Tag 1 - Los geht’s
April 11 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C
Meine Reise startet um 12 Uhr in Ravensburg. Derzeit und noch bis Mitte Mai fahren keine Züge zwischen Friedrichshafen und Ravensburg, wodurch meine Haltestelle entfällt. Ein sehr guter Freund hat den Chauffeurdienst übernommen. Besser hätte es kaum starten können. Danke dafür 🫶🏼
Heute startet unsere zweiwöchige Reise zwischen Küste, Safari, Offroadabenteuer und Weinregion – einmal quer durch Südafrika. Mit dabei ist Isabelle, eine langjährige Freundin aus Stuttgart.
Am Flughafen wird mir direkt klar: Das hier fühlt sich anders an als meine letzten Reisen.
Zum ersten Mal seit Langem checke ich wieder einen Koffer ein. 23 kg sind erlaubt, 16 habe ich gepackt – und gefühlt die Hälfte davon besteht aus Sonnencreme, Duschgel und Kosmetik.
Früher hätte ich wahrscheinlich deutlich mehr eingepackt. Mittlerweile weiß ich: Man braucht meistens weniger, als man denkt. Und wenn doch etwas fehlt, gibt es immer noch Waschsalons oder Supermärkte.
Während ich so durch den Flughafen laufe, muss ich an eine andere Reise denken.
Hätte man mich im November 2023 gefragt, ob ich nochmal nach Afrika fliegen würde, hätte ich wohl dankend abgelehnt.
Damals war ich drei Wochen in Madagaskar. Der Urlaub war vielfältig, Flora und Fauna waren spektakulär und das Abenteuerlevel auf dem höchsten Niveau. Jedoch hat die Armut in dem Land den gesamten Urlaub geprägt. Man hat als Europäer keine Vorstellung, was Armut bedeutet. Die Armut in unserem Land ist keineswegs vergleichbar mit der Armut in einem Land, welches zu den zehn ärmsten Ländern zählt. Ich habe Situationen erlebt, die hätte ich in dem Moment lieber gegen eine Tüte Gummibärchen getauscht.
Und jetzt sitze ich hier, zweieinhalb Jahre später, auf dem Weg nach Kapstadt.
Südafrika gilt nicht gerade als das sicherste Reiseziel. Die Kriminalitätsrate ist hoch, vor allem Diebstahl und Raub sind weit verbreitet. Isabelle geht das Ganze entsprechend vorbereitet an und denkt mögliche Szenarien schon vorab durch.
Ich sehe es etwas pragmatischer: Risiko gibt es überall. Ob in Wien, an der italienischen Küste oder sonst irgendwo. By the way - in Italien habe ich vor Jahren mein iPhone an den italienischen Schwarzmarkt abgegeben - natürlich unfreiwillig.
Am Ende bleiben ein paar einfache Grundregeln, die wir beachten:
keine riskanten Viertel, keine Nachtfahrten, Auto immer verriegelt, nichts sichtbar liegen lassen und nur dort parken oder campen, wo jemand ein Auge drauf hat. Klingt simpel, ist aber wahrscheinlich entscheidend.
Nach etwa 2,5 Stunden mit Bahn und Bus komme ich in Stuttgart am Flughafen an. Dort habe ich Isabelle getroffen - meine Reisebegleitung für die nächsten zwei Wochen.
Der erste Flug führte uns gegen halb 7 nach Frankfurt. Nach nur wenigen Minuten auf Flughöhe startete die Crew auch schon wieder mit dem Landeanflug.
Der eigentliche Teil der Reise startet um 20:30 Uhr: zwölf Stunden über Nacht bis nach Kapstadt. Landung ist um 9:10 Uhr – deutscher Zeit 🤪
Jetzt bleibt nur noch eine Frage:
Schaffe ich es, im Flugzeug wirklich zu schlafen – oder liege ich die halbe Nacht wach und realisiere langsam, dass das hier gerade wirklich passiert?Read more
Tag 2 - Ankunftstag
April 12 in South Africa ⋅ 🌙 19 °C
Der Flug nach Kapstadt startete mit etwas Verspätung um 21:30 Uhr – aber ich war vorbereitet: Kompressionsstrümpfe an, Nackenkissen rein, Sitzplatz 31F eingenommen. Kaum hatten wir die optimale Flughöhe erreicht, gab es auch schon Abendessen.
Die Auswahl auf dem Bildschirm vor mir war grenzenlos: von Barbie über Catwoman, alle Harry-Potter- und Hobbit-Filme sowie etliche Marvel-Produktionen. Ich entschied mich für Aquaman: Lost Kingdom. Kurz vor Ende des Films konnte ich kaum noch die Augen offen halten und entschied mich für ein kleines Nickerchen – aufgewacht bin ich zwei Stunden vor der Landung in Kapstadt. Der Wahnsinn. Ich habe einfach den kompletten Flug verschlafen. 😂
Kurz vor der Landung gab es noch eine nach Pappe schmeckende Apfelrolle…. Oder war es doch Pudding 😂🤷🏽♀️ Der Hunger hat’s geregelt – Genuss ist aber definitiv etwas anderes. Gefühlt habe ich bei Langstrecken-Economy-Flügen schon deutlich besser gegessen.
Pünktlich kurz nach 9 Uhr landeten wir auf südafrikanischem Boden. Nach dem Kauf einer eSIM, etwas Bargeld am Schalter und einem kurzen Fußmarsch zur Autovermietung Avis, wartete unser Gefährt – etwas abseits des Flughafens, in einer Lagerhalle, auf uns. Nach dem Papierkram wurde uns das Auto vorgestellt: ein SUV Line Safari Camper B, gebucht mit Premium-Paket und allem was dazugehört.
Der erste Eindruck? Sensationell. In all meinen bisherigen Offroad-Abenteuern habe ich noch nie ein so gepflegtes und gut ausgestattetes Fahrzeug bekommen – und das zu einem Preis, bei dem man gerne zweimal hinschaut.
Was das Auto wirklich alles kann, werden wir in den nächsten Tagen herausfinden🤪🤪
Erstmal machten wir uns auf den Weg, um eine Kleinigkeit einzukaufen – nur etwas Wasser und einen Snack für zwischendurch. Da wir die erste Nacht im Hotel verbrachten, brauchten wir noch keine großen Vorräte. Nach einem schnellen Einkauf und einem Mittagessen im Restaurant nebenan ging es weiter zum ersten echten Highlight des Tages.
Der Tafelberg ist das Wahrzeichen von Kapstadt. Ein gigantischer Berg inmitten der Stadt, etwa 1.086 Meter hoch und mit einer auffallend geraden Oberfläche – daher auch der Name - Tafelberg.
Mit der Seilbahn ging es in wenigen Minuten nach oben. Die Seilbahn wurde 1929 eröffnet und 1997 auf drehbare Gondeln umgerüstet. Während der Fahrt dreht sich das Innere der Gondel einmal komplett – so bekommt jeder automatisch den vollen Rundumblick.
Nach etwas Zeit auf dem Tafelberg fuhren wir noch zum Signal Hill. Der Berg liegt direkt neben dem Lion’s Head und gehört zur Bergkette rund um Kapstadt. Ein kurzer, aber schöner Stopp. Von oben hat man nochmal einen ganz anderen Blick auf die Stadt, mit dem Tafelberg im Hintergrund.
Ehrlich gesagt: Unwohl habe ich mich zu keiner Zeit gefühlt – aber es waren deutlich weniger Touristen auf dem Signal Hill als auf dem Tafelberg. Man hatte eher das Gefühl, unter Einheimischen zu sein. Ein bisschen befremdlich, aber trotzdem eine Erfahrung wert.
Den Abschluss machte die V&A Waterfront – und die war voll. Touristen wohin man schaute. Als historisches Hafenviertel mit über 450 Geschäften und jeder Menge Restaurants war es trotzdem der perfekte Abschluss für den ersten Tag in Kapstadt.
Am Abend musste ich leider noch feststellen, dass ich den falschen Adapter für Südafrika gekauft habe 🫠🙄Read more
Tag 3 - Find Penguins
April 13 in South Africa ⋅ 🌙 19 °C
Meine innere Uhr hat mich gegen 5:30 Uhr geweckt, deutlich zu früh. Unser Wecker klingelte erst kurz vor sieben Uhr.
Um 7 Uhr gingen wir frühstücken. Das Frühstück im Hotel Charles Hope Cape Town war der absolute Wahnsinn. Die Bedienung war nett, fast schon etwas zu flirty. Aber scheinbar ist das hier einfach so – zumindest hatten wir mittlerweile das Gefühl einer gewissen Kontinuität an Freundlichkeit gegenüber Menschen erleben zu dürfen 😁🤪
Gegen 8 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Chapman’s Peak Drive, einer der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt. Man bezahlt Maut für die Strecke und die Erwartungen sind entsprechend hoch. Die Umgebung ist ohne Frage atemberaubend und wunderschön. Und trotzdem hatten wir das Gefühl, den Moment irgendwie verpasst zu haben – als wären wir durchgefahren, ohne ihn wirklich zu greifen.
In Südafrika herrscht Linksverkehr. Zum Glück ist unser Auto mit Automatik ausgestattet, was die Sache deutlich entspannter macht. Trotzdem gibt es ein paar Verkehrsregeln, die anfangs für Stirnrunzeln sorgen. An Kreuzungen mit Stoppschild gilt: Wer zuerst hält, darf zuerst fahren. Kommen mehrere Autos gleichzeitig an, wird das zu einem höflichen Tänzchen aus Blicken und vorsichtigem Vortasten.
Weiter ging es zum Boulders Beach. Der Eintritt zum Nationalpark kostete 25 € pro Person – aber definitiv lohnenswert. Der Boulders Beach ist einer dieser Orte, die sich fast unwirklich anfühlen: weißer Sand, riesige runde Granitfelsen – und mittendrin eine Kolonie afrikanischer Pinguine. Nicht nur eine Handvoll, sondern hunderte tummelten sich am Strand, brüteten ihre Eier aus, watschelten aus dem Wasser oder bauten fleißig Nester. Auf einem Holzsteg läuft man direkt über das Reservat und schaut den Tieren beim Treiben zu. Richtig urig, wie sie mit ihrem watschelnden Gang so unglaublich beschäftigt wirken. Was viele nicht wissen: Die afrikanischen Pinguine stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten – umso schöner, sie hier so zahlreich zu erleben.
Unser nächster Stopp war Cape Point. Steiler Aufstieg, viele Treppen, steiniger Untergrund, schmale Pfade – Sporteinheit inklusive. Oben angekommen: 200 Meter tiefe Klippen, die sich fast senkrecht ins Meer erstreckten, ein alter Leuchtturm und dieser endlose Blick über den Atlantik.
Einen kurzen Abstecher machten wir noch zum Kap der Guten Hoffnung. Historisch ein riesiger Meilenstein: Als Bartolomeu Dias 1488 hier vorbeisegelte, war das der Beweis für den Seeweg nach Indien. Der Name „Kap der Guten Hoffnung“ steht genau dafür: Hoffnung auf neue Handelsrouten.
Aber das allerwichtigste: das Schild am Parkplatz. Es bildete sich bereits eine Schlange. Jeder wollte ein Bild mit der Aufschrift „Cape of good hope - the most south- western point of the african continent“
Wir machten schnell ein Bild und fuhren weiter Richtung Osten.
Bevor wir uns auf die Garden Route begaben, wollten wir noch Vorräte auffüllen. Isabelle recherchierte den günstigsten Supermarkt und fand Shoprite. Ohne groß nachzudenken fuhren wir Richtung Mitchells Plain und merkten erst auf dem Parkplatz, dass wir mitten in einem Township standen. Im ersten Moment fühlte sich dieser Ort falsch an. Doch dann sprach uns ein Mann in Warnweste an und bot an, auf unser Auto aufzupassen – und plötzlich war da dieses Gefühl von Sicherheit.
Am Eingang des Einkaufszentrums lag ein Tierladen. Schon einige Meter vorher verspürte man ein beißenden Geruch in der Luft. Kurz überlegten wir umzudrehen, aber die Zuversicht, hier einkaufen zu können, war größer. Drinnen wurden wir mehrfach freundlich gefragt, ob wir Hilfe brauchen. Wir lehnten ab – nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil wir immer noch kein Kleingeld hatten. Wer Hilfe annimmt, gibt Trinkgeld, üblich sind 5–10 ZAR (25–50 Cent). Wir hatten aber nur die 200-ZAR-Scheine vom Flughafenautomaten. Also kauften wir zwei kleine Flaschen Cola, ließen den Schein wechseln – und konnten uns beim Autowächter mit 10 ZAR und einem Muffin bedanken.
Der Einkauf war ebenfalls erfolgreich getätigt 💪🏽
Später googelte ich Mitchells Plain. Der Ort taucht kaum in einem Reiseführer auf, und das hat seinen Grund – für Touristen ist ein Besuch allein nicht wirklich empfehlenswert. Der Grund: sozialen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität.
Nach dem Einkauf fuhren wir weiter zur R44. Zuvor aber noch durch den Stau an den Slums von Kapstadt. Auto verriegelt, Anspannung spürbar. Ehrlich gesagt war das beklemmender als der Einkauf im Supermarkt. Am Straßenrand erstreckten sich unzählige kleine Wellblechhäuser, dicht an dicht, wie in einer Sardinendose zusammen gedrückt. Hier wohnen Menschen? Unvorstellbar 🙁
Auf der R44 entschädigte uns die Strecke für alles: hinter jeder Kurve ein neuer Blick aufs Meer.
Gegen 18 Uhr erreichten wir unseren ersten Campspot. In Südafrika ist wildes Campen nicht erlaubt, jeder offizielle Platz ist eingezäunt – was ein beruhigendes Gefühl gibt. Wir bauten das Dachzelt zum ersten Mal auf und erkundeten das Auto und seine Utensilien.
Am Abend sprach uns noch ein Nachbar an, der vom nahen Strand schwärmte und einen morning swim empfahl.
Na, mal schauen ob wir morgen aus den Federn kommen und uns für das kalte Nass begeistern können.
Heute schlafen wir jedenfalls nur wenige Meter vom Ozean entfernt, begleitet vom Rauschen der Wellen und dem Zirpen der Grillen.Read more
Tag 4 - stumpfer Fahrtag
April 14 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C
Die erste Nacht im Zelt war gewöhnungsbedürftig. Der Wind rüttelte immer wieder an der Plane, und ich konnte mich nicht entscheiden, ob mir eigentlich zu warm oder zu kalt war. Um 7 Uhr klingelte endlich der Wecker.
Während Isabelle ihre morgendliche Dusche genoss, machte ich Frühstück. Eigentlich wollte ich Tee kochen – blöd nur, dass zur Ausstattung des Autos kein Feuerzeug gehört, um den Gaskocher in Gang zu bringen. Also packte ich alles wieder weg und improvisierte - es gab Saft.
Gegen 9 Uhr packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren weiter Richtung Mossel Bay. Die Strecke zog sich ziemlich: rund 350 Kilometer auf der N2, die stellenweise eher an eine Autobahn erinnerte. Am frühen Nachmittag erreichten wir Mossel Bay, den offiziellen Beginn der Garden Route.
Unser erstes Ziel dort war schnell klar: Mittagessen. Direkt am Leuchtturm hätte es zwar auch ein Restaurant gegeben, aber wir entschieden uns, ein Stück weiter zum Gannet Restaurant zu fahren. Eine gute Entscheidung. Ich hatte einen in Butter pochierten Kabeljau für etwa 12 €. Der Fisch war zart, die Beilagen hervorragend, und der Service aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Für den Preis fast schon eine Frechheit 😜
Zufrieden und mit vollem Bauch ging es weiter Richtung Campingplatz.
Von Mossel Bay nach George nahmen wir die R102. Sie verläuft immer wieder parallel zur N2, und führt durch kleine Orte. Die kurvigen Straße wechselten zwischen Meerblick und atemberaubenden landwirtschaftlichen Flächen. Im Grunde ist es die Straße, die man nimmt, wenn man Zeit hat und nicht einfach nur vorankommen möchte.
In George hielten wir an einer Tankstelle. Die Anzeige stand zwar noch auf halb, aber Isabelle fühlte sich mit einem vollen Tank wohler. Gesagt - getan. Am Ende waren es 66 Liter, deutlich mehr, als ich erwartet hätte. Da fragt man sich schon kurz, wie groß dieser Tank eigentlich ist.
Umgerechnet zahlten wir für den Liter 1,43€.
Danach ging es weiter zu unserem nächsten Campingplatz. Heute war Isabelle mit der Auswahl dran, nachdem ich gestern entschieden hatte. Sie wählte das Ebb and Flow Rest Camp im Garden Route Nationalpark, gleich hinter Wilderness. Der Eintritt in den Park lag bei etwa 12 €, die Übernachtung mit Strom bei rund 33 €.
Am Abend hatten wir eine kleine Meinungsverschiedenheit. Isabelle hat die Reise im Voraus mit Hilfe einer KI geplant, um mehr Struktur zu haben. Mir fiel dabei auf, dass die Rückfahrt nach Kapstadt recht eng getaktet war und wenig Raum für spontane Abstecher lässt – zum Beispiel ins Weinland oder vielleicht auch in etwas abgelegenere Gegenden. Das Thema führte erneut zur Diskussion.
Für den nächsten Tag stand laut Plan eine Wanderung zu einem Wasserfall an. Ich war davon ehrlich gesagt nicht sonderlich begeistert – weniger wegen der Bewegung, sondern eher, weil ich mir nicht sicher bin, wie lohnend das Ziel ist. Isabelle sah das anders und meinte, ich würde zu sehr auf das reine Weiterkommen fokussieren.
Ich sehe das etwas anders. Mir geht es darum, die Besonderheiten Südafrikas wirklich mitzunehmen und nicht nur Orte abzuhaken, die im Reiseführer eher am Rand erwähnt werden.
Ob und wie wir uns einigen, wird sich wohl erst morgen zeigen.Read more
Tag 5 - Elefantenfütterung 🐘🌸
April 15 in South Africa ⋅ ☁️ 17 °C
Isabelle verabschiedete sich früh und machte sich allein auf den Weg zur Wanderung, die sie sich vorgenommen hatte. Ich blieb zurück, räumte auf und brachte unser Zelt vor dem immer wieder einsetzenden Regen in Sicherheit.
Gegen 9 Uhr starten wir und fuhren weiter Richtung Osten.
Unser erster Stopp führte uns dann zu den „Heads“ in Knysna. Es nieselte noch leicht. Wir wählten den kurzen Track zu den beiden Aussichtspunkten. Die beiden massiven Sandsteinfelsen bilden wie ein Tor den Eingang zur Lagune von Knysna. Der Indische Ozean drückt durch eine schmale Öffnung zwischen diesen Felsen in die ruhige Lagune hinein. Das sorgt für starke Strömungen, weshalb die Einfahrt früher als gefährlich galt, vor allem für Schiffe ohne moderne Navigation.
Weiter ging es zum Elefantenfüttern 🐘🌸 Der Knysna Elephant Park ist eine besondere Einrichtung an der Garden Route. Er wurde ursprünglich gegründet, um verwaisten Elefanten ein Zuhause zu geben. Inzwischen ist er eine Mischung aus Schutzprojekt, Bildungsort und touristischer Attraktion.
Wir kauften an der Rezeption zwei Eimer Früchte für die Elefanten und durften zusammen mit anderen Besuchern die Tiere füttern und Fotos machen.
Natürlich handelt es sich dabei durch und durch um eine touristische Attraktion, aber das Erlebnis bleibt unvergessen. Eine Begegnung mit diesen sanften Riesen ist wie Balsam für die Seele.
Weiter ging es zur Plettenberg Bay. Dort gibt es ein Naturschutzgebiet namens Robberg. Wir liefen den Witsand Circuit.
Während des Rundwegs versuchte ich, meine Gedanken zu sortieren: Eine Reise mit einer eigentlich fremden Person, bringt Herausforderungen mit sich. Jeder kommt aus seiner eigenen Welt, aus seiner eigenen täglichen Routine und natürlich braucht es Kompromisse. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sich jeder wohlfühlt und auch Raum hat, Dinge einzubringen und anzusprechen. Manche Gespräche sind dabei nicht ganz leicht, gehören aber irgendwie dazu, wenn man so intensiv unterwegs ist.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einen gemeinsamen Weg finden werden und die nächsten Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis werden 😁😍
Die Wanderung war jedenfalls erstklassig. Es ging hoch, runter, über Stock und Stein, entlang eines schmalen Pfads und immer mit Blick auf den Atlantik.
Am Ende der Wanderung haben wir noch einige Robben am Fuß der Klippen gesehen.
Zufrieden und etwas geplättet von all den Eindrücken machten wir noch einen letzten Umweg, bevor wir zu unserem heutigen Campspot fuhren. Die R102 machte wieder einen Schlenker. Diesmal wurde sie zu einem kleinen Offroad-Abenteuer.
Die erste Hälfte der R102 ist etwas kurvig, aber völlig entspannt. Ab der Hälfte konnte man sich entscheiden, ob man die diesmal mautpflichtige N2 nimmt oder weiter auf der R102 bleibt und den Grootrivierpass fährt.
Wir entschieden uns für den Grootrivierpass.
Kurz vor dem Pass begegneten uns ein paar Affen auf der Straße. Sie machten keinerlei Anstalten, von der Fahrbahn zu verschwinden, ließen sich nicht stören und machten weiter mit ihrer gegenseitigen Fellpflege. Nach ein paar Kilometern wurde aus der zweispurigen Straße ein dicht zugewachsener Weg. Man erkannte noch den Mittelstreifen und konnte nur erahnen, dass hier früher einmal eine richtige Straße entlangführte. Unser SUV schnurrte problemlos über den Pass. Nachdem wir den Wald verlassen hatten, tauchte ein Schild auf: „Straße gesperrt“, allerdings für den entgegenkommenden Verkehr.
Sind wir jetzt auf einer gesperrten Straße gefahren?
Niemals. Ich gehe eher davon aus, dass damit Gegenverkehr verhindert werden soll. Wäre mir nämlich ein Auto entgegengekommen, hätte ich nicht gewusst, wie wir hätten aneinander vorbeikommen sollen.
Bevor wir in den nächsten Nationalpark fuhren, um dort zu übernachten, haben wir an einem kleinen Kiosk noch ein paar Vorräte aufgefüllt.
Im Tsitsikamma National Park bekamen wir einen Campspot nur wenige Meter von der Küste entfernt. Die Wellen prallten mit unheimlicher Wucht gegen die Steine, das Meer war kaum als blau zu erkennen, überall war Schaum und wilde Bewegung.
Morgen werden wir im Nationalpark bleiben und noch ein paar Wanderungen machen.Read more
Tag 6 - Tsitsikamma National Park
April 16 in South Africa ⋅ ☁️ 19 °C
Geplant war 8 Uhr, losgekommen sind wir gegen 9 Uhr. Wir wählten den Waterfall Trail im Tsitsikamma National Park.
Der Trail, bei dem Hin- und Rückweg derselbe sind, ist ein echter Klassiker auf der Garden Route. Man bekommt in nur wenigen Kilometern alles, wofür Tsitsikamma bekannt ist: dichten Küstenwald, raues Felsgelände, offene Ozeanblicke und am Ende einen Wasserfall, der direkt ins Meer fließt.
Der Weg war bisher mein absolutes Highlight – natürlich abgesehen von den Pinguinen und den Elefanten. Der Pfad war spektakulär, vielfältig und brutal anstrengend. Der Hinweg war super spannend, der Rückweg enorm fordernd. Man bewegt sich über matschige Böden, muss klettern, über Wurzeln steigen und immer mit einem Auge auf den Boden schauen.
Nach etwa einer Stunde bergauf, bergab sind wir am Wasserfall angekommen. Im ersten Moment vielleicht gar nicht so spektakulär, im nächsten Moment jedoch märchenhaft und jede Anstrengung wert. Das Wasser fließt aus einem kleinen natürlichen Pool direkt in den Ozean, dessen Wellen mit einer unheimlichen Wucht gegen die Felsen prallen.
Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder auf den Rückweg und begegneten vielen erschöpften Touristen. Der Trail war wirklich anstrengend, aber meiner Meinung nach vor allem beim Zurücklaufen – weil die Füße und Fußgelenke es einfach nicht gewohnt sind, so viel unebenen Boden ausgleichen zu müssen.
Nach einem eher mittelmäßigen Mittagessen machten wir uns noch auf den Weg zur Hängebrücke. Diese Brücke soll DAS Wahrzeichen des Parks sein. Der 900 m lange Weg dorthin führte über einen Steg, begleitet von endlosen Treppenstufen – hoch, runter, wieder hoch. Als hätte ich an dem Tag nicht schon genug für meine Beine getan 🤷🏽♀️ aber gut, jetzt gab’s kein Zurück mehr – durchziehen.
Bei der Brücke angekommen, war man einerseits überwältigt und andererseits auch ein bisschen enttäuscht: Wie schon am Eingang angekündigt, war die Hauptbrücke wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Schön war es trotzdem. Nur eben nicht ganz so spektakulär, wie es eigentlich sein soll.
Zurück am Parkplatz angekommen, fuhren wir weiter zu unserem nächsten Etappenziel: dem Addo Elephant National Park. Davor machten wir am offiziellen Ende der Garden Route in Port Elizabeth noch einen Zwischenstopp für Vorräte und Bargeld.
Der Aufenthalt zog sich länger als geplant – die Shoppingmall war riesig. Wir waren zwar früher dran als Isabelle es geplant hatte, was jedoch ein entscheidenden Nachteil mit sich zog: wir hatten keine Reservierung für die Nacht im Nationalpark. Ehrlich gesagt dachte ich mir nichts dabei. Die letzten Parks waren kaum besucht, wir sind nicht in der Hauptsaison – wir werden schon irgendwo unterkommen.
Dann kam es, wie es kommen musste: Wir fuhren in die Dunkelheit. Zu spät los, zu viel Zeit in der Mall – genau die Situation, die wir eigentlich vermeiden wollten.
Am Addo angekommen, waren die Tore geschlossen. Auch beim Nachfragen bestätigte sich Isabelles Befürchtung: kein Platz mehr frei. Puhhhh, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Aber kein Grund zur Panik, dachte ich mir – irgendwas finden wir schon. Isabelle war allerdings dezent genervt.
Um weiteren Stress zu vermeiden, fuhren wir zum nächstbesten Hotel und ich habe die Unterkunft übernommen. Die Nacht geht auf meinen Nacken – mein Fehler.
Vier-Sterne-Hotel inklusive Frühstück: 150 €.
Hätte definitiv schlimmer enden können.
Fazit zur Garden Route:
Die Garden Route hat ihren Namen von ihrer unglaublich üppigen, fast „gartenartigen“ Landschaft. Der Begriff ist kein historischer Name, sondern hat sich erst im 20. Jahrhundert als touristische Bezeichnung etabliert – passt aber ziemlich gut.
Wir sind die Route in drei Tagen gefahren, empfohlen werden etwa 3–4 Tage. Rückblickend haben mir Plettenberg Bay und der heutige Tsitsikamma National Park am besten gefallen.
Für die nächsten drei Tage stehen mehrere Safaris im Addo Elephant Park auf dem Plan. Ich bin gespannt, ob wir die Chance bekommen, ein Häkchen hinter jedem Tier der „Big Five“ zu setzen: Löwe, Elefant, Leopard, Nashorn und Büffel.
Ehrlich gesagt hätte ich gedacht, dass die Giraffe auch dazugehört. Tut sie aber nicht. Sehen will ich sie trotzdem unbedingt.Read more
Tag 7 - Schotia Safari
April 17 in South Africa ⋅ ☁️ 16 °C
Wir starteten gemütlich in den Tag.
Um 14 Uhr begann unsere erste Safari im Schotia Safaris Private Game Reserve. Das privat geführte Reservat bietet Halbtagstouren an. Zusammen mit drei anderen Touristen führte uns Roger – unser Guide und Fahrer für den Tag – durch das Reservat.
Immer wenn wir ein neues Tier sahen, hielt Roger an. Wir hatten genug Zeit für Fotos und Videos, und er erzählte uns etwas über das jeweilige Tier. Sein Wissen und vor allem die Leidenschaft für „sein“ Reservat haben uns schon nach kurzer Zeit komplett in den Bann gezogen.
Am Anfang der Tour waren wir etwas verwundert, dass wir kein „normales Fußvolk“ zu Gesicht bekamen. Roger meinte, im Normalfall tummeln sich im Tal hunderte Tiere – verschiedene Antilopen, andere Pflanzenfresser, Zebras, Warzenschweine und unzählige Vögel. Aber in dem Moment war das Tal wie ausgestorben. Roger hatte eine Idee und fuhr weiter. Keine zehn Minuten später fand er die vier Löwen des Parks. Kein Wunder also, dass sich alle anderen Tiere lieber ferngehalten hatten.
Nur kurz blieben wir zunächst bei den Löwen. Roger meinte, sie schlafen jetzt, wir würden in der Abenddämmerung noch einmal nach ihnen schauen.
Roger hatte wirklich eine unglaubliche Spürnase. Er entdeckte viele Tiere vor den anderen Guides. Als Nächstes trafen wir auf Giraffen, danach wusste er genau, wo sich die Flusspferde aufhielten.
Zwischen Sonnenschein und ein paar Regentropfen verteilte Roger plötzlich warme Regencapes. Er meinte nur, dass es gleich etwas nasser werden könnte. Und tatsächlich: Wenige Minuten später zog ein Gewitter über uns hinweg. Es donnerte, blitzte, aber wir ließen uns nicht aufhalten und fuhren einfach weiter. Der Land Cruiser schnurrte über die rote Piste, bergauf und wieder hinunter zu den nächsten Tieren. Plötzlich standen Nashörner und Büffel vor uns. Man konnte sich kaum sattsehen. Egal, was Roger als Nächstes suchte – er fand es und gab Standort und Infos per Walkie-Talkie an seine Kollegen weiter.
Kurz vor dem Abendessen suchte Roger erneut nach den Löwen. An der Stelle vom Mittag waren sie nicht mehr. Also fuhr er ein Stück nach links, dann wieder nach rechts, hielt kurz an einer Kreuzung inne, überlegte, welchen Weg sie genommen haben könnten … und dann – plötzlich – stoppte er nur wenige Meter vor ihnen. Unbeschreiblich. Wirklich schwer in Worte zu fassen.
Nach gefühlt einer halben Ewigkeit (im besten Sinne) brachte uns Roger zurück ins Camp. Dort warteten ein Lagerfeuer, ein richtig gutes Abendessen und nette Gespräche auf uns.
Gegen 19:15 Uhr machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Ausgangspunkt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Elefanten gesehen. Aber naja … Roger wäre nicht Roger, wenn er nicht auch das noch hinbekommen hätte 😂🤷🏽♀️ Kurz vor Schluss entdeckte er tatsächlich noch eine Elefantenherde.
Auf dem Rückweg zum Basecamp, inzwischen wieder im Regen, wurde es dann nochmal spannend: Plötzlich lief ein Elefant direkt vor uns auf dem Weg. Vorbeikommen? Keine Chance. Und der sanfte Riese ließ sich von uns überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Also tuckerten wir eine ganze Weile hinter ihm her, bis er sich irgendwann ganz entspannt entschied, links abzubiegen.
Nach dieser traumhaften Safari und mit einem wirklich besonderen Guide verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft.
Es war inzwischen dunkel, und auf dem Weg begann es schon wieder an zu regnen. Die Unterkunft zu finden, stellte sich erstmal als kleine Herausforderung heraus. Wir fuhren gefühlt im Kreis, bis plötzlich ein Mann mit Taschenlampe an meiner Fahrertür stand. Mein Puls war direkt oben – Adrenalin pur. Dunkel, keine Straßenlaterne weit und breit und etwas außerhalb der Stadt … und dann steht da plötzlich jemand. Im zweiten Moment stellte sich heraus: Es war „nur“ ein Security, der seine Runde machte und uns wohl angesehen hat, dass wir den Eingang zu unserem Apartment verzweifelt suchten. Aiaiai, kurz Herzstillstand 😄
Nachdem wir später all die Bilder und Videos durchgeschaut hatten, gingen wir einfach nur glücklich und mit einem breiten Lächeln ins Bett.
Morgen geht’s früh weiter: Self-Drive im Addo Elephant National Park – Start um 7 UhrRead more
Tag 8 - self-drive Safari
April 18 in South Africa ⋅ 🌙 14 °C
Um kurz nach 7 Uhr standen wir an der Rezeption am Südeingang des Addo Elephant National Park.
Heute ist unsere vorerst letzte Safari – die geplante Safari vom Pferd aus wird hier nicht mehr angeboten. Also: Planänderung ✅🤷🏽♀️
Im Nationalpark ist es möglich, als Selbstfahrer auf Safari zu gehen. Es gibt jedoch ein paar Regeln, die man beachten muss:
Im Auto bleiben – Aussteigen ist nur an ausgewiesenen Plätzen erlaubt und immer auf eigenes Risiko. Ansonsten gilt: Fenster runter.
Auf den Straßen bleiben – das Verlassen der Wege ist verboten.
Geschwindigkeit – angepasst an die Straßenverhältnisse, maximal 40 km/h.
Vorfahrt für Tiere – egal welches Tier, sie haben immer Vorrang. Kein Drängeln, kein Hupen.
Unser heutiger Plan: vormittags der südliche Teil des Parks, mittags eine Pause im Hauptcamp und am späten Nachmittag der nördliche Teil.
Mit unserem SUV kamen wir gut voran. Immer wieder haben wir Autos überholt – nicht, weil wir es eilig hatten, sondern weil unser Geländewagen mit den teilweise leicht ausgewaschenen Straßen einfach besser zurechtkam.
Diesmal dauerte es etwas länger, bis wir die ersten Tiere zu Gesicht bekamen. Wir haben zwar immer wieder welche gesehen, aber die meisten nur weit entfernt am Horizont – und plötzlich, da stand er: der sanfte Riese unter den Giganten Afrikas.
Ein Elefant. Mitten auf der Straße. Was für ein Moment.
Unbeeindruckt von uns zupfte er ganz friedlich mit seinem Rüssel Gras. Wir fuhren langsam weiter.
Im südlichen Teil des Parks war deutlich weniger los. Die Chance, Tiere zu sehen, war hier spürbar höher als im Norden. Auch kamen uns deutlich weniger Autos entgegen.
Natürlich waren wir vom Vortag verwöhnt. So eine Tierdichte gibt es im Addo nicht. Trotzdem haben wir einiges gesehen: Antilopen, Warzenschweine, Zebras, deutlich mehr Elefanten und sogar einen Löwen. Der war allerdings nur kurz zu sehen und schon wieder verschwunden, bevor wir überhaupt reagieren konnten. Ein Foto war nicht drin. Aber eine Löwensichtung bleibt ohnehin immer Glückssache.
Gegen Mittag machten wir Halt im Hauptcamp. Während wir in der Küche unser Essen zubereiteten, kamen wir mit einem Rentnerpaar ins Gespräch. Sie erzählten uns vom Baviaanskloof-Offroad-Track, den wir am Dienstag fahren wollen. Machbar sei er, aber Fehler würden schnell mit einem platten Reifen bestraft.
Oh Gott – jetzt bin auch ich langsam nervös. Einen Platten brauche ich wirklich nicht.
Langsam fahren, keine hektischen Bewegungen und vielleicht doch den Reifendruck senken. Aktuell liegt der Reifendruck bei etwa 2,7 bis 2,8 bar. Das Paar erklärte es ziemlich einleuchtend: Je höher der Druck, desto kleiner die Auflagefläche – und desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ein „prall gefüllter Ballon“ beschädigt wird.
Ich werde vor Ort entscheiden. Aber die Argumente sitzen 😁
Im angrenzenden Souvenirladen habe ich dann noch Biltong gekauft. Südafrika ist wirklich ein Paradies für Trockenfleisch. Rind kannte ich schon aus Australien, also wollte ich etwas Neues probieren und habe Springbock genommen.
Und was soll ich sagen: Nach anfänglicher Skepsis – gar nicht schlecht. Wird nicht meine Lieblingsspeise, aber absolut in Ordnung.
Unsere zweite Self-Drive-Safari startete um 16 Uhr. Uns blieben also noch zwei Stunden, bis die Tore des Nationalparks schließen.
Wir sahen wieder Antilopen, Warzenschweine, Zebras, Affen und Elefanten. Besonders schön waren zwei Szenen: spielende Zebras und Antilopen, die sich ein kleines Gerangel lieferten.
Um 18:05 Uhr erreichten wir das Tor – genau rechtzeitig. Direkt nach uns wurde geschlossen.
Was wäre gewesen, wenn wir zu spät gekommen wären? Wahrscheinlich hätte es eine Lösung gegeben. Aber so war es uns definitiv lieber.
Morgen machen wir, durch die entfallene Safari, einen Abstecher an den Strand und fahren danach weiter Richtung Eingang der Offroad-StreckeRead more
Tag 9 - Planänderung
April 19 in South Africa ⋅ ⛅ 20 °C
Egal wie gut ein Plan auch sein mag – wenn Pläne scheitern, muss man nicht traurig sein. Man sollte dankbar sein, weil sich unerwartet Türen öffnen und man ein Abenteuer erleben darf.
Man geht nicht auf einen Abenteuerurlaub, um in gelernten Routinen zu bleiben. Man macht ihn, um zu wachsen, Erfahrungen zu sammeln und die Welt auch mal außerhalb des eigenen Tellerrands zu sehen.
Die Nacht war einstellig, noch erträglich, aber schon ganz schön frisch in unserem Zelt. Am Morgen, auf dem Weg zum Sanitärhäuschen, habe ich mich mit einem netten Mann mittleren Alters unterhalten. Er hatte einen brutal gut ausgestatteten Geländewagen mit Winde und allem, was man sich vorstellen kann, um auf jede Eventualität vorbereitet zu sein.
Ich fragte ihn, ob er den Baviaanskloof schon mal gefahren ist. Natürlich – was für eine Frage. Auch er empfahl, den Reifendruck zu senken und im Zweifel in Patensie nachzufragen, was bei den aktuellen Streckenverhältnissen sinnvoll ist. Gleichzeitig gab er mir ein gutes Gefühl, weil er sehr von unserem Auto schwärmte. Ich war etwas erleichtert – und trotzdem angespannt.
Gegen 9 Uhr fuhren wir los.
Tag drei der Safari wurde gecancelt, einen richtigen Plan B gab es erstmal nicht. Und um nicht nur im Auto zu sitzen und stumpf von Schlafplatz A zu Schlafplatz B zu fahren, entschieden wir uns für einen Abstecher nach Kenton-on-Sea und machten einen Strandspaziergang.
Der Strand ist vermutlich eher ein Geheimtipp. Der Parkplatz war zwar gut besucht, aber durch die Weitläufigkeit hat sich alles verloren. Wir liefen auf die nahegelegene Düne – und was soll ich sagen: der Ausblick war atemberaubend.
Der Blick auf den menschenleeren Strand, die Wellen und der Wind, der einem ins Gesicht peitschte, vermittelte dieses Gefühl von echtem Durchatmen.
Gerade waren wir noch auf wilder Safari und haben Ausschau nach den Giganten Afrikas gehalten – und ein paar Kilometer weiter schien die Welt plötzlich wieder ganz ruhig und normal.
Doch der Schein trügt.
Wir machten uns weiter auf den Weg nach Port Elizabeth. Ein paar Vorräte und Wasser mussten noch besorgt werden. In den nächsten zwei Tagen wollen wir den ersten Offroad-Track in Südafrika fahren – den Baviaanskloof.
In Port Elizabeth war das Glück mal wieder auf unserer Seite. Sonntag, Einkaufszentrum geöffnet – aber nur bis 14 Uhr. Wir kamen um 13 Uhr an und waren pünktlich zum Ladenschluss fertig. Perfektes Timing 🤪💪🏽
Ein bisschen wie so oft auf dieser Reise: gerade noch knapp – und dann passt es doch irgendwie.
Weiter ging die Fahrt nach Patensie. Hier wollten wir nochmal volltanken. Ich kaufte ein Reifen-Reparatur-Kit und der nette Tankwart stellte unseren Reifendruck auf 1,8 bar ein.
Kurze Randnotiz: 1,8 bar auf normalen Straßen sind natürlich viel zu wenig. Mit zu niedrigem Reifendruck wird der Reifen weicher und erhitzt sich schneller. Das kann zu schlechterem Handling, einem längeren Bremsweg und im schlimmsten Fall zu einem Reifenschaden führen.
Für den Offroad-Track mit Geröll und vielen Steinen ist dieser Reifendruck jedoch empfehlenswert. Der Reifen kann sich so besser an die Steine anpassen, hat mehr Auflagefläche und dadurch mehr Grip, was das Vorwärtskommen deutlich erleichtert..
Mit maximal 30 km/h fuhr ich dann 14 km Richtung Campingplatz. Und eins ist sicher: 14 km auf einer eigentlich gut ausgebauten Straße können sich mit dieser Geschwindigkeit endlos anfühlen. Die Autos, die uns überholt haben, haben vermutlich nur den Kopf geschüttelt.
Vorweg: Ich hatte – ganz organisiert – einen Campingplatz vorab gebucht. Naja… der Platz war bombastisch, die Lage atemberaubend – nur eben ohne Strom.
Isabelle war… sagen wir mal: weniger begeistert. 🙈😂
Dafür kam ihre mitgebrachte Klopapierrolle aus Deutschland direkt zum Einsatz. Man glaubt es kaum, aber hier gab es auf der Buschtoilette tatsächlich kein Toilettenpapier.
Ein richtiges Klo mit Spülung – aber ohne Papier. Afrika überrascht einen immer wieder.
Gegen 18 Uhr wird es in Südafrika dunkel. Schnell dunkel. Und teilweise auch ziemlich kalt.
Aber der Sternenhimmel hier draußen ist einfach gigantisch. Durch die Lichter des Campingplatzes und eine leichte Bewölkung kam er nicht ganz zur Geltung, aber man konnte trotzdem dieses leise Funkeln erahnen.
Diese Ruhe. Diese Weite.
Morgen geht es dann ins erste richtige Offroad-Abenteuer.
Mal schauen, ob ich vor Nervosität ruhig schlafen kann.Read more
Tag 10 - Baviaanskloof
April 20 in South Africa ⋅ 🌙 9 °C
Meine Nacht war grauenvoll. Tausende Gedanken habe ich mir gemacht, schlecht geträumt, ständig aufgewacht, weil ich irgendein Tier gehört habe, und kalt war mir auch irgendwie.
Die Sonne geht um 18 Uhr unter und um kurz vor 7 Uhr wieder auf. Sobald sie hinter dem Horizont verschwindet, wird es kalt. Sobald sie morgens wieder hervorkriecht, wird es schnell spürbar wärmer. Aber so richtig lang hell ist es hier einfach nicht.
Gegen 8 Uhr fuhren wir los. Durch den geringen Reifendruck setzten wir unser Schneckentempo fort. Einige Kilometer nach Patensie wechselte die Straße zu Schotter und wir konnten unsere Reisegeschwindigkeit etwas erhöhen. Nach knapp 30 Kilometern erreichten wir endlich den Eingang des Offroadtracks Baviaanskloof.
An der Schranke meldete ich uns an und bezahlte die knapp 10 € Maut. Eine witzige Erfahrung war es, als der Schrankenwächter darum bat, dass mein männlicher Beifahrer ebenfalls Reisepass ID und eine Unterschrift leisten soll – sein Gesicht, als stattdessen Isabelle ausstieg🤪😎. Er nahm es etwas verdutzt zur Kenntnis. Was er wirklich dachte? Ob er uns für verrückt hielt oder insgeheim Respekt hatte, weiß man nicht. In der Regel machen solche Abenteuer eher Pärchen und oft fährt der Mann. Schon spannend zu sehen, aber für uns völlig in Ordnung. Ich bin eher stolz darauf, mich so etwas zu trauen, wo man eigentlich nur Männer erwartet.
Das erste Drittel des Baviaanskloof galt als anspruchsvoller als die letzten zwei Drittel. Die Straßenbedingungen für unser Geländewagen waren ein Kinderspiel. Er schnurrte ohne Schwierigkeiten die steinige Passstraße hoch und wieder runter. Die Bedingungen waren wirklich nicht anspruchsvoll, uns überholte sogar ein handelsüblicher Porsche-SUV. Der hatte weder besonders viel Bodenfreiheit noch dürfte er den Reifendruck gesenkt haben. Und auch wenn die Offroad-Schwierigkeit kaum gegeben war, mochte ich die Passstraße. Besonders am Kamm des Berges entlang zu fahren war atemberaubend – eine Straße nur wenige Meter breit, und direkt daneben der Abgrund in die weite Berglandschaft. Leider waren die meisten Flussdurchfahrten durch den langen, trockenen Sommer bereits ausgetrocknet. Nur vereinzelt hatten wir ein paar Matschlöcher, aber kein wirklich schwieriges Hindernis.
Nach fünf Stunden erreichten wir das Ende des Baviaanskloof. Tatsächlich etwas früher als ich erwartet hatte. Die restlichen 150 km verbrachten wir auf einer teilweise gut gepflegten Schotterstraßen. Aber auch dort gab es Abschnitte, in denen die wellblechartigen Straßenverhältnisse ausgiebig vorkamen. Mit unserem niedrigen Reifendruck wollte ich jedoch nicht zu schnell fahren, weil man bei einer gewissen Geschwindigkeit immer wieder das Gefühl hatte zu schwimmen.
Um den Fahrkomfort etwas zu verbessern, fragte ich bei der erstbesten Farm nach, ob sie einen Kompressor hätten, um den Reifendruck auf 2,3 bar zu erhöhen. Ich entschied mich gegen den vollen Reifendruck, da die Schotterpiste immer wieder schlechte Stellen aufwies. Der Mann half uns auf seine ganz eigene Art. Er hatte keinen passenden Aufsatz für die Reifen, und jedes Mal, wenn er den Schlauch herauszog, entwich eine ordentliche Menge Luft, bevor er das Ventil wieder aufschraubte. Irgendwie brachte er unsere vier Reifen trotzdem auf den gewünschten Druck.
Herzlichen Dank nochmal dafür!!
Als Dank wollte ich ihm Trinkgeld geben und bemerkte dabei, dass unser Kleingeld in der Mittelkonsole verschwunden war. Das konnten nur die Kinder an der Tankstelle in Patensie gewesen sein. Einen Moment unaufmerksam, und schon waren die gesammelten kleinen Scheine fürs Trinkgeld weg. Blöd gelaufen. Aber so ist das nunmal.
Weiter ging die wilde Fahrt. Diesmal konnte ich eine angepasste Geschwindigkeit wählen. Zwischen 50 und 80 km/h ist die perfekte Mischung aus Erschütterung und „bist du bekloppt, so schnell fährt man doch nicht“. Aber eins soll gesagt sein: Je langsamer man über die Wellblechpisten fährt, desto höher die Erschütterung und die Wahrscheinlichkeit, einen Nervenzusammenbruch zu erleiden.
Nach weiteren zwei Stunden hatten wir unser Ziel erreicht – Willowmore, das offizielle Ende der Offroadstrecke. Eigentlich hatte ich einen Caravan-Campingplatz herausgesucht, mit warmem Wasser und Strom, doch leider waren die Tore verschlossen und man konnte nur anrufen. Leider hatte unser Anbieter am Flughafen uns nur einen Internetvertrag gegeben – Anrufe empfangen ging, raustelefonieren leider nicht. Somit waren wir im ersten Moment gezwungen, weiter nach einem Schlafplatz zu suchen. Wir fanden einen – jedoch ohne Strom.
Nach dem Zeltaufbau kochte ich uns eine Reispfanne mit Gemüse. Die Gasflasche hat nur einen Aufsatz, also: Aufsatz drauf, Flamme an – erst Reis kochen, dann Gemüse, dann alles zusammen. Eine kleine Logistikaufgabe, aber das Essen schmeckte für die gegebenen Umstände richtig gut.
Ab dem Moment, wo die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es wieder ziemlich kalt. Zum Tagebuchschreiben legte ich mich unter die Decken ins Zelt. Die einzige Frage, die ich mir jetzt noch stellte: raus in die Kälte und aufs Klo oder warten bis morgen.Read more
Tag 11 - Swartberg Pass
April 21 in South Africa ⋅ ☁️ 11 °C
Natürlich war ich auf dem Klo!
Die Nacht war bitterkalt und trotzdem habe ich geschlafen wie ein Murmeltier.
Nach Sonnenaufgang blieben wir noch eine gute Stunde unter der warmen Decke liegen. Aufstehen bei diesen eisigen Temperaturen wollte wirklich keiner. Ein Blick aus dem Zelt verzeichnete wohl blauen Himmel und Sonne pur, trotzdem war es noch viel zu kalt. Gegen 9 Uhr machten wir uns hungrig auf den Weg Richtung Prince Albert.
Nach einiger Zeit tauchten schon von Weitem die ersten roten und ockerfarbenen Berge auf. Hier beginnt die Karoo, eingebettet zwischen den Langeberg- und Outeniqua-Bergen und den mächtigen Swartbergen. Unser heutiges Ziel: Swartberg Pass.
Der Pass ist ein spektakulärer, rund 25 km langer Schotterweg, der die Kleine Karoo bei Oudtshoorn mit der Großen Karoo bei Prince Albert verbindet. Auf etwa 1.500 Metern Höhe windet er sich in engen Kurven durch die Berge und eröffnet ständig neue, beeindruckende Ausblicke.
Der Unterschied zwischen der Kleinen und der Großen Karoo wird hier sehr greifbar. Die Kleine Karoo ist eher ein fruchtbares, von Bergen umschlossenes Tal, während die Große Karoo ein riesiges, extrem trockenes Hochplateau ist.
Bevor wir den Pass von Prince Albert aus in Angriff nahmen, gab es noch ein ziemlich enttäuschendes Spätfrühstück. Immerhin stimmte der Preis, gerade mal 14 € für zwei Getränke und zwei Portionen Toast haben wir bezahlt. Und auch wenn es keine Geschmacksexplosion war, der Hunger hat es irgendwie runter getrieben.
Halb gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Pass. Gigantisch, atemberaubend und eigentlich kaum in Worte zu fassen. Auf den Fotos wirkt es nur halb so beeindruckend wie in echt. Viel zu schnell ist der Pass wieder vorbei und trotzdem halten wir gefühlt alle paar Minuten an, um Bilder zu machen.
Wir fuhren den Pass nicht komplett durch, sondern bogen bei Matjiesrivier ab und nahmen eine kleine Hinterlandstraße Richtung R62. Vielen Dank an meinen Gutachter Eberhard Schifer für die Empfehlung. Diese Strecke hatte ihren ganz eigenen Charakter, wieder Schotter und doch irgendwie besonders.
Einige Kilometer nach Matjiesrivier dann ein Schild: „Caravans und schwere Fahrzeuge verboten“. Isabelle wollte umdrehen. Ich war der Meinung, unser Geländewagen zählt da nicht wirklich dazu. Außer Dachzelt und ein bisschen Diesel haben wir ja nichts geladen. Und umgedreht ist am Ende eh immer schnell: Also fuhren wir erstmal weiter.
Ab diesem Moment wurde es spannend. Hinter jeder Kurve erwarteten wir ein geschlossenes Tor. Aber alles blieb offen. Genau diese Ungewissheit machte die Strecke so besonders. Eng, verwinkelt, manchmal fast unheimlich ruhig und trotzdem fühlte es sich richtig an, weiterzufahren.
Nach insgesamt rund drei Stunden kamen wir schließlich wieder auf die R62. Diese verbindet den Osten mit dem Westen des Landes.
Von dort fuhren wir weiter nach Ladismith und fanden einen richtig guten Campingplatz. Warmes Wasser, Strom und sogar ein Waschservice vor Ort - ein kleiner Luxus nach den letzten Tagen. Die App iOverlander hat uns den Spot verraten. Eigentlich eine echt praktische App, auch wenn man nicht direkt darüber buchen kann oder nicht immer sofort an Kontaktdaten kommt. Dieses Mal hatten wir wirklich Glück mit der Auswahl.
Solche Tage wie heute liebe ich. Auch wenn wir lange im Auto saßen, sind es genau diese Momente, die hängen bleiben. Freundliche Menschen, unglaubliche Landschaften erzeugen kleine Marmeladenglasmomente.
By the way: Marmeladenglasmomente sind diese Augenblicke, die man innerlich konserviert und immer wieder hervorholen möchte. Dinge, die man nie vergessen will.
Unser morgiges Ziel: Montagu, dort wollen wir eine Wanderung machen, um uns ein bisschen die Beine zu vertreten. Sicherlich eine gute Idee nach den letzten beiden Fahrtagen.Read more
Tag 12 -Montagu
April 22 in South Africa ⋅ 🌙 13 °C
Kurz nach 9.30 Uhr haben wir unsere Wäsche, welche wir am Vortag abgegeben hatten, frisch gewaschen wieder bekommen.
Danach machten wir uns auf den Weg nach Montagu. In dem dazugehörigen Montagu Mountain Reserve gab es einige Wanderwege, die durch die trockene Karoolandschaft führten.
Auf dem Weg nach Montagu kamen wir noch an einem eher ungewöhnlichen Zwischenstopp vorbei – Ronnie’s Sex Shop.
Die Bar liegt etwas unscheinbar direkt an der berühmten Route 62, mitten im Nirgendwo. Von außen wirkt alles erstmal ziemlich skurril – bunte Schilder, bemalte Wände und natürlich der auffällige Name, der einen automatisch zum Schmunzeln bringt.
Ursprünglich war das Ganze wohl als ganz normaler Farmstand gedacht. Ein Freund des Besitzers soll irgendwann aus Spaß das Wort „Sex“ dazu geschrieben haben – und anstatt es zu entfernen, ließ man es einfach so. Genau das machte den Laden dann über die Jahre berühmt.
Heute ist es eine Mischung aus Bar, Kult-Stop und Fotospot. Im Inneren hängen unzählige Erinnerungen, Aufkleber, BHs und Nachrichten von Reisenden aus aller Welt.
Auch wenn wir nur kurz angehalten haben, war klar: Das ist einer dieser Orte, die man nicht wirklich erklären kann – man muss einfach selbst dort gewesen sein.
Da wir erst gegen 11 Uhr in Montagu ankamen, entschieden wir uns für einen Teil des Bloupunt Trails, welcher im ersten Drittel zu einigen kleinen Wasserfällen führen sollte. Wir liefen bis zum Silwerstroom Wasserfall und wieder zurück. Der Trampelpfad führte durch zahlreiche, fast ausgetrocknete Flussläufe, durch dichte Wälder sowie über karge und trockene Abschnitte der Karoolandschaft. Immer wieder wechselte die Landschaft überraschend schnell – von schattig und grün zu offen, heiß und staubig.
Insgesamt benötigten wir drei Stunden für den Hin- und Rückweg der guten 8 km.
Am Parkplatz angekommen, kauften wir noch eine Kleinigkeit im nahegelegenen Spar ein und entschieden uns für eine Weiterfahrt Richtung Weinlandschaft.
Den Campingplatz – welchen ich ebenfalls über iOverlander gefunden hatte – war erneut ein Volltreffer! Ein Platz direkt am See, mit Stromanschluss und warmem Wasser.
Der Eigentümer des Campingplatzes war sichtlich überrascht über unser Ankommen. Wir waren seine einzigen Gäste auf dem gesamten Gelände. In Südafrika ticken die Uhren etwas anders – eher gesagt gegensätzlich. Wenn bei uns der Sommer beginnt, startet hier der Winter. Und nachdem die Sommerferien vorbei sind und der Ostertrubel ein Ende nimmt, wird es hier erstmal ruhiger. Genau diese Zeit haben wir gerade erwischt.
Ein super gepflegter Campingplatz, groß, weitläufig und dennoch wie ausgestorben. Die Stille war fast ungewohnt – nur der Wind und ein paar Vögel waren zu hören. Einerseits schön, andererseits kann man so natürlich auch keine neuen Bekanntschaften knüpfen. Wir nehmen es gelassen.
Der Campingplatz hat auf alle Fälle fünf Sterne verdient 😁😜Read more
Tag 13 - Wine Tasting
April 23 in South Africa ⋅ 🌙 14 °C
Langsam gewöhnt man sich an alles. An die unbequeme, sehr dünne Matratze im Dachzelt, an die Gegebenheit, dass man abends lieber einmal mehr aufs Klo geht, bevor man eventuell mitten in der Nacht geweckt wird, beziehungsweise morgens zu früh das warme Bett verlassen muss. Und daran, dass man etwas anders auf Körperhygiene achten muss als zu Hause. Ich kann es tatsächlich nicht genau beschreiben, aber man sollte jede Gelegenheit nutzen, Hände zu waschen, warm zu duschen oder anderweitig für Hygiene zu sorgen. Sonst fühlt man sich schnell etwas unwohl oder hat das Gefühl, mal wieder eine Dusche zu vertragen. Also lieber einmal kalt duschen als gar nicht duschen.
Heute Morgen ging es verhältnismäßig früh los. Um kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Franschhoek. Leider hinderten uns zwei Baustellen auf der R43 daran, zügig voranzukommen. So haben wir die historische Tram um 9:30 Uhr verpasst und mussten auf die Tram um 10 Uhr warten. Das bot uns jedoch die Gelegenheit, noch einmal in Ruhe unseren Plan für den Tag durchzugehen.
Insgesamt besuchten wir mit der historischen Tram und dem Bus vier Weingüter. Dieses Erlebnis ist definitiv empfehlenswert. Das Personal, das atemberaubende Ambiente und die Weinverkostungen haben den Tag rundum exklusiv und einzigartig gemacht.
Je Weingut bekam man beim Wine Tasting drei verschiedene Weine zur Verkostung. Es gab keinen Wein, der mir sonderlich gut geschmeckt hat. Alle waren in Ordnung. Vielleicht der letzte Wein beim ersten Weingut Mont Rochelle – der war wirklich sehr süß, aber in Kombination mit der puddingähnlichen Dessertbeilage unheimlich stimmig und am Ende wirklich lecker.
Unheimlich gelungen war vielmehr alles drumherum. Es war alles erstaunlich gut getaktet. Man kam immer pünktlich zum nächsten Anschluss und hatte nie lange Wartezeiten.
Ich kann gar nicht sagen, welches Weingut das beste war. Überall gab es ein anderes Highlight – mal das Essen, mal die Aussicht, mal das Personal oder der Wein. Man kam wirklich überall auf seine Kosten. Und ja, nach dem zweiten Weingut war ich kaum noch in der Lage, ein Fahrzeug zu bewegen. Glücklicherweise erklärte sich Isabelle als Fahrerin bereit und ich konnte die nächsten zwei Stopps in vollen Zügen genießen.
Ich hätte es kaum für möglich gehalten, aber wir starteten um 10 Uhr und kamen erst kurz vor 16 Uhr wieder am Terminal an. Es benötigte nicht nur Zeit, von A nach B zu kommen, sondern man verlor auch völlig das Zeitgefühl. Es war einfach unheimlich schön und man wollte jeden Moment auf den jeweiligen Weingütern auskosten – sei es der Blick über die endlosen Weinberge, die Ruhe oder einfach dieses leicht beschwipste Gefühl, von einem Ort zum nächsten zu fahren.
Nachdem wir um 16 Uhr am Terminal ankamen, bummelten wir noch ein wenig durch Franschhoek. Einerseits, um unseren Promillewert etwas zu senken, andererseits, um durch die kleinen Läden zu stöbern. Isabelle und ich hatten einen Heidenspaß. Wir probierten Kleider an, die uns irgendwie gefielen, in denen wir aber aussahen wie ein Müllsack. Am Ende habe ich ein wirklich schönes Kleid inklusive Hut gefunden, war aber nicht bereit, über hundert Euro dafür zu zahlen, ohne zu wissen, wann ich es überhaupt tragen würde. Letztendlich hat ein Foto davon gereicht und ich war glücklich und zufrieden, einfach alles anprobiert zu haben. Ein bisschen Shopping ohne etwas zu kaufen ist ja irgendwie auch ein Highlight.
Wir hatten den Campingplatz bereits im Voraus gebucht und richteten uns noch vor Einbruch der Dunkelheit ein. Da unser Zelt am Morgen nicht richtig trocken geworden war, waren wir ganz froh, es vor dem Schlafengehen noch einmal trocknen zu können.
Wir entschieden uns, für das Abendessen zum Restaurant zu laufen. So ungewöhnlich es auch ist: Je näher der Abend rückte, desto eindringlicher wurde uns mehrfach geraten, die 500 Meter später nicht zu Fuß zurückzugehen, sondern ein Taxi zu nehmen.
Nach einem außergewöhnlich leckeren Abendessen bestellten wir also tatsächlich ein Taxi, das uns für drei Euro ganze 500 Meter zurück zu unserem Campingplatz brachte.
Völlig verrückt für deutsche Verhältnisse, aber in Südafrika definitiv Normalität.
Morgen wird es nochmal spannend, wir machen einen zweitägigen Reitausflug. Ich bin gespannt, was uns da erwartet.
Ich hoffe nur, dass mir der Wein nicht zu sehr zu Kopf steigt. Genügend Wasser habe ich zwischendurch auf jeden Fall getrunken.Read more
Tag 14 - Auf den Rücken der Pferde
April 24 in South Africa ⋅ 🌙 17 °C
Ach, und an den Linksverkehr gewöhnt man sich tatsächlich auch langsam. In gewissen Stresssituationen besteht wohl immer noch Verwechslungsgefahr zwischen Blinker- und Scheibenwischerhebel. Der Blinker ist beim Linksverkehr nämlich rechts. Aber solange es nur die Hebel sind und man nicht Gas und Bremse durcheinanderbringt, sorgt es regelmäßig für ein kleines Schmunzeln. Keine Sorge – Gas und Bremse sind an der gleichen Stelle wie bei uns zu Hause.
Heute klingelte der Wecker relativ früh. Wir hatten noch etwa 150 km bis zu unserem ersten Reitabenteuer vor uns. Da wir gut aus dem Bett kamen und das Zusammenräumen reibungslos funktionierte, hatten wir am Zielort sogar noch Zeit für ein entspanntes Frühstück.
Die Bäckerei, die wir uns aussuchten, wurde auf Google mit 4,8 Sternen bewertet – und ich muss wirklich sagen, absolut verdient. Die Rosemead Artisan Bakery & Café hatte nicht ohne Grund diese sensationelle Bewertung. Das Frühstück war besser als erwartet.
Nach dem Frühstück waren es nur noch wenige Minuten bis zu unserem Treffpunkt. Der Touranbieter Westcoast Horse Trails bietet verschiedene Ausritte an. Wir entschieden uns am ersten Tag für eine Kombination aus Dünen, Safari und einem wilden Galopp entlang der Küste.
Auf dem Weg zu den Zebras und Giraffen durchquerten wir unterschiedlichstes Terrain. Zwischen Buschlandschaft und schmalen, sandigen Pfaden fanden unsere Pferde immer sicher den richtigen Weg. Eins wurde dabei schnell klar: Das Pferd entscheidet. Wenn man selbst meinte, die Richtung vorgeben zu müssen, blieb das Pferd auch gerne mal stehen. Sobald man die Führung wieder abgab, bewegten sie sich souverän und geschickt durch die teilweise dicht zugewachsene Landschaft.
Nach einiger Zeit entdeckte unser Guide schließlich die Zebras und Giraffen auf dem weitläufigen Gelände. Wir hatten Zeit für Fotos und Videos – und ehrlich gesagt, war ich einer Giraffe noch nie so unheimlich nah. Auch sie schien neugierig, hörte auf zu fressen und beobachtete uns ganz genau.
Nach einer Weile machten wir uns auf den Rückweg. Das Pferd unseres Guides war deutlich motivierter als unsere beiden, sodass wir immer wieder antraben mussten, um dranzubleiben. Beim letzten Antraben nutzte unser Guide die Gelegenheit und galoppierte plötzlich los.
Wir waren zwar vorher schon ein paar Mal getrabt und galoppiert, aber diesmal ging es deutlich schneller zur Sache. Unsere Pferde wussten genau, was sie tun – und für uns hieß es einfach: festhalten, genießen und den Moment erleben. Keine Zeit für Gedanken wie „Was wäre wenn…?“
Die südafrikanischen Pferde gelten übrigens als trittsicher, nervenstark und ausdauernd – und das hat man definitiv gemerkt.
Zum Abschluss führte uns unser Guide an einen kilometerlangen Sandstrand. Türkisblaues Wasser, keine Menschenseele weit und breit. Er fragte, ob wir Lust auf ein bisschen mehr Tempo hätten – und wir sagten natürlich ja.
Was dann kam, ist kaum in Worte zu fassen.
Mein Pferd, das ich zuvor in den Dünen immer wieder motivieren musste, überhaupt schneller zu gehen, war entlang der Küste plötzlich kaum noch zu bremsen. Einmal im Rennmodus angekommen, gab es nur noch eins: festhalten und los. Ab jetzt hieß es den Wind im Gesicht zu spüren und dieses wilde Gemisch aus Adrenalin und Vertrauen einfach zulassen.
Wir machten insgesamt drei Galoppeinheiten, mit kurzen Schrittpausen im flachen Wasser. Wobei „Schritt“ bei meinem Vierbeiner eher ein theoretisches Konzept war – für ihn gab es nur ein Tempo: Vollgas.
Was für ein unglaubliches Erlebnis.
Zurück im Stall verabredeten wir uns direkt für den nächsten Tag. Eigentlich dachten wir, besser kann es kaum werden und überlegten kurz, die Tour für morgen abzusagen. Doch die Besitzerin, die insgesamt rund 50 Pferde betreut, versprach uns ein noch einmal ganz besonderes Abenteuer. Einverstanden! Morgen Treffpunkt: 9.45 Uhr
Nach dem Ausritt hatten wir noch etwas Zeit und entschieden uns für einen Abstecher in den West Coast National Park. Der Park ist eigentlich bekannt für seine beeindruckende Blumenzeit im Frühling. Jetzt – außerhalb der Saison – war es eher ein netter Zeitvertreib, aber nichts, was man unbedingt gesehen haben muss.
Pünktlich vor Einbruch der Dunkelheit fanden wir einen Campspot und fuhren die 300 Meter zum Restaurant. Natürlich fährt man diese 300 Meter – zu Fuß und im Dunkeln unterwegs zu sein, ist in Südafrika einfach nicht empfehlenswert. Trotzdem fühlt es sich irgendwie falsch an. Aber Regeln sind Regeln.
Das RocXiBeach ist bekannt für seine Seafood-Gerichte. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und bestellten eine Platte für zwei Personen. Und ja – sie war ausgezeichnet.
Glücklich, erfüllt von diesem Tag und gut gesättigt, fuhren wir zurück zu unserem Campingplatz. Die Dame am Tor öffnete uns freundlich und wünschte uns eine gute Nacht.
Morgen startet unser zweiter Pferdetag – und irgendwo schleicht sich langsam das Gefühl ein, dass diese Reise viel zu schnell vorbeigeht
Heute ist unsere vorletzte Nacht im Dachzelt, bevor wir am Sonntagnachmittag unser Auto zurückgeben müssen.Read more
Tag 15 - pferdiges Kulturerlebnis
April 25 in South Africa ⋅ 🌙 16 °C
Heute machten wir nochmal einen Ausflug auf dem Rücken der Pferde. Die Eigentümerin der Pferde hatte uns ein besonderes Abenteuer versprochen. Puh – ehrlich gesagt fand ich den Tag ziemlich zäh und ohne den wilden Galopp am Ende hätte es für mich wohl kein Highlight gegeben. Aber nochmal von Anfang:
Gegen 10 Uhr waren wir bei den Stallungen von West Coast Horse Trails. Die Pferde leben auch hier in einer Art Offenstall und werden nur zum Fertigmachen in Boxen gestellt. Mein heutiges Pferd – eine Schimmel-Araberstute. Eigentlich wie gestern, dachte ich mir. Aber dieses Pferd hatte definitiv Feuer unterm Hintern.
Wir waren etwa zwei Stunden unterwegs und sie hat es kaum für nötig gehalten, Schritt zu laufen. Sie tribbelte die ganze Zeit, sprang von links nach rechts und wieder zurück und ließ sich in den schnelleren Gangarten kaum hinter unserem Guidepferd halten. Irgendwie war sie genervt und unzufrieden. Aber egal, was ich machte, sie steigerte sich nur noch mehr in die Situation hinein. Denn eins wollte sie ganz sicher: vorne und schnell sein.
Man könnte jetzt sagen „oh man, wie nervig“, aber ehrlich gesagt hatte ich nur Mitgefühl mit der Araberstute. Glücklicherweise bot mir der Guide auf dem Nachhauseweg einen Pferdewechsel an. Vielleicht war das eine ganz gute Idee – so konnte sie als Führpferd ihr ganz eigenes Tempo wählen.
Gegen 12 Uhr kamen wir in !Khwa ttu an, einem Kultur- und Bildungszentrum. Hier hatten wir die Möglichkeit, Mittag zu essen und mehr über die Geschichte, Kultur und das heutige Leben der San zu erfahren. Die San gehören zu den ältesten bekannten Bevölkerungsgruppen der Menschheit. Doch vorweg: Wie überall haben die Europäer ihr Land eingenommen, sie verdrängt und ihnen das heutige Leben aufgezwungen.
Archäologische und genetische Hinweise deuten darauf hin, dass ihre Vorfahren seit zehntausenden Jahren im südlichen Afrika leben. Sie waren traditionell Jäger und Sammler, lebten in kleinen, mobilen Gruppen und hatten eine sehr enge Verbindung zur Natur.
Leben sie heute noch?
Ja, aber ihre Situation ist schwierig.
Es gibt keine exakten Zahlen, aber man schätzt, dass es insgesamt noch etwa 100.000 San gibt – verteilt über mehrere Länder. Ihre traditionellen Lebensweisen sind stark bedroht. Es gibt Gebiete, in denen die San in den letzten Jahrzehnten mehrfach umgesiedelt wurden – offiziell aus Naturschutzgründen, tatsächlich aber auch wegen wirtschaftlicher Interessen wie dem Diamantenabbau.
Heute leben viele San in einer Art Zwischenzustand:
Ein Teil versucht, traditionelle Praktiken zu bewahren.
Ein anderer Teil orientiert sich stärker an moderner Bildung und Jobs.
Beides gleichzeitig zu verbinden, ist nicht leicht.
Es war – wieder einmal – traurig zu lesen, dass die Europäer und ihre Gier erneut eine prägende Rolle in der Geschichte der Ureinwohner eines Landes spielten. Das größte Problem der heutigen Zeit liegt nicht unbedingt im Verlust von Land, sondern eher in der fehlenden Selbstbestimmung.
Wenn Menschen nicht mehr selbst entscheiden können,
• wie sie leben
• wo sie leben
• wovon sie leben
dann verändert das alles.
Die Vorstellung, dass einer der Stammesältesten am Straßenrand sitzt: Er kann Spuren lesen, weiß genau, wo man Wasser findet und welche Pflanze heilt. Aber dieses Wissen wird kaum noch gebraucht, niemand zahlt dafür und die Umgebung lässt es oft nicht mehr zu, diese Fähigkeiten anzuwenden. Natürlich kann man sagen, das ist der Wandel der Zeit – und dennoch finde ich es traurig, dass genau solche Menschen und ihr Wissen irgendwann aussterben.
Seltene Tierarten schützt man doch auch – warum nicht auch diese Art von Wissen?
Der Gedanke macht mich traurig 🥺
Gegessen haben wir übrigens Springbock und Rippchen. Isabelle und ich haben uns die Gerichte geteilt, so hatte jeder einmal das Vergnügen, ein südafrikanisches Tier zu probieren. Wie hat’s geschmeckt? Es war lecker – aber die Rippchen waren mehr mein Geschmack.
Nach all den Eindrücken machten wir uns wieder auf den Heimweg. Diesmal bekam ich das Pferd von unserem Guide und meine verrückte Schimmelstute durfte endlich die Führung übernehmen. Sie war immer noch verrückt – jedoch war es jetzt nicht mehr mein Problem.
Geplant war eine Ankunft um 15 Uhr, letztendlich angekommen sind wir kurz vor 17 Uhr. Der unbequeme Sattel führte zu unbeschreiblichen Gesäßschmerzen, die seltsame Lage der Schnallen zu blauen Flecken an den Waden. Das Schlimmste jedoch waren die Helme. Mein Helm – natürlich der größte im Sortiment und trotzdem zu klein – hing im Grunde nur noch an zwei losen Riemen, also statt eines Drei-Punkt-Systems eher ein einfacher Kinnriemen. Naja, die losen Riemen flatterten auf jeden Fall elegant im Wind.
Also nicht nur, dass der Helm zu klein war und eigentlich aus der Kollektion genommen werden sollte – ich glaube, in diesen Helm haben schon drölftausend Leute reingeschwitzt. Zumindest fing mein Kopf schon nach wenigen Minuten an zu jucken.
Unser Highlight des Tages: Als wir schon echt litten – unser Hintern brannte und Knie sowie Unterschenkel beleidigt waren von der vermutlich falsch sitzenden Schnalle – ging es nochmal mindestens fünf Minuten im gestreckten Galopp über den sandigen Feldweg Richtung Stallungen.
Als wir gegen 17 Uhr endlich ankamen, war ich gottfroh, endlich absteigen zu können.
Die Tour gestern mit den Dünen, der Safari sowie dem wilden Galopp am Strand war definitiv mein größtes Highlight. Das heute: etwas, was ich in dieser Kombination nicht mehr machen werde.
Isabelle und ich buchten eine Ferienwohnung. Heute Nacht soll es anfangen zu regnen und da wir morgen das Auto abgeben müssen und nicht das nasse Zelt am Morgen einpacken wollten, entschieden wir uns dafür.
Um den Abend noch etwas abzurunden, machte ich für Isabelle und mich selbstgemachte Käsespätzle. Ich habe ja extra meine Reibe mitgebracht. Das Mehl war nicht optimal gewählt, es sah aus wie schon mal gegessen – aber der Geschmack war fast ausgezeichnet. Gelungen ist es auf jeden Fall. Ein Foto gibt es trotzdem nicht 😜Read more
Tag 16 - Letzter Tag
April 26 in South Africa ⋅ 🌧 13 °C
Es regnet – den ganzen lieblosen Tag.
Und was macht man an einem verregneten Tag in Kapstadt? Shopping.
Als Erstes besuchten wir den Bay Harbour Market. Kapstadt ist so weitläufig, dass wir von unserer Ferienwohnung bis zum Ziel eine gute halbe Stunde benötigten. Der Bay Harbour Market ist so ein Ort, wo man eigentlich nur kurz reinschauen will und dann plötzlich ein paar Stunden dort verbringt. Der Markt liegt direkt am Hafen, in einer alten, etwas rauen Industriehalle.
Am Anfang werden ein paar Kunstwerke und Klamotten verkauft, aber der eigentliche Grund unseres Besuches: hier kann man sich durch verschiedene kulinarische Spezialitäten essen. Irgendwas Asiatisches oder vielleicht doch ein Burger oder frischer Fisch, danach noch was Süßes. Kaum einer sitzt am Tisch, man läuft eher rum, probiert hier was, bleibt dort stehen – und verliert dabei völlig das Zeitgefühl.
Irgendwann ging es dann weiter. Nach einem späten Frühstück und ein bisschen Stöbern durch die verschiedenen Stände fuhren wir eine weitere halbe Stunde zu dem uns bekannten V&A Waterfront. Hier waren wir schon ganz am Anfang unserer Reise. Etwas weiter entfernt ist das sogenannte Watershed. Das Watershed ist eine große, offene Markthalle mit über 150 kleinen Ständen, an denen Designer, Künstler und Handwerker aus Südafrika ihre Sachen verkaufen. Vieles davon ist handgemacht oder zumindest lokal entworfen.
Auch hier ließen wir uns noch einmal treiben und stöberten durch die verschiedenen Stände. Gegen 14 Uhr machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserem letzten Übernachtungsort: Urban Elephant 16 on Bree.
Im ersten Moment wirkt das Hochhaus mit 36 Stockwerken wie ein Sicherheitsbunker. Security an der Tür, und rein ging es nur mit Gesichtserkennung. Nachdem wir unser Gepäck in unserem Zimmer in der 13. Etage untergebracht hatten, brachten wir unser treues Gefährt zum Abgabeort. Ein bisschen wehmütig war man ja schon – das Auto hat uns die letzten knapp 2.500 km sehr zuverlässig über Stock und Stein zurück nach Kapstadt chauffiert.
Mit dem Uber fuhren wir zurück zu unserem Hotel. Im nahegelegenen Restaurant Vixi bekamen wir über unser Hotel zwei Freigetränke. Wir bestellten Spaghetti mit Meeresfrüchten. Serviert wurde uns ein großer Pot, aus dem wir uns selbstständig schöpfen konnten. Es war wirklich lecker – wenn es nicht so furchtbar scharf gewesen wäre.
Die Bedienung kam zu uns und wollte sich eigentlich ein Lob für dieses ausgezeichnete Gericht abholen, wir jedoch haben uns über die Schärfe des Gerichts geäußert. Er meinte, es hätte auf der Karte gestanden. Und tatsächlich hatten wir in der Beschreibung „& chilli“ beide überlesen. Lecker war es trotzdem – mit der Schärfe gelang es uns jedoch nicht so wirklich, das Gericht in vollen Zügen zu genießen.
Bevor wir gezahlt hatten, haben wir die Bedienung noch gefragt, ob es für uns möglich sei, die 200 m im Dunkeln zurück zu unserem Hotel zu laufen. Er stimmte zu, die Security an jeder Ecke der Straße machte die Gegend verhältnismäßig sicher.
Morgen Nachmittag geht unser Flug über Nacht zurück nach Stuttgart, und von dort geht’s mit dem Zug zurück nach Hause. Ein letzter Tag, ein letzter Blick – und dann bleibt von dieser Reise vor allem eins: ziemlich viele Erinnerungen, die sich nicht so schnell wieder verabschieden werden.Read more
Tag 17/18 - auf dem Weg nach Hause
April 27 in South Africa ⋅ ⛅ 17 °C
Eine letzte Übernachtung in Kapstadt.
Wir packen am Morgen gemütlich unser Equipment und geben es an der Rezeption ab. Danach hatten wir noch etwas Zeit, um entspannt zu frühstücken, das berühmte Bo-Kaap Viertel zu besuchen und ein wenig durch die Straßen zu schlendern.
Als erstes machten wir einen Stopp in einer der vielen Frühstücksmöglichkeiten bei uns um die Ecke. Um das Abenteuer in Südafrika noch etwas abzurunden, probierte ich ein typisch südafrikanisches Getränk: Red Cappuccino.
Ein Red Cappuccino ist im Grunde ein Cappuccino – aber ohne Kaffee. Statt Espresso wird Rooibos-Tee verwendet, wie ein Espresso zubereitet und anschließend mit Milch und Milchschaum aufgegossen. Schmeckt wirklich lecker, vor allem wenn man sowieso eher Schwarztee mit Milch statt Kaffee mag. Also voll mein Ding.
Nach einem ausgezeichneten Frühstück mit Avocado, Lachs und Ei liefen wir Richtung Bo-Kaap. Das Viertel ist bekannt für seine bunten Häuser und ein beliebtes Tagesausflugsziel. Man kann in kleinen Ateliers stöbern und die farbenfrohen Häuser fotografieren.
Das Bo-Kaap Viertel ist eher ein Touri-Hotspot. Ganz nett und definitiv sehenswert, aber schon sehr auf Tourismus ausgelegt.
Danach hatten wir noch Zeit und schlenderten über den nahegelegenen Markt. Hier fällt erneut auf, dass jeder Marktverkäufer einen mit „Wie geht’s dir?“ begrüßt und auch wirklich eine Antwort erwartet. Ich wollte aber nicht beim Stöbern jedem zweiten, eher aufdringlichen Menschen erzählen, wie es mir geht. Auch ein schnelles „gut und dir?“ ist schwierig, weil der Smalltalk dann meist weitergeht.
Kapstadt ist riesig und sehr lebendig. Hinter jeder Ecke ist etwas los, und überall sind Menschen im Alltag unterwegs. Man fühlt sich nicht direkt unsicher, aber ein richtig entspanntes Wohlgefühl stellt sich auch nicht durchgehend ein.
Gegen 13:30 Uhr holten wir unser Gepäck an der Rezeption ab und bestellten ein Uber. Das war unsere erste eher unangenehme Erfahrung mit einem Fahrer. Wir stiegen ein, er griff nach Isabelles Handy und änderte einfach den Preis. Statt 7 € wollte er plötzlich 12 €. Wir hatten dafür kein Verständnis und wollten aussteigen. Der Fahrer war von Anfang an unsympathisch und meinte, er sei ja schon ein paar Meter gefahren und wolle das bezahlt bekommen. Wir stiegen aus, sicherten unser Gepäck, gaben ihm 20 Rand und hofften, dass er uns in Ruhe ließ.
Zum Glück ging es danach problemlos weiter. Wir buchten ein neues Uber und kamen ohne weitere Komplikationen am Flughafen an. Erleichtert gaben wir dem Fahrer 50 Rand Trinkgeld und wurden freundlich verabschiedet.
Um 14 Uhr gaben wir unser Gepäck auf, Boarding ist um 17 Uhr. Morgen um 8 Uhr kommen wir mit Umstieg in Frankfurt in Stuttgart an.
Ich bin wie immer voller Vorfreude nach Hause zu kommen. Es war ein abenteuerlicher und abwechslungsreicher Urlaub. Trotzdem freue ich mich auf meine Routinen, meine gewohnte Umgebung und die tollen Menschen um mich herum.
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Fakten über Südafrika
1️⃣ Nachts im Dunkeln allein zur Unterkunft zu laufen wird nicht empfohlen. Lieber ein Uber, selbst für kurze Strecken wie 300 Meter.
2️⃣ Jedes Haus ist eingezäunt – teilweise meterhoch mit Stacheldraht und Strom. Durch Tore rein und rauszukommen ist manchmal eine kleine Herausforderung.
3️⃣ Die Währung sind südafrikanische Rand. Die schnelle und einfache Umrechnung lautet: 100 Rand × 0,1 = 10 ,
10 / 2 also grob ≈ 5 €.
4️⃣ Trinkgeld zu geben ist kein Bonus, sondern Standard. In der Regel 10–20 Rand oder etwa 10 % der Rechnung. Gilt im Restaurant, an der Tankstelle und auch im Uber.
5️⃣ Linksverkehr ist im ersten Moment ungewohnt, klappt aber erstaunlich gut. Die klassische Verwechslung zwischen Blinker und Scheibenwischer ist dabei Standard. Der Blinker ist rechts und sorgt für regelmäßiges Schmunzeln.
6️⃣ Tiere auf der Straße sind keine Seltenheit. Ob Strauß, Affe oder Huhn, alles kann plötzlich am Straßenrand oder sogar auf der Straße auftauchen.
7️⃣ Begrüßungen wie „Hi, wie geht’s dir?“ sind keine Floskel, sondern eine echte Frage. Es wird erwartet, dass man kurz antwortet und Smalltalk ist ausdrücklich erwünscht. Egal ob auf einem Markt, im Supermarkt oder bei dem Einchecken einer Unterkunft.
8️⃣ Laut einem gebürtigen Südafrikaner liegt die Arbeitslosigkeit bei knapp 60 %. Viele Menschen leben von Gelegenheitsjobs oder kleinen Dienstleistungen auf der Straße.
9️⃣ Unser übrig gebliebenes Essen der letzten zweieinhalb Wochen haben wir in Tüten gepackt und an bedürftige Menschen verteilt. Die Freude war sehr groß und es hat sich richtig gut angefühlt.
1️⃣0️⃣ Zähneputzen war in allen Unterkünften problemlos möglich. Trinkwasser haben wir trotzdem meist im Supermarkt gekauft.
1️⃣1️⃣ Südafrika ist kulturell und ethnisch sehr vielfältig, mit einer vergleichsweise großen weißen Minderheit im internationalen Vergleich. Diese Vielfalt prägt das Stadtbild und den Alltag deutlich.
1️⃣2️⃣ An Baustellen oder einspurigen Straßen stehen oft Menschen, die den Verkehr regeln. Sie fungieren praktisch als „lebende Stoppschilder“ und zeigen dir per Handzeichen, wann du fahren darfst.
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Ein kurzes Fazit zu unserem Ausgaben: Unsere Ausgaben lagen bei rund 2.500 € für Unterkunft, Essen, Tanken und Erlebnisse. Flüge und Mietwagen sind nicht enthalten.
Auf zwei Personen gerechnet sind das etwa 100 € pro Tag. Die größten Posten waren die Reitausflüge (145 € pro Person) und die Safari in Schotia (100 €).
Unterm Strich war es ein abenteuerlicher, abwechslungsreicher und sehr besonderer Urlaub.
Gerade noch rechtzeitig zum Boarding habe ich meinen Text fertig geschrieben. Jetzt geht’s los - zurück in die Heimat🙋🏽♀️Read more














































































































































































































Alles gute ,,,schönen Urlaub,,euch beiden,,🍀 [Sylvia]
Schönen Urlaub, meine Tochter [Mama]
Viel Spaß, pass auf Dich auf! [LG Volker]