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  • Day331

    Vom Wasserträger zum Töfflibueb

    December 13, 2018 in Vietnam ⋅ 🌧 17 °C

    Nach Sonne, Strand und Poolparties fahren wir ins höher gelegene Da Lat - immerhin auf fünfzehnhundert Metern -, wo wir neben einer von CWS Olten installierten Doppelmayr Gondelbahn auch diverse Grand Hotels finden, die vorwiegend um inländische Gäste in ihren Flitterwochen buhlen. Wir sind bekanntlich nicht frisch vermählt und wohnen daher in keinem davon. Schade. Da Lat fühlt sich ein wenig wie ein vietnamesisches Davos an. Einfach ohne Schnee und somit auch ohne Apres-Ski. Auch schade. Dafür gibts hier Erdbeeren. Viel Erdbeeren. Besonders gut sind die aber auch nicht. Drittes schade. Wir unternehmen trotzdem die erste „Töfflibuebe City-Tour“ unserer Reise, bei welcher uns Studenten mit ihren Rollern durch die Stadt fahren und allerlei interessante Dinge zu erzählen wissen. Hinzu kommen auf Nachfrage auch spannende und ehrliche Aussagen zum vom Korruption dominierten kommunistischen System und den nach wie vor spürbaren Nachwehen vom Krieg. Lustiger Vormittag war das. So lustig, dass wir für die nächsten vierundzwanzig Stunden unser eigenes Moped mieten und durch die Gegend cruisen. Also gleich noch ein Reise-Novum. Die Kiste ist aber Schrott und - wie ich und andere verwöhnte Bengel - in unterschiedliche Richtungen verzogen. Egal. Ist man erst einmal Teil vom hiesigen und für Fussgänger lebensgefährlichen Verkehr, findet man(n) auch die Huperei ganz geil. Einfach alles und jeden anhupen und fühlt man sich vom Gehupe irgendwie angesprochen, immer schön zurück hupen. Und lächeln. Egal was einem gerade durch den Kopf schiesst. Wixer.

    Das einzige Problem mit der Töfflifahrerei hier ist der Helm. Der ist natürlich zu klein. Also viel zu klein. Eher eine Art Kippa. Ich müsste schon sehr genau und ausgesprochen mittig auf den Hinterkopf fallen, damit das unmodische Plastik-Häubchen etwas nützt. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich einen überdurchschnittlich grossen Kopf habe. So gross, dass die meisten meiner Freunde meinen alten Motorradhelm in aufgesetztem Zustand mühelos um dreihundertsechzig Grad drehen können. Und so gross, dass mich die Ärzte schon kurz nach meiner Geburt von meiner Mutter getrennt und auf Wasserkopf untersucht haben. True Story. Lovely Stalking-Man kann das bestimmt bestätigen. Hoffentlich. Die Untersuchung kam dann aber zum erlösenden Ergebnis, dass kein überschüssiges Wasser in meinem Kopf ist. Dafür ein riesiges Brain. Geil. So habe ich das zumindest verstanden. Oder, Mam?

    Nach dem kurzen juristischen Zwischenspiel bezüglich der Raserfotos, habe ich nun auch die „Rechnungen“ aus Australien beglichen. Das Budget fands scheisse und wir sprechen jetzt nicht mehr miteinander. Mir egal, war und wird nie mein bester Freund. Verdammte Spassbremse. Viel schlimmer ist sowieso die Tatsache, dass dies eindeutig den Tiefpunkt unserer Medienkarriere markiert. Gab es zu Beginn noch gratis Food, Drinks und Unterkunft, wurde es schon bald „um sonst“ und nun bezahlen wir schon für furchtbar schlechte Bilder in einer hässlichen Scheisskarre. Da muss sich was ändern. So geht das nicht. Habe nochmals einem Türken geschrieben. Besser gesagt vier Türken. Den Besten. Mal schauen.
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