Tag 3: Monreale und Mafia Tour
March 30 in Austria ⋅ 🌧 6 °C
Heute Frühstück im Café Costa in der Via Maqueda. Plastikbecher, Plastikteller, Selbstbedienung🤦. Dann ging es zur Piazza dell'indipendenza, von wo der Bus 359 nach Monreale fährt. An der Haltestelle wollte uns ein Taxler unbedingt überreden, mit ihm nach Monreale zu fahren für 30 €. Wir lehnten ab, was ich später kurz bereut habe. Der Bus war nämlich sowas von voll und als auf der Strecke immer noch Leute einstiegen, bekam ich eine Panikattacke, sadass wir aussteigen mussten und einen Teil der Strecke zu Fuß bewältigten, bis wir in den nächsten, etwas weniger vollen Bus stiegen. In Monreale war viel los, aber nicht störend.
Monreale thront mit einem spektakulären Blick über Palermo, auch wenn sich die Küste unter einer dichten, grauen Wolkendecke versteckte. Im Inneren des Doms funkeln die über 6.000 Quadratmeter Goldmosaike so intensiv, dass man das kühle und regnerische Wetter draußen sofort vergisst. Während Regentropfen auf das alte Gemäuer trommelten, bot der berühmte Kreuzgang mit seinen kunstvoll verzierten Säulen einen fast mystischen Rückzugsort. In den nassen Gassen rund um die Kathedrale duftete es besonders intensiv nach frischem Gebäck, das perfekt gegen die sizilianische Kälte half. Trotz der nahezu winterlichen Temperaturen blieb der Besuch durch die architektonische Wucht und das goldene Leuchten ein absolut prägendes Erlebnis. Und nicht zu vergessen: Die köstliche Pizza in einer kleinen Pizzeria in einer kleinen Seitengasse.
Gegen 15.00 Uhr verließen wir Monreale, fuhren mit dem Bus wieder zurück nach Palermo, wo jetzt sogar ein bisschen die Sonne schien. Die Gelegenheit nutzten wir, um auf der Dachterrasse des Rinascente Gebäudes einen Cocktail zu nehmen, bevor es zur Mafia-Tour mit Elena von EPIC SICILY ging.
Diese Tour startete um 18.00 Uhr und war äußerst spannend. Wir erfuhren soviel über die Cosa Nostra auf Sizilien, Geschichte, Auswirkungen und wo sie heute noch ihre Finger drin hat. Nur soviel: Bauunternehmen, Märkte, Behörden und Politik in Sizilien, Italien und teilweise auch in der EU und in den USA sind von der Mafia unterwandert. Egal ob Cosa Nostra (Sizilien) Ndrangheta (Calabrien), Camorra (Neapel und ganz Kampanien) oder Sacra Corona unita (Apulien), jede dieser Organisation ist auf ihre Weise nicht nur in Süditalien, sonder teilweise weltweit aktiv. Ihre großen "Arbeitsbereiche" sind Baukorruption, Schutzgelderpressung, Drogenhandel, Prostitution und Menschenhandel.
Elena, Tochter einer Staatsanwätin und eines Richters aus Palermo, ist mit Leibwächtern aufgewachsen und ihre Eltern sind immer noch 24-7 von Leibwächtern geschützt. Elena ist auch Juristin und politisch in der Antimafia-Bewegung aktiv. Entsprechend interessant und spannend gestaltete sie die dreistündige Führung, während der wir auch immer wieder sizilianische Spezialitäten verkosten durften.
Am Ende dieser Tour waren wir dann doch so erschöpft, dass wir bald in Bett gingen.Read more


























TravelerMensch Edith, ich lese Panikattacke und ihr hattet einen „umwerfenden“ Tag! Ich wünsche dir, dass es dir tatsächlich wieder besser geht!
Staunend reisen mit EdithJa, das mit Panikattacken habe ich manchmal in überfüllten Räumen, wenn ich das Gefühl habe, nicht rauszukönnen.. Vergeht dann schnell wieder, wenn sich die Situation verändert. Interessanterweise machen mir enge Räume wir Schächte, Kanäle, Tunnels oder solche Sachen nichts aus. Aber wenn sich z.B. eine abgesperrte Tür (z. Toilettentüren) nicht auf Anhieb öffnen lässt, drehe ich durch. 🙈