• 04 Eine wilde Fahrt mit Überraschungen am Wege

    23 Jun, Mongolia ⋅ ☀️ 25 °C

    Mein "Bislidrang" war dafür verantwortlich, dass ich heute Morgen einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Uvs Nuur, einem Salzsee, beobachten durfte, wow! Nach einem europäischen Frühstück, die Mongolen bevorzugen Suppen, brechen wir zu einer ersten Wanderung entlang des Seeufers auf, das Vogelforschungsgebiet des WWF und Weltnaturerbe der UNESCO ist. Abwechslungsweise wandern und fahren wir zweimal je eineinhalb Stunden am heutigen Tag durch Wüstenlandschaften. Ich bewundere die Fahrer mit ihren russischen Bussen, wie sie uns versiert über äusserst holprige Pisten pilotieren! Wir halten zweimal spontan auf der Strecke an: Einmal um eine wilde Kamelherde zu beobachten und ein zweites Mal, um dem Schafscheren bei einer mongolischen Familie zuzusehen. So cool!

    Tuka erzählt, dass es noch ungefähr 130'000 Nomadenfamilien gibt. Viele seien in die Hauptstadt migriert in der Hoffnung auf ein besseres, einfacheres Leben. Die Realität ist dann jedoch oft eine Andere! Der Staat fördere zwar die nomadische Lebensform, gleichzeitig seien die Millionen Tiere auch für die Überweidung in gewissen Regionen problematisch und somit für das Verbreiten der Wüste verantwortlich.

    Der Ehemann unseres Guide Tuka stammt aus einer Nomadenfamilie. Aktuell leben sie als Familie in Ulaan-Baatar, wo er als selbständiger Goldschmied arbeitet und zu den Kindern (16 + 8 Jahre) schaut, wenn sie abwesend ist. Letzteres sei in der Mongolei eher unüblich. Wenn seine Mutter sterben sollte, würde er als Jüngster (ist hier offenbar Tradition) der Familie nicht allzu weit von der Hauptstadt entfernt das Nomaden-Erbe antreten. Sie werde dann mit ihrem Mann dorthin ziehen ... jedoch würde sie weniger arbeiten wollen, als frühere Generationen!

    Am späteren Nachmittag erreichen wir den Bayannur-See und das aufgebaute Camp. Ein erfrischendes Bad im See rundet diesen Tag wunderbar ab, mit Abendessen und Übernachtung im Zelt direkt am See (ca. 936 m).
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