wieder?
Die "Ostbahn" wurde entsalzt und geschrubbt, ein paar Kleinigkeiten instandgesetzt und den Abend verbrachten wir wieder mit Ute und Frank von der "Shiratori".
Mit herrlichen achterlichen Wind ging es dann tags drauf Richtung Süden. Wir wollten nach einigen Tagen in der Stadt noch eine Nacht in einer Bucht im Süden von Lesbos verbringen. Es wurden dann zwei Nächte daraus, denn der Wind war uns zu unserem nächsten Ziel Chios leider nicht gefällig...
So ein Pech aber auch, denn so waren wir fast "gezwungen", das Endspiel der Fußball WM in einer einsamen Bucht ganz alleine vor Anker anzusehen. Und als die Spanier endlich das erlösende Tor reingeballert hatten hallte unser Jubel lautstark durch die ganze menschenleere Bucht!Baca lagi
Von Sigri nach Mytilini
11 Julai, Greece ⋅ ☀️ 30 °C
Nach dem Besuch des versteinerten Waldes verbrachten wir noch einen angenehmen Abend mit Ute und Frank von der "Shiratori". Die goldene Stunde nutzte ich um endlich wieder einmal unser fliegendes Auge zu starten und die Abendstimmung einzufangen.
Tags drauf war es Zeit den Anker ans Tageslicht zu bringen, wir wollten Lesbos langsam über die Südküste runden und irgendwann in der Hauptstadt Mytilini ein Auto mieten um den Rest der Insel zu erkunden.
Beeindruckend an Lesbos sind auch die zwei tief einschneidenden, jeweils durch eine enge Durchfahrt erreichbaren Meeresarme: der Golf von Kollonis und der Golf von Geras.
Mit wunderbaren Segelwind ging es südwärts zum Golf von Kollonis, dort wollten wir hin. In der Durchfahrt packten wir für ein paar 100 Meter unsere Segel weg, aber danach wurden wir weiter mit ordentlich Wind belohnt, den wir dankend annahmen.
Kurz vor Kollonis, dem größten Ort im Golf sahen wir bei der Suche nach einem Ankerplatz etwas Größeres im Wasser treiben. Nach kurzem Rätseln war klar, vor uns treibt ein Surfer im Wasser, seine Segel abgebaut und zusammengerollt am Board, schon etwas erschöpft. Bei immer noch gut 6 Windstärken war die Bergung schwieriger als gedacht, denn er wollte sein Material nicht aufgeben.
Also erst mal sein Segel und Mast geborgen, dann ein zweites mal zu ihm und er konnte endlich mitsamt seinem Board zu uns aufsteigen. Sein Gabelbaum war gebrochen und schon eineinhalb Stunden trieb der arme Kerl schon im Wasser. Wir brachten ihn so nah ans Ufer wie möglich, die letzten 250 Meter schwamm er dann mit seinem Material an den Strand. Uns passte der Platz sehr gut und so beschlossen wir gleich zu bleiben. Etwa eine Stunde später kam Manuel, der Surfer mit neuem Gabelbaum zurück, drehte ein paar Runden um unser Boot und bedankte sich nochmal herzlich.
Die nächsten Tage waren dann geprägt von wenig Wind und so gondelten wir gemütlich von einer Bucht in die Nächste. Und dann versuchte ich den Nachthimmel in einer der wenig lichtverschmutzten Buchten einzufangen... mit Erfolg!
Langam neigten sich unsere Vorräte dem Ende zu und es wurde Zeit eine Stadt mit dem damit verbundenen Einkaufsmöglichkeiten anzulaufen. Mytilini, die Hauptstadt sollte es werden. Einerseits des Einkaufes wegen, Auto mieten zur Landpartie, unserem Dinghimotor wollten wir ein Service angedeihen lassen, andererseits wollten wir die "Ostbahn" wieder mal vom Salz befreien und des Weiteren waren Friseurbesuche auch angebracht.
Der Wind nach Mytilini war saugeil, kreuzen vom Feinsten, der Liegeplatz im Stadthafen war gut! Wir freuten uns auf die kommenden Tage hier!
Doch meistens kommt es anders...Baca lagi
Der versteinerte Wald bei Sigri
10 Julai, Greece ⋅ ☀️ 25 °C
Die angekündigte Schlechtwetterfront entpuppte sich als Fröntchen ohne ernsthafter Relevanz. Ein paar Regenspritzer, bisserl mehr Wind und am Vormittag war alles vorbei.
Also zogen wir los um einen Teil des versteinerten Waldes nebst dazgehörigen Museum zu besuchen.
Das Museum stellt nicht nur diverse Versteinerungen aus. Es zeigt auch auf interessante Weise die Zusammenhänge der Entstehung dieser geologischen Besonderheit, wie sich die Fauna und Flora vor etwa 23 Milionen Jahren zusammensetzte.
Das Museum steht direkt im Plaka Petrified Forest Park. Auf diesem weitläufigen Areal findest du etliche versteinerte Wurzeln, aufrecht stehende Baumriesen aus Stein, größere und kleinere versteinerte Artefakte.
https://www.lesvosmuseum.gr/en
Wir waren wirklich beeindruckt und können den Besuch nur wärmstens weiter empfehlen!
Im Museum gibt es zwar eine Cafeteria, trotzdem ist die Mitnahme von Getränken sinnvoll, vor allem wenn man den etwas abseits gelegenen größeren Teil der Anlage besucht!
Auch ist der Begriff "Wald" in dem Zusammenhang irreführend, denn all die Artefakte stehen und liegen mit einzelnen Ausnahmen in der prallen Sonne!Baca lagi
Sigri, Lesbos
8 Julai, Greece ⋅ ☀️ 26 °C
Relativ zeitig des Morgens, zumindest für unsere Verhältnisse, sind wir aus den Federn, haben die "Ostbahn" vorbereitet und Anker auf!
Für den Tag hatten uns diverse Wetterorakel zumindest halbwegs Wind versprochen, denn wir wollten eine recht große Passage mit über 50 Seeeilen (knapp 100 km) von Linmos nach Lesbos nehmen. Dafür braucht man bei guten Windbedingungen etwa neun Stunden.
Frei nach Toni Polster: "Ich sage mal so..." wurden die Versprechen nicht eingelöst.
Die meiste Strecke blubberte der Karpfenhäcksler auf Ententeich, also spiegelglatter See! Anfangs sogar mit Strömung von vorne, die hat aber bald nachhaltig auf achteraus gedreht. So konnten wir gemütlich mit 1.000 Touren dahinblubbern, doch gute 5 Knoten (etwa 10km/h) machen und wirklich wenig Kraftstoff verkochen. Gegen Ende des Tages hatte der Wind dann doch ein Einsehen und wir konnten ein paar Meilen unter Segel zurücklegen.
In Sigri sind sind wir nach etwa elf Stunden angekommen, versenkten unseren Anker unterhalb der markanten ottomanischen Burg und machten uns nach einem ordentlichen Ankerschluck ans Kochen.
In Myrina kauften wir eine große Haxe, angepriesen als vom Lamm. Wir lieben Lammfleisch! Beim Zubereiten stellte sich heraus, ist eher vom Schaf oder Ziege. Das hat uns aber nicht aus der Bahn geworfen. Ich hab das Teil erstklassig zubereitet und Moni hat nicht minder erstklassig die Kritharaki - eine typisch griechische Teigware in Tomatesauce - gezaubert. Das Ganze dann im Rohr noch mit Käse überschmolzen stand dem Genuss nichts mehr im Wege.
Das für den nächsten Tag prognostizierte Schlechtwetter war auch schon beim Sonnenuntergang recht gut zu erkennen. Wolkenbänke im Westen kündigten es an. Unser Ankerplatz ist gut geschützt, der Anker sitzt bombenfest im Sand, wir werden sehen was der Morgen bringt.
Was noch zu erwähnen ist: zur Zeit und das auch noch länger haben wir hier in der nördlichen Ägäis sowas wie eine "Kältewelle". Die Temperaturen am Tag erreichen selten 30°C, und in den Nächten ist es mit teilweise unter 20°C eher kühl! Auch die Wassertemperatur ist mit 23°C ziemlich prickelnd.Baca lagi
Diaphori, Limnos
7 Julai, Greece ⋅ ☀️ 29 °C
Nachdem wir wieder mal unsere Vorräte aufgefüllt hatten segelten wir mit raumen Wind ganz entspannt in die Diaphori Bucht.
Vor uns segelten Ute und Frank auf deren "Shiratori". Die Beiden kannten unser Boot vom Vorjahr. Da sind wir offenbar in Agios Marina auf Ägina mit unserem ausgefallenen Schiffsnamen im Gedächtnis geblieben und Ute hat uns jetzt darauf angesprochen.
Die Bucht schneidet tief in die Insel ein und bietet fast perfekten Rundumschutz, erstklassigen Ankergrund, Platz ohne Ende und faktisch unendliche Ruhe. Kein Motorrad, keine Strandbar, keine lauten oder gefährlichen Wasseraktivitäten, kaum Besucher. Drei weiter Segelboote ankerten weit verstreut. Zwei angeblich gute Tavernen am Strand, wir hatten sie nicht besucht. Die Nächte ohne ernstzunehmender Lichtverschmutzung machten Sternderlschauen zum Vergnügen.
Einzig die Einflugschneise des Flughafens, aber die fünf Flieger am Tag merkt man kaum.
Dort mündet direkt vor unserem Ankerplatz ein kleines Flüsschen in die Bucht, und das musste ich mit dem Dinghi unbedingt erkunden!
Ab der üblichen seichten Mündungsbarriere klappte ich den Motor auf und bewegte mich nur mehr mit Paddel weiter.
Fische sprangen, Enten quakten, Krähen schimpften von den Bäumen, Graureiher, Rallen, Schwalben im Tiefflug und immer wieder Wellen von den Rückenflossen größerer Fische. Ein toter Baum versperrte fast die Durchfahrt, unter einem riesen Maulbeerbaum stoppte ich und delekierte mich an den Früchten. Immer weiter ruderte ich, die Ufer rückten näher und die Paddel streiften am Grund. Dann war das "schiffbare" Ende erreicht. Eine große Brombeerhecke überspannte den Bach. Von dort ließ ich mich vom leisen Windhauch wieder flussabwärts treiben.
Ein netter, kleiner Ausflug!
Und das verwunderlichste: in der ganzen Bucht keine einzige Gelse (Schnake, Mücke, Moskito...)!
Ich habe noch nie so herrlich und unbelästigt im Cockpit schlafen können!Baca lagi
Myrina, Limnos II
6 Julai, Greece ⋅ ☀️ 26 °C
Einkaufen war angesagt, aber vorher gönnten wir uns ein üppiges, süßes Waffelfrühstück!
Danach machten wir uns gestärkt auf, um die Kirche Ag. Nikolaos am Südende des Hafens zu besuchen. Der Aussicht wegen...
Die Kirche selbst sieht von Distanz beeindrucked aus, aus der Nähe ist sie enttäuschend!
Aber die Aussicht ist berauschend!
Wieder unten vom Hügel wie gesagt einkaufen, Anker auf und ab durch die Mitte! Genug Stadt gesehen!Baca lagi
Myrina, Limnos
3 Julai, Greece ⋅ ☀️ 28 °C
Beim Einlaufen war uns schnell klar, an der Mole ist für uns kein Platz frei.
Aber in Griechenland ist das eigentlich recht selten ein Problem. Denn die Häfen sind meistens so groß dass ausreichend geschützte Wasserfläche zum Ankern zur Verfügung steht. Im aktuellen Fall fanden wir sogar fast ganz innen bei der Mole einen guten Ankerplatz. Somit konnten wir für den ersten Abend paddelnd die Stadt erreichen.
Myrina ist der Hauptort der Insel Limnos, oder Lemnos auf altgriechisch.
Der Ort und die Insel haben alle Epochen des Mittelmeeres mitgemacht. Von Hellenen über Ottomanen, Byzantiner, Osmanen, Venezier bis Römer war hier alles vertreten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Limnos
Auch mythologisch ist Limnos behaftet. Hepaistos oder der lemnische Frevel zum Beispiel. Siehe Wikipedia Link. Auch die Nähe zum Hellespont - den heutigen Dardanellen, also der Zugang zum Marmara Meer und dem Schwarzen Meer - war immer maßgeblich.
Das ausgewählte Restaurant für das Abendessen entpuppte sich eher als Reinfall, zumindest teilweise. Monis Oktopus war zwar ausgezeichnet, doch meine Gavros - die kleinen frittierten Fischchen - waren fast ungenießbar. Auch das gereichte Brot war adelig, also "von Gestern" oder so...
Der Kellner war an seiner Arbeit wenig interessiert und meine Beschwerde der Fische und des Brotes betreffend quittierte er schulterzuckend.
Bei manchen Restaurants frage ich mich oft wie die zu deren Bewertungen kommen!
Das absolute Wahrzeichen der Hauptstadt ist unbestritten die riesige Burganlage, die hoch oben auf der Halbinsel welche den Hafen bildet, thront. Unübersehbar, egal aus welcher Richtung man kommt.
Und diese Festung mussten wir natürlich auch besteigen und erkunden. Erst wenn man mal drinnen ist - kein Eintritt übrigens - kann man sich ein ungefähres Bild über die schiere Größe der Anlage machen. Was für ein furchteinflößender Anblick muss das in antiken Zeiten gewesen sein! Wir hätten das gerne gesehen.
Die Burg ist auch heute noch bewohnt, aber nur von Ziegen und einem Rudel Damhirsche, die man meistens am Abend beobachen kann.
https://www.kastra.eu/castleen.php?kastro=myrinaBaca lagi
Von Thessaloniki nach Limnos
1 Julai, Greece ⋅ ☀️ 28 °C
Nachdem wir am Sonntag von unserem Landausflug in die Marina von Thessaloniki gekommen sind wurden wir schon von Steffi und Alois erwartet.
Die Beiden werden in den nächsten Tagen ihre "Orca" für längere Zeit dicht machen und den Sommer daheim in Österreich verbringen.
Unser Auto nutzten wir um gemeinsam nochmal in das Restaurant zu fahren, in dem wir vor einigen Tagen mit Sheenagh und Jonathan so ausgezeichnet gegessen hatten. Diese Idee war gar nicht verkehrt!
Am Montag hatte ich dann vom Ship Chandler das neue Solarpanel und die anderen Bestellungen abgeholt und unseren Einkauf komplettiert.
Nachdem ich das Auto zurück gebracht hatte stürzte ich mich gleich in die Montage des neuen PV Panels. Das Alte tat seinen Dienst mit den neuen LiFePo4 Batterien nämlich nur mehr sporadisch, also wurde es pensioniert! Schon nachdem ich es professorisch angesteckt hatte war ich von der Energieausbeute hochgradig überrascht! So viel Saft wie das neue Panel hatten bis jetzt alle drei Alten zusammen kaum geliefert! Mittlerweile läuft alles so gut, dass die beiden Batterien spätestens um 15:00 Uhr voll sind! Gott sei es gepfiffen und getrommelt... Strom ohne Ende, sodass wir mittlerweile sogar mit einer Induktionsplatte kochen können. Demnächst wird auch noch der Warmwasserboiler angeschlossen, welch Luxus!
Ich musste in den Masttop weil bei unserem Windindikator das Löffelrad getauscht werden musste. Im Himmel angekommen musste ich feststellen dass der ganze Geber festgefressen war. Also das ganze Teil abgebaut und wieder runter vom Mast.
Mit allen möglichen Mittel wurde die Gängigkeit wieder mühsam hergestellt und Alois kurbelte mich ein zweites mal hinauf ans oberste Ende unseres Bootes, um alles wieder zu montieren. Geile Aussicht zwar, aber wirklich wohl fühl ich mich mit meiner Höhenangst freihängend im Bootsmannsstuhl auf etwa 18 Meter Höhe nicht wirklich!
Ein letztes mal Abendessen mit Steffi und Alois, und tags drauf sind wir gegen 7:00 Uhr ausgelaufen. Der Wind hat bald vernünftig segelbare Stärke und gute Richtung bekommen und so konnten wir gut Strecke machen.
Unser Nächtigungsziel war das goldene Horn von Kap Possidi. Leider hat in der Nacht der Wind dort so zugelegt und seine Richtung geändert, dass an schlafen nicht mehr zu denken war, so gerüttelt und geschüttelt wurden wir! Also gegen Mitternacht Anker lichten und etwa vier Seemeilen östlich hinter einer Landzunge wieder in den Grund mit dem Haken! Dort war es um ein vielfaches besser. Der Schwell war kaum mehr, auch der Wind war wesentlich weniger und aus besserer Richtung...
Am nächsten Morgen ging es dann mal einige Zeit unter Motor weiter, denn der Wind dürfte sich in der Nacht verausgabt haben.
Wir wollten das Südende von Sithonia - der Mittelfinger von Chalkidiki - erreichen.
Nach halber Strecke ging es dann doch unter Segel weiter und vor dem Campingplatz von Kalamitsi platschte wieder der Anker ins Wasser. Vor uns die lustige Kulisse der Glamping Zelte und Schuhschachtelappartements, hinter uns der mächtig in den Himmel aufragende Berg Athos, der zur autonomen Mönchsrepublik Athos gehört.
https://de.wikipedia.org/wiki/Athos
Wenige Minuten später waren wir umringt von SUP Boards, besetzt mit Väter und jeweils einer Schar Kinder, die unser Boot neugierig umrundeten.
Nach dem Abendessen wurde natürlich das Match Österreich - Spanien gestreamt, ganz patriotisch!
Die Nacht war dann halbwegs ruhig, abgesehen vom ständigen Schwell der überall in Griechenland zu spüren ist.
Ebendieser Schwell veranlasste mich kurz nach Sonnenaufgang abzulegen und ostwärts Limnos entgegen zu tuckern. Der Berg Athos hüllte sich in Dunst und Wolken, achteraus versank Sithonia im Dunst, Limnos zierte sich noch einige Zeit und zeigte sich noch nicht.
Aber irgendwann war es dann so weit, Limnos tauchte voraus auf und fast zeitgleich begann der prognostizierte Wind! Auf wenig Welle segelten wir dem Hauptort Myrina an der Westküste zu. Schon vom Weiten sind die beindruckenden antiken Befestigungsmauern zu sehen. Die Hafenmole war leider voll, aber im Hafenbecken jede Menge Platz!Baca lagi



























































































































































































Ulrike DousIch lese immer wieder gerne Eure Abenteuer! Dein Stil hat was!
Pengembaravielen lieben dank, liebe ulrike! wir freuen uns natürlich wenn du unsere kleinen geschichten in deinem kreis weiterreichst!
PengembaraDankeschön 🤗