Schiffswracks
30 marzo, Svezia ⋅ ☁️ 6 °C
Die Schweden waren jeher große Seefahrer. Der Wille seiner Majestät war es bis an St James im Jahr 1628 die Vasa in der Werft von Stockholm fertig zu stellen um bei Hofe nicht in Ungnade zu fallen. Über 400 Handwerker arbeiteten drei Jahre daran um auf der Jungfernfahrt nach ca. 1km mit wehenden Flaggen und vollen Segeln ihren Untergang mitzuverfolgen. War es Gottes Rache? Waren die Seeleute betrunken an Bord gegangen? Wie man heute weiß war es der erste Auftrag in Schweden ein Schiff mit 2 Kanonendecks zu bauen und dafür hatte das Schiff unterproportional wenig Ballast im Schiffsrumpf. Allein 40 Mann von einer Reeling zur anderen zu rennen verhalf dem Boot bereits zur Schlagseite im Hafen. Doch es wurde ignoriert. Der König änderte während des Baus sogar noch einmal die Baupläne um es noch furchteinflösender zu gestalten. Ein Großer Fehler wie wir heute mehrfach wissen wenn dem Schiff der Kiel fehlt. Es war die lange Zeit der Kriege gegen Polen und es ging um die Vorherrschaft in der Ostsee. Anhand der Figuren aus der griechisch-römischen Mythologie wollte man gleich auch zeigen dass man es getrost mit dem heiligen römischen Reich im Süden Europas aufnehmen kann.
Kurzum - es war der ganze Stolz der Nation seinerzeit und es sank schneller als die Titanic.
Das untere Kanonendeck lag nur etwa einen Meter über der Wasserlinie. Beim ersten Segel setzen reichte ein kräftiger Windstoß und es drang Wasser über die Schlagseite ein. Zwar besaß das Boot vier Pumpen und konnte sich stabilisieren doch es reichte nicht. Beim zweiten kräftigen Windstoß drang noch mehr Wasser ein und drückte das Boot in nur 20 Minuten unter Wasser. Wie viele andere Boote die in der Regel ausgedient hatten bildete es einen mehr oder weniger großen Bootsfriedhof in Stockholm. Bei dem Versuch zu retten was zu bergen war entwickelten die Schweden bereits im 17 Jahrhundert eine Taucherglocke aus Eisen. Einige Kanonen konnten so geborgen werden. Der Rest geriet über mehr als 300 Jahre in Vergessenheit. Gegen 1920 fing man an die Wracks rings um Stockholm zu kartieren doch erst 33 Jahre Später sollte die Vasa wiederentdeckt werden. Sie gilt bis heute als eines der am besten erhaltenen Wracks in der Ostsee. Im Schlamm vor Sauerstoff und jeglichen Schiffswürmern gefeit. Ihre Bergung dauerte an und an bei Luftsauerstoff war sie dem Verfall nicht mehr sicher. Aufwendige Konservierung über mehr als 2 Jahre verdrängte schließlich das Wasser aus dem Holz. So wie sich die Wissenschaft heute weiter entwickelt, genau so geht auch die Erhaltung und das Puzzeln der vielen Einzelteile vom Meeresgrund bis heute weiter. Zu 98% konnte die Vasa aus orginal-Teilen wieder zusammengefügt werden.
So funktioniert das leider nicht mit jedem Schiff. Heute kennt man über 100.000 Wracks in der Ostsee. Dazu zählen alte Handelsschiffe der Hanse genau so wie U-Boote aus dem zweiten Weltkrieg oder die Estonia-Fähre aus den 1990ern. Sowohl das Geld sie zu bergen fehlt als auch der Platz sie nachher auszustellen. Zumal nicht jedes Wrack gut erhalten ist. Das zeigt bei einem zweiten Besuch nachher das Wrackmuseum. Wo das geht werden Schiffe heute anhand ihrer Fundsachen datiert. C-14, Tierknochen, Pfeifen, Baumring-Kalender. Doch nicht immer liegt ein Wrack überhaupt unter Wasser. Die Wikinger nutzten oft auch Bootsbestattungen und so fand sich z.B. in Estland ein Wrack bei den Vorbereitungen einen neuen Radweg über die Insel zu bauen. Schiffswracks sind so voller Geschichte und genau die wird heute noch einmal lebendig.
Der Radweg indes musste etwas länger warten, doch heute ist es sicher ebenso ein sich lohnendes Radreiseziel. Um das und noch mehr kuriose Ideen in Angriff zu nehmen ist heute das Ende der kleinen Expedition und ich kehre in der Nacht wohlbehalten zurück nach Deutschland.Leggi altro












