shiningletters

Joined March 2017
  • Day8

    Und wieder in Deutschland

    September 15 in Germany ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach einer eher kurzen Nacht geht es für mich dann (früher als bei den anderen) mit dem Taxi an den Flughafen. Mich hat es mit halb 8 aber noch gut getroffen. Manche wurden um halb 4 in der Nacht abgeholt!!
    Mein Taxifahrer hat es scheinbar eilig, da er von Ampel zu Ampel rast und ich jedes Mal hoffe, dass wir mit niemandem zusammenstoßen...
    Am Flughafen klappt aber alles super, mit dem kleineren Flieger geht es nach Riga und von dort mit einem etwas größeren Flugzeug nach Stuttgart. In Riga bleibt mir auch noch kurz die Zeit, das ein oder andere Souvenir zu kaufen, wozu in Litauen nicht mehr gereicht hat.
    Insgesamt hat die Reise wirklich Spaß gemacht und es war jetzt auch nicht so schlimm, die Jüngste zu sein. Trotzdem werde ich eine solche Reise nächstes Mal wahrscheinlich mit jemandem in meinem Alter machen, da ich Abends doch manchmal gern noch mit gleichaltrigen geredet und an der ein oder anderen Stelle auch Fotos gemacht hätte (ohne, dass der andere nur ein Foto macht und dann meint, fertig zu sein...).
    Trotzdem war es schön und vor allem die Kurische Nehrung werde ich nicht vergessen.
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  • Day7

    Auf und ab und dann zum Hotel

    September 14 in Lithuania ⋅ ⛅ 15 °C

    In Vilnius stellen wir nur schnell unser Gepäck in den Hotelzimmern ab und machen uns dann mit dem Bus auf den Weg ans andere Ende der Altstadt. Von dort aus führt uns Maik durch die Straßen. Was hier (und auch schon in Trakai) auffällt, sind die vielen Brautpaare, die mit einem Fotografen von Motiv zu Motiv laufen.
    Außerdem ist in Vilnius gerade das Fest der Minderheiten. Laut Wikipedia lebten im Jahr 2017 offiziell 574.221 Einwohner oder 22 % der Bevölkerung Litauens in Vilnius, davon 54,43 % Litauer, 18 % Polen und 13 % Russen, der Rest verteilt sich auf weitere 125 Nationalitäten, 66 % der Einwohner waren katholisch. Dieser Mix wird hier gefeiert.
    Unsere Führung startet beim Tor der Morgenröte. Es befindet sich in der Stadtmauer und von der dem Stadtinnern zugewandten Seite aus führt eine Treppe zu einer Galerie im oberen Bereich hinauf, wo sich eine Torkapelle mit der als wundertätig verehrten Ikone, eine Schwarze Madonna, der Barmherzigen Muttergottes, befindet. Es ist ein Wallfahrtsort, zu dem viele Pilgern, weswegen wir auch nicht in die Galerie gehen, um keinen zu stören.
    Beim weiterlaufen kommen wir an einer Brücke vorbei, an der eine Schaukel hängt, manchmal sei diese sogar trockenen Fußes zu erreichen...
    Dann kommen wir ins Künstlerviertel. Es gibt viele heruntergekommene Häuser, aber die ein oder andere Stelle wurde durch alte Klaviere (à la vintage) aufgepeppt. Wir kommen auch an der Literatenstraße vorbei, dort hängen verschiedene kleine Symbole, die an einen litauischen Schriftsteller erinnern sollen.
    Etwas weiter finden wir auch verschiedene Tafeln. Auf Ihnen steht die "Verfassung" des Künstlerviertels in jeder Menge verschiedener Sprachen. Ein Gesetz wäre zum Beispiel, dass es das Recht eines jeden ist, zu sterben, er aber nicht dazu verpflichted ist.
    Etwas außerhalb der Altstadt ist das "Gotische Eck". Dort stehen zwei wunderschöne Backsteinkirchen nebeneinander, die den Krieg überlebt haben. Jedoch können wir nur in eine hinein, da gerade eine Messe stadtfindet.
    Bevor es zum Abendessen geht, machen wir noch einen Abstecher zum Cathedral Square. Die Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus, auch Cathedral Basilica genannt, ist die römisch-katholische Kathedrale des Erzbistums Vilnius. Das imposante Gebäude mit dem grossen Glockenturm ist eine der wichtigsten Gebetsstätten in Litauen. Aber auch hier ist gerade eine Messe.
    Generell sind auffällig viele Kirchen in Vilnius. An manchen Stelle kann man drei Kirchen oder Kirchtürme gleichzeitig sehen!
    Was auch auffällt, ist, dass viele Häuser sehr heruntergekommen sind, doch die meisten Leute mit dicken Luxusautos durch die engen Straßen fahren... macht nicht wirklich Sinn.
    Nun ist es aber Zeit für das letzte gemeinsame Abendessen und alle verabschieden sich danach.
    Im Hotel heißt es dann: vorbereiten für de Heimflug!
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  • Day7

    Massenchöre und Wasserburg

    September 14 in Lithuania ⋅ ⛅ 16 °C

    Der Baltische Weg, war auch die "Singende Revolution" 1989. Friedlich singend stand die Menschenkette von Vilnius bis Tallinn. Dadurch wurde die sängerische Tradition der Völker bekannt und die Kraft der Lieder führte die Länder in die Freiheit. Seitdem werden regelmäßig große Sängerfeste gefeiert, bei denen Hunderttausende mitsingen. Die Sängerfeste haben aber schon viel längere Tradition. Durch diese "Revolution" bekamen sie nur mehr Aufmerksamkeit. Diese Feste feiern die baltischen Länder allerdings nicht gemeinsam, da sie sich gegenseitig, wegen der unterschiedlichen Sprachen, nicht verstehen und so auch die Lieder der anderen nicht singen können.
    Nach einiger Zeit kommen wir in Trakai bei der Wasserburg an. Es ist eine wunderschöne kleine Stadt, fast schon ein Dorf und am Wasser entlang sind viele kleine Stände aufgebaut, an denen Souvenirs verkauft werden.
    1410 verlor die Burg an militärischer Bedeutung und wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den verfallenen Teilen wieder aufgebaut und restauriert. Jetzt befindet sich ein Museum darin. Um hinein zu gehen bleibt uns aber leider nicht die Zeit, weswegen wie so etwas durch die Straßen laufen. Es regnet auch kurz und stark, aber schon nach wenigen Minuten kommt wieder blauer Himmel zum Vorschein.
    In der Stadt befinden sich süße, bunte Häuschen, die früher den Tataren, den Wächtern der Burg, gehörten. Die meisten haben drei Fenster: eins für Gott, eins für den Landherr und eins für sich selbst. Also zwei zum Reinschauen und eins zum Rausschauen.
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  • Day7

    Chorgesang und Segelschule

    September 14 in Lithuania ⋅ ⛅ 16 °C

    Jetzt machen wir doch eine (Mini-) Stadtführung durch Klaipėda. Mit den Koffern im Bus halten wir nochmal kurz in der Altstadt und schauen uns etwas um. Das wichtigste Ziel: der Platz vor dem Theater. Dort steht eine Statue "Ännchen von Tharau". Das ist auch der Titel eines Lieds von Simon Dach aus dem Ostpreußen des 17. Jahrhunderts. Besungen wird Anna, die Tochter des Tharaher Pfarrers. Sie überlebte drei Männer (alles Pfarrer). Das Lied wurde anlässlich ihrer ersten Hochzeit (mit dem ersten Pfarrer) verpasst.
    Die Statue wurde während des 2. Weptkrieges emtfernt, da (anscheinend) Hitler, der bei seiner Rede vom Theaterbalkon, nicht einsehen wollte, dass ihm jemand den Rücken zuwandte.
    Erst als die Sowjetunion abzog, wurde wieder eine Statue zu Ehren Annas aufgestellt.
    Das Lied wurde früher immer von Reisegästen gesungen, wenn sie an dem Brunnen standen (sagte Maik), doch dass sei in den letzten Jahren immer seltener geworden.
    Wir kamen auch an dem großen Segelschiff "Meridianas" vorbei, das früher für die Segelschule verwendet wurde und heute als Restaurant dient. Die Segel sind in den Farben der drei Länder des Baltikums und sie erinnern an die Menschenkette im Baltikum am 23. August 1989. Sie war 650 Kilometer lang und wird auch der "Baltische Weg" genannt. 50 Jahre nach dem Hitler-Stalin-Pakt, nach dessen Zusatzprotokoll, das geheim gehalten wurde, Estland, Lettland und Litauen an die Sowjetunion  fielen, schlossen sich über eine Million Esten, Letten und Litauer zu einer menschlichen Kette durch die drei Länder zusammen, um ihre Einigkeit in dem Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit von der Sowjetunion zu demonstrieren. Sie ist die längste bekannte Menschenkette der Geschichte.
    Danach geht es zum Mittagessen an eine Raststette. Das Essen war... gewöhnungsbedürftig, aber ausreichend. Jetzt geht es noch zu einer Wasserburg, bevor wir in Vilnius ankommen.
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  • Day6

    Hexen, Könige und Gottheiten

    September 13 in Lithuania ⋅ ⛅ 17 °C

    Unser letztes Ziel (bevors zurück ins Hotel geht) ist der Hexenberg in Juodkrantė (Schwarzort). Vom Hexenberg kann man auf die Ostsee und aufs Kurische Haff (zwischen Festland und Halbinsel) blicken. Der Berg ist durch jahrhundertelange Einflüsse der Natur in hell und dunkel geteilt worden. Auf der hellen Seite leben der Sage nach die guten Geister und auf der Dunklen Hexen oder Teufel. Es gibt dort verschiedene Wanderrouten. Wir laufen die, auf der verschiedene aus Holz geschnitzte Figuren stehen. Zu jeder Figur gibt es eine Sage oder ein Märchen. Die Wanderung ist also geprägt von litauischer Erzähltradition. Zum Beispiel die Kartenspieler: Der Teufel und die Hexe spielen zusammen Karten, doch sie sitzen nicht zum Vergnügen hier. Der Teufel war zum Hexenberg geschlichen, um sich Pech zu stehlen, doch er wurde erwischt. Nun versucht er, es sich zurück zu erspielen.
    Eine andere Geschichte ist Luzifer und das Höllentor: Luzifer, der Herr der Hölle, kommt aus dem Abgrund hinter dem Tor heraufgestiegen, um sich deine Seele zu holen.
    Es sind noch viele weitere Figuren aufgestellt, so auch Eglė, die Natternkönigin, die uns bereits in Palanga begegnete. Hier lernen wir aber noch dazu, dass die lettischen Namen für verschiedene Bäume stehen. So steht Eglė für Tanne, Ąžuolas, Uosis und Beržas (ihre Söhne) für Eiche, Esche und Birke und Drebulė (ihre Tochter) für Espe.
    Dadurch versteht man auch besser, warum Eglė sich und ihre Kinder in Bäume verwandelte. Maik erzählte uns, dass manche Erzählungen erklären, dass die Söhne in "starke" Bäume verwandelt wurden, da sie stark waren und Eglės Brüdern standgehalten hatten und Drebulė in eine für immer zitternde Espe (zittern, wie Espenlaub), da sie ihren Vater verraten hatte.
    Nach dieser Wanderung geht es wieder zurück ins Hotel und wir packen unsere Koffer für die Fahrt morgen nach Vilnius.
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  • Day6

    Kalter Wind und Regenwetter

    September 13 in Lithuania ⋅ 🌧 17 °C

    Während der Bootsfahrt ist es ziemlich kalt geworden und ein kalter Wind blies uns um die Ohren. Glücklicherweise wurden uns am Anfang Decken ausgeteilt, die wenigstens ein Bisschen halfen. Jetzt ist aber Mittagspause und wir verteilen uns auf verschiedene Restaurants. Nach dem Essen fängt es leider an, zu regnen und ich verkrieche mich schnell in einem Café und bestelle einen heißen Tee, um mich aufzuwärmen. Pünktlich am Treffpunkt fehlt dann aber eine Person... Der Reiseleiter wartet mit uns noch 20 Minuten, doch als der Verschwundene dann immer noch nicht auftaucht, entschließen wir uns, weiter zu gehen, da uns sonst die Zeit davon läuft. Wir kommen an einem Bernsteinmuseum vorbei, in welchem uns aber auch erklärt wird, was es mit den Kurenkahnwimpeln auf sich hat, die überall in Nida verteilt auf Masten befästigt sind. Sie befanden sich früher am Mast der Fischerboote. An ihnen konnte man erkennen, von welcher Stadt der Fischer kam, ob er Steuern bezahlte (und somit hier fischen durfte), wo sein Haus ungefähr steht und wie viele Söhne und Töchter er hatte.
    Dann laufen wir noch weiter durch das Dorf. Die Häuser hier erinnern mich ein Bisschen an die bunten Häuser auf den Schären in Schweden! Leider ist der Himmel bewölkt, aber sie sind trotzdem soo süß!
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  • Day6

    Nicht unbedingt ein Traumhotel

    September 13 in Lithuania ⋅ 🌧 16 °C

    Beim Abendessen erzählte uns Maik, dass das Hotel nicht unbedingt für gute Organisation bekannt sei. Schon öfter wurden Abendessen vergessen und das Hotel hat so viele Zimmer, dass sie Putzfrauen nicht hinterher kommen und nicht alles putzen können (17 Stockwerke!!). Unser Abendessen wäre auch fast vergessen worden....
    Auf meinem Zimmer sind auch die ein oder anderen Flecken auf Teppich und Möbeln, aber es ist ja nur für die Nacht.
    Jedenfalls gibt es für uns morgens zum ersten Mal keine Stadtführung (obwohl wir in einer neuen Stadt sind), sondern wir fahren auf die Kurische Nehrung. Auf der Fahrt zum Hafen sehen wir die schönen Fachwerkhäuser in der Altstadt an uns vorbeiziehen.
    Die Kurische Nehrung ist eine Halbinsel und ein Nationalpark. Sie besteht zu 70 Prozent aus Wald und im Sommer ist dort anscheinend so viel Autoverkehr auf den wenigen vorhandenen Straßen, dass oft auch die Parkplätze überfüllt sind. Deswegen wollte man auch keine Brücke zur Insel bauen. Unser Bus wurde also mit der Fähre ans andere Ufer gebracht und wir fahren zu den Sanddünen. Wir können dort auf der Sanddüne neben der Parnidis-Düne laufen (eine der größten Wanderdünen der Welt). Die Holzstege, die auf die Dünen führen, müssen jedes Jahr neu angelegt werden, da sie vom Sand verweht sind. Direkt bei den Dünen ist die Grenze zu Russland, weswegen an dieser Grenze im Wasser auch die litaunische Küstenwache mit ihrem Boot schwimmt. Bei der Düne steht auch eine Sonnenuhr, welche unter anderem mit den litauischen Monatsnamen beschriftet ist. Diese sind nicht so "langweilig", wie im Deutschen, denn sie heißen übersetzt zum Beispiel Roggenernte oder Roggrnsaat. (August und September)
    Von dort laufen wir in das Fischerdorf Nida, wo uns bereits ein kleines Boot erwartet. Wir fahren entlang der Küste und entdecken sogar einen Seeadler.
    Früher war die ganze Insel aus Sand, doch da die Dörfer dadurch immer vergraben wurden, beschlossen die Bewohner, die Insel zu bepflanzen, um sich zu schützen.
    Das Gebiet wurde 1991 zum Nationalpark erklärt und steht auch unter Schutz als UNESCO-Weltkulturerbe. Deswegen gibt es auch nur ein kleines Hotel auf der Insel, denn es dürfen keine neuen, größeren gebaut werden. Maik erzählte uns, dass Klaipėda nur so gut besucht sei, weil alle auf die Halbinsel wollen und es da nunmal nicht genug Schlafplätze gibt.
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  • Day6

    Nobelpreisträger und Kormorane

    September 13 in Lithuania ⋅ 🌧 16 °C

    Während wir das Haus des deutschen Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers Thomas Mann besichtigen, rennt Maik nochmal nach Nida, um nach unserem verlorenen Schaf zu suchen.
    Thomas Mann kam 1929 nach Nida. In dieser "Sahara des Nordens" ließen er und seine Frau sich ein Sommerhaus mit Blick auf das Haff (Süßwasser zwischen Festland und Halbinsel) bauen. Drei Sommer (1930-1932) verbrachte er mit seiner Familie dort, doch 1933 waren sie gezwungen, Deutschland zu verlassen und sie kehrten nie wieder nach Nida zurück.
    Auf unserer Fahrt zum letzten Ziel für heute (der Verlorene wurde glücklicherweise wieder gefunden und aufgesammelt) sahen wir im Wald viele Kormorane. Diese haben sich explosionsartig auf der Halbinsel vermehrt und stehen unter Naturschutz. Ihr Kot ist jedoch sehr sauer, weswegen die Bäume, die diese Vögel bewohnen nach und nach sterben. Erst fallen die Äste ab und dann fällt der Baum... Nicht unbedingt schön.
    Jedenfalls fahren wir weiter zum Hexenberg, auf dem man der mystischen Welt Litauens begegnet.
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  • Day5

    Bernstein und Jurate-Sage

    September 12 in Lithuania ⋅ ⛅ 18 °C

    In der Parkanlage befindet sich auch ein Schloss, das heute als Bernstein Museum dient. Seit vielen Jahrhunderten suchen die Menschen des kleinen litauischen Dorfes im Meer nach Bernstein. Wie genau er an die Küste kommt, dazu gibt es auch eine Sage: Die Göttin Jūratė, lebte tief in der Ostsee in einem wunderschönen Bernsteinschloss. Sie regierte das Meer und all seine Bewohner. Ein junger Fischer namens Kastytis störte diesen Frieden, als er sehr viele Fische fing. Jūratė beschloss, ihn zu bestrafen und den Frieden wiederherzustellen, verliebte sich aber in den gutaussehenden jungen Mann. Sie lebten eine Weile lang glücklich im Bernsteinschloss, aber Perkūnas, der Donnergott der litauischen Mythologie, erfuhr, dass die unsterbliche Göttin sich in einen Sterblichen verliebt hatte. Er tobte vor Wut und zerstörte das Bernsteinschloss mit einem Blitz, sodass nur Millionen kleiner Bernsteinstückchen übrigblieben. Jūratė ließ er am Meeresgrund entweder an die Ruinen oder einen Fels ketten. Laut der Legende ist dies der Grund für die Bernsteinstückchen, die noch heute nach einem Sturm an die Strände der baltischen Länder gespült werden. Die großen Teile sind von dem zerstörten Schloss und die kleineren sind Tränen der Göttin.
    Vom Schloss im Park laufen wir über Sanddünen zum Strand. Hier ist es allerdings so windig, dass es mich nicht lange hält und ich spaziere noch etwas durch den Park, bis es weiter geht.
    Nach wenigen Minuten kommen wir in Klaipeda an. Die Stadt (früher Memel genannt) verband früher Preussen und Livland.
    Mein Zimmer ist rießig für mich alleine und gleich geht es zum Abendessen.
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  • Day5

    Ein Natternmärchen

    September 12 in Lithuania ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach der Mittagspause und einer angeregten Diskussion über den Unterschied zwischen Milch, Buttermilch, Bittermilch und Dickmilch geht es weiter nach Palanga, dem Seebad in der südkurischen Landschaft Megowe. Die Fahrt dorthin dauert leider zwei Stunden und da ich mein Buch fertig gelesen habe und mein zweites Buch im Koffer liegt, muss ich mich die Fahrt über anders beschäftigen... Außerdem regnet es zum ersten Mal seit Reisebeginn.
    In Palanga ist es aber wieder trocken und wir fahren zu einem wunderschönen Park der an die Ostsee grenzt. In diesem befindet sich eine Statue zu dem berühmten, litauischen Natternmärchen. Dieses besagt, dass Eglė (ein junges Mädchen) eines Abends mit ihren Schwestern im See baden ging. Nachdem die Mädchen gebadet hatten, stiegen sie alle ans Ufer und wollten sich ankleiden. Eglė, entdeckte aber in ihren Kleidern eine Ringelnatter, die sie mit menschlicher Stimme ansprach: „Versprich mir, dass du meine Frau wirst, dann gebe ich dir dein Hemdchen." Eglė glaubte nicht, das sie eine Natter heiraten könnte und gab das Versprechen. Die Natter verschwand. Nach sieben Tagen versammelte sich ein voller Hof von Nattern vor Eglės Haus, die die Braut verlangten. Da erschrak sie und erzählte ihren Eltern, was sie am Meer erlebt hatte. Die Eltern wollten ihre Tochter nicht weggeben, sie versteckten Eglė in die dunkelste Kammer, nahmen eine weisse Gans, schmückten sie als eine Braut und setzten sie in den Brautwagen, als die Nattern den Betrug bemerkten gaben die Eltern ihnen ein weiß gekleidetes Schaf mit. Die Nattern kamen ganz erbost zurück und drohten das Haus zu verbrennen, wenn sie auch diesmal betrogen würden. Was blieb den Eltern übrig, sie beweinten ihre jüngste Tochter und verabschiedeten sich von ihr. Die Nattern brachten Eglė ans Meeresufer, wo ein junger Mann wartete. Er erzählte Eglė, dass er die Natter sei, die im Ärmel ihres Hemdchens das Verprechen von ihr ausgelockt hatte. Es war der Natternkönig Žilvinas. Er nahm Eglė in seinen Palast auf dem Meeresgrunde, wo sie glücklich und in Freude lebten. Sie bekamen drei Söhne Ąžuolas, Beržas und Uosis und eine Tochter Drebulė. Nach einigen Jahren bekam Eglė Heimweh und bat ihren Mann um Erlaubnis, ihre Eltern und Geschwister besuchen zu dürfen. Žilvinas sagte, sie kann gehen, wenn sie Eisenschuhe abtrage, die er ihr gab. Es funktionierte nicht. Als sie es mithilfe einer Hexe schaffte, stellte ihr Mann eine neue Aufgabe: Sie solle eine Docke Seide verspinnen. Eglė spann Tag und Nacht, doch die Docke wurde nicht kleiner. Die Hexe famd heraus, dass es nicht klappte, da eine Kröte immer mehr Seidenfaden hervorbrachte. Žilvinas wollte sie nicht so einfach zu den Menschen lassen und gab ihr noch eine Aufgabe. Sie sollte Hasenbrot für ihre Verwandten backen. Er versteckte alle Schüsseln und Töpfe, nur einen Sieb konnte Eglė finden. Die Hexe zeigte ihr, wie es funktionierte. Jetzt konnte Žilvinas sie nicht mehr zurückhalten. Er sagte, sie solle nicht länger als neun Tage bleiben. Eglė ging mit ihren Söhnen und der Tochter in ihr Elternhaus, wo sie von allen mit grosser Freude empfangen wurde. Die Tage verstrichen schnell und die Brüder zerbrachen sich den Kopf, wie sie Eglė für immer bei sich behalten könnten. Sie führten Eglės Kinder in den Wald, fragten ihn, wie der Vater zu rufen sei, peitschten sie mit Ruten aus, hörten von aber kein einziges Wort. Nur die Tochter zitterte, als sie die Ruten erblickte und plauderte alles aus, wie der Vater heisse und wie man ihn rufen müsse. Da gingen die Brüder ans Meeresufer, riefen Žilvinas mit den Worten, die er Eglė gesagt hatte, und als Žilvinas als weisser Milchschaum angeschwommen kam, schlugen ihn mit ihren Sensen tot, erzählten aber keinem davon. Nach neun Tagen machte sich Eglė mit ihren Kindern auf den Weg nach Hause. Als sie am Meeresufer ihren Mann gerufen hatte, sah sie den blutigroten Schaum ans Ufer schwimmen und hörte die Stimme ihres Mannes aus der Meerestiefe erklingen, der erklärte, was passiert war. Eglė weinte bittere Tränen, dann verwandelte sie ihre Kinder in Bäume und sich selbst in eine immer trauernde Tanne.
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