• Tag 17/18 - auf dem Weg nach Hause

    27. april, Sydafrika ⋅ ⛅ 17 °C

    Eine letzte Übernachtung in Kapstadt.
    Wir packen am Morgen gemütlich unser Equipment und geben es an der Rezeption ab. Danach hatten wir noch etwas Zeit, um entspannt zu frühstücken, das berühmte Bo-Kaap Viertel zu besuchen und ein wenig durch die Straßen zu schlendern.

    Als erstes machten wir einen Stopp in einer der vielen Frühstücksmöglichkeiten bei uns um die Ecke. Um das Abenteuer in Südafrika noch etwas abzurunden, probierte ich ein typisch südafrikanisches Getränk: Red Cappuccino.

    Ein Red Cappuccino ist im Grunde ein Cappuccino – aber ohne Kaffee. Statt Espresso wird Rooibos-Tee verwendet, wie ein Espresso zubereitet und anschließend mit Milch und Milchschaum aufgegossen. Schmeckt wirklich lecker, vor allem wenn man sowieso eher Schwarztee mit Milch statt Kaffee mag. Also voll mein Ding.

    Nach einem ausgezeichneten Frühstück mit Avocado, Lachs und Ei liefen wir Richtung Bo-Kaap. Das Viertel ist bekannt für seine bunten Häuser und ein beliebtes Tagesausflugsziel. Man kann in kleinen Ateliers stöbern und die farbenfrohen Häuser fotografieren.

    Das Bo-Kaap Viertel ist eher ein Touri-Hotspot. Ganz nett und definitiv sehenswert, aber schon sehr auf Tourismus ausgelegt.

    Danach hatten wir noch Zeit und schlenderten über den nahegelegenen Markt. Hier fällt erneut auf, dass jeder Marktverkäufer einen mit „Wie geht’s dir?“ begrüßt und auch wirklich eine Antwort erwartet. Ich wollte aber nicht beim Stöbern jedem zweiten, eher aufdringlichen Menschen erzählen, wie es mir geht. Auch ein schnelles „gut und dir?“ ist schwierig, weil der Smalltalk dann meist weitergeht.

    Kapstadt ist riesig und sehr lebendig. Hinter jeder Ecke ist etwas los, und überall sind Menschen im Alltag unterwegs. Man fühlt sich nicht direkt unsicher, aber ein richtig entspanntes Wohlgefühl stellt sich auch nicht durchgehend ein.

    Gegen 13:30 Uhr holten wir unser Gepäck an der Rezeption ab und bestellten ein Uber. Das war unsere erste eher unangenehme Erfahrung mit einem Fahrer. Wir stiegen ein, er griff nach Isabelles Handy und änderte einfach den Preis. Statt 7 € wollte er plötzlich 12 €. Wir hatten dafür kein Verständnis und wollten aussteigen. Der Fahrer war von Anfang an unsympathisch und meinte, er sei ja schon ein paar Meter gefahren und wolle das bezahlt bekommen. Wir stiegen aus, sicherten unser Gepäck, gaben ihm 20 Rand und hofften, dass er uns in Ruhe ließ.

    Zum Glück ging es danach problemlos weiter. Wir buchten ein neues Uber und kamen ohne weitere Komplikationen am Flughafen an. Erleichtert gaben wir dem Fahrer 50 Rand Trinkgeld und wurden freundlich verabschiedet.

    Um 14 Uhr gaben wir unser Gepäck auf, Boarding ist um 17 Uhr. Morgen um 8 Uhr kommen wir mit Umstieg in Frankfurt in Stuttgart an.

    Ich bin wie immer voller Vorfreude nach Hause zu kommen. Es war ein abenteuerlicher und abwechslungsreicher Urlaub. Trotzdem freue ich mich auf meine Routinen, meine gewohnte Umgebung und die tollen Menschen um mich herum.



    Fakten über Südafrika

    1️⃣ Nachts im Dunkeln allein zur Unterkunft zu laufen wird nicht empfohlen. Lieber ein Uber, selbst für kurze Strecken wie 300 Meter.

    2️⃣ Jedes Haus ist eingezäunt – teilweise meterhoch mit Stacheldraht und Strom. Durch Tore rein und rauszukommen ist manchmal eine kleine Herausforderung.

    3️⃣ Die Währung sind südafrikanische Rand. Die schnelle und einfache Umrechnung lautet: 100 Rand × 0,1 = 10 ,
    10 / 2 also grob ≈ 5 €.

    4️⃣ Trinkgeld zu geben ist kein Bonus, sondern Standard. In der Regel 10–20 Rand oder etwa 10 % der Rechnung. Gilt im Restaurant, an der Tankstelle und auch im Uber.

    5️⃣ Linksverkehr ist im ersten Moment ungewohnt, klappt aber erstaunlich gut. Die klassische Verwechslung zwischen Blinker und Scheibenwischer ist dabei Standard. Der Blinker ist rechts und sorgt für regelmäßiges Schmunzeln.

    6️⃣ Tiere auf der Straße sind keine Seltenheit. Ob Strauß, Affe oder Huhn, alles kann plötzlich am Straßenrand oder sogar auf der Straße auftauchen.

    7️⃣ Begrüßungen wie „Hi, wie geht’s dir?“ sind keine Floskel, sondern eine echte Frage. Es wird erwartet, dass man kurz antwortet und Smalltalk ist ausdrücklich erwünscht. Egal ob auf einem Markt, im Supermarkt oder bei dem Einchecken einer Unterkunft.

    8️⃣ Laut einem gebürtigen Südafrikaner liegt die Arbeitslosigkeit bei knapp 60 %. Viele Menschen leben von Gelegenheitsjobs oder kleinen Dienstleistungen auf der Straße.

    9️⃣ Unser übrig gebliebenes Essen der letzten zweieinhalb Wochen haben wir in Tüten gepackt und an bedürftige Menschen verteilt. Die Freude war sehr groß und es hat sich richtig gut angefühlt.

    1️⃣0️⃣ Zähneputzen war in allen Unterkünften problemlos möglich. Trinkwasser haben wir trotzdem meist im Supermarkt gekauft.

    1️⃣1️⃣ Südafrika ist kulturell und ethnisch sehr vielfältig, mit einer vergleichsweise großen weißen Minderheit im internationalen Vergleich. Diese Vielfalt prägt das Stadtbild und den Alltag deutlich.

    1️⃣2️⃣ An Baustellen oder einspurigen Straßen stehen oft Menschen, die den Verkehr regeln. Sie fungieren praktisch als „lebende Stoppschilder“ und zeigen dir per Handzeichen, wann du fahren darfst.



    Ein kurzes Fazit zu unserem Ausgaben: Unsere Ausgaben lagen bei rund 2.500 € für Unterkunft, Essen, Tanken und Erlebnisse. Flüge und Mietwagen sind nicht enthalten.
    Auf zwei Personen gerechnet sind das etwa 100 € pro Tag. Die größten Posten waren die Reitausflüge (145 € pro Person) und die Safari in Schotia (100 €).

    Unterm Strich war es ein abenteuerlicher, abwechslungsreicher und sehr besonderer Urlaub.
    Gerade noch rechtzeitig zum Boarding habe ich meinen Text fertig geschrieben. Jetzt geht’s los - zurück in die Heimat🙋🏽‍♀️
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