• Wild Wild West-Bali

    January 9, 2024 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C

    Auf dem Weg zum westlichsten Zipfel von Bali brechen wir von unserem Hotel in der Terima Bay auf. Die Fahrt nach Gilimanuk dauert etwa 20 Minuten, aber wir machen keinen Halt dort. Stattdessen zwingt uns ein Helm-Malheur zur nächsten Werkstatt, da mein Helmverschluss seinen Dienst versagt hat. Ein wahrhaftiger Drama-Moment für mich, besonders wenn der Helm ohnehin schon gefühlt 1000 Nummern zu gross ist. Unser Ziel: Eine Werkstatt, die alles oder zumindest irgendetwas reparieren kann. Nach 5 km entdeckt Patrick eine Schrauberbude, die zwar keinen Verschluss anbieten kann, aber nach einigem Hin und Her immerhin Sekundenkleber. Ich bin skeptisch, Patrick ist zuversichtlich: Wir lassen den Kleber wirken. UND ACHTUUUUNG: Überraschung – der Superkleber hält, mein Helm ist geflickt🎉, und er sitzt besser als zuvor. Die Fahrt kann endlich ohne Helm-festhalten-Action fortgesetzt werden. Juhuiiiii! 🏍️🔧

    Auffällig in Westbali ist, dass es hier von Moscheen nur so wimmelt. Es hat sehr viele Frauen in Kopftüchern in dieser Ecke, und die Moscheen kommen fast im Kilometertakt. Auch sehen wir hier Friedhöfe, die im Osten nicht zu finden sind, da sich die Hindu-Balinesen nicht beerdigen lassen, sondern verbrennen. Die Asche wird in der Regel im Meer verstreut. 🕌🌺

    Die Küstenstraße ab Gilimanuk führt durch oft kilometerweit unbewohntes Gebiet. Im Vergleich zum dicht besiedelten Osten ist die Gegend hier wirklich unberührt und kaum bevölkert. Trotz der Nähe zu Touristenströmen wirkt es eher ärmlich, aber die Einheimischen sind aussergewöhnlich hilfsbereit (siehe mein Helm-Drama), ohne gleich die Hand aufzuhalten – eine erfrischende und auch ungewöhnliche Erfahrung. 🏞️👫

    Wir setzen unsere Fahrt an der Küstenstrasse fort, da im Inselinneren oft keine Strassen mehr führen. Das Hochland von Jembrana, übersetzt als "großer Wald", spiegelt den Namen wider, denn die Region ist nahezu unbewohnt und von unberührter Natur geprägt. Die Hauptverkehrsstrasse (es ist eine) ist gut ausgebaut, es gibt viel LKW-Verkehr 🚛, und entlang des Weges sind viiiiiiiiiiiele Affen 🐒 zu sehen. Hier hat sich über 1000 km² Regenwald erhalten – fast schon ein Wunder! 🌳

    Wir überqueren mehrmals die Grenzen zum 700 km² großen Bali-Barat-Nationalparks. Vor 50 Jahren sollen hier balinesische Tiger beheimatet gewesen sein. Wer weiss, vielleicht gibt es noch ein paar Katzen? Das tropische Paradies bleibt relativ intakt, solange der Mensch nicht allzu stark eingreift. 🐅🌴 Wie bei Vielem halt ist der Mensch das grösste Raubtier!

    In Negara erkunden wir Pengambengan, einen Fischereihafen mit einer Vielzahl bunter Fischerboote, die im seichten Wasser stehen. Ein faszinierender Anblick und ich frage mich, wie diese Boote stabil bleiben und nicht gleich absauffen. Ich hab eh schon das Gefühl, dass sie halb gekentert sind🤷‍♀️. Die Gegend bietet jedoch wenig anderes. Wir entscheiden uns, weiterzufahren 🛵💨 und steuern ein Hotel am Medewi Beach an. 🏝️
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