Rundflug und Wildlife
June 15, 2024 in Canada ⋅ ⛅ 17 °C
Als wir aufwachten, hörten wir bereits den Regen auf unser Camperdach prasseln. Wir drehten uns nochmals um, jedoch konnte ich nicht mehr richtig schlafen, weil ich stets im Kopf hatte „Das ist der letzte Tag, ihr müsst ihn doch geniessen!“.
Irgendwann rafften wir uns doch noch auf. Wir suchten einen Platz, mit Internetempfang, was leider nicht ganz einfach war. Schlussendlich fuhren wir ca. 35min, immer im Hinterkopf, wie viele Meilen das nun wieder kosten wird, da wir abends ja nochmals zurück nach Silver City und dann Whitehorse fahren mussten.
Beim Rastplatz verbrachten wir schlussendlich viele Stunden. Wir packten unsere Sachen halbwegs zusammen und versuchten, unsere Essensreste zu verwerten.
So gegen 15.30h fuhren wir los in Richtung Icefield Discovery, wo wir für 18.00h einen Rundflug gebucht hatten. Es regnete weiterhin in Strömen und sah weit und breit nicht nach einer Wetterverbesserung aus.
Als wir ankamen, waren die Mitarbeiter bereits daran, andere Rundflüge zu verschieben. Wir hofften weiterhin, dass sich das Wetter in den kommenden Stunden bessern würde. Wir verbrachten gut 2h im Hangar, wo wir mit dem Piloten absprachen, wo wir hinfliegen wollen und haben uns mit zwei Floridianern unterhalten. Er war bereits pensioniert und hat sich einen grossen Campinganhänger gekauft, seine Frau reist mit, solange es ihr Ferienguthaben zulässt. Tolles Leben und ich mag es auch ihm gönnen. Nach 40 Jahren Arbeit sollte man das Leben geniessen, was die beiden offensichtlich zu tun scheinen.
Als die 18.00h immer näher kamen, besserte sich das Wetter über uns. Die Sonne strahlte plötzlich vom Himmel und wir waren alle guter Dinge, dass unsere geplante Flugroute klappen würde. Sie installierten die Fototüre am Flugzeug und wenig später flogen wir los.
Wir sahen sehr viele Bergschafe, die sich in der Höhe von den vielen Bären in Sicherheit brachten, überflogen tolle Gletscher, jedoch endete der Flug abrupt, als wir uns plötzlich in einer riesigen Wolke befanden. —> White out.. Wir mussten umkehren und gaben unser Vorhaben, einen längeren Flug zu machen auf.
Wenigstens sollten wir so nicht allzu spät in Whitehorse ankommen. Wir fuhren los, um uns herum zogen erneut Wolken und Gewitter auf. Der Himmel war teilweise nahezu schwarz. Es blitzte und donnerte um uns herum. Wir waren schlussendlich froh, dass wir nicht weitergeflogen sind. Ich hätte Todesängste gehabt, wenn wir mit so einem kleinen Flugzeug in ein Gewitter geraten wären.
Unterwegs zeigte uns der Yukon nochmals, welche Schätze an Wildtieren er beherbergt. Wir sahen Hirsche, Rehe und gleich 5 Bären.
Wir fuhren den Highway entlang, als ich zwei neben der Strasse sah. Simi bog bei der nächsten Gelegenheit ab und da sah man einen Bären grasen (jep, richtig gelesen, ich wusste das auch nicht..). Ein anderes Auto stand da und wir beobachteten zusammen die inzwischen zwei Bären, bis sie im Wald verschwanden. Als wir danach umdrehen wollten, teilten uns die anderen beiden mit, dass sie sogar 4 Bären gesehen haben. Das machte uns natürlich etwas eifersüchtig. Als wir jedoch zurück in Richtung Strasse fuhren, sahen wir plötzlich auch 3 der 4 Bären und beobachteten sie eine Weile, irgendwann kam sogar noch der 4. Bär auch noch aus dem Wald heraus. Es war toll anzusehen. Aber es ist ein merkwürdiges Bild, wenn man 4 grosse Grizzly-Bären vor sich hat und sie frischfröhlich tonnenweise Blumen fressen, als wären sie Kühe..
Irgendwann liessen wir die Bären in Ruhe, zumal wir noch 1.5h Fahrt vor uns hatten. Ein wenig später rief ich aus „Da ist ein Schwarzbär!“. Auch hier hielten wir kurz an und auch dieser Bär frass gemütlich Gras am Strassenrand…
Es wurde immer später und wir fuhren weiter in Richtung Whitehorse. Unterwegs hielten wir Ausschau nach einem Schlafplatz, was auf dieser Strecke aber sehr schwierig ist. Überall steht, dass nicht gecampt oder über Nacht geparkt werden darf. Je näher wir Whitehorse kamen, desto mühsamer wurde es. Es war spät, wir waren müde und wir wussten, am nächsten Tag müssen wir früh aufstehen, damit wir noch alles erledigen können vor dem Rückflug.
Wir fuhren noch ein paar Extrakilometer auf der Suche nach einem Schlafplatz, aber es war nirgendwo etwas zu finden oder frei. Schlussendlich fuhren wir gegen 00.30h auf einen RV-Park und stellten unseren Camper auf einen freien Platz. Schade, dass dies auf der Website nicht als offizielles Vorgehen, bei Ankunft nach Office-Schliessung aufgeführt ist. Wir hätten wesentlich früher und einfacher einen Platz finden können.
Wir entschieden uns, für die Nacht fully hooked up auszuprobieren, damit wir wenigstens am Morgen bereits einen leeren Abwasser- und WC-Tank haben würden.
Trotz später Stunde kochten wir noch und fielen wohl gegen 02.00h endlich hundemüde ins Bett.Read more










