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  • Day39

    Christchurch

    January 8 in New Zealand ⋅ ☀️ 25 °C

    In Christchurch hatten wir drei Übernachtungen geplant. Einmal um uns die Stadt mal etwas länger anzuschauen und zum anderen wollten wir einen geführten Ausflug zum Arthur Pass machen.
    Christchurch hat einiges zu bieten und ist bekannt für sein englisches Flair. Durch das Stadtzentrum schlängelt sich der Fluss Avon, auf dem flache Stechkähne, sogenannte "Punts", dahingleiten. Und so langsam wie der Fluß durch die Parkanlagen fließt, so langsam und gleichmässig scheint auch das Leben in Christchurch dahin zu fließen. Überall gab es Menschen, die unter den riesigen Bäumen ein Buch lasen, mit ihren Kindern spielten oder einfach nur dort saßen und den lieben Gott einen guten Mann sein ließen.
    Mich beeindruckte die Aufgeräumtheit. Obwohl sehr viele Familien und Gruppen junger Menschen ihre Freizeit im weitläufigem Hagley Park verbrachten und einige kistenweise Essen und Trinken mit hatten, lag hier nirgendwo Müll herum. Sie nahmen ihren Müll einfach wieder mit. Wieso geht das hier und bei uns nicht. Es gab dort im Park einen sehr weitläufigen und abwechslungsreichen Spielplatz und ein öffentliches Schwimmbad. Dieses Schwimmbad war frei zugänglich für jedermann. Die Umkleidekabinen standen frei im Park mit Toiletten. Auch hier war alles in bester Ordnung und sauber, besser als so manche Umkleide und Toilette in unseren Schulsporthallen. Und dies ohne das jemand Aufsicht führt. Irgend etwas machen wir falsch.
    Nur über den Botanischen Garten musste ich dann doch etwas lächeln.
    Da haben sie so eine beeindruckende Natur ringsum. Urwälder, Regenwälder, Sumpfgebiete, mediterrane Küstenstreifen, und dann versuchen sie das in Gewächshäuser nachzuahmen. Diese Gewächshäuser sind wirklich nicht gut gelungen und nur ein jämmerlicher Abdruck. Da ist das Dschungelhaus im Kölner Zoo eine Eins gegen. Nunja, ich bin ja nicht wegen dem Botanischen Garten in Christchurch. Urwald und Regenwald Wanderungen hatte ich ja schon zu genüge.

    2010 und 2011 wurden zahlreiche historische Steingebäude der Stadt durch Erdbeben zerstört. Leider sieht man dies noch immer. Der Wiederaufbau geht aber weiter. Das schwierige ist die Rekonstruktion von vielen alten Gebäuden. Christchurch, wie es Bewohner und Touristen vor den Erdbeben kannten und liebten, gibt es nicht mehr. Eine neue City wird entstehen – die Herausforderung ist gigantisch und kostet viel Geld, Kraft, Mut und Geduld. Aber die Neuseeländer sind kreativ.

    Ein Beispiel ihrer Kreativität, Improvisationskunst und den Willen, die Stadt wieder lebenswert zu machen, verkörpert die im Oktober 2011 eingeweihte Fußgängerzone Re:Start Mall. Es ist die ehemalige Einkaufsstraße Cashel Mall, die anfangs zur Red Zone gehörte. Bevor hier neu gebaut werden kann, verwirklichte man eine geniale Idee: Farbige Schiffscontainer, teils aufeinandergestellt, ersetzen zunächst die geplanten Gebäude.

    In den Containern sind neben Geschäften auch Banken, ein Postamt und Cafés untergebracht. Rundherum Blumen und viel Grün, Straßenmusiker und Imbissstände. Shopping und Kaffeetrinken in Schiffscontainern – das ist schon ziemlich einzigartig.

    An der Re:Start Mall öffnete im Februar 2013 das Museum Quake City seine Pforten. Eine sehenswerte Dokumentation der Erdbeben 2010/11 mit Fotos, Videos, Informationstafeln und Ausstellungsobjekten.
    Wir sind nur vorbei geschlendert und ich habe mich über die bunten Schiffscontainer in der Stadt gewundert. Nun weiß ich, was es damit auf sich hat. Zu den High Lights der Stadt kommt man am besten mit der alten Tram. Sie fährt einen Rundkurs und kommt an allem Wesentlichen vorbei. Herbert und ich wollten aber lieber gehen, so sind wir einfach den Schienen nachgelaufen und haben so alles in unserem Tempo anschauen und genießen können.
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