Low pressure - no free air
August 5, 2024 in Switzerland ⋅ ☀️ 27 °C
Zuerst muss ich meinen gestrigen Bericht noch etwas ergänzen. Ich war wohl so auf Wolke 7 von unserer Bootstour, dass ich einiges vergessen hatte.
Als erstes zurück zum aufspringenden Wal. Wisst ihr was? Wie damals in Island bei der wirklich unendlich langweiligen Waltour, hat Simi den Sprung mal wieder verpasst? Wieso? Er hat sich Fotos auf der Kamera angeschaut :-P Ich habe es sooo vorausgeahnt..
Dann bei unserem Campground. Inzwischen sind die Campgrounds in Alaska supermodern geworden und man muss die Campingfee mittels Kreditkarte am Automaten bezahlen. Obwohl wir ca. 5 Karten ausprobiert hatten (gut meine ist bereits im Minus, da verstehe ich, wenn die Transaktion abgelehnt wird ;-P), wurden ALLE abgelehnt. In unserer Verzweiflung fragten wir jemand anderen, ob er mit seiner Karte für uns die 20$ zahlen würde. Selbstverständlich hielt ich das Bargeld jederzeit demonstrativ bereit. Ein super hilfsbereiter Brite hat uns schlussendlich aus der Patsche geholfen. Er wollte zunächst sogar ablehnen, dass wir ihm die 20$ zahlen, aber sowas können wir doch nicht akzeptieren.
Am Morgen waren wir gegen 7.30h wach. Juhui dachten wir, dann haben wir ja den ganzen Tag Zeit, um das schöne Wetter zu erreichen, leider verlief es etwas anders.
Als erstes mussten wir uns über einen Asiaten nerven, der doch tatsächlich seinen vollen Abfallsack einfach im Plumpsklo entsorgte! Ich denke, wären wir nicht in den USA und insbesondere nicht in Alaska, dann hätte wohl selbst ich was gesagt. Hier spaziert jedoch jeder zweite mit Knarre am Halfter rum, da lege ich mich mit niemandem an. Aber man sollte solche Leute dazu verdonnern, den Abfall von Hand aus den Plumpsklos zu fischen. Die armen Parkrangers, die dies nun tun müssen. Was für eine Unverschämtheit von diesem Typen!
Jedenfalls fuhren wir gegen ca. 09.00h los. Ein paar Minuten nach unserer Abfahrt meldete unser Auto, dass einer der Reifen zu wenig Druck habe. Einer der hinteren Zwillingsreifen war gute 20PSI unter dem Sollwert. Na toll. Auf die Schnelle sahen wir nichts, was am Reifen nicht stimmte. Wir fuhren daher nach Anchorage und wollten den Reifen kurz aufpumpen und dann einfach weiterfahren und schauen, was passiert.
Haha, KURZ.. Es dauerte gute 2 Stunden, bis dies erledigt war! Wir sind keine Automechanik-Genies, aber wie man einen Reifen pumpt, das wissen wir doch noch knapp. Wir klapperten Tankstelle um Tankstelle ab. Bei der dritten Tankstelle gab es ein Gerät, wo man für 0.50$ Luft pumpen konnte. Ok, wir versuchten es. Leider erfolglos. Man hatte 5min Zeit, um den Reifen zu pumpen, es kam wohl kein einziger PSI-Punkt rein.
Ok, suchen wir den nächsten. Dort wurde uns ein Gerät mit Akku in die Hand gedrückt. Simi schaffte es mit enormem Kraftaufwand ca. 10 PSI reinzupumpen, dann war der Akku leer. Ok, gehen wir zum nächsten. Man konnte nur mit Kreditkarte zahlen und erfuhr erst, als man bereits bezahlt hatte, dass der Spass 2$ kostete! Was zur Hölle?!? Am ärgerlichsten war, dass das Gerät wohl defekt war oder wir ein zu kleines Ventil für dieses Ding hatten.
So langsam neigte sich unsere Geduld dem Ende hin. Irgendwann fuhren wir zufälligerweise nochmals bei einer Tankstelle durch und da wurde uns geholfen. Die herzallerliebsten Mechaniker halfen uns, den Reifen zu pumpen (kostenlos!). Am Ende hatten wir sogar zu viel Luft drin und mussten sie heimlich in einer Seitenstrasse wieder rauslassen. Ich war auf jeden Fall froh, dass die zwei Typen mindestens genau gleich viel Mühe hatten, auch nur einen Bar in den Reifen zu pumpen, wie wir. Ich hatte echt begonnen, Zweifel an unseren Fähigkeiten zu bekommen.
Nachdem dies endlich erledigt war, gingen wir etwas essen und wollten kurz einkaufen. Auch das gestaltete sich schlussendlich als schwieriger als gedacht. Irgendwann kamen wir zufälligerweise doch noch an einem Fred Meyer vorbei und konnten uns für die nächsten Tage eindecken.
Zu fortgeschrittener Nachmittagsstunde fuhren wir dann eeeendlich los in Richtung Denali NP. Unterwegs erwarteten uns wunderschöne Ausblicke auf den Denali. Dieser Berg sieht einfach nur mächtig aus! Über ihm türmten sich wunderschöne Wolkenformationen und wir suchten nach einem Platz für die Nacht.
Bei einem Viewpoint hielten wir kurz an, aber wussten schlussendlich nicht, wo man denn über Nacht hätte parken dürfen. So fuhren wir weiter und suchten was besseres. Ich schlug den Byers Lake vor, denn ich hatte schöne Fotos gesehen, mit Reflektoren des Denali im See.
Es stellte sich leider raus, dass die Sicht nur vom anderen Ende des Sees zu sehen war und der See wesentlich grösser ist, als man denken würde. Nach mehren Kilometern wandern gaben wir um und drehten um.
Unterwegs stellten wir mal wieder fest, wie dumm die Fische in Alaska sind. Vor uns wanderte ein Typ. Er kam ca. 30s vor uns an einem Fluss an, als wir uns das nächste Mal in seine Richtung drehten, zappelte bereits ein Fisch an seiner Angel. In meiner Vorstellung hat er die Angel erst vor sich hingelegt, der Haken baumelte ins Wasser und der Fisch biss direkt an: Angeln in Alaska
In Windeseile liefen wir zurück zu unserem Camper. Inzwischen waren wir zu faul, um noch weiterzufahren. Die einzige Tat, die wir noch zu vollbringen hatten war, uns einen anderen Platz auf dem Campground zu suchen, da wir natürlich genau wieder den einzigen Platz gefunden hatten, neben dem jemand seinen Generator nonstop laufen liess. Nein danke, diesen Spass wollen wir nicht nochmals ertragen.
Inzwischen sind übrigens um die 3.5h vergangen und der Generator läuft immer noch. Lustigerweise steht nebendran ein „Chateau“ wie unseres - Gottseidank gehört es jedoch nicht zu uns :-)Read more
