• Was für ein Tag..

    August 11, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 9 °C

    Gestern waren wir heilfroh, dass wir bereits in Ninilchik, wo unsere Bärentour starten sollte, geschlafen hatten und unsere Fahrtzeit zum Treffpunkt gerade mal 10min betrug.

    Wir waren superpünktlich, aber es war niemand vor Ort. Wir schrieben der Agentur und dann kamen plötzlich andere Gäste und schlussendlich auch der Guide, welcher uns mitteilte, dass wir da unmöglich parken dürften und ihm nun hinterherfahren müssten. Sorry, wir haben ausschliesslich genau gemacht, was in eurer Mail stand… Wir parkten am nächsten Ort bei seinem künftigen Hangar. Er gab uns Waders, wir mussten einen Waver unterzeichnen und dann hiess es „so, jetzt gehen wir noch kurz beim Campingplatz aufs Klo“. Also wieder ins Auto, zum Campingplatz fahren, warten bis der Guide vom WC zurückkommt und dann zum dritten Ort fahren.

    Der Guide zeigte, wo wir parken sollten. Gemäss unserer Beurteilung handelte es sich um einen Strasse, deshalb parkten wir um die Ecke, wo es nach einem Parkplatz aussah. Der Guide war erneut unzufrieden und teile uns mit, dass sei private property und wir sollten genau da parken, wo er gezeigt hat. Dies sei eine künftige Landebahn und keiner würde sie nutzen. Sorry, dass wir Einheimisch das nicht gewusst bzw. sofort erkannt hatten.

    Irgendwann durften wir endlich ins Flugzeug einsteigen. Ich flog erneut im Cockpit mit. Unterwegs hatte ich das Gefühl, dass mein Kopf bald explodiert. Mit einer Erkältung in so einem Flugzeug zu fliegen ist wohl nicht die beste Idee, auch wenn er nicht mal 2000m hoch flog.

    Nach ca. 30min ging es in den Landeanflug. Bereits von oben sahen wir die Bären und waren voller Vorfreude. Wir landeten in der Nähe und es regnete in Strömen. Der Guide sagte kurz ein paar Worte, wir wir uns verhalten sollten und schickte uns dann schon mal voraus. Ok, gutes Gefühl. Vor uns ein riesiger Grizzlybär und wir vier Touristen direkt vor ihm. Es ging alles gut.

    Irgendwann kam der Guide dann auch noch vom Flugzeug hergewatschelt und wir mussten ihm durch sehr mühsames Gebiet durch den sumpfigen Sand folgen. Wir waren nun wesentlich weiter weg von den Bären als vorher und ich schoss kein Foto mehr, weil ich aufpassen musste, dass ich nicht umfiel und die Kamera vollends zerstörte. Der Regen war schon Tortur genug für sie.

    Leider zogen die Bären weiter. Wir stampften zurück ans Ufer, wo wir noch ein paar Meter umhergingen. Die Bären kamen leider nicht mehr zurück. Der Guide entschloss zurückzufliegen. Ich war leicht geschockt, da wir erst so kurz vorher angekommen waren. Zunächst hatte ich die Hoffnung, dass wir noch an einen anderen Ort fliegen würden, leider nein.

    Wir haben Bären gesehen, es war ein kurzer und toller Augenblick, aber eigentlich würde die Tour 7h dauern und geplant wäre grundsätzlich, 3h lang Bären fotografieren zu können. Insbesondere bei diesem nicht wirklich günstigen Preis. Entsprechend enttäuscht waren wir schlussendlich.

    Zurück am Boden assen wir unsere Sandwiches und fuhren dann nach Anchorage. Unterwegs tankten wir und fuhren weiter. Plötzlich schaltete ein Polizeiauto hinter uns das Blaulicht an. Was hatten wir denn jetzt falsch gemacht?!? Simi fuhr zur Seite und wir warteten, bis der Officer zu uns kam. Nervös liessen wir das Fenster runter. „Hi Officer!“ „Hi! You didn’t do something wrong, but the lid of your gas tank is open. Since it’s wet outside you could get some issues with water inside the tank“. Ach sooo, Simi war wohl etwas müde und hatte beim Tanken glatt vergessen, den Deckel wieder zuzuschrauben. Huch, nochmal Glück gehabt.

    In Anchorage angekommen, wollten wir den Camper schon mal für die Abgabe vorbereiten. Schlussendlich hatten wir um die 5h dafür.

    Zunächst fuhren wir zum Bass Pro Shop, weil wir nicht wussten, ob wir mit dem bestehenden Gepäck alles mitnehmen konnten. Wir mussten am Ende wirklich noch eine Tasche kaufen.

    Als wir endlich alles einigermassen zusammengepackt hatten, wollten wir Propan auffüllen. Die Propan-Tanks standen vor zig Tankstellen, aber die Mitarbeiter vor Ort waren alle nicht in der Lage, unseren Tank zu füllen. Irgendwann entschlossen wir, zu der Tankstelle zu fahren, die GoNorth vorschlägt, auch wenn sie weit weg ist. Leider war auch der Typ dort nicht fähig dazu und wir fragten bei der benachbarten Tankstelle nach und konnten tatsächlich den Tank füllen.

    Simi versuchte noch, unseren Sorgenreifen zu pumpen. Ich gab zu Bedenken, dass es sich erneut um so eine merkwürdige Anlage handelte, mit der man nicht richtig Druck auf den Reifen geben kann. Wir fuhren schlussendlich mit 10 PSI weniger weg, als wir angekommen waren…

    Wir waren inzwischen beide müde und genervt. Wir mussten nun entscheiden, wo und wie wir die Nacht verbringen wollten. Campingplatz oder Hotel. Diese Frage hing auch mit der Frage zusammen „Dumpen oder nicht?“ und „Was machen wir mit dem verbleibenden Essen?!?“.

    Nach einem langen hin und her, bei welchem wir mit der Zeit nicht mehr sehr nett zueinander waren, beschlossen wir, ins Hotel zu gehen, wo wir am ersten Tag der Ferien bereits geschlafen hatten. Wir wussten, dass es dort Parkplätze haben würde.

    Ich putzte kurz innen so gut es ging den Camper, damit wir anschliessend das Abwasser leeren konnten, dann fuhren wir zum Hotel. Bei der Suche nach einem Parkplatz stellten wir fest, dass direkt hinter dem Hotel ein Camp von Obdachlosen war. Na toll, nun werden wir sicherlich in der letzten Nacht noch ausgeraubt..

    Wir stellten den Camper dennoch neben dem Hotel ab, nahmen das Wichtigste Gepäck ins Hotel und gingen dann Essen.

    Nachts schlief ich erneut schlecht. Zum einen war ich wohl nach wie vor nervös wegen der Camperrückgabe, zum anderen hörnte der Alaska-Train die halbe Nacht durch und der ist WIRKLICH laut!
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