• 🌅 Der Fisch, der nicht kam

    September 16 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C

    Wir freuen uns riesig, als vor uns wieder das Meer und unsere schon bekannte Marina di Pescia Romana auftauchen. Hier waren wir schon drei- oder viermal – und wir wissen genau, was uns erwartet: schöner Strand, leeres Meer, spektakuläre Sonnenuntergänge, eine gemütliche Area Sosta und eine fantastische Fischplatte im Restaurant Alta Marea. Also eigentlich das perfekte Gesamtpaket. 🥰

    Am frühen Nachmittag fahren wir auf den Platz. Wie erwartet: fast leer. Ausser uns sind gerade mal fünf weitere Camper da. Giovanni, der Platzbetreiber, ist auch noch da und wir ergattern wieder «unseren» Platz ganz hinten mit Blick ins Grüne. 🚐🌿

    Wir stellen das WoMo ab, packen ein bisschen aus und marschieren direkt Richtung Meer. Selbstverständlich nicht, ohne vorher noch schnell einen Tisch fürs Abendessen zu reservieren. Und dann kommt der Dämpfer:
    «Prenotazione stasera non è possibile, il ristorante è chiuso.»

    Waaaas?! 😳 Das kann doch nicht sein! Beim letzten Mal war das Restaurant schon geschlossen – allerdings an einem Sonntag. Und jetzt schon wieder?

    Mit leicht gesenktem Haupt ziehen wir von dannen. Aber kaum stehen wir am dunklen Sandstrand und schauen aufs glitzernde Meer, ist die Enttäuschung auch schon wieder vergessen. Das Wasser ist herrlich und so schön erfrischend, dass wir kurzerhand beschliessen: Dann gibt’s das Abendessen halt bei uns.

    Gesagt, getan. Vegi-Burger, Salat delüx und eine Flasche Rosato aus der Toskana. 🍔🥗🍷 Den Rosato köpfen wir allerdings schon vorher als Sundowner am Meer. Die Sonne versinkt orange hinter dem Monte Argentario und zaubert einen Himmel in allen möglichen Farben. 🌅

    Später beim Essen wird es immer dunkler – und immer spektakulärer. Über uns tauchen immer mehr Sterne auf, wir sehen Sternschnuppen und aus verschiedenen Richtungen tönt das Konzert der Glögglifrösche. ✨🐸

    Ganz ehrlich: So schön wäre die Fischplatte im Restaurant nie gewesen.

    Eigentlich könnten wir hier locker noch eine Nacht bleiben. Vielleicht hat das Alta Marea ja morgen offen? 🤔 Aber wir entscheiden uns trotzdem, weiterzuziehen. Sonst werden die Kilometer bis Vieste irgendwann etwas gar sportlich. Die Autobahn durch die Abruzzen wollen wir uns wegen der rumpeligen Asphaltplatten sowieso nicht antun und mehr als drei Stunden Fahrzeit pro Tag müssen auch nicht sein. Vor allem nicht, wenn Michi mittlerweile mit einem blau angeschlagenen und höllisch schmerzenden Zeh unterwegs ist. Ob gebrochen oder nicht, wissen wir noch nicht. 🫣

    Also suchen wir uns kurzerhand einen schönen Campingplatz zwischen Rom und Neapel, fragen an – Platz frei! – und düsen am frühen Nachmittag weiter Richtung Süden. 🚐💨

    Ach ja, und dann wäre da noch die Sache mit den Öffnungszeiten des Alta Marea. Ich habe Giovanni extra gefragt, nachdem wir weder am Restaurant noch online irgendwelche verlässlichen Infos gefunden haben.
    «Ah, gestern zu? Hmm … ja, kann sein. Aber Freitag, Samstag, Sonntag hat es sicher offen!»

    Aha. 😄 Komisch nur, dass wir bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren an einem Sonntag vor verschlossenen Türen standen. Jetzt wissen wir auch, warum es nirgends Öffnungszeiten gibt: Sie wären vermutlich schon wieder falsch, sobald sie irgendwo angeschrieben wären. 😂
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