• Guachimontones, die runden Pyramiden

    29 novembre 2025, Messico ⋅ ⛅ 26 °C

    Wir stapfen also zu diesen berühmten Guachimontones, und schon beim ersten Anblick merken wir: Hier hat jemand richtig Freude an Kreisen gehabt. Wahrscheinlich sass ein Priester damals über seinen Bauplänen, hat an seinem Maiskolben geknabbert und gesagt: „Leute, wir machen’s rund. Alles rund. Wer Ecken baut, fliegt.“

    Wir wandern also gemütlich hoch, vorbei an einer Landschaft, die so friedlich wirkt, dass man sich fragt, ob hier überhaupt jemals jemand geschwitzt hat – wir natürlich schon nach 20 Metern. Vor uns liegt La Iguana, die größte der kreisrunden Pyramiden, hübsch gestapelt wie ein archäologischer Pfannkuchen-Turm. Wir schauen uns an und überlegen, ob die Teuchitlán-Kultur vielleicht die Erfinder von Ringelspielen war.

    Oben angekommen, weht uns ein leichter Wind entgegen, und wir fühlen uns kurz wichtig, als würden wir gleich einen Vortrag über prähistorische Bautechnik halten. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Leute hier früher rituelle Tänze aufgeführt haben – wir hätten vermutlich schon nach einer halben Runde Seitenstechen bekommen.

    Die Aussicht über die Hügel ist grossartig, das Gelände schön gepflegt, und wir schlendern gemütlich im Kreis, was hier erstaunlich authentisch wirkt. Es ist dieses typische Gefühl: Man weiss, dass die Geschichte tief und bedeutend ist – und trotzdem denkt man heimlich, dass die Anlage auch ein super Schauplatz für eine Mega-Feuerstelle gewesen wäre.

    Zum Abschluss ein Blick über das ganze Areal, und wir nicken uns zufrieden zu: Wieder etwas gelernt, wieder etwas geschwitzt, und wieder ein Ort, der uns zeigt, wie kreativ alte Kulturen waren. Und wir? Wir laufen einfach brav im Kreis mit und tun so, als hätten wir alles verstanden.

    Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Guachimontones
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