• Qualmende Füße und Pfoten

    September 29 in Italy ⋅ ☀️ 28 °C

    Rom ist schon eine wahnsinnige Stadt. Der erste Wahnsinn ist der Verkehr. Schon die Zufahrt zu unserem Stellplatz war ein kleines Abenteuer. Eigentlich wollte ich von dort Teile der Strecke wieder mit dem Fahrrad zurücklegen. Irgendetwas hat mich davon abgehalten – und das war auch gut so. Kopfsteinpflaster, sehr wenige Radwege und gefühlt gilt in Rom eine Mindestgeschwindigkeit und keine maximale Geschwindigkeit. Autos und Motorräder brettern durch die Gegend, als wenn der Leibhaftige hinter ihnen her wäre.

    Wahnsinnig ist Rom aber auch wegen seiner unfassbar vielen Sehenswürdigkeiten. Man hat das Gefühl, durch ein riesiges Museum zu laufen. Das Stadtbild wird schon durch die über 900 Kirchen geprägt, die gefühlt an jeder Ecke zu finden sind.

    Mizzy, für die es teilweise ziemlich stressig war, und ich waren sechs Stunden unterwegs und haben eine Menge gesehen. Das erste Highlight waren die Terme di Caracalla, eine der beeindruckendsten römischen Ruinen. Die Thermen wurden unter Kaiser Caracalla errichtet und 216 n. Chr. eröffnet. Sie waren keine kleine Badeanstalt, sondern ein riesiger öffentlicher Freizeitkomplex für die Bevölkerung Roms.
    Das Gelände war ungefähr 11 Hektar groß. Der eigentliche Badebau war etwa 220 × 114 Meter groß und konnte gleichzeitig mehrere tausend Menschen aufnehmen.

    Als Nächstes haben wir den Circus Maximus passiert. Er war das größte Stadion des antiken Rom und vor allem für Wagenrennen gedacht. Die Anlage war ungefähr 600 Meter lang und 150 Meter breit – also riesig. Hier konnten vermutlich weit über 100.000 Zuschauer Platz finden.
    Das Spektakel war ziemlich brutal: Viergespanne rasten mehrfach um die Rennbahn, und Unfälle waren häufig. Die Wagenlenker konnten enorm berühmt werden – ähnlich wie Sportstars heute.

    Wenig später standen wir schon vor dem berühmten Kolosseum, das zwischen 72 und 80 n. Chr. unter den Kaisern Vespasian und Titus errichtet wurde. Das fast 50 Meter hohe Amphitheater bot vermutlich bis zu 65.000 Zuschauern Platz. Hier fanden vor allem Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und aufwendige öffentliche Schauspiele statt.

    Von hier aus haben wir uns Richtung Vatikan bewegt und dabei noch das Pantheon besucht. Dieses wurde unter Kaiser Hadrian um 120 n. Chr. neu errichtet und gehört zu den am besten erhaltenen Bauwerken der römischen Antike. Seit 609 n. Chr. wird das Pantheon als Kirche genutzt – unter anderem deshalb blieb es über fast 2.000 Jahre so gut erhalten.

    Am Tiber entlang sind wir zum Abschluss auf den Petersdom zugelaufen. Der Petersplatz selbst war gar nicht so voll, wie es zum Beispiel rund um das Kolosseum war. Möglicherweise liegt es aber auch an der unfassbaren Größe. Die Fläche des Platzes ist riesig und gehört bis zur äußeren Begrenzung der Kolonnaden bereits zum Staatsgebiet der Vatikanstadt. Mit gerade einmal 0,44 km² ist sie der kleinste unabhängige Staat der Welt.

    Hier haben wir im Schatten eine längere Pause gemacht, bei der Mizzy tief und fest geschlafen hat. Zurück haben wir dann den direktesten Weg gewählt und sind beide völlig erschöpft, aber wohlbehalten am Camper angekommen.

    Stellplatz:
    Camper Stop Area
    32/a Via Appia Antica
    IT-00179 Roma
    41.8691, 12.5016

    Stellplatz hinter einer Autowerkstatt. Nach Betriebsschluss verschlossen, daher sicherer Stellplatz in Zentrumsnähe. € 35,- nur Barzahlung. VE möglich.
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