• 😅 Wenn die Erwartungen baden gehen

    September 16 in Italy ⋅ ☀️ 27 °C

    Ja, das mit den Erwartungen ist so eine Sache. Man darf sich ja auf etwas freuen – sonst wäre das Leben doch ziemlich traurig. Man sollte einfach nicht allzu enttäuscht sein, wenn es dann anders kommt. Und dann? Das Beste daraus machen und schauen, ob sich doch noch etwas Gutes findet. Soweit die Theorie. 😄

    Gestern ging’s von Marina di Pescia Romana über Rom nach Sabaudia. Wir hatten online wieder einen vermeintlich tollen Campingplatz entdeckt: direkt am Meer, grosse Stellplätze, Restaurant – und nach der verpassten Fischplatte im Alta Marea wollten wir diese hier nun endlich nachholen. Dazu noch einen schönen Sonnenuntergang am Meer geniessen, bevor wir später auf der Ostseite Italiens unterwegs sind und die Sonne nicht mehr so schön vor unserer Nase im Meer versinkt. 🌅

    Vorher noch schnell zum Conad in Sabaudia. In Vada hatten wir dort nämlich richtig gutes Brot, Burrata und feine Apero-Stängel entdeckt. Gleicher Laden, gleiche Kette – wird schon wieder passen. Dachten wir.
    Nö. 😄

    Dieser Conad sah komplett anders aus und hatte natürlich auch ein komplett anderes Sortiment. Kein Brot, keine Apero-Stängel, keine Burrata aus unserer Vorstellung. Immerhin fanden wir einen Burrata aus der hauseigenen Käserei. Man muss sich ja auch über die kleinen Siege freuen. 😂

    Also ab zum Camping. Und da kam bereits der nächste kleine Dämpfer: Das Meer ist zwar «direkt am Camping», aber dazwischen liegt eine Strasse. Man muss also erst raus, über die Strasse und wieder rein ans Meer. Na super. 🙄

    An der Rezeption wurden wir eher frostig empfangen und der Mitarbeiter, der uns zum Stellplatz brachte, schien ungefähr so viel Freude an seinem Job zu haben wie wir inzwischen an diesem Campingplatz.

    Dann zeigte er uns unseren Platz. Wir schauen uns an.
    Echt jetzt? Ist das hier der Campingplatz – oder der Schrottplatz? 😳

    Unten stehen ausser uns gerade mal drei Camper, dazu einige fest installierte Wohnwagen, die ihre besten Jahre offenbar schon hinter sich haben. Rundherum wirkt alles ziemlich verlassen. Wir machen trotzdem einen Rundgang und fühlen uns dabei ein bisschen wie in einer ausgestorbenen Ferienanlage.

    Dauercamper-Aufbauten, wohin das Auge reicht. Viele davon verlassen, manche etwas verlottert. Ein deutsches Wohnmobil entdecken wir noch – und eine ältere Dame vor ihrem Heimwerker-Gartenkonstrukt. Der Fernseher läuft lautstark. Und läuft. Und läuft.
    Um 22 Uhr läuft er immer noch. Am nächsten Morgen um 9 Uhr übrigens auch.
    Ich glaube, sie weiss nicht wie man ihn abstellt. 📺

    Unsere Enttäuschung ist uns inzwischen wohl ziemlich deutlich ins Gesicht geschrieben. Ans Meer wollen wir plötzlich auch nicht mehr. Sonnenuntergang? Heute nicht.
    Stattdessen setzen wir uns vor unser Wohnmobil und genehmigen uns einen Campari Spritz. Ohne Apero-Stängel, versteht sich. 🍹

    Aber immerhin: Wir haben im Restaurant reserviert.
    Wobei ich mich beim besten Willen frage, ob wir dort heute Abend in dieser Geister-Anlage wirklich eine Reservierung brauchen werden … 😏
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