• Long way back

    June 17, 2024 in Switzerland ⋅ ☁️ 21 °C

    Gestern wachte ich bereits vor dem Wecker auf, obwohl wir erst so spät schlafen gingen. Der Gedanke daran, was wir vor dem ersten Flug alles zu tun haben, liess mich nicht mehr schlafen.

    Ich heizte Wasser auf, machte den Abwasch und hoffte, dass Simi auch bald aufwachen würde. Als er endlich aufstand, spazierten wir nach vorne zur Rezeption und bezahlten für unsere kurze Nacht. Ich glaube, der Dame wäre es grundsätzlich auch egal gewesen oder kein Mensch hätte bemerkt, wenn wir einfach morgens wieder losgefahren wären. Aber wir sind halt ehrliche Menschen und glauben in gewisser Weise an Karma..

    Leider teilte die Dame uns mit, dass der Typ, welcher Propangas-Flaschen auffüllen kann, erst um 10.30h eintreffen werde. Wir waren leicht geschockt und verärgert, weil wir extra diesen Campingplatz ausgesucht hatten, um all das nötige Übel für die Camperrückgabe zu erledigen, zumal uns dieser Platz von GoNorth empfohlen wurde. Gerade weil man da eben „alles machen kann“.

    Wir packten wir die restlichen Sachen zusammen, mussten den Camper innen fertigputzen und dafür sorgen, dass die Sensoren vom Abwasser- und WC-Tank auch wirklich leer anzeigen, was nicht ganz einfach war. Als wir auch den Wassertank gefüllt hatten, ging es weiter zur Aussenreinigung, was echt mühsam war. Unser Fahrzeug war über und über voll mit toten, extrem festklebenden Insekten. Glücklicherweise gab es gleich zwei Reinigungslanzen, sodass wir beide gleichzeitig reinigen konnten.

    Nach diesem langwierigen Prozess wollten wir bei einer Tankstelle in Whitehorse unser Fahrzeug tanken und Propan auffüllen lassen, was ein Umweg von total 30min war. Wir wurden beide immer nervöser, weil wir Angst hatten, den Flug zu verpassen. Als wir für das Propan auch noch ewig hätten warten müssen, weil vor uns noch jemand anderes dran war, haben wir schlussendlich GoNorth angerufen und gefragt, wie viel es kosten würde, wenn man die Flaschen leer abgibt. Wir haben uns für letzteres entschieden. Ein verpasster Flug wäre teurer gewesen..

    Die Rückgabe ging zum Glück erstaunlich gut und wir wurden zum Flughafen gefahren. Wir hätten sicher noch 30min länger Zeit gehabt, denn der Flughafen ist wirklich winzig.

    Die Passagiere waren alle pünktlich an Bord und wir hofften, vielleicht schon frühzeitig losfliegen zu können. Leider waren sich das Boden- und das Flugzeugpersonal uneinig darüber, wie viele Personen ins Flugzeug gehören. Air North hatte am Tag zuvor kurzfristig angekündigt, dass eine andere Fluggesellschaft den Flug übernehmen würde. Dies hatte offenbar zu doppelt belegten Sitzplätzen und entsprechender Verwirrung geführt. Platz hatte es für alle, aber gemäss Bodenpersonal war eine Person zu viel an Bord. Sie telefonierten hin und her und es kam so weit, dass die Stewardess die ganze Passagierliste vorlas und sie mittels Handaufstrecken abstrichen, wer an Bord war. Das habe ich bisher noch nie erlebt..

    Irgendwann fand man schlussendlich heraus, welche Person nicht auf der Passagierliste war, obwohl diese alles richtig gemacht hatte und wir konnten mit leichter Verspätung losfliegen in Richtung Vancouver.

    In Vancouver angekommen, nahmen wir das Gepäck nur kurz nach dem Aussteigen in Empfang und liefen zum Check In. Das ging ja erstaunlich zügig, dachten wir. Beim Check In wurden wir erstmal längere Zeit ignoriert. Dann kamen wir endlich dran und mussten als erstes unser Handgepäck wiegen. Selbstverständlich waren wir drüber bzw. wir wären sogar unter 12kg gewesen, was normalerweise passt. Offenbar hat jedoch Edelweiss eine Sonderregel und man darf, egal welche Klasse, lediglich 8kg mitnehmen. „It’s for your safety“. Wir mussten also noch was rausnehmen. Doch was? Unser Fotozeug sicher nicht, zumal alles Lithium-Batterien hat, was man ja gar nicht erst im Gepäck aufgeben darf. Simi nahm sein Kameratäschchen aus dem Rucksack und die Dame meinte, ok, so ist es ein Handtäschchen und es passt. Ich nahm schlussendlich kurz die eine Kamera raus, stellte den Rucksack auf die Waage, die Dame gab mir einen „approved“-Kleber und ich steckte die Kamera dann ausserhalb ihres Blickfeldes wieder in den Rucksack.. Was für ein Blödsinn..

    Jedenfalls konnten wir unser Gepäck dann doch noch aufgeben und dachten, so.. kurz durch den Securitycheck und noch gemütlich irgendwo was trinken und essen. Nicht in Vancouver… Es dauerte ca. 40min, bis wir durch waren (gem. Display 15-20min). Die Schlange war super lange und die Leute hatten in den 40min Wartezeit natürlich keine Gelegenheit, sich schon mal etwas vorzubereiten, damit es beim Screening etwas zügiger vorangeht..

    Nun hatten wir nach der Kontrolle dank Verspätung von Edelweiss noch 30min Zeit. In der Lounge gab es nicht wirklich was, das uns zugesagt hätte, also gingen wir gleich wieder raus. Beim EINZIGEN Restaurant in Terminal D, wo man hätte sitzen können, wurden wir halbwegs abgewiesen, weil wir an der Bar etwas trinken wollten. „Sorry, there’s no bartender at the moment“. Ist ja nicht so, als müssten sie ja so oder so die Getränke von dort holen und dann an die Tische bringen.. Man muss ja nicht alles verstehen.. Wir drehten auf dem Absatz um und hofften, anderswo etwas zu finden, nur um wenig später wieder beim Restaurant zu sein und halt am Tisch etwas zu bestellen.

    Wir mussten das Bier schlussendlich regelrecht herunterstürzen und eilten dann zum Gate, wo wir direkt einsteigen konnten.

    Der Flug verlief schlussendlich gut. Wir konnten nach dem recht guten Essen etwas schlafen. Aber Edelweiss sollte seine Flugzeuge besser warten können. Eines der WC war defekt, sodass bei uns immer besetzt angezeigt wurde und mein Sitz machte irgendwann keinen Wank mehr, sodass die Stewardess von Hand und hohem Kraftaufwand die Position einstellen musste. Aber ja.. wir haben mit dieser Fluggesellschaft schon beim CheckIn abgeschlossen..

    Inzwischen sind wir trotz Schlaf völlig am Ende zuhause angekommen und trauern jetzt schon den Ferien nach.
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