• Ein Start mit Tücken

    October 7 in Germany ☁️ 20 °C

    Eigentlich war gestern Abreise. Der regelmäßige Leser unserer Reisetagebücher kennt das ja schon: wenn ein Satz mit "eigentlich" beginnt...
    Aber es gab ja nicht mehr viel zu tun. Schlieslich habe ich in den letzten 6 Wochen - so wie in meinen besten Jahren - 80 h/Woche gearbeitet um unsere Juse so hin zu bekommen, wie ich sie mir für Südamerika vorgestellt habe. Ursprünglich war ich der Meinung diese in 2 Wochen schaffen zu können😵‍💫.
    Noch die restlichen Sachen die wild in der Einfahrt verstreut sind sortieren und einräumen und nur noch kurz einen Abstecher zur Fa. Pauli um ein Alu-Kubond Blech zu kanten und zu meinem Freund Christoph Dillinger um ihm sein Werkzeug zurück zu bringen und die letzten Einstellungen in der VICTRON CONECT APP zu machen, wofür ich zu blöde bin. Alu Kubond kann man nicht biegen ohne es vorher zu fräsen! Der Tag fängt schon mal gut an und die halbe Stunde Arbeit gestern um das Teil zu zu schneiden, hätte ich mir sparen können. Schnell ist eine andere Lösung gefunden. Danke an die Mitarbeiter der Fa. Pauli, speziell an Markus Baumgartner und natürlich an meinem Freund Hans Pauli an der Stelle, für die ständige Unterstüzung, ohne die solche professionellen Lösungen wie unsere Edelstahldusche oder die Staukästen mit bündigen Schlössern nicht möglich wären👍
    Es sind nur 2 km zu Christoph nach Aigenstadel. Er findet auch recht schnell den Fehler an meinem Ladegerät. Was ich schon immer vermutet, aber trotz mehrmaliger Kontrolle nicht gecheckt habe: Der Stecker für die "Motor an Erkennung" war falsch angeschlossen. Ich habe zwar das richtige Schaubild dazu aus der Anleitung genommen, aber dazu den Stecker falsch herum in den Händen gehabt. Mir fällt auf, dass plötzlich ein Ölfleck sich unter dem LKW bemerkbar macht. Kann ja nur von dem neuen Öl- Umschaltventil für die Warmwasserbereitung aus der Motorabwärme kommen, die sich der Versorgungstechnik Ingenieur nächtelang ausgeklügelt hat und unbedingt umsetzen muss!
    Auf der Heimfahrt fällt plötzlich der Luftdruck ab. Zu Hause stelle ich fest, dass der neu verlegte Luftdruckschlauch made in China geplatzt ist. Den getauscht, die Verschraubungen des Öl- Umschaltventils nachgezogen, will ich die JuSe starten um alles zu testen - es rührt sich erst einmal gar nichts mehr. Julia quängelt und nervt, weil wir um 11.00 Uhr losfahren wollten. Ich schaffe es trotzdem ruhig zu bleiben und mache mich auf die Fehler Suche. Der Batterie Trennschalter ist durchgebrannt - wieder ein China Teil. Julia wirft alle herumliegenden Teile in eine Kiste und der Rest landet in der Garage und dann gehts in voller Hektik los.
    Auf der Drehscheibe- einer Kreuzung 2 km von Ringelai, kontroliere ich nochmal die Ölverschraubung - immer noch nicht dicht. Jetzt reichts! Umdrehen, überlege ich kurz und alles abblasen? Kommt nicht in Frage meldet sich sofort der Kämpfer in mir. Ich beschliese zu der Firma nach Ruderting zu fahren, von der ich das Öl Magnetventil habe, damit die die Leitung abdichten - ich will mich nicht mehr schmutzig machen. Mit Willi dem Chef habe ich schnell das Problem analysiert: die Schneidringverschraubungen sind nicht weit genug auf der Leitung. Er gibt mir zwei neue und ich soll sie selber einbauen🥵
    Dazu muss ich das Führerhaus kippen. Aus Faulheit will ich aber meine Vorrichtung über 2 Umlenkungen über die Seilwinde, ich auch neu gebaut habe nicht aufbauen. Willi, sein Mitarbeiter, ein Kunde, ich und Julia schaffen das auch gemeinsam von Hand. Eine gute Stunde später sind die neuen Verschraubungen eingebaut und wir kippen das Führerhaus - auch wieder von Hand. Durch den Schwung beim zurückkippen verbiegt sich die Arietierung. Die Warnleuchte im Führerhaus leuchtet auf und auch mehrmalige gewagte Bremsmanöver, bei denen das Führerhaus beängstigen kippt, um danach mit Schwung ins Schloss zu fallen, nützen nichts. Also meine Vorrichtung mit der Seilwinde und den 2 Umlenkungen über das Dach aufgebaut, Kabine kippen, Arietierung ausrichten, Führerhaus langsam zurück und schon passt es wieder. So machen wir uns gegen 16.00 Uhr auf nach Jena. Dort wartet Suse, Julias Ex Schwiegermuttet schon seit Stunden auf uns. Ein weitere Schlauchplatzer des China Schrottes auf der Autobahn kostet uns nur noch 5 Minuten - ist ja nichts Neues und Ersatzteile sind griffbereit. So kommen wir gegen kurz vor 23.00 in Jena an. Suse empfängt uns mit einer wunderbaren thüringischen Brotzeit. Nach 3 Flaschen Wein und 3 Bier extra für mich und einem sehr schönen amüsanten Abend gehen wir dann um 4.00 ins Bett. Ich sage noch zu Julia: " Es gibt jetzt 2 Möglichkeiten, nach dem verkorksten Start. Entweder ea läuft ab jetzt ohne Probleme, oder es geht so weiter!"
    Ich glaube sie hat es nicht mehr realisiert.
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