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  • Day15

    Tongariro Alpine Crossing

    January 5 in New Zealand ⋅ ⛅ 16 °C

    Um 5:00 klingelt morgens der Wecker. Erwartungsvoll stehen wir auf, ziehen uns warm an, richten unser Vesper und machen uns dann auf den Weg zu unserem Shuttlebus.

    Unser Busfahrer checkt vorher noch, ob wir alle auch wirklich gute Regenjacken besitzen und fährt uns dann innerhalb 15min zum Startparkplatz des beliebten Tongariro Crossings.
    Vorher erklärt er uns noch einmal die Wetterbedingungen. Oben sind Temperaturen von bis zu -6°C angesagt bei einer Windgeschwindigkeit von bis zu 50km/h. Da bekommen wir schon etwas Bammel. Trotzdem haben wir Glück mit dem Wetter, denn die Tage vorher war das Crossing wegen des schlechten Wetters gesperrt gewesen. Es stehen sogar noch die Schilder vom Vortag da, welche vor dem Crossing warnen und dringend davon abraten dieses heute zu gehen.
    Eine dicke Wolkenschicht hängt über uns, doch der Busfahrer erklärt uns, dass diese nur hierhängt und der Wanderweg frei ist.

    Um 6:20 starten wir dann los. 19,4km liegen vor uns.
    Wir sind zwar nicht die Einzigen auf dem Weg aber es ist bei Weitem nicht so überfüllt wie wir es befürchtet haben.
    Auch die Temperaturen sind viel milder als erwartet und anfangs bleibt es auch windstill.

    Der erste Teil des Crossings ist damit im Nu überwunden und nach dem ersten längeren Anstieg bietet sich uns ein toller Blick auf den Mount Ngauruhoe, welcher auch bekannt ist als Mount Doom von Herr der Ringe.
    Wir durchqueren eine Wüstenlandschaft am Fuße des Berges und fühlen uns wie in der Wüste. Um uns herum sind viele weiße Moosflechten, welche wie Schafe aussehen. Ungefähr so stellen wir uns auch den Mond vor.
    Hier oben wird es aber auch immer kälter und der Wind wird immer stärker. Wir sind heilfroh über unsere Mützen und winddichten Jacken. Nur die Hände frieren ziemlich schnell ab.

    Nach einem weiteren kleinen Aufstieg bietet sich uns ein toller Blick über den dahinterliegenden Tongariro National Park und eine tiefe Schlucht, welche wir den "Höllenschlund" taufen. Wir können garnicht aufhören mit dem Bilder schießen!

    Gegen 9 Uhr haben wir dann den höchsten Punkt des Tongariro Crossings erreicht und werden sogleich mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Vor uns liegen die beiden Emerald Lakes und der Blue Lake. Gemeinsam mit der kargen Vulkanlandschaft und dem Höllenschlund hinter uns (welcher jetzt noch imposanter aussieht) bietet sich uns damit eins der wohl imposantesten Flecken Natur überhaupt. Da hat sich der Aufstieg doch definitiv gelohnt!
    Außerdem stinkt es nach Schwefel, was nach wie vor von vulkanischen Aktivitäten zeugt.
    2012 war der Mount Tongariro das letzte Mal ausgebrochen und auch der Mount Ngauruhoe ist nach wie vor aktiv.

    Da es aufgrund des starken Windes aber doch ziemlich kalt ist ziehen wir schnell weiter, vorbei an dem Blue Lake und in ein etwas windgeschützteres Gebiet. Hier ist es jetzt wieder bewachsen und aufgrund der, inzwischen ziemlich hoch stehenden, Sonne werden unsere Finger schon bald wieder warm.
    Auch die Menschenmenge hat sich inzwischen ziemlich gut verteilt und es stört uns kaum, immer wieder den Joggern (ja es gibt Leute die joggen den Tongariro Crossing) Platz zu machen.
    Der letzte Teil führt uns durch ein weiteres Vulkangebiet mit einem tollen Blick auf die Ebene Landschaft. Immer wieder sieht man es aus den Hot Springs, welche Temperaturen von bis zu 140°C haben, dampfen. Außerdem entdecken wir einige Einschlaglöcher welche durch Gestein, welches vom Vulkan ausgeschleudert wurde, enstand.

    Irgendwo bei ca. 13km gönnen wir uns dann mal eine längere Pause, genießen die Reste unseres Linsensalats und ein kleines Vesper.
    Alle vorbeigehenden schauen uns ziemlich neidisch an ;-)

    Die letzten 6km geht es eigentlich nurnoch bergab, doch irgendwie zieht es sich dann doch noch ziemlich bis wir schließlich um 12:50 den Endparkplatz erreichen.
    Geschafft!

    Gemeinsam mit vielen anderen warten wir hier auf unser Shuttle und kommen schließlich gegen 14 Uhr wieder auf unserem Campingplatz an.
    Wir sind müde, aber stolz und nach wie vor überwältigt!

    Nach einer heißen Dusche fahren wir noch weiter auf unseren nächsten Campingplatz in Taupo.
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