• Tag 1 - Ankunft

    July 28, 2025 in Greece ⋅ 🌙 26 °C

    Mein Ziel: Ein zweiwöchiger Segeltörn mit anschließender Sightseeingtour.
    Erstmal muss ich wohl die Frage beantworten, wie ich dazu kam und warum ich ausgerechnet Segeln gehen wollte und das, obwohl ich ganz genau wusste, dass ich seekrank werden… und eigentlich gar nicht Segeln kann.
    Einigen wir uns erstmal auf: Schnappsidee 🤪

    Warum?
    Angekommen im Alltagstrott, hatte ich immer mehr das Bedürfnis, mal wieder meine Komfortzone zu verlassen. Etwas zu tun, was mich herausfordert, gleichzeitig etwas, was ich noch nie getan und jedoch immer davon geträumt habe.
    Das Leben und die Situation auf beengten Raum ist mir bekannt. Während meiner Reise durch Australien verbrachte ich 8 Monate in einem Auto, teilweise fernab der Zivilisation.

    Auch ein temporären Aufenthalt auf einem Segelboot, konnte ich mir trotz aller Herausforderungen echt gut vorstellen.

    Wie?
    Auf HandgegenKoje.de fand ich ein Inserat von Karsten und seiner Grand-Soleil-Eigneryacht. Sein Inserat klang sympathisch und ich beschloss eine „Bewerbung“ zu schreiben. Kurzerhand haben wir telefoniert und ich habe noch im April zwei Wochen eine Koje auf seinem Schiff reserviert. Karsten segelt hauptsächlich um die Inselgruppen des Dodekanes in Griechenland. Mit 3.000 Sonnenstunden pro Jahr zählen die Dodekanes Inseln zu den sonnenreichsten Regionen Europas.

    Am 28.07 um 6 Uhr ging mein Flieger.
    Schon am Tag zuvor machte ich mich mit dem Zug auf den Weg nach Stuttgart. Ich durfte bei einer Freundin schlafen, die unmittelbar neben dem Flughafen in Stuttgart wohnte. Danke Sophie!!
    Die Anreise nach Stuttgart war nass und kalt. Aber da ich lediglich mit Handgepäck flog, war mein Platz begrenzt und für eine Jacke hatte ich definitiv keinen Platz.
    Nach knapp 3 Stunden Flugzeit, einem unbequemen Nickerchen und einer einstündigen Zeitverschiebung erreichte ich die Insel Kos. Ich verabschiedete mich von einem regnerischen nassen Deutschland und landete bei 30 Grad und Sonnenschein in Griechenland. Fantastisch!

    Das Herausforderndste mit Handgepäck zu fliegend, ist zu einem der begrenzte Platz, jedoch ist das viel größere Problem, die begrenzte Mitnahme an Flüssigkeiten.
    Doch warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht. Die „überlebenswichtigen“ Flüssigkeiten füllte ich in 100ml Behälter ab und den Rest, wie Shampoo und Sonnencreme entschied ich, einfach vor Ort zu kaufen.

    Vom Flughafen Kos musste ich weiter den Bus (2,40€) zum Hafen Mastichari und von dort aus mit der Fähre (10€) zur Insel Kalimnos.

    Auf der Insel Kalimnos angekommen habe ich mich erstmal um die noch fehlenden Hygieneartikel gekümmert. Danach bin ich zum vereinbarten Bootstreffpunkt gelaufen.

    Karsten und seine Freundin Tanja haben mich freundlich begrüßt. In der ersten Woche bin ich mit Karten und Tanja alleine, in der zweiten Woche folgen weitere Gäste. Tanja spricht nur Englisch, was bedeutet, dass mein eingerostetes Englisch mal wieder eine Politur erhält. 😂😂

    Der Hafen von Kalimnos liegt direkt neben der Hauptstadt Pathia. Trotz den Temperaturen wagten wir einen kleine Spaziergang durch die verwinkelten Gassen von Pathia. Doch um die Mittagszeit war die drittgrößte Stadt des Dodekanes fast ausgestorben.

    Zurück am Boot kochte Tanja ein Abendessen für uns Drei. In den nächsten Tagen entscheiden wir gemeinsam, ob wir selbst Hand anlegten und ein Essen kochten oder in den zahlreichen Tavernen zu Abend essen werden. Für mich zählt hierbei definitiv die Abwechslung. Das Kochen auf dem Segelboot bei beengten Verhältnissen ist genau so spannend, wie das hoffentlich ausgezeichnete griechische Essen an den verschiedenen Spots an die wir die nächsten Tage gelangen.

    Nach dem Essen entschieden wir kurzerhand einen Roller zu mieten, um den Sonnenuntergang auf der westliche Seite von Kalimnos anzuschauen. Ein Roller für 20€ inkl. Helm war schnell gefunden und innerhalb 20 Minuten fuhren wir auf die andere Seite der Insel.

    Nachdem wir die Roller wieder abgegeben haben, besuchten wir noch einen lokalen Schwammverkäufer. Das Leben auf Kalymnos ist seit jeher mit dem Handel mit Schwämmen verbunden. Schon in der Antike war die Insel als "Insel der Schwammtaucher" bekannt. Schwämme waren eine Haupteinnahmequelle für die Inselbewohner, und diejenigen, die sich in diesem Handel auskannten, hatten ein gutes Auskommen. Heute ist dem nicht mehr so, die Verkäuferin erzählte uns, dass die gute Ware verschifft wird und Sie nur noch den „Müll“/ Zweitware verkaufen kann.

    Morgen früh werden wir noch Lebensmittel einkaufen, daraufhin starten wir unseren Segeltörn.
    Read more