Adventswochenende in Ljubljana
6. Dezember 2025 in Slowenien ⋅ ☁️ 7 °C
Wir haben ein verlängertes Adventswochenende in Ljubljana verbracht. Überall begegnet man Drachen, denn laut Legende besiegte Jason von den Argonauten hier einst einen Drachen in den Sümpfen rund um die Stadt, und seitdem ist er das Schutzsymbol Ljubljanas. Außerdem erzählt man sich gern, dass der Drache auf der Drachenbrücke seinen Schwanz hebt, wenn eine Jungfrau darüberläuft – eine kleine Liebesgeschichte, die dem Wahrzeichen etwas Verspieltes gibt.
Die Stadt selbst ist gemütlich, besonders entlang der Altstadt am Fluss Ljubljanica, wo viele Cafés und Restaurants liegen. Bootstouren sind möglich, wir haben sie aber nur vom Ufer aus gesehen. Der Weihnachtsmarkt ist eher kompakt, die Dekoration abstrakt mit Planeten und Sternen, und es lief fast keine Weihnachtsmusik – klassische Weihnachtsstimmung kam dadurch nicht so richtig auf. Museen gibt es einige, aber sie sind eher klassisch gehalten: viel Text, viel alte Kunst, wenig Interaktives im Vergleich zu anderen Städten, die wir schon besucht haben.
Ein echtes Highlight ist die Burg, die hoch über Ljubljana thront. Wir haben das All-in-Ticket für etwa 20 € pro Person genommen, inklusive Seilbahn. Oben war vieles schlecht ausgeschildert, und erst nach etwas Suchen fanden wir den Audioguide. Dort erfuhren wir, dass die Ausstellungen im Winter schon um 18 Uhr schließen – deshalb sollte man mindestens drei Stunden vorher starten, sonst wird es schnell stressig. Vieles kann man aber auch kostenlos auf dem Burggelände anschauen und die Aussicht genießen.
Besonders interessant sind die alten Gefängniszellen, die früher tatsächlich genutzt wurden; die Gefangenen stellten dort sogar Knöpfe her. Man kann noch Gravuren und kleine Inschriften ehemaliger Insassen sehen. Der Aufstieg auf den Aussichtsturm lohnt sich ebenfalls: ein großartiger Blick über die Stadt bis zu den Alpen. Die Burg ist auch Schauplatz einer alten Legende: Ein junger Mann verliebte sich in eine Frau, wurde eingesperrt, und sie starb unter mysteriösen Umständen. Heute wird diese Geschichte kindgerecht durch Friderik die Ratte erzählt – das Maskottchen der Burg, das Kinder auf einem Rundgang begleitet und die Legende spielerisch erlebbar macht.
Insgesamt hat uns Ljubljana gut gefallen, aber im direkten Vergleich fanden wir Zagreb als Hauptstadt im Advent schöner: größerer Markt, verteilt über mehrere Plätze, mehr Atmosphäre. Für ein ruhiges Adventswochenende ist Ljubljana trotzdem eine gute Wahl – klein, entspannt und mit seinen Drachen, die überall über die Stadt wachen.Weiterlesen




















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