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  • Day 6

    Shoppingwahn und "rustikale" Pizzen

    October 6, 2014 in the United States ⋅ ⛅ 21 °C

    In diesem unterirdischen Bereich des Memorials befindet sich auch das „Museum of Westward Expansion“. Ich fand das Museum sehr gut gemacht und sehr interessant. Wir verbrachten hier sicherlich eineinhalb Stunden.

    Danach ging es zum ersten und gleichzeitig auch letzte Mal in ein Outlet-Center. Man merkt, dass hier vier Männer unterwegs waren. ^^
    Meine Ausbeute konnte sich allerdings sehen lassen. Vor allem der Converse-Shop hatte es uns angetan.

    Nach dem Shopping mussten wir erst mal eine ganze Weile Richtung Süden fahren um auf die Interstate 44 zu gelangen. Dabei fuhren wir durch die sehr schön hügelige und bewaldete Landschaft der Ozarks, die in diesem Bereich so langsam beginnen.

    Bei der Interstate 44 angekommen stellte sich dann die Frage, ob wir auf die Route 66, die hier als Frontage Road ausgebaut war, wechseln sollten oder die unpersönliche Interstate nehmen sollten. Ich wurde mit 3 zu 1 Stimmen überstimmt und so nahmen wir die Interstate 44. Ich war zwar nicht sehr begeistert, aber es waren eh nur noch ein paar Kilometer bis Sullivan, unserem heutigen Etappenziel.

    Ich fragt euch jetzt vielleicht: Warum haben die eine so kurze Etappe geplant? Das waren ja nur knapp 60 Meilen von St. Louis bis Sullivan.
    Der Grund war relativ simpel. Eigentlich wollten wir zwei Nächte in St. Louis bleiben.

    Im Frühjahr/Sommer hatte es in Ferguson, einem Stadtteil von St. Louis, jedoch Rassenunruhen gegeben. Auch sonst hat die Stadt bezüglich der Kriminalität keinen sehr guten Ruf (ich konnte aber eigentlich nichts Ungewöhnliches feststellen).
    Da man eine Zeit lang nicht wirklich abschätzen konnte, wie sich die Lage dort entwickelt, habe ich zur Sicherheit das Hotel in Sullivan nachträglich gebucht. Und das war letzten Endes auch gut so. Sonst hätten wir in dieser Absteige in St. Louis noch eine weitere Nacht verbringen müssen.

    In unserem Hotel, dem „Baymont Inn and Suites“ angekommen, haben wir erst mal in das sehr saubere und gepflegte Hotel eingecheckt. Die anderen gingen kurz in den schön angelegten Pool (weshalb unsere Wahl u. a. auf dieses Hotel fiel), da ich allerdings noch nicht ganz fit war, verzichtete ich auf den Spaß und legte mich kurz hin.
    Das Hotel war etwas außerhalb an der Frontage Road zur Interstate gelegen. Drum herum gab es eigentlich nichts. Die Straße mit den ganzen Restaurants war auf der anderen Seite der Interstate. Deshalb schwangen wir uns nochmals ins Auto und überlegten, was wir denn heute zum Essen wollten: PIZZA! War das einstimmige Urteil und wir steuerten einen „Pizza Hut“ an…

    Naja, was soll ich sagen: Wir betraten das Restaurant und fühlten uns nach Indianapolis zurück versetzt. Es hatte ca. 10 Grad im Restaurant und ich holte mir erst mal noch ein Sweatshirt aus dem Auto.
    Und wir bekamen schnell das Gefühl in einem schlechten Roadmovie aus den 80ern gelandet zu sein:
    Der extrem ungepflegte Koch (oder die Köchin, darüber streiten wir uns heut noch) stand in einem früher mal weißen T-Shirt vor dem Ofen und die nicht sehr gepflegte Bedienung brauchte erst mal eine Ewigkeit, bis sie uns bemerkte.
    War aber nicht schlimm, wir konnten uns erst mal von den Essensresten unserer Vorgänger (vermutlich des letzten Monats) auf dem Boden ernähren. Um dem Wahnsinn dann noch die Krone aufzusetzen, lief im Fernseher eine Quizshow aus - der Kleidung nach zu urteilen - den frühen 90ern…
    Ja, hier hinkten Sie definitiv 20 Jahre der modernen Zeit hinterher. Und das nicht auf die „nostalgisch schöne Route 66 Art“…

    Im Nachhinein wundere ich mich schon, dass wir nicht fluchtartig das Lokal verließen. Aber ich glaube, wir hatten einfach nur noch Hunger, waren müde und die Mitarbeiter waren trotz aller äußeren Umstände doch ziemlich freundlich… Und die Pizzas waren dann auch lecker!

    Gut gesättigt ging es dann zurück ins Hotel und umgehend ins Bett. Wir wollten wieder früh raus, um eine Expedition in den Untergrund zu unternehmen und mussten dann noch Kilometer fressen. Aber diesmal wieder auf der originalen Route 66!
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