Wat Arun – Scherben im Sonnenlicht 🌅
January 27 in Thailand ⋅ ☀️ 27 °C
Wat Arun ist das Postkartenmotiv von Bangkok. Der über 60 Meter hohe Turm ist seit jeher vom Fluss aus weithin sichtbar. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer Bangkok googelt, sieht diesen Tempel.
Der Tempel existierte schon lange, bevor er seinen heutigen Namen erhielt. Ursprünglich hieß er Wat Makok, benannt nach einer lokalen Frucht. Als König Taksin 1767 nach dem Fall von Ayutthaya den Chao Phraya hinunterfuhr, um einen Ort für seine neue Hauptstadt zu finden, erreichte er den verfallenen Tempel im Morgengrauen. Er benannte ihn in Wat Chaeng um, den Tempel der Dämmerung. Erst später wurde daraus Wat Arun, benannt nach Aruna, einer Figur aus der hinduistischen Mythologie, die das sanfte rötliche Licht vor Sonnenaufgang personifiziert. Seine Aufgabe ist es, die blendenden Strahlen der Sonne zu dämpfen, damit die Welt nicht verbrennt.
Kurzzeitig war Wat Arun sogar die königliche Kapelle und beherbergte den Smaragd-Buddha, bevor dieser auf das heutige Palastgelände jenseits des Flusses gebracht wurde. Den markanten Turm, den wir heute sehen, gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Er repräsentiert den Berg Meru, das Zentrum des Universums in der buddhistischen Kosmologie. Die steilen Stufen symbolisieren den beschwerlichen Aufstieg zur Erleuchtung. Was ihn so besonders macht, ist seine Oberfläche. Sie besteht aus Tausenden zerbrochener chinesischer Porzellanteller und Tassen. Wie auch bei Wat Pho stammt das Material aus dem Ballast chinesischer Handelsschiffe, die Gewicht für die Rückfahrt brauchten. Daraus entstand eine seltene Porzellanverkleidung.
Beschwerlich ist es bereits unterhalb der Treppen. Den Turm kann man nur noch bis zur ersten Ebene besteigen, die steilen Stufen nach oben sind aus Sicherheitsgründen gesperrt. Rund um den Turm leihen sich Besucher traditionelle Thai-Kostüme und lassen sich fotografieren. Professionelle Fotografen dirigieren ihre Kunden durch die Menge, bitten Touristen aus dem Bild und schaffen eine Atmosphäre, die sich stellenweise mehr nach kommerziellem Fotoshooting anfühlt als nach Tempelbesuch. Wer Ruhe sucht, findet sie in den Nebengebäuden des Geländes, die kaum jemand beachtet.
Ironischerweise sieht der Tempel der Morgenröte am schönsten bei Sonnenuntergang aus, wenn das Porzellan im Abendlicht funkelt. Der beste Blick ist dann vom Ostufer aus, wo es verschiedene Restaurants mit Blick auf den Tempel gibt. Für zehn Baht kann man mit der Fähre übersetzen.
Der Eintritt kostet 200 Baht und ist nur bar zu zahlen. Dafür gibt es eine kleine Flasche Tempelwasser. Der stärkste Eindruck bleibt für uns dennoch der Blick über den Fluss – bei unserem Frühstück auf der anderen Seite.Read more























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Whao
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Krass! 😎