Wat Paknam: Der Riese und die Galaxie 🌌
January 29 in Thailand ⋅ ☀️ 29 °C
Wat Paknam liegt im Westen Bangkoks, weit weg von den üblichen Touristenpfaden. Der Weg von der Metro-Station führt durch ein Wohnviertel, in dem Nachbarn auf Plastikstühlen sitzen und Katzen über die Straße schleichen. Dann taucht zwischen den Dächern ein goldener Kopf auf, so groß, dass er unwirklich erscheint.
Der Tempel wurde 1610 gegründet, war aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständig verfallen. Ein Mönch übernahm ihn 1916 und machte ihn zu einem Zentrum für Meditation. Diese Tradition prägt den Ort bis heute. Im Gegensatz zu den bekannten Tempeln der Altstadt, wo Mönche bestenfalls als Fotomotiv auftauchen, sitzen sie hier tatsächlich auf den Schreinen und meditieren. Einfach so, ohne Programm, ohne Touristen zu beachten. Wat Paknam beherbergt auch eines der größten Nonnenklöster Thailands.
Vor dem alten Tempelgelände steht seit 2021 Bangkoks größter Buddha, 69 Meter hoch und komplett aus Bronze. Von weiten Teilen der Stadt aus ist sein goldener Kopf über den Dächern sichtbar. Was man von außen nicht sieht: In der Lotusknospe auf seinem Scheitel sind Buddha-Reliquien eingelassen, und in seiner Brust steckt ein Herz aus Gold.
Direkt dahinter erhebt sich ein 80 Meter hoher weißer Stupa, ein buddhistischer Reliquienturm, mit fünf Etagen. Die unteren beherbergen ein Museum mit einer Mischung aus Buddha-Statuen und Sammlerstücken. Der eigentliche Höhepunkt wartet ganz oben. Unter einer Kuppel, die aussieht wie ein Blick ins Universum, steht ein acht Meter hoher gläserner Schrein. Die Deckenmalerei zeigt Sterne und Galaxien, eine Darstellung buddhistischer Kosmologie.
Unter Touristen ist Wat Paknam noch nicht so bekannt, bei gläubigen Thais hingegen sehr beliebt. Einmal im Jahr findet hier die Kathina-Zeremonie statt, bei der die Mönche neue Roben erhalten. Die Ehre, diese Zeremonie bei Wat Paknam als Spender zu leiten, ist so begehrt, dass die Warteliste über 500 Jahre beträgt. Familien tragen sich ein, damit ihre Nachkommen eines Tages an der Reihe sind.
Wat Paknam war der erste große Tempel, den wir in Bangkok ohne Eintritt besuchen konnten. Es gibt keine Ticketschalter, keine Audioguides, keine Schlangen. Der Ort fühlt sich wie ein funktionierender Tempel an, nicht wie ein Museum. Wer will, kann eine Spende dalassen. Erreichbar ist das Gelände auch per Boot über die Kanäle, vorbei an Stelzenhäusern und dem riesigen Buddha.Read more


























Traveler
Herrlich ...
TravelerFantastisch 👍