Tage 19 und 20: Oslo WOW!!
May 3 in Norway ⋅ ☁️ 12 °C
So, wir sind in Oslo und für uns ist die Stadt schlicht und ergreifend ein Wahnsinn. In die Stadt kommen wir mit der Metro, Ticket macht man online mit der Ruter App. Ja, in Skandinavien geht alles online und Bargeld haben wir hier weder besessen noch gesehen. Selbst der kleinste Betrag wird mit Karte bezahlt. Und überall ist Selbstbedienung: Man bestellt und bezahlt an der Kasse, nimmt sich das Bestellte und Bezahlte mit zum Tisch und räumt dann auch wieder ab. In manchen Lokalen macht man sich auch den Kaffee selbst, holt sich die Getränke selbst aus dem Kühlschrank und wärmt Baguette, Pizzaschnitten o.ä. selber in der Mikrowelle auf. Zahlen muss man aber trotzdem reichlich. 😄
Jetzt aber zu Oslo:
Gegründet um 1000 n. Chr. und nach einem Großbrand 1624 als „Christiania“ neu aufgebaut, erhielt die Stadt erst 1925 ihren ursprünglichen Namen Oslo zurück. Heute ist sie mit rund 710.000 Einwohner*innen eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Europas, wobei beeindruckende 60 % des Stadtgebiets aus geschützten Wäldern und Wasser bestehen. Historisch vom Seehandel geprägt, hat sich Oslo heute zu einem globalen Vorreiter für nachhaltige Architektur und grüne Stadtplanung entwickelt.
Vergesst alles, was ihr über verstaubte Hauptstädte wisst. Oslo ist anders. Es ist mutig, grün und wirkt fast so, als hätten die Stadtplaner*innen und Architekt*innen der Zukunft hier einen Spielplatz gefunden. Zwischen tiefblauem Fjord und dichten Wäldern hat sich die Stadt in den letzten Jahren komplett neu erfunden – und wir durften zwei Tage lang mittendrin sein.
Das Herz des modernen Oslos schlägt in Bjørvika. Hier steht die berühmte Oper (eröffnet am 12. April 2008), die wie ein weißer Gletscher aus dem Wasser ragt. Die ganze Oper besteht aus Carrara Marmor. Das Beste? Man kann (und soll!) ihr aufs Dach steigen. Der Blick über den Fjord ist bei kühlem, klarem Wetter einfach unschlagbar. Die Oper war gestern auch unser erstes Ziel. Direkt daneben besuchten wir anschließend die Deichman Bibliothek (eröffnet am 18.Juni 2020), die wirklich neue Maßstäbe setzt: Es ist kein stiller Büchertempel, sondern ein offenes, lichtdurchflutetes Wohnzimmer für die ganze Stadt.
Den gestrigen Nachmittag haben wir dann ganz entspannt verbracht:
Erst stöbern auf dem charmanten Künstlermarkt, dann mit allen Sinnen genießen in der Markthalle im Viertel VULKAN. Das Viertel Vulkan zeigt perfekt, wie alte Industrieareale zu lebendigen Genussorten werden.
Oslo ist ein Eldorado für Ästheten. Im neuen, vertikalen Munch Museum begegnet man nicht nur dem "Schrei", sondern auch einer Architektur, die sich stolz über die Skyline beugt. Ein vertikales Museum beschreibt ein Architekturkonzept, bei dem die Ausstellungsräume nicht – wie klassischerweise üblich – weitläufig in der Fläche verteilt, sondern in die Höhe gestapelt werden. Das Museum ist 58 m hoch, verläuft über 13 Stockwerke und ist eines der größten Museen weltweit, das nur einem einzigen Künstler gewidmet ist und dessen Werke permanent ausstellt. Neben den Werken von Eduard Munch läuft derzeit die beeindruckende Ausstellung der feministischen Malerin Paola Rego und eine Installation des koreanischen Künstlers Kim Handkyul. Nach 2 Stunden intensiven Schauens und Lesens und Staunens im Museum, ist es für uns an der Zeit gewesen, die Dachterrasse im 13. Stock zu besuchen und hoch über den Dächern von Oslo Aperol Spritz und Campari Spritz zu genießen.
Heute Nachmittag schlenderten wir dann auf die andere Seite des Osloer Fjords, immer am Hafen entlang nach Tjuvholmen. Das Viertel wirkt wie eine begehbare Design-Galerie direkt am Wasser. Als historischer Gegenpol dazu thront die Festung Akershus über dem Hafen – ein Ort, an dem man die Wurzeln Oslos spürt, während im Hintergrund die modernen Fähren vorbeiziehen.
Was uns besonders fasziniert hat? Die Lebensqualität. Mitten im Stadtzentrum, direkt am Hafenbecken, rauchen die Schornsteine der schwimmenden Saunen. Es gibt kaum etwas Cooleres (oder Nordischeres), als zwischen Hightech-Büros und Opernhaus ins kalte Fjordwasser zu springen. Haben wir nicht gemacht, aber es sieht verdammt cool aus.
Bevor wir morgen Oslo den Rücken kehren, steht noch der legendäre Vigeland-Skulpturenpark auf dem Programm. Dazu morgen mehr.
Tipp für Oslo-Reisende: Oslo lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Die Wege sind kurz, die Architektur ist Weltklasse und das Licht am Fjord macht jeden Filter überflüssig.Read more
























