• Tag 4: Regentag

    March 31 in Austria ⋅ ☁️ 3 °C

    Leider musste Birgit heute abreisen, was wir sehr bedauern. Der heutige Tag war von anhaltendem Regen geprägt, der von morgens bis zum späten Nachmittag in Strömen fiel. Dies führte dazu, dass wir den Tag der Entspannung und des Museumsbesuchs widmeten.

    Nachdem Evelin Birgit zum Flughafenbus begleitet hatte, widmeten wir uns bei einer Tasse Tee der weiteren Planung. Das ausgiebige Frühstück nahmen wir im äußerst empfehlenswerten Café Palermo direkt an den Quattro Canti ein. Dort erwartete uns eine große Auswahl an Frühstücksvarianten sowie entspanntes und freundliches Personal, trotz des hohen Besucheraufkommens.

    Nach dem Frühstück beabsichtigten wir, den Normannen- oder Königspalast zu besichtigen. Angesichts der langen Warteschlange an der Kasse haben wir diesen Besuch jedoch kurzfristig auf morgen verschoben. Anschließend begaben wir uns trotz des strömenden Regens zum Botanischen Garten.
    .Dennoch bot die Anlage einige markante Anlaufpunkte.
    Zu den wesentlichen Merkmalen des Gartens gehören:
    * Der Ficus macrophylla: Ein massiver, 1845 gepflanzter Baum mit weitläufigen Luftwurzeln, der das Wahrzeichen der Anlage darstellt.
    * Das Klassizistische Gymnasium: Das zentrale Hauptgebäude mit seiner markanten Architektur.
    * Die Gewächshäuser: Insbesondere das von Maria Carolina von Österreich gestiftete Calidarium, das Schutz vor der Witterung bietet.
    * Wassersysteme: Das Aquarium, ein kreisrundes Becken mit verschiedenen Wasserpflanzen.
    Trotz der widrigen Bedingungen am besagten Tag bleibt der Garten aufgrund seiner historischen Struktur und der botanischen Vielfalt ein prägender Teil Palermos.

    Von dort war es dann nicht weit zum Palazzo Chiaramonte-Steri, der das Alte Inquisitionsgefägnis beherbergt. Dieser Palazzo kann nur mit Guide besucht werden, was sehr gut ist,weil man viele spannende Infos
    Der im 14. Jahrhundert errichtete Palazzo Steri war über Jahrhunderte das Machtzentrum Palermos – erst als Residenz der Adelsfamilie Chiaramonte, später als Sitz der spanischen Vizekönige und schließlich der Inquisition (1601–1782).
    Die Gefängnisse der Inquisition
    Das düstere Herzstück des Palazzos sind die erhaltenen Kerkerzellen im Erdgeschoss. Sie gelten als einzigartiges historisches Zeugnis:
    * Wandmalereien der Gefangenen: Die Wände sind fast lückenlos mit Zeichnungen und Texten bedeckt. Gefangene nutzten Ruß, Blut und Urin, um religiöse Szenen, Karten, Gedichte und bittere Klagen über ihre Folter zu verewigen.
    * Dokumentation des Leids: Die Inschriften in verschiedenen Sprachen (Latein, Sizilianisch, Englisch) dokumentieren die Schicksale von Ketzern, Hexen und politischen Gefangenen.
    * Psychologisches Zeugnis: Die detaillierten Graffitis dienten den Insassen als Mittel, in der Isolation der "Secreti" (Geheimgefängnisse) den Verstand nicht zu verlieren.
    Ein architektonisches Highlight
    Im Obergeschoss befindet sich der Sala Magna. Seine hölzerne Decke aus dem 14. Jahrhundert ist mit ritterlichen und biblischen Motiven bemalt und gilt als eines der bedeutendsten profanen Kunstwerke des italienischen Mittelalters.
    Heute beherbergt der Palazzo zudem das berühmte Gemälde "La Vucciria" von Renato Guttuso, das die lebhafte Atmosphäre des gleichnamigen Marktes in Palermo einfängt.

    Nach diesem beeindruckenden Erlebnis hatten wir das Bedürfnis, uns der profanen Tätigkeit des Shoppens zu widmen. Vorher aber fanden wir noch ein nettes Cafè für heiße Schokolade und sizilianische Dolcetti.
    Die anschließende Shoppingtour weckte Träume und Begehrlichkeiten, aber schließlich konnten wir uns sehr gut beherrschen.

    Den Abend verbrachten wir wieder bei tollem Essen und wunderbarem Rotwein im 100% empfehlenwerten Restaurant "Il Pipino Rosso", in der Salita San Antonio 7.
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