• Wunderschöne Momente

    August 4, 2024 in the United States ⋅ ☀️ 12 °C

    Die vergangene Nacht verlief sehr unruhig. Wir wachten ständig auf, weil unsere lieben Asi-Nachbarn ihren Generator durchgehend neben unserem Camper laufen liessen. Dazu kam, dass sie bis morgens um 2.00h oder so lautstark draussen am Plappern waren. Ein Wunder, dass sich niemand beschwert hat, obwohl sie auf dem ganzen Sardinencampground mit Abstand die lautesten waren. Ab und zu ging auch noch die ohrenbetäubend laute Heizung der netten Nachbarn an, was wir jedoch akzeptieren konnten.

    Der Wecker war für 06.45h eingestellt, ich stand schlussendlich um 06.00h bereits auf, machte Kaffee und verzog mich damit hinunter ans Meer. Es war schön ruhig, kaum eine Menschenseele war wach. Simönchen folgte mir wenig später.

    Noch bevor der Wecker losging waren wir wieder beim Camper und bereiteten uns für die heutige Schifffahrt vor. Wir hatten etwas Bedenken, dass wir möglicherweise elend erfrieren würden und packten mehrere Schichten an Kleidung ein.

    Wir kamen pünktlich beim Veranstalter an und checkten ein. Wir stellten fest, dass wir wohl falsch gelesen hatten und statt 36 Personen, 60 an der Zahl möglich waren, was wir auch erreichten. Alle standen schon frühzeitig in der Schlange an, um aufs Boot zu kommen. Wir warteten noch etwas, schliesslich hatten wir Tickets und demnach wohl auch Platz auf dem Boot.

    Unsere Tour ging vorzeitig los, weil alle vorbildlich pünktlich auf dem Schiff eingetrudelt waren. Der Reiseleiter erzählte uns, was uns in etwa erwarten würde. Er erwähnte dabei, dass es etwas holprig werden würde, was uns aber bestimmt schon beim CheckIn gesagt worden sei, was leider nicht der Fall war. Eingeschüchtert warfen wir uns gleich noch ein zweites Anti-Seekrankheitsmittel ein :-P

    Bald ging es los und wir sahen schon den ersten Otter. Ich strahlte über beide Ohren und staunte gleichzeitig über dessen Grösse. Die Dinger sind gigantisch! Man stellt sie sich klein und zierlich vor, aber sie sind sicher fast einen Meter lang und etwas dicklich - und natürlich UNENDLICH süss! :-D

    Es ging weiter und wir sahen einen schönen Weisskopfseeadler auf einem Felsen sitzen. Er präsentierte sich uns geduldig in super Fotolicht. Wir sahen Puffins und viele Vögel und schon bald WALE :-)

    Wir steuerten auf sie zu und da sahen wir einen der Wale vor uns aufspringen. Natürlich war niemand bereit gewesen, ein Foto davon zu schiessen. Geduldig warteten wir. Längere Zeit machten die Wale nicht viel mehr als ihre Schwanzflosse aus dem Wasser zu heben und wieder unterzutauchen, doch dann.. Ein wunderschöner Sprung, direkt vor uns und ich fotografierte was das Zeug hält. Wow! Was für ein Anblick!

    Am Horizont sah man die Fontänen von Finnwalen. Mit der Zeit kamen sie immer näher zu uns. Leider waren sie weniger verspielt als die Buckelwale und so fuhren wir weiter.

    Es ging weiter zu einem gigantischen Gletscher, wo sich zig Robben auf den Eisschollen tummelten. Lustigerweise tun sie dies, um sich aufzuwärmen, wie uns der Reiseleiter erzählte. Einzelne winkten uns wortwörtlich zu. Auch Otter trieben erneut entspannt auf dem Meer. Ich schaffte es, Fotos von einem zu schiessen und auch dieser schien mir zuzuwinken. Fantastisch!

    Wir schauten dem Gletscher eine Weile zu und hofften, dass ein grösseres Stück ins Meer donnerte.

    Irgendwann mussten wir langsam zurückfahren. Wir hofften, unterwegs noch Orcas zu sehen, leider wurden wir diesbezüglich enttäuscht. Dafür machten wir bei den Buckelwalen nochmals einen Halt und es war beinahe magisch.

    Einer der Wale drehte sich minutenlang um die eigene Achse, als hätte er den Tag seines Lebens. Die anderen rissen ihre Mäuler gemeinsam auf, um zu fressen, währenddem die Seemöwen wegflogen. Ein wirklich fantastisches Bild. Wir waren begeistert. Die Schiffsleute hielten derweilen ein Mikrofon ins Meer, damit wir die Wale noch besser hören konnten. Es klang zum Weinen schön!

    Gegen 17.00h kamen wir glücklich zurück in Seward an. Wir hassen beide ja eigentlich so Touristenzeugs, aber diese Tour war wirklich einzigartig schön. Zumindest ich habe mich wohl die ganzen 8.5h Stunden keine Sekunde lang gelangweilt und den Tag einfach nur genossen.

    Danke Schwesterlein, dass du so davon geschwärmt hast und uns dadurch zur Buchung dieser Tour getrieben hast. Es war unvergesslich! :-D

    Nun sitzen wir irgendwo vor Anchorage auf einem Campingplatz, neben mir knistert ein Feuer, rund um mich fliegen dutzende Mücken, im Dickicht lauern wohl die Bären, hinter mir hört man den Dauerstarkverkehr und unweit von hier fährt ständig mit lautem Hupen der Zug durch, aber egal. Ich geniesse den Augenblick. Es war ein so supertoller Tag. Ich hasse es, das zu sagen, aber ich bin unendlich dankbar für die schönen Erlebnisse, die wir heute hatten! :-)
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