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  • Day108

    Rosario

    February 17, 2017 in Argentina ⋅ ☁️ 27 °C

    Nach Rosario fuhren wir nur ein paar Stunden. Wir waren froh, dass das unsere vorletzte Busreise sein sollte. Wir haben in den letzten Monaten etwa 12.000 km per Bus zurückgelegt und sind froh, wenn wir davon bald mal eine kleine Pause haben.

    Wir kamen in einem kleinen, unheimlich netten Hostal unter, das von einem langhaarigen, sehr gemütlichen und sehr gesprächigen Mann betrieben wurde. Man hatte eigentlich nie die Gelegenheit, heimlich an ihm vorbei zukommen, ohne in ein Gespräch verwickelt zu werden. Das war natürlich manchmal etwas anstregend, trainierte im Grunde aber nochmal unsere Spanischkenntnisse. Das Hostal war mit einigen netten Details ausgestattet. So gab es für den nachmittäglichen Jerbagenuss extra Thermoskannen, die man sich mit heißem Wasser füllen und dann mit auf sein Zimmer oder auf die Dachterasse nehmen konnte. Ich fiel natürlich gleich beim ersten Mal eine der steilen Treppen zum Dach hinunter, erlitt zwar nur ein paar Prellungen, zerdepperte allerdings eine der Thermoskannen. Die Kannen waren von der Sorte, die einen Glaskern hat. Den konnte man allerdings austauschen, so dass alles laut unserem Gastgeber nur halb so schlimm gewesen sei. Ich bezahlte ihm den Ersatz natürlich.

    Ein besonders schöner Teil von Rosario ist seine Innenstadt. Hier gibt es ein großes Flaggendenkmal, das zu Ehren der argentinischen Unabhängigkeit aufgestellt wurde und in dem eine ewige Flamme brennt. Ganz in der Nähe gibt es auch ein Museum für Inneneinrichtung, dass zwar hässliche Sachen ausstellt, aber in einem wunderschönen Gebäude eines ehemaligen Landbesitzers untergebracht ist, der es der Stadt als Museum vermacht hat. Leider war es wegen renovierungsarbeiten abschnittsweise geschlossen und wir sahen nur einen wirklich kleinen Teil. Wer möchte, kann sich aber hier einen kleinen Teil anschauen:
    http://www.museoestevez.gob.ar/

    Rosario liegt an einem kleinen Fluss, in dem schöne, grüne Inseln liegen, die man mit einem Boot besuchen kann. Wir fanden die Fähren allerdings nicht.

    Wenn wir ganz ehrlich sind, hatten wir in Rosario ein wenig Pech. Wir wollten noch gerne in das Museo de Memoria, das von der Militärdiktatur berichtet. Das hatte allerdings geschlossen als wir dort ankamen, so dass wir auch das von unserer Liste streichen mussten.

    Am selben Tag stellte ich fest, dass meine Hosentasche ein Loch hat. Ich stellte es fest, nachdem ich unseren Zimmerschlüssel nicht mehr in ihr gefunden habe. Ich lief also nochmal einen Teil unseres Weges ab. Wir hatten in einem großen Park gepicknickt, in dem sich ein großer Laubengang unter Rosenbögen befand. Hier suchte ich alle Bereiche ab, in denen wir gewesen waren, war aber erfolglos. Zu dieser Zeit schien die halbe Stadt auf den Beinen. Kinder spielten im Park und Trainingsgruppen und Fußballmannschaften trainierten hier. Das war, obwohl ich natürlich nicht sonderlich gute Laune hatte, wirklich sehr schön. Ich habe mir vorgenommen, unsere Grünanlagen in Hamburg auch wieder mehr zu nutzen.

    Ich kehrte also ins Hostal zurück und wir berichteten dem Besitzer von unserem Pech. Er war wie immer nett und machte uns keine Vorwürfe. Er versuchte eine Weile selbst die Tür zu öffnen, musste dann aber einen Schlüsseldienst kommen lassen. Ich war ganz froh, als ich erfahren habe, dass dessen Arbeit, auch im Notdienst nur 400 Pesos gekostet hat, was in etwa 24 Euro entspricht. Wer in Deutschland schonmal eine zugefallene Tür hatte, wird das sicher nachvollziehen können. So fiel auch unser Hauswirt vom Glauben ab, als ich ihm sagte, was das Ganze bei uns gekostet hätte.

    Am selben Abend erfuhren wir übrigens, dass unsere Buchung für unser Hostel in Buenos Aires storniert wurde. Sie hatten Probleme mit ihrem Buchungssystem, so dass unsere Buchung über das Internet angenommen wurde, obwohl keine Zimmer mehr frei waren. Es hätte so ausgesehen:
    http://www.del900hostel.com/homeen

    Alles in allem also, hatten wir in Rosario ein wenig Pech. Trotzdem hatten wir ein paar entspannte Tage. Grade die Spaziergänge durch die Innenstadt mit ihren herrschaftlichen Gebäuden haben uns für viel entschädigt. Wir würden jedem raten, der nur wenig Zeit hat, eher auf Córdoba und Santa Fe zu verzichten als auf diese Stadt.

    Trotzdem freuten wir uns natürlich schon sehr auf unsere Rückkehr nach Buenos Aires und unseren kleinen Ausflug nach Uruguay.
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