• 13 "Es schifft"! Chillen ist angesagt...😉

    2. Juli in Mongolei ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute regnet es immer wieder, die Berge sind von Wolken und Nebel umhüllt ... und unsere Schuhe immer noch nass! Wir bleiben beim Frühstück sitzen und spielen Karten mit Tuka und Dugeree. Das mongolische Poker macht Spass, wenn auch meine Glückssträhne vorbei ist!😉 Dank mongolischen Kräutertees und Schwitzkur hat sich auch Barbara wieder erholt.

    Am Nachmittag kommt dann doch noch die Sonne raus ... und lässt unsere Bergschuhe trocknen. Und am Abend werden wieder Teigtaschen geformt für das Nachtessen, mmh!

    Heute habe ich Zeit und Musse für etwas Geschichte!😉
    Dschingis Khan (1162-1227) ist sicherlich die zentrale Figur der mongolischen Geschichte. Es gelang ihm, durch kriegerische und politische Geschicke die vormals zerstrittenen Völker der mongolischen Hochebene zu vereinen. Durch seine Feldzüge weitete er sein Reich bis zum heutigen Iran und nach China aus. Eindrücklich, das Postsystem mit Schnellreitern war bis zur Erfindung der Eisenbahn zweifellos das Schnellste der Welt. Fünf Tage brauchte ein Brief für 1500 km von Khovd nach Ulaanbaatar, während zwischen Berlin und Paris mindestens drei Wochen benötigt wurden.

    Im 17. Jh. übernahm die Mandschu-Dynastie die Herrschaft in China und weitete ihr Staatsgebiet durch Bündnisse mit mongolischen Nachbarstämmen aus. Diese Stämme bekamen eine gewisse Autonomie, wurden mit der Zeit jedoch als Innere Mongolei von China einverleibt (bis heute). Die (äussere) Mongolei kam erst hundert Jahre später unter die Herrschaft Chinas. Diese dauerte bis zum Zusammenbruch der Mandschu-Dynastie in China anfangs 19. Jh. an.

    1921 marschierte die Rote Armee zusammen mit mongolischen Revolutionären in die Mongolei ein. 1924 wurde die Mongolei zur Volksrepublik mit Autonomiestatus erklärt und der Sowjetunion einverleibt. Nach politischen Wirren um die Macht ermordeten 1937 sowjetische Truppen die Abweichler, die mongolische Intelligenz und Mönche. Man geht von 30'000 Ermordeten aus, ungefähr 5% der damaligen Bevölkerung! Auch ein grosser Teil des kulturellen Erbe und die Klöster wurden vernichtet. Danach wurden in der Mongolei nach sowjetischem Beispiel Gesundheits-, Bildungs- und Landreformen durchgeführt, was zu einer Art Blütezeit führte.

    Mitte der 80er Jahre begannen Perestroika und Glasnost auch in die benachbarte Mongolei auszustrahlen. 1990 fanden die ersten freien Wahlen statt. Es begann ein Demokratisierungsprozess. Die neue Freiheit führte jedoch nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Verteilungsstrukturen zu einer grossen Wirtschaftskrise ... und viele Mongolen wünschten sich das alte System zurück. Heute streiten sich vor allem zwei Parteien um die Macht: die Demokraten und die MRVP (ehemalige Staatspartei).

    Geografisch liegt die Mongolei eingeklemmt zwischen Russland und China. Die Mongolen sagen: "Von den Chinesen haben wir das Spucken gelernt, von den Russen das Trinken (Wodka)!" Unser Guide Tuka erzählte uns zu Beginn der Reise, dass das Verhältnis der Mongolei zu Russland viel entspannter sei als zu China. Die Russen hätten in der Mongolei grosse Infrastrukturen aufgebaut und es herrscht bis heute ein reger Handel. Vor Chinas zukünftigen Ambitionen, sich die Mongolei einverleiben zu wollen, herrscht allerdings ein sehr grosser Respekt. Daher ist für die Mongolei wichtig, dass Russland als starker Partner auftreten kann.

    P.S.: Die Innere Mongolei, ist bis heute eine Provinz Chinas, wo vier Millionen Mongolen leben, also mehr als in der heutigen Mongolei. Gemäss Tuka gibt es bereits chinesische Landkarten, bei welchen die (äussere) Mongolei zu China gehöre.
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