• Tag 1 - Los geht’s

    11. april, Tyskland ⋅ ☁️ 16 °C

    Meine Reise startet um 12 Uhr in Ravensburg. Derzeit und noch bis Mitte Mai fahren keine Züge zwischen Friedrichshafen und Ravensburg, wodurch meine Haltestelle entfällt. Ein sehr guter Freund hat den Chauffeurdienst übernommen. Besser hätte es kaum starten können. Danke dafür 🫶🏼

    Heute startet unsere zweiwöchige Reise zwischen Küste, Safari, Offroadabenteuer und Weinregion – einmal quer durch Südafrika. Mit dabei ist Isabelle, eine langjährige Freundin aus Stuttgart.

    Am Flughafen wird mir direkt klar: Das hier fühlt sich anders an als meine letzten Reisen.
    Zum ersten Mal seit Langem checke ich wieder einen Koffer ein. 23 kg sind erlaubt, 16 habe ich gepackt – und gefühlt die Hälfte davon besteht aus Sonnencreme, Duschgel und Kosmetik.
    Früher hätte ich wahrscheinlich deutlich mehr eingepackt. Mittlerweile weiß ich: Man braucht meistens weniger, als man denkt. Und wenn doch etwas fehlt, gibt es immer noch Waschsalons oder Supermärkte.

    Während ich so durch den Flughafen laufe, muss ich an eine andere Reise denken.
    Hätte man mich im November 2023 gefragt, ob ich nochmal nach Afrika fliegen würde, hätte ich wohl dankend abgelehnt.

    Damals war ich drei Wochen in Madagaskar. Der Urlaub war vielfältig, Flora und Fauna waren spektakulär und das Abenteuerlevel auf dem höchsten Niveau. Jedoch hat die Armut in dem Land den gesamten Urlaub geprägt. Man hat als Europäer keine Vorstellung, was Armut bedeutet. Die Armut in unserem Land ist keineswegs vergleichbar mit der Armut in einem Land, welches zu den zehn ärmsten Ländern zählt. Ich habe Situationen erlebt, die hätte ich dem Moment lieber gegen eine Tüte Gummibärchen getauscht.

    Und jetzt sitze ich hier, zweieinhalb Jahre später, auf dem Weg nach Kapstadt.

    Südafrika gilt nicht gerade als das sicherste Reiseziel. Die Kriminalitätsrate ist hoch, vor allem Diebstahl und Raub sind weit verbreitet. Isabelle geht das Ganze entsprechend vorbereitet an und denkt mögliche Szenarien schon vorab durch.
    Ich sehe es etwas pragmatischer: Risiko gibt es überall. Ob in Wien, an der italienischen Küste oder sonst irgendwo. By the way - in Italien habe ich vor Jahren mein iPhone an den italienischen Schwarzmarkt abgegeben - natürlich unfreiwillig.

    Am Ende bleiben ein paar einfache Grundregeln, die wir beachten:
    keine riskanten Viertel, keine Nachtfahrten, Auto immer verriegelt, nichts sichtbar liegen lassen und nur dort parken oder campen, wo jemand ein Auge drauf hat. Klingt simpel, ist aber wahrscheinlich entscheidend.

    Nach etwa 2,5 Stunden mit Bahn und Bus komme ich in Stuttgart am Flughafen an. Dort habe ich Isabelle getroffen - meine Reisebegleitung für die nächsten zwei Wochen.

    Der erste Flug führte uns gegen halb 7 nach Frankfurt. Nach nur wenigen Minuten auf Flughöhe startete die Crew auch schon wieder mit dem Landeanflug.

    Der eigentliche Teil der Reise startet um 20:30 Uhr: zwölf Stunden über Nacht bis nach Kapstadt. Landung ist um 9:10 Uhr – deutscher Zeit 🤪

    Jetzt bleibt nur noch eine Frage:
    Schaffe ich es, im Flugzeug wirklich zu schlafen – oder liege ich die halbe Nacht wach und realisiere langsam, dass das hier gerade wirklich passiert?
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