Die beruhigende Wirkung von Wasser
June 15, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 6 °C
Heute Morgen sind wir beide aufgewacht und hatten das Gefühl, dass wir heute bereits heimreisen müssen. Es herrschte eine dementsprechend bedrückende Stimmung. Ich machte Kaffee und verzog mich mit meiner Tasse nach draussen an die Sonne, mit Blick auf den See.
Das Wasser rauschte, als würde man irgendwo am Meer sitzen. Die Sonne schien wärmend auf meine Jacke. Der Wind war leider etwas kühl. Ich hätte hier ewig sitzen können.
Nach dem Kaffee machten wir uns auf in Richtung Whitehorse bzw. suchten unterwegs nach Internetempfang und einer Tankstelle. Icefield Discoverys hatte sich zurückgemeldet und geschrieben, dass sie für Samstag tatsächlich noch Kapazität haben sollten für einen Rundflug.
Wir entschlossen, vor den drohenden Kilometerspesen einfach die Augen zu verschliessen. Zwei Tage in Whitehorse rumsitzen, auf irgendeinem Sardinendosen-Campground-RV-Park wollten wir definitiv nicht, zumal diese umso teurer sind.
Also fuhren wir nochmals in Richtung Haines Junction und damit auf in den Regen. Es schüttete in Strömen. Unterwegs machten wir bei einem kleinen Wanderweg halt. Es handelte sich um einen Wald, in welchem die Borkenkäfer nur so wüten. Wir waren jedoch nicht derentwegen dort, sondern, weil wir uns eine schöne Aussicht erhofften, wenn wir schon einen kleinen Ort gefunden hatten, wo der Regen noch nicht angekommen war. Wir hatten Glück und es tröpfelte erst, als wir wieder beim Auto waren.
Wir fuhren weiter, irgendwann sahen wir nochmals die Moschusochsen am Strassenrand und hielten an, Bären haben wir leider keine weiteren mehr gesehen. Wir hatten zu Beginn der Ferien wohl einfach sehr grosses Glück. Irgendwo sah ich noch eine Elchkuh mit Baby rumrennen, aber Simi fuhr so schnell vorbei, dass es auch keinen Sinn gemacht hätte, nochmals umzudrehen. Bis es hierfür eine Möglichkeit gegeben hätte, wären die beiden wohl schon über alle Berge verschwunden und wir hätten unnötig Kilometer verprasselt.
Wir fuhren bis zum See, wo unsere Reise gestartet hatte., allerdings nicht bis zu dem Platz, an welchem wir die erste Nacht verbracht hatten. Zuerst hielten wir, um die stürmische See und die Staubwolken am Horizont zu fotografieren. Es sah von Auge aus ziemlich eindrücklich aus. Fotografieren liess sich der Moment leider nicht wirklich.
Wir fuhren weiter bis zum Visitorcenter, wo wir nochmals anhielten und ein wenig herumliefen und fotografierten. Man sah viele „Layers“ bei den Bergen und die Windverwehungen liessen die Situation mystisch erscheinen. Auch hier sah es von blossem Auge wirklich gut aus.
Nach einer Weile beschlossen wir, weiterzufahren uns uns einen Schlafplatz zu suchen. Es gab diverse Diskussionen, weil Simönchen mir nicht glauben wollte, dass es beim aktuellen Wetter überall gleich aussieht. Nachdem wir einige andere Orte abgefahren waren, glaubte er mir endlich. Wir blieben schlussendlich am letzten Ort, wo wir schlussendlich angekommen waren. Der See war etwas ruhiger geworden. Wir sahen uns die Handyfotos an und schwebten in Erinnerungen. Gut habe ich einen Blog von unseren Erlebnissen gemacht. Man glaubt kaum, wie schnell man vergessen kann, wo man die letzten Tage verbracht hat. Erschreckend…
Mit der Zeit besserte sich das Wetter und wir konnten doch noch ein paar Stunden draussen am See verbringen. Ich stand draussen am See, schaute aufs Wasser und liess meine Gedanken mit dem beruhigenden Rauschen der Wellen treiben.Read more







