Tag 7 und 8: Weiter nach Göteborg
April 21 in Sweden ⋅ ☀️ 14 °C
Gestern am späten Vormittag machten wir uns von unserem wunderschönen Meerplatz auf nach Göteborg. Das waren 210 km bis zum Übernachtungsplatz in Göteborg neben einer Brücke, die direkt in die Stadt führt und neben der man zwar nicht schön, aber ungestört parken und übernachten kann. Auf der Fahrt nach Göteborg haben wir festgestellt, dass der Frühling sich redlich bemüht, bemerkt zu werden und ein paar Spuren zu hinterlassen. Im Augenblick aber bleibt es noch beim Bemühen. Die Bäume beginnen ganz langsam auszutreiben. Blühen tut noch gar nichts. Und auch die Sonne tut, was sie kann. Es ist nämlich strahlend schön, aber mehr als 12 Grad schafft derzeit hier die strahlendste Sonne nicht.
Aber zurück zu unserem Platz: Gerade mal 1 km entfernt gibt es quasi mitten im Industriegebiet der Stadt eine ganz tolle Freizeitanlage mit Schwimmbad, Sauna und Dusche (Jubiläumspark). Unglaublich: Das alles kostenlos. Ist derzeit an Wochentagen ab 17:00 Uhr geöffnet, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ab 14:00 Uhr. Wir haben das Angebot genutzt und in vollen Zügen genossen. Mehr haben wir dann gestern von Göteborg nicht mehr gesehen. Aber dieser erste Eindruck machte uns die Stadt schon auf den ersten Blick sympathisch.
Heute Früh sind wir dann um halb 10 auf Stadtbesichtigung aufgebrochen. Ok, Göteborg ist eine schwedische Stadt am Meer, ohne viel Schnickschnack, ohne viele pompöse Sehenswürdigkeiten, aber mit vielen kleinen netten Geheimtipps. Und Göteborg ist derzeit eine einzige Baustelle. Überall wird gebaggert, gebohrt, aufgerissen, zubetoniert. Aufgrund der vielen Umleitungen hat Google Maps alle Hände voll zu tun, einigermaßen akzeptable Wege zu finden. Wir haben aber tapfer unseren gestern geplanten Rundgang durchgezogen.
Göteborg zu Fuß: Zwischen Zimtschnecken, Küsten-Kultur und See-Idylle
Manchmal sind es die ungeplanten Begegnungen und der bewusste Verzicht auf Hektik, die einen Städtetrip unvergesslich machen. Unser Tag in Göteborg war genau das: Eine perfekte Balance aus hanseatischem Flair, tiefen Einblicken in die Stadtgeschichte und dem Luxus, sich einfach treiben zu lassen.
Der perfekte Start: Brunch & Industrieromantik
Eingeschlafen sind wir im rauen, kreativen Charme von Ringön. Wer hier parkt, spürt den Puls des modernen Göteborgs. Von dort aus hieß es: Schuhe schnüren! Unsere Stadtwanderung begann mit einem kulinarischen Paukenschlag in der Brunchoteket. Wer Qualität vor Quantität sucht, ist hier goldrichtig – ein Frühstück, das Kraft für die kommenden Kilometer gab.
Märkte, Handwerk und ein Hauch Geschichte
Der Vormittag gehörte den Sinnen. In den Markthallen (Saluhallen) tauchten wir ein in die Welt regionaler Köstlichkeiten, bevor uns das Kronhuset und die Kronhusbodarna in das 17. Jahrhundert entführten. Es ist faszinierend, wie zwischen den historischen Mauern das traditionelle Handwerk überlebt hat.
Natürlich durfte ein Abstecher zur Feskekôrka, der berühmten Fischkirche, nicht fehlen. Auch wenn wir dort nur schauten, war der maritime Vibe der Stadt hier überall greifbar.
Das Herz von Göteborg: Haga & Skansen Kronan
Unser persönliches Highlight war der Stadtteil Haga. In den kopfsteingepflasterten Gassen scheint die Zeit stillzustehen. In einem kleinen, urigen Laden fanden wir nicht nur extravagante Keksformen für unsere Küche zuhause, sondern auch ein wunderbares Gespräch mit der Besitzerin. Genau das sind die Momente, die man in keinem Reiseführer kaufen kann – echte Gastfreundschaft und ein kurzer Austausch über das Leben im Norden.
Nach dem Aufstieg zur Festung Skansen Kronan wurden wir mit einem Panoramablick über die Dächer belohnt. Der Abstieg führte uns – wie sollte es anders sein – zurück nach Haga. Bei einer der legendären, riesigen Zimtschnecken im Café Husaren ließen wir die Seele baumeln.
Vom Asphalt ans Ufer
Bevor wir die Stadt verließen, gab es noch einen strategischen Stopp: Zurück in den Markthallen besorgten wir uns frischen Fisch für den Abend. Mit der Beute im Gepäck kehrten wie müde und zufrieden zum Camper zurück
Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Da wir gut in der Zeit lagen, ließen wir den urbanen Trubel hinter uns und steuerten Richtung Stockholm.
Der Ausklang: Stille am Åsunden
Jetzt sitzen wir an einem spiegelglatten See bei Ulricehamn. Die Sonne versinkt langsam hinter den Nadelbäumen und die Hektik der Großstadt fühlt sich Lichtjahre entfernt an. Wir sitzen im Wohnmobil, bei Fisch und Gemüse und einem Gläschen Weßwein und genießen das Leben.Read more

Das macht richtig Lust auf Schweden [Lisl]

























