• Gokarna, Tag 6

    January 24 in India ⋅ ☀️ 23 °C

    Deutlich fitter bin ich aufgewacht, habe Energie und starte voller Vorfreude in den Tag.
    Angekommen im Ganesha Temple im Zentrum von Gokarna werde ich von einer jungen Kuh belästigt indem sie mich ständig mit der Nase anstubst. Eine Gruppe junger Inderinnen macht sich lustig darüber. Und wir lachen zusammen.
    Viele Frauen tummeln sich vor dem Tempel und verkaufen Blätter mit Blüten und Kleinerern Blättern darauf. Ich kaufe eines. Es kostet 20 Rupien. Ich gebe ihr 50 und sie gibt mir 20 zurück. Auf Nachfrage winkt sie ab und geht weg. Ich verfüttere einen Teil meiner Blätter an meine Kuh und begebe mich auch auf den Weg in den Tempel.
    Da man drinnen keine Fotos machen darf beschreibe ich wie es abläuft.
    Man geht einen Gang entlang um rein und raus gehen. Links und rechts sind Sitzflächen aus Granit auf denen auch vereinzelt Menschen sitzen.
    Drinnen hängen verschied große Glocken von der Decke und die werden von den Besuchern angeschlagen. Man Tritt vor einen Altar, der aber abgesperrt ist. Da stehen Körbe in die man seine Blumen ablegt. Man geht links am Altar vorbei, einen Rundgang und kommt auf der Anderen Seite wieder raus.
    Da Sitzt ein Inder der fortwährend Gebete spricht, oder auch Anweisungen gibt und den Besuchern aus einem Metallgefäß mit einer Art Löffel Wasser auf die Hand gibt. Sie trinken das Wasser und verteilen den Rest über ihren Kopf. Danach bekommt man aus einem Schüsselchen mit orangenem Pulver, vermutlich Lehm, einen Punkt auf die Stirn. Er wollte mir auch einen Punkt machen, aber ich habe es abgelehnt weil es sich für mich nicht richtig angefühlt hat.
    Ich bin eine Zeitlang stehen geblieben und habe mir alles genau angeschaut. Einige Leute haben sich die Punkte auch selbst gemacht und wenn gerade viel Andrang war, war es wie überall hier, ein ziemliches Durcheinander. Ein Mädchen hat bei anderen Mädchen die Punkte gesetzt, wir haben uns angeschaut und sie hat mir auch einen gemacht.
    Also laufe ich heute auch mit rotem Punkt auf der Stirn rum.
    Weiter ging es bei mir Richtung Lake, namens Koti Leertha.
    Ein rechteckiger, künstlich angelegter See, inmitten der Stadt. Außen herum ist entweder die Möglichkeit über Stufen ans Wasser zu kommen, oder es gibt Nieschen, in denen spirituelle Zeremonien abgehalten werden. Im Wasser waschen sich die Menschen, aber beten auch, oft mehrere Synchron, während daneben andere ihre Wäsche waschen.
    Ich hatte eine Unterhaltung mit einem pfiffigen, ca 11 Jahre alt, Jungen der über Schmerzen gejammert hat weil er an diesem Morgen seinen Kopf geschoren bekommen hat und es wohl ziemlich gebrannt hat.
    Die Rituale in den Nieschen sind sehr interessant. Es gibt Feuerplätze, darum werden wieder Mandalas gemalt und oft wird gekochter Reis auf ein Palmenblatt ausgeschüttet mit etwas bestreut, mit den Händen durchgeknetetund zu Kugeln geformt. Irgendwann geht jemand und bringt es nach oben auf Drahtstestelle oder einfach auf die Dächer. Entweder macht sich eine Kuh drüber her, oder es bleibt so liegen. Daher kann man Blätter mit Reis in verschiedenen Trocknungsgraden sehen.
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