Der Wecker läutet um 4.00 Uhr. Heute reisen wir quasi in der Zeit zurück. Wir besuchen die weltberühmte Maya-Stadt Tikal. Im Morgengrauen. Damit wir die Ruinen ganz für uns alleine haben.
Ok, so alleine sind wir dann doch nicht… Zusammen mit 20 anderen Backpackern fahren wir 1,5 Stunden mit dem Bus von der Stadt Flores zu den Ruinen. Mitten im dichtesten Dschungel, der langsam erwacht.
Tikal war über Jahrhunderte eine der führenden Städte im Maya-Königreich. Über 100’000 Menschen lebten hier. Doch ca. 900 n.Chr. wurde die Stadt plötzlich verlassen. Warum kann man bis heute nicht genau sagen. Der Dschungel eroberte sich seinen Platz zurück. Viele Pyramiden und Tempel sind heute noch komplett mit tropischen Pflanzen überwuchert.
Das Gelände ist riesig und unübersichtlich. Immer wieder verirren sich hier Touristen, die Tikal auf eigene Faust entdecken wollen. Wir schliessen uns einem lokalen Guide an, der zwar unglaublich viel weiss, sich aber schnell in Details verliert - und sich nervt, wenn man ihm zu viele Fragen stellt…
Egal, wir konzentrieren uns auf die mystische Stimmung im Dschungel, hören den Brüllaffen zu und suchen die besten Winkel für ein paar Schnappschüsse. Leider ist es ziemlich bewölkt und wir werden nicht mit einem kitschigen Sonnenaufgang belohnt. Ein Erlebnis ist es trotzdem.
Im Vergleich zu Chichen Itza in Mexiko, das eher einem Disneyland gleicht, ist Tikal wohltuend authentisch, ohne nervige Souvenir-Verkäufer und die Besucher verteilen sich besser auf dem grossen Gelände. Gegen Mittag wird es aber auch hier unaushaltbar heiss.
Nach fünf Stunden im Dschungel rumlaufen, ist vor allen Simi (nicht der grösste Ruinen-Fan) froh, dass unser Bus zurück nach Flores fährt. Zurück in die Zivilisation. Zurück in die Gegenwart.Read more