• Ein friedlicher Platz auf dieser Welt

    June 13, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 15 °C

    Als wir heute das erste Mal erwachten, hörten wir bereits die Regentropfen auf unser Camperdach fallen. Wir drehten uns gleich wieder um und schliefen weiter. So gegen 10.15h wachten wir wieder auf und dachten, ok, nun sollten wir vielleicht doch mal aufstehen.

    Ich kochte uns Kaffeewasser auf und heizte das Wasser vor, damit wir duschen konnten. Wir hatten es alles andere als eilig. Für die kommenden Tage haben wir keinerlei Plan, wohin wir fahren und was wir machen sollen. Stattdessen breitet sich ein Frust in uns aus, weil die Meilenlimitierung uns jeglichen Seelenfrieden raubt. Es ist wirklich mühsam, wenn man mit jedem Kilometer nur die Kasse von GoNorth klingeln hört und denkt, wir hätten den Camper auch gleich kaufen können.

    Unterwegs hofften wir auf Handyempfang, damit wir allenfalls halbwegs einen Plan für die zwei letzten Tage hätten machen können. Leider sind die Kanadier wesentlich weniger Netzverbunden als die Amerikaner.

    Irgendwann unterwegs war es soweit. Es gab Netz und ich schrieb unserer Vermietungsstelle eine Mail und bettelte darum, nochmals NEUN Meilenpakete im Voraus kaufen zu können, damit es uns pro Meile doch immerhin 10c weniger kosten würde, als wenn man alles am Schluss bezahlt. Leider weiss ich nicht, ob die Mail gelesen wurde, da wir bereits wieder ausserhalb des Empfangs sind.

    Gegen 17.00h haben wir beim ersten Campingplatz an einem See gehalten. Alle Plätze waren sehr nahe aufeinander und zudem schräg, sodass das Schlafen eher mühsam werden würde. Wir entschieden uns deshalb, weiterzufahren.

    Bei einem der nächsten Campingplätze, welcher irgendwie nach See klang, versuchten wir nochmals unser Glück. Laberge Lake. Er war traumhaft gelegen und es gab noch genau einen einzigen freien Platz. Nicht einmal das von fernab gut hörbare Schweizerdeutsch konnte uns davon abhalten, diesen Platz für heute Nacht zu mieten.

    Wir genossen noch stundenlang die Sonne, beobachteten den Weisskopfseeadler und hofften, dass er auf Jagd gehen würde. Die Schweizer erzählten uns von ihrer dreiwöchigen Reise und dem anfänglich wirklich nassen und kalten Wetter. Dafür hatten sie ein wesentlich besseres Angebot für ihren Camper gefunden. Unlimitierte Meilen und erst noch günstigere Mietkonditionen, für einen Truckcamper, den man sogar noch ausfahren kann auf der Seite. Sehr ärgerlich für uns. Dafür haben sie wohl auch des Öfteren auf echt teuren Campingplätzen übernachtet. Der teuerste bei uns war gerade mal 35$, sie hatten bis zu 70$ bezahlt.

    Das heutige abendliche Wetter war so gut, dass wir sogar noch draussen essen konnten. Endlich ein Ort am Wasser, wo nur äusserst wenige Mücken wohnten. Ein wirklich sehr schöner, friedvoller Platz auf dieser Erde. Hierhin würde ich auf jeden Fall noch einmal kommen, falls ich jemals wieder in der Nähe einen Schlafplatz suchen sollte.
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