• Licht und Schatten

    August 16, 2024 in Norway ⋅ ☁️ 13 °C

    Wir pellten uns schlaftrunken aus dem Bett und wollten noch vor dem Frühstück schon mal Richtung Reine, um zumindest ein paar Fotos unten im Dorf zu machen. Es regnete nämlich ordentlich und sah nicht wirklich danach aus, dass wir heute eine Wanderung machen können. Wir versuchten das Auto zu starten - und nichts. Es machte keinen Mucks. Wir checkten einige Dinge, aber es half leider nichts. Die Vermutung wurde stärker, dass unsere Batterie hinüber war, obwohl wir bisher noch keinerlei Probleme hatten. Der erste Stellplatz Nachbar der wach wurde bot uns an mit seinem Überbrückungskabel auszuhelfen, aber leider half das auch nichts. So riefen wir den ADAC an und bekamen die Info, dass sich jemand innerhalb der nächsten Stunde bei uns meldet. Also machten wir es uns notgedrungen gemütlich und frühstücken erstmal. Draußen nahm der Sturm immer mehr zu und der Van wurde ordentlich durchgeschüttelt. Wir bekamen den erhofften Anruf recht zügig, aber leider war der Abschlepper noch bei Svolvear und wir müssten noch knapp zwei Stunden auf ihn warten. Also packten wir die Bücher aus, Dösten noch ein wenig und warteten. Als er ankam ging es sehr schnell, der Motor lief wieder und er gab uns eine Adresse bei der wir eine neue Batterie bekommen sollten. Wir machten uns auf den Weg und waren zuerst stutzig, da die Adresse im Nirgendwo lag. Wir riefen kurz bei der Nummer an, und ließen uns nochmal bestätigen, dass wir alles richtig entziffern hatten. Wir fuhren 40min später auf den Hof eines Bauernhofs und der Besitzer lotste uns direkt in seine Scheune. Er testete unsere Batterie nach Entladung und tatsächlich, die war komplett hinüber. Da hatten wir wohl bisher Glück gehabt, dass wir noch keine Probleme hatten. Danach mussten wir nochmal einen Abstecher nach Leknes machen um Bargeld zu holen, da der Herr wundersamerweise keine Banküberweisung wollte 😅. Danach ging es gefühlt zum 1000sten mal die gleiche Strecke zurück Richtung Süden. Das Wetter wurde immer besser und die Hoffnung wuchs, dass wir vielleicht doch noch etwas vom Tag haben könnten. Wir fuhren bis nach Reine und bekamen noch einen Parkplatz am Hafen. Es war ziemlich voll, denn das bessere Wetter lockte noch viele weitere hervor, obwohl es schon kurz nach 5 Uhr Nachmittags war. Auch wenn wir schon ziemlich müde waren, packte uns die Motivation und wir liefen los. Nach den ersten Treppen trafen wir unsere Stellnachbarn der letzten beiden Nächte witzigerweise wieder. Man merkte schnell, dass man hier wirklich den touristischsten Punkt überhaupt erreicht hatte. Hier gab es gefühlt alle Nationen und von Wanderern in voller Ausrüstung bis Jogginghose in Schlappen oder Kleinkind auf dem Arm traf man natürlich auch wieder alles an. Manche merkten dann auch, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist im Nieselregen 1978 Stufen an windausgesetzten Stellen hoch zu gehen, aber natürlich nicht alle 😅. Oben wurde es dann auch nochmal ziemlich rutschig, aber Damian schaffte es knapp in einer Stunde hoch.. Ich stapfte etwas hinterher 😅. Oben wurde es zum Glück etwas leerer und nieselte auch nur nochmal kurz, was aber ein wunderschöner Zufall war, da sich so direkt über Reine ein kleiner Regenbogen bilden konnte. Das war wirklich sehr schön. Wir trafen die nächsten Stellplatznachbarn, die uns am Morgen noch mit dem Überbrückungskabel geholfen haben 😅 und machten uns wieder an den Abstieg. Unten im Hafen kam die Sonne im perfekten Moment nochmal raus und tauchte alles in goldenes Licht. So schnell kann es gehen - am Morgen noch verzweifelt und am Abend wunderschöne Ausblicke genossen. Ich muss aber auch sagen, dass Reine etwas zu viel gehypet wird. Die Wanderung auf den Floya hat uns deutlich besser gefallen und war bei weitem nicht so überlaufen. Gelohnt hat es sich aber trotzdem.
    Wir nutzten noch die Entsorgungsstation am Hafen und machten uns auf nach Moskenes, dass nur wenige Kilometer hinter Reine liegt. Dort reihten wir uns gegen 21:30 Uhr in die Warteschlange der Fähre ein, für die wir für 23:45 Uhr uns einen Platz reserviert hatten. Wir aßen gemütlich zu abend und beobachteten die von der Fähre abfahrenden Autos. Dann ging es auch schon los, wir träffen zunächst erstmal zum dritten Mal unsere Stellnachbarn mit dem Kabel 😂 und machten uns dann mit Decke und Kissen auf den sehr bequemen Sitzen bequem. Es war aber schon sehr schnell klar, dass man an Schlaf nicht denken konnte. Der Wind war sehr stark und dementsprechend auch der Wellengang. Es fühlte sich fast an wie auf einer Achterbahn und dass man draußen keinen Horizont sah, da es hier unten schon sehr dunkel wurde, machte es nicht besser 🙈. Normalerweise macht mir so etwas nichts aus, aber selbst ich musste mich stark von meinem flauen Magen ablenken und die Geräusche der wirklich viel genutzten Kotztüten um mich herum machte es nicht besser. Damian musste nach einer halben Stunde kapitulieren und verschwand für die nächsten 2 Stunden auf der Toilette. In der letzten Stunde wurde es etwas besser und wir konnten etwas dösen, aber Damian war komplett fertig und fast am Ende seiner Kräfte. So fuhren wir direkt nach der Fähre nur 15min zum nächsten Platz, teilten uns ein Elotrans und gingen um kurz vor 4 dann endlich schlafen. Was für ein Tag 😅
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