• Apuliens wilder Sporn

    October 13 in Italy ⋅ 🌬 18 °C

    Der Nationalpark Gargano wird auch als der Sporn des italienischen Stiefels bezeichnet. Der Nationalpark überrascht mit einer Landschaft voller Gegensätze: schroffe Kalksteinküsten, versteckte Buchten, silbrig schimmernde Olivenhaine und im Landesinneren die dichten Wälder der Foresta Umbra. Hier zeigt sich Apulien von seiner grünen, bergigen und ursprünglichen Seite.

    Unser erster Stopp auf dieser Halbinsel liegt in der Nähe von Mattinata, auf einem Stellplatz in einem dichten Olivenhain direkt am Meer.

    Von hier aus haben wir eine kurze, aber sehr schöne Wanderung auf den Monte Saraceno, einen Berg voller Geschichte, gemacht.

    Schon vor mehr als 2.500 Jahren bestatteten die Dauner hier ihre Toten. Über 500 Gräber zeugen noch heute von dieser frühen Kultur. Später hinterließen auch die Sarazenen und militärische Nutzungen ihre Spuren. Den eigentlichen Gipfel konnte ich zwar nicht über einen markierten Weg erreichen, doch auf dem felsigen Bergrücken gab es unfassbar tolle Ausblicke auf das Meer und den Nationalpark.

    Stellplatz:
    Elianti Mare Mattinata
    Contrada Funni
    IT-71030 Mattinata
    41.6980, 16.0625

    Schöner Platz zwischen Olivenbäumen direkt am Strand. Wanderweg startet kurz nach dem Ausgang. € 22,- VE möglich.

    Übersetzung der Tafel auf dem Foto

    Nekropole von Monte Saraceno

    Die Heiligtums-Nekropole von Monte Saraceno bewahrt die bedeutendsten Zeugnisse der Dauner (um 1000 v. Chr.). Es handelte sich um eine friedliche Kultur, die von Landwirtschaft, Jagd und Fischfang lebte.

    In der Umgebung können die Gräber der Nekropole besichtigt werden. Sie enthielten die Verstorbenen nach einem aus eurasischen Regionen stammenden Bestattungsritus in zusammengekauerter Haltung. Die Gräber wurden in den kalkhaltigen Felsen eingearbeitet und haben die Form einer Gebärmutter oder eines Beutels.

    Von den über 500 entdeckten Gräbern erscheinen viele heute nur noch als Vertiefungen. Ursprünglich waren sie jedoch durch steinerne Grabzeichen gekennzeichnet, die berühmten daunischen Stelen. Auf diesen waren Inschriften und eingeritzte Darstellungen zu sehen, die Szenen aus dem Leben des Verstorbenen oder der sozialen Gruppe zeigten, der er angehörte.

    Über der Graböffnung befand sich gewöhnlich eine große Steinplatte. In einigen Fällen wurde sie zerbrochen innerhalb der Gräber wiedergefunden. Sie konnte entfernt werden, wenn weitere Bestattungen vorgenommen werden sollten.

    In den Gräbern wurden zahlreiche Beigaben entdeckt, darunter Helme der Dauner und Peuketier, illyrische Fibeln (Gewandspangen) sowie Gegenstände aus Bernstein und Glaspaste.

    Die Siedlung des sehr alten Matino umgab die Nekropole. Wahrscheinlich bestand sie aus Hütten aus Zweigen und Tierhäuten, die kreisförmig oder hufeisenförmig angelegt und von einem zentralen Pfosten getragen wurden.

    Im nördlichen Bereich der Hochebene ist noch heute der Bereich sichtbar, der vermutlich als Zugangstor diente. Von dort führte eine uralte Straße beziehungsweise ein Pfad hinab in die Ebene von Mattinata.
    Read more