• Rafting, Wasserfälle und Glühwürmchen

    Dec 17–18, 2024 in New Zealand ⋅ 🌬 15 °C

    Frühmorgens war ich wieder wach und setzte mich nach draussen, um meinen «Bericht» zu schreiben und den Naturgeräuschen zu lauschen. Neben Vogelgezwitscher, Rauschen in den Bäumen war vom Zelt auf dem Platz nebenan (ca. 50m entfernt) ein lautes Schnarchkonzert zu vernehmen.

    Simi wurde auch schon erstaunlich früh wach und so frühstückten wir kurz und machten dann nochmals eine Runde durch den Regenwald, weil wir uns ein paar Schönwetterfotos erhofften.

    Leider durften wir nicht zu viel Zeit verplempern, da wir um 13.00h in Rotorua einen Termin in der Autowerkstatt vereinbart hatten mit unserem Camper, wegen unserem sehr unzuverlässigen Kühlschranks.
    Wir kamen etwas knapp an, weil Simi für das nachmittagliche Rafting noch ein paar Badehosen besorgen mussten.

    Als wir bei der Garage ankamen, sanken unsere Hoffnungsschimmer direkt nach unten. Es sah nach einer völlig normalen Garage aus, welche sicherlich alles über Defekte an einem Auto weiss, aber nicht bei Camperausbauten. Wir teilten dem Garagebesitzer mit, dass der Kühlschrank aktuell laufe, jedoch immer wieder stundenlange Aussetzer habe. Womöglich liege es ja an einem Wackelkontakt oder dem Temperaturfühler. Natürlich hörte er uns nicht zu, wir sind ja keine Automechaniker…🙄🙄🙄

    Jedenfalls kam er nach 45min zurück, bat uns in die Garage und fragte uns, ob vielleicht jemand das Gas abgedreht habe? Ich fragte mich, ob ich allenfalls das Türchen nicht abgeschlossen hatte und tatsächlich jemand so hinterhältig war. BIS wir dahinterkamen, dass er uns tatsächlich für dermassen doof hielt, dass wir das Gas gar nicht angedreht hatten. Ich war nahe am Explodieren und hätte dem Typen am liebsten sehr, sehr böse Wörter an den Kopf geworfen. Ich reagierte schlussendlich zwar sehr zickig, aber blieb einigermassen höflich. Der Typ meinte, er habe mit der Vermietungsstation vereinbart, dass wir es einfach probieren sollten, ob es nun geht. Das brachte mich erneut auf die Palme und wir waren nahe dran, uns eine Kühlbox und Eis zu besorgen. Also wirklich… Offenbar sehen wir wohl beide dumm aus wie Brot.

    Mehr als verärgert verliessen wir die Garage und fuhren zum Rafting. Wir hatten durch das Ärgernis beide irgendwie unsere Lust auf das Abenteuer verloren, aber wir hatten es nunmal gebucht.

    Wenig später hatten wir uns in einen engen Wetsuit, Wasserschuhe, Schwimmweste und Helm gezwängt und warteten gespannt darauf, dass es endlich losgehen würde.

    Wir wurden mit vier Amerikaner ins Boot gesetzt. Eine kurze Einführung mit Kommandotraining und los gings. Ein paar letzte Worte, bevor es bereits den ersten Wasserfall runterging. Wuhuuu!

    Es war grossartig. Und die Kulisse während dem Rafting. Sensationell! Als wäre sie extra so erschaffen worden. Es sah aus wie im Dschungel, ein bisschen Indiana Jones feeling, einfach nur WOW!

    Wir liessen uns im Wasser treiben, mal ohne Boot, mit Boot, wir stürzten uns MIT Boot den höchsten kommerziell befahrbaren Wasserfall der Welt (7m hoch) hinunter und den letzten, nicht ganz so hohen Wasserfall liessen wir uns ohne Boot runtertreiben. Es war echt lustig und wir waren etwas traurig, als es fertig war.

    Nach der Tour holten wir und kurz ein Abendessen und fuhren dann zurück zum Ausstiegsort, wo wir einen Freedom Camping Platz erspäht hatten. Wir hatten Glück und es gab noch massig Platz für uns.

    Wir wanderten dem Fluss entlang, um unsere Wasserfälle nochmals aus trockener Perspektive anzuschauen. Nach dem Essen spazierten wir gleich nochmals los und bis zum 7m Wasserfall. Unterwegs sahen wir jede Menge Glühwürmchen🥰

    Meterhohe Wände waren übersät mit leuchtenden Punkten. Es sah aus wie ein Sternenhimmel. Uns kam die Szene und Musik aus König der Löwen in den Sinn, als Simba das Spiegelbild seines Vaters im Wasser sah: einfach nur WUNDERSCHÖN!
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