Auf dem Weg
March 27 in Italy ⋅ 🌬 12 °C
Da gibt es nicht viel zu erzählen. Mittags mit dem Zug nach München Ost und von dort mit der S8 zum Münchner Flughafen. Am Bahnhof München Ost stoßen Dagmar und Evelyn dazu, am Flighafen München brauchen wir auch nicht lange auf Birgit warten. Unser Flug startet um 19.30 über Milano Linate. Der Anschlussflug in Linate hat über eine Stunde Verspätung, sodass wir schließlich um 00:30 in Palermo landen. Dort werden wir von Taxi Vicio abgeholt (schon vorher organisiert). Kostet 50€+10€ Nachtzuschlag. Schließlich landen wir um02:00 im Appartement (Le stanze di Federico in der Via Maqueda 259 -super tolle Unterkunft), wo wir einfach nur mehr ins Bett kugeln.Read more
Tag 2: Stadtführung und noch mehr Kultur
March 29 in Germany ⋅ 🌧 3 °C
In der Früh ging es wieder ins Cafe Ruvolo auf Cafe und Cornetto. Danach machten wir uns auf den Weg zur Tourismusagentur Epic Sicily in der Via dell'Argenteria, wo wir eine Stadtführung zu geheimen Ecken und Gärten Palermos gebucht hatten. Epic Sicily ist ein kleines, feines Reisebüro, das sich auf nachhaltigen Tourismus für die Stadt Palermo spezialisiert hat. Geleitet wird es von Elene, einer 30 jährigen Palermitanerin, die eine Wucht ist. Wir durften dann noch 2 Mitarbeiterinnen kennenlernen, Anna und Alex, beide aus Deutschland mit Wohnsitz in Palermo. Beide sorechen perfektes Italienisch und beide sind in die Stadt Palermo verliebt. Aber jetzt greife ich vor.
Wir starteten also heute um halb zehn mit der Stadtführung mit Alex. Begonnen haben wir am Flohmarkt auf der Piazza Marina, der dort jeden Sonntag stattfindet. Dieser Markt bietet alles an Wunderbarem, Sonderbarem, Schönem und Hässlichem. Die Auswahl reicht von Antiquitäten über Kleidung, Schmuck und Haushaltswaren zu Möbeln, Lampen und Ähnlichem.
Hinter dem sonntäglichen Flohmarkt befindet sich der Giardino Garibaldi, zu dessen Hauptattraktion ein riesiger Ficus macrrophylla gehört, der zu den größten und ältesten Europas zähl und dessen Luftwurzeln ein dichtes, schattiges Geflecht bilden. Außerdem steht in diesem Park eine Gedenktafel an Joe Petrosino. Kurz die Geschichte dazu: Der New Yorker Polizist reiste 1909 auf einer Geheimmission nach Palermo, um Beweise gegen die Mafia zu sammeln. Aber offenbar war die Mission doch nicht so geheim, denn er war gerade mal 2 Stunden in Palermo, als er auf der Piazza Marina erschossen wurde.
Gleich dahinter ging es dann weiter zur Chiesa San Giovanni degli Eremiti mit den zwei schönen roten Kuppeln auf der Piazza Bellini und dann besuchten wir noch den Klostergarten vom Monastero di Santa Caterina D'Alessandria. Dieser Klostergarten mit schönem Kreuzgang, Springbrunnen und eineigen lauschigen Plätzchen ist öffentlich zugänglich. Im Kloster befindet sich die traditionelle Klosterbäckerei, die sizilianische Süßwaren nach alten Rezepten herstellt.
Weiter ging es dann zur Kirche Santissimo Salvatore. Dort stiegen wir über eine mörderische Wendeltreppe bis zur Kuppel hinau. Auch hier hatten wir natürlich einen wunderbaren 360 Grad Blick über ganz Palermo.
Und dann noch eine Kirche: Die Chiesa di Gesú, eine Jesuitenkirche, die schlicht und einfach als fürchterlich zu bezeichnen ist. Soviel Barock auf einem Haufen habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Daher wird diese Kirche im Volksmund auch Chiesa zuccherata genannt, also Zuckerkirche oder gezuckerte Kirche.
Danach ging es weiter ins etwas andere Palermo: Das Palermo der kleinen Leute, der armen Leute, das Palermo der Drogenabhängigen, der Prostituierten, der kleinen Ganoven und großen Verbrecher, das Palermo der sichtbaren Baukorruption und des sichtbaren und unsichtbaren Schwarzhandels. Das alles spielt sich hauptsächlich im Stadtviertel Albergheria ab. Besonders beeindruckend dort ist der Markt. Dort gibt es alles, was der Mensch braucht und nicht braucht, alles außer Lebensmittel. Taschen und Uhren und Kochtöpfe und Fahräder und Teller und Schmuck und Gürtel und Jeans und Louis Vitton Taschen und Sonnenbrillen usw. Alles Second Hand und angeblich alles geklaut. Angeblich haben schon einige Palermitaner*innen das Fahrrad, das ihnen geklaut wurde, auf diesem Markt wieder zurückgekauft. Diesen Markt haben wir relativ schnell hinter uns gelassen, Tourist*innen gibt es dort keine mehr, und kamen dann am Kinderspital vorbei, das durchaus einer Renovierung bedürfte. Angeblich ist für diese Renovierung einiges Geld vom Staat Italien und von der EU geflossen, man weiß aber nicht genau, in wessen Hände. Interessant aber und wunderschön sind drei Murales an den Häusern rund um das Kinderkrankenhaus.
Nach diesen beklemmenden Eindrücken gig es dann zurück Richtung Kathedrale, in deren Nähe wir eine Kleinigkeit essen konnten. Hier war danndie geführte Tour mit Alex quasi zu Ende. Viele, viele Eindrücke, viele spannende Informationen, viel Neues über Palermo. Das muss erst einmal verdaut werden. Also war Siesta angesagt, bevor wir uns ins Abendvergnügen stürzten. Das fand dann in Form von tollem Abendessen im Restaurant Buatta Cucina Popolana in der Via Vittorio Emanuele.Read more
Tag 3: Monreale und Mafia Tour
March 30 in Austria ⋅ 🌧 6 °C
Heute Frühstück im Café Costa in der Via Maqueda. Plastikbecher, Plastikteller, Selbstbedienung🤦. Dann ging es zur Piazza dell'indipendenza, von wo der Bus 359 nach Monreale fährt. An der Haltestelle wollte uns ein Taxler unbedingt überreden, mit ihm nach Monreale zu fahren für 30 €. Wir lehnten ab, was ich später kurz bereut habe. Der Bus war nämlich sowas von voll und als auf der Strecke immer noch Leute einstiegen, bekam ich eine Panikattacke, sadass wir aussteigen mussten und einen Teil der Strecke zu Fuß bewältigten, bis wir in den nächsten, etwas weniger vollen Bus stiegen. In Monreale war viel los, aber nicht störend.
Monreale thront mit einem spektakulären Blick über Palermo, auch wenn sich die Küste unter einer dichten, grauen Wolkendecke versteckte. Im Inneren des Doms funkeln die über 6.000 Quadratmeter Goldmosaike so intensiv, dass man das kühle und regnerische Wetter draußen sofort vergisst. Während Regentropfen auf das alte Gemäuer trommelten, bot der berühmte Kreuzgang mit seinen kunstvoll verzierten Säulen einen fast mystischen Rückzugsort. In den nassen Gassen rund um die Kathedrale duftete es besonders intensiv nach frischem Gebäck, das perfekt gegen die sizilianische Kälte half. Trotz der nahezu winterlichen Temperaturen blieb der Besuch durch die architektonische Wucht und das goldene Leuchten ein absolut prägendes Erlebnis. Und nicht zu vergessen: Die köstliche Pizza in einer kleinen Pizzeria in einer kleinen Seitengasse.
Gegen 15.00 Uhr verließen wir Monreale, fuhren mit dem Bus wieder zurück nach Palermo, wo jetzt sogar ein bisschen die Sonne schien. Die Gelegenheit nutzten wir, um auf der Dachterrasse des Rinascente Gebäudes einen Cocktail zu nehmen, bevor es zur Mafia-Tour mit Elena von EPIC SICILY ging.
Diese Tour startete um 18.00 Uhr und war äußerst spannend. Wir erfuhren soviel über die Cosa Nostra auf Sizilien, Geschichte, Auswirkungen und wo sie heute noch ihre Finger drin hat. Nur soviel: Bauunternehmen, Märkte, Behörden und Politik in Sizilien, Italien und teilweise auch in der EU und in den USA sind von der Mafia unterwandert. Egal ob Cosa Nostra (Sizilien) Ndrangheta (Calabrien), Camorra (Neapel und ganz Kampanien) oder Sacra Corona unita (Apulien), jede dieser Organisation ist auf ihre Weise nicht nur in Süditalien, sonder teilweise weltweit aktiv. Ihre großen "Arbeitsbereiche" sind Baukorruption, Schutzgelderpressung, Drogenhandel, Prostitution und Menschenhandel.
Elena, Tochter einer Staatsanwätin und eines Richters aus Palermo, ist mit Leibwächtern aufgewachsen und ihre Eltern sind immer noch 24-7 von Leibwächtern geschützt. Elena ist auch Juristin und politisch in der Antimafia-Bewegung aktiv. Entsprechend interessant und spannend gestaltete sie die dreistündige Führung, während der wir auch immer wieder sizilianische Spezialitäten verkosten durften.
Am Ende dieser Tour waren wir dann doch so erschöpft, dass wir bald in Bett gingen.Read more

TravelerMensch Edith, ich lese Panikattacke und ihr hattet einen „umwerfenden“ Tag! Ich wünsche dir, dass es dir tatsächlich wieder besser geht!

Staunend reisen mit EdithJa, das mit Panikattacken habe ich manchmal in überfüllten Räumen, wenn ich das Gefühl habe, nicht rauszukönnen.. Vergeht dann schnell wieder, wenn sich die Situation verändert. Interessanterweise machen mir enge Räume wir Schächte, Kanäle, Tunnels oder solche Sachen nichts aus. Aber wenn sich z.B. eine abgesperrte Tür (z. Toilettentüren) nicht auf Anhieb öffnen lässt, drehe ich durch. 🙈

















































TravelerWir wünschen euch einen wunderschönen AusFLUG! Vero & Reiner -Grüße aus Vaison-la-Romaine-